Scheisse! Immer bin ich furchtbar aufgeregt vor Tagen, auf die ich mich besonders freue.
“Wenn ich wieder aufwache gehts los!”
Aber es geht nicht los, 2 Stunden Zeit totschlagen darf ich jetzt (und ich weiß auch schon wie, hehe).
An den Renntagen durchschlafen konnte ich eigentlich nur in Duisburg und in Frammersbach, da haben wir jeweils an der Strecke gepennt und das funktionierte wunderbar. In Frammersbach wurden wir von einem (lauten) Lautsprecher mit den Worten geweckt:
“Guten Morgen miteinander!
Denkt daran, wir sind Profis, wir machen das schon!”
Das war Motivation pur!
Gemeint waren eigentlich die Sanis, die um 6 Uhr morgens auf dem Marktplatz eingewiesen wurden.
Egal! Sollte ich vielleicht öfter machen, an der Strecke schlafen. Stilecht mit meinem Bikamper im Startbereich (-;

Topeak Bikamper
Oder ich halte mich in Zukunft am Vorabend an die Regel
“Für 2 Bierchen ist immer Platz”
Wenn meine Mama wüsste, daß das Alles ist, was ich von der Blumentopfgeschichte mitgenommen habe (-;
So, genug gesurft und Unsinn getextet. In ner Stunde muss ich schon meinen Mitfahrer abholen. Und in 4 Stunden steh ich wieder dort, wo der Ruhepuls vor Aufregung im GA-Bereich ist:
An der Startlinie vom Biebergrund Bike Marathon, juchuuuuui!
Bereit für das Adrenalin und die Angst
Bereit für die volle, für die ganze Distanz
(Kettcar – Volle Distanz)
Vielleicht sollte ich den Eintrag von gestern ein wenig relativieren indem ich anmerke, daß da 2 Bier mit im Spiel waren.
Apropos 2 Bier, kennt jemand die Geschichte vom Blumentopf und dem Bier?
Hab ich von meiner Mama.
Danke Mama! (-;
Ich hätte auch noch ne eigene Geschichte:
Auf der alten Mainbrücke passieren manchmal echt merkwürdige Dinge und damit mein ich nicht den Dudelsackspieler. Am Montag Abend zum Beispiel wurde da ein Film gedreht. Mit Scheinwerfern und Filmcrew und Kamera und nem Haufen Schaulustiger.
Ich sags euch: Hollywood!
Mitten in Würzburg!
War aber wohl ne langweilige Szene…
…oder ein langweiliger Film.
Aber das war noch gar nix! Auf der alten Mainbrücke trifft man erstaunlicherweise viel öfter Bekannte, als woanders in der Stadt. Selbst nachts um halb eins auf dem Weg zum akw! Da waren gestern der Feini und der Gisi mit Taschenlampe und GPS-Gerät unterwegs und haben einen Geocache gesucht. Das ist so ne Art Schnitzeljagd mit GPS Koordinaten.
Als wir das winzige Döschen dann tatsächlich gefunden hatten, kam wie gerufen so ein Typ daher auf nem Würzburger Stadtrad. Der hat mich ziemlich an meinen Landstreicher erinnert (er wars aber net). Er hat uns dann ohne eine Frage zu stellen nicht nur die zum Öffnen nötige Pinzette gestellt sondern auch noch eine Packung Milka Marzipan Herzen spendiert, weil er uns helfen durfte. (Läuft das sonst nicht andersrum?)
Es gibt jetzt 2 Möglichkeiten:
Entweder das war der Wächter des Geocaches auf der alten Mainbrücke oder aber er hatte keinen blassen Schimmer, was wir da tun. (Ich wussts ja selbst net!)
Das war also die Geschichte von meinem ersten Geocache.
Und ne Stunde vorher hab ich noch felsenfest behauptet, daß alles außer Radeln langweilig ist!
Doh doh doh!
Da muss viel mehr Weisheit in mich rein! (Kettcar – 48 Stunden)
Seit bald 4 Jahren fahre ich Mountainbike. Spätestens um diese Zeit im Jahr hatte ich bisher immer meine Gesamtkilometer vom Vorjahr geknackt, so auch dieses Jahr. Und ich bin motivierter denn je die kommende Saison anzugehen.
Wo soll das nur enden?
Wenn ich nicht Radeln bin, denke ich daran zu Radeln. Wenn ich nicht daran denke zu Radeln, dann schlafe ich und träume vom Radeln.
Das eigentliche Problem ist: Nichts auf der Welt kann das Gefühl ersetzen, einen kurvigen Trail mit Vollgas unter die Stollen zu nehmen. Schwierige Abfahrten, auch die, die man schon zig mal gefahren ist, bescheren jedes Mal aufs Neue einen Wahnsinns Adrenalinkick. Selbst lange Anstiege machen Spaß, sei es halb in Trance im eigenen Tritt oder im beliebten “Oben kotz ich mir die Lunge raus”-Tempo.
Essen, Musik, Alkohol, alles was Spaß macht, verstummt gegen die Geräusche, mit denen die Reifen von deinen Kumpels und dir das Schweigen tief im Wald brechen.
Wie soll ich mich denn für die wichtigen Dinge im Leben, von Freundschaften bis Beruf, begeistern wenn alles so zweitrangig wird?
Ist das nicht traurig? Erbärmlich?
Bin ich süchtig? Bin ich krank?
Hätte ich niemals damit anfangen dürfen?
Nein! Das wäre eine Unvorstellbarkeit (-;
[...] zu erkennen dass man glücklich war, ist leicht.
[...] zu erkennen dass man glücklich ist, ist Kunst.
(Kettcar – Anders als gedacht)
Mountainbikerennen werden sehr schnell zu Schlammschlachten, da brauchts gar nicht viel regnen vorher. Als latenter Besudelungstriebtäter könnte mir das zwar recht sein, aber zumindest einen schönen, trailigen Marathon würd ich diese Saison gern noch im Trockenen fahren. Diesen Sonntag ist der 4. Biebergrund Bike Marathon in Biebergemünd und ich wär net beleidigt, wenn es bis dahin trocken bleiben würde. Der Wetterbericht orakelt, daß der Schlamm wohl ausbleiben wird, toi toi toi!
Hm, die Voranmeldung wurde auf heute um 24 Uhr verlängert und der Veranstalter schreibt, daß es trocken bleiben soll…
Ups! Jetzt ist mir doch gerade ein paar duzend Mal meine salatölverschmierte Hand ausgerutscht und schon bin ich angemeldet (-;
juchuuuui!
Trocken war es diese Saison zwar noch bei keinem Marathon, aber beim wundervollen 12 Stunden Rennen in Külsheim!
Und den Bericht dazu hab ich gaaaaanz sicher morgen fertig! (-;
Morgen mehr…
Morgen Meer…
Meermorgen!
Ein Text von meinem Lieblingsslammer Casjen Ohnesorge.
Aber nicht der Beste, wie ich finde. An dieser Stelle lobend erwähnt wird, wer einen Besseren findet.
(etwa bei meinen Youtube-Favoriten, hehe)
Es wird langsam Herbst und neben den ersten Sichtungen von Federweißer und einer sehr netten Heckenwirtschaft bedeutet dies, daß die Slam Sommerpause bald vorüber ist und es in die 3. Saison vom Würzburger Poetry Slam geht. Ich hab ja schon groß rumgeprahlt, daß ich dann auch mal auf den Brettern stehen will. Wenn ich nur dran denke geht mir schon der Kackstift!
Aber ich lenke ab vom eigentlichen Thema.
Kettcar mögen zwar sehr inspirierend sein, aber daß die Jungs für mein wochenlanges Schweigen verantwortlich sind, war ne glatte Lüge
Vielmehr war in letzter Zeit der Leben pro Zeit Faktor zu hoch um noch darüber zu texten. Nun steht aber der diesjährige Alpencross unmittelbar bevor, vor einem Jahr der ursprüngliche Gedanke hinter der Entstehung dieser Seite. Und weil ich für sowas Großartiges nen freien Kopf brauche, will ich zumindest die ebenfalls großartigen Mountainbike Rennen in Külsheim, Wombach und Duisburg vorher aufarbeiten.
Morgen mehr…
(-;
Kettcar war dann sogar so großartig, daß ich nen Monat sprachlos war.
Nachzulesen hier.
Morgen mehr…
Kettcar und Klez.E in Würzburg im Soundpark Ost. Gleich, in 90 Minuten!
Das wird großartig!
groooooooßartig!
POSITIVE DOPING-PROBE
ARD und ZDF steigen vorläufig aus Tour-Berichterstattung aus
So stands auf spiegel.de und tatsächlich, der tour.ard.de-Livestream war tot. Ein ganz schöner Schock, für nen fernsehlosen Radsportfan wie mich. Aber letztendlich ein richtiger Glücksfall. Es gibt nämlich von Eurosport auch einen Livestream, den hätte ich sonst nicht gefunden. Ein Glücksfall ist das deswegen, weil es den Moderatoren bei Eurosport ums Sportliche geht und net um Doping und französiche Landschlösser, Doping und französischen Wein, Doping und französische Kochrezepte und nicht zu vergessen Doping und historische Tourfakten vom Anfang des letzten Jahrhunderts…
Vielleicht wollten die ARD/ZDF-Leute besonders gewissenhaft ihrem Bildungsauftrag nachgehen und den Zuschauern aus erster Hand vermitteln, wie sich Radprofis fühlen müssen bei so einer Dopingkontrolle. Ich für meinen Teil bekomme mittlerweile bei der bloßen Erwähnung des Wortes “Doping” Schweißausbrüche, bei “B-Probe” krieg ich Herzrasen und bei dem Namen “Fuentes”, sowie diversen Hundenamen unkontrollierte Panikattacken.
Für Mountainbiker bisweilen interessanter als die Tour de France ist die gestern in Riva am Gardasee zu Ende gegangene Jeantex Bike Transalp (früher Transalp Challenge). Interessant nicht zuletzt deswegen, weil Alexander Pscheidl und Christian Schneidawind von unserm Würzburger Biketreff mit dem spektakulären dritten Platz aufs Podest gefahren sind. Eine ungeheuer starke Leistung von den Beiden, die man auf der Seite vom Team Texpa-Simplon nachlesen kann.
Ich wunder mich nun nicht mehr, daß mir in dieser Saison die schnelle Gruppe beim Biketreff zu krass ist (-;
Es wurden ja schon Stimmen laut, die wollten mich zum RSG Vereins-Hygienewart machen. Eine ziemlich absurde Vorstellung angesichts der vielen getrockneten Schlammschichten unter denen sich mein Rad verbirgt.
Man stelle sich trotzdem folgendes Szenario vor: Mein Rad funkelt und strahlt wie neu um die Kontrahenten beim anstehenden Rennen schon am Start zu blenden. Doch plötzlich ist es völlig unvorhergesehen Mittwoch 17:30! Was tun? Biketreff oder ein sauberes Rad am Wochenende?
Das Regenradar zeigt, daß es in 2 Stunden richtig naß werden wird, ungemütlich ist es jetzt schon. Aber was solls, meistens wird Würzburg dann doch verschont. Also wird wie jeden Mittwoch um 17:35 17:50 die Lycrahose aus dem Schrank geholt, ein Trikot übergestreift, ein letztes Stoßgebet gen Himmel gesandt und zum Bikestore aufgebrochen.
Dort komme ich pünktlich 10 nach an und werde erst mal allen Ernstes gefragt ob ich ein neues Rad habe (weil der Rahmen zum ersten Mal, seitdem er Taiwan verlassen hat, sauber ist). Kaum 10 weitere Minuten vertratscht und schon gehts los. Jeder Spritzer, der das Rad verdreckt tut mir weh und deswegen verursache ich mit meinen anfänglichen Versuche den Pfützen auszuweichen fast einen Massensturz. Was solls, nach der ersten Tiefschlammpassage schaut das Radl wieder aus wie ein Mountainbike und die Schlammbrocken bei der nächsten Abfahrt können leichteren Herzens fliegen.
Es ist nun an der Zeit den höchsten, ja den edelsten aller Triebe zu befriedigen, den Besudelungstrieb!
Der Modder schmatzt vernehmbar als das Vorderrad eintaucht, die dickflüssige Soße läuft langsam die Beine hinunter. Das Trikot wird braun besprenkelt und die Brille bekommt Sommersprossen. Um die Schlammschlacht uneingeschränkt genießen zu können muss man extra dicht auffahren, dann verteilt sich auch der Matsch des Vorgängers großzügig auf Oberkörper und Gesicht. Durst bekommt man dank der steten Flüssigkeitszufuhr eigentlich nicht. Dennoch sollte man nicht auf den gelegentlichen Schluck aus der ehemals weißen Trinkflasche verzichten. Der Abgang steht in punkto Erdigkeit einem Frankenwein in nichts nach.
Zu allem Überfluß ziehen nach 2 Stunden wie vorhergesagt dunkle Wolken auf und es beginnt zu nieseln. Wir rollen nun lieber auf dem Radweg zurück und hinterlassen auf den ersten Metern Schlammpackungen im Wert von mehreren Hundert Euro. Inzwischen hat sich ein ausgewachsenes Unwetter zusammengebraut, der Radweg schaut stellenweise genauso wie der Main aus, neben dem er verläuft.
Naß bis auf die Knochen denken sich die ersten Leute, daß man ebenso gut die langgezogenen Pfützen am Rand mitnehmen kann. Und weil die dezimeterhohen Fontänen so lustig anzuschauen sind und weil das Wasser am Boden im Vergleich zum Wasser von oben so schön warm den Rücken hinunter läuft, kommt es zur einzig möglichen Steigerung des Besudelungstriebs, nämlich dem Rudelbesudelungstrieb!
30 Minuten später steht man dann triefend, glücklich und zufrieden befriedigt vor der Haustür, nur um festzustellen, daß es in Würzburg trocken geblieben ist…
Aber um ganz ehrlich zu sein backen wir hier nur ganz kleine Brötchen.
Die Waliser hingegen scheinen (notgedrungen?) besessen vom Besudelungstrieb zu sein, was sie eindrucksvoll der ganzen Welt demonstrieren:

Schlammlochschnorcheln in Wales
Die lange Verzögerung seit dem letzten Update hat natürlich nichts mit Schreiblustlosigkeit zu tun, sondern soll den Trend der letzten Wochen wiedergeben: Ich bin zu spät dran!
Wer hat beim DHM Formtest von der ersten Sekunde an nur durchtrainierte Hintern gesehn?
Der Floc, der war zu spät dran.
Wer hat bei der Abfahrt nach Frammersbach 2 Kleinbusse voller Leute warten lassen?
Der Floc, der war zu spät dran.
Wer hat beim Team Relay in der zweiten Runde den Typen von der Uni Tübingen ziehen lassen?
Der Floc, der war zu spät dran.
Wer kam beim Marathon in der DHM Wertung als Letzter ins Ziel?
Der Floc, der war zu spät dran.
Wer kam als Einziger zur ersten Tanzstunde zu spät?
Der Floc, der war zu spät dran.
Das ließe sich fortsetzen, mit etwas gutem Willen sogar bis zum heutigen Tag. Aber ich glaube die Tendenz ist erkennbar.
Es war trotzdem ein super Wochenende und eine unvergessliche Schlammschlacht in Frammersbach.
Beweisfotos gibts auch.
Wir haben am Samstag als einziges Spaßteam ordentlich aufs Maul bekommen und sind Neunter geworden – von Neun. Aber unser Titelanwärterteam hat uns gerächt und den Titel vor den Münchnern geholt.
Am Sonntag dann, bei meinem allerersten Langstreckenmarathon bin ich nicht nur pannenfrei und ohne Stürze durchgekommen, es ging sogar mein beim Silvesterlauf gehegter Wunschtraum in Erfüllung: Der Mitletzte (DHM-Wertung) und ich sind gemeinsam ins Ziel gefahren. Um so schöner, weil der Mitletzte auch Mitrhöner ist (in spe).
Daß 7:50h bei allem Schönreden keine Traumzeit ist, braucht mir niemand sagen.
Versuchen wirs mal mit Ursachenforschung:

Frammersbach Pulskurve
Wie man wunderschön erkennen kann geht nach wirklich jedem Anstieg der mittlere Puls einige Schläge runter bis hin zum absoluten Grundlagenbereich beim zweiten Mal Stausee. Nur beim ersten Mal Grabig gibts nen Peak, weil die ganzen Zuschauer einen den Berg hochschreien. Ich bekomm jetzt noch ne Gänsehaut davon! Beim zweiten Mal Grabig waren die Leute dann zwar schon weg, aber da hab ich dann meinen Bekannten, den Mitletzten getroffen. Der hat mich n bissl motiviert, wie man auch schön am Puls sieht. Trotzdem hab ich für die zweite Runde knapp ne Stunde länger als für die erste gebraucht und die erste war scho net schnell…
Jetzt stellt sich freilich die Frage nach dem Grund für diesen katastrophalen Einbruch:
- Bin ich net fit genug für sowas?
- Bin ich zu schnell losgefahren?
- Hab ich zu wenig gegessen/getrunken? (so gut wie auszuschließen (-; )
- Hab ich mich nicht genug gequält?
- Ist Langstrecke nix für mich?
Vermutlich hätt ich mich mehr quälen müssen. Keine Krämpfe, keine Tränen, keine nennenswerten Schmerzen und im Ziel konnt ich noch stehen!
Das darf mir alles nimmer passieren! (-;
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