Corona: Wann Wie & Wo können wir wieder Reisen?

Hast du auch Reisefrust wegen Corona? Erfahre hier mit welchen 10 Folgen von Covid-19 du nun auf Reisen rechnen musst.

Durch Corona geschlossener Spielplatz in Berlin

Es gibt ein Leben vor Corona und ein Leben nach Corona. Das gilt besonders für Reisende.

Ich zehre noch von einer Mittelamerika-Reise Anfang 2020. Alle weiteren Reisepläne sind gestrichen.

Das geht nicht nur mir so, fast niemand reist momentan. Der Tourismus hat 2020 den Nullpunkt erreicht.

Wie, wann und wo können wir wieder reisen?

Mit welchen Einschränkungen müssen wir rechnen für Reisen im Jahr 2020, 2021 und 2022.?

Ich bin seit über 10 Jahren im Tourismus als Reiseblogger tätig und hier sind meine 10 Erwartungen für das Reisen trotz Corona.

mindestens 18 Monate bis zum Impfstoff

1. Wann können wir trotz Corona wieder reisen?

Corona wird uns noch Jahre beschäftigen. Es gibt nur drei Lösungen für die Corona-Pandemie:

  1. Impfstoff gegen den Virus Sars-CoV-2
  2. Medikament für die Krankheit Covid-19
  3. Herdenimmunität

Für die Herdenimmunität müssten wir ganz langsam mehr als 70% der Bevölkerung anstecken. Das würde viele Jahre dauern und gilt wegen der hohen Mutationswahrscheinlichkeit nicht als realistisches Szenario.

Ein Medikament wäre nur dann effektiv, wenn sich Aufenthalte auf Intensivstationen vermeiden lassen. Ob und wann es das geben könnte weiß niemand. Mit so einer Unbekannten X kann man nicht wirklich rechnen.

Es bleibt der Impfstoff als verlässliche Lösung. Bis der auf den Markt kommt, dauert es laut Experten aber mindestens eineinhalb Jahre. Und dann müssen 8 Milliarden Menschen geimpft werden.

Du willst ein Datum, ab wann der Impfstoff wirkt? Vom Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes gibt es 3 Szenarien, ab wann wir wieder mehr oder weniger uneingeschränkt Reisen können sollen:

  • Optimistisch: April 2021
  • Realistisch: Juli 2021
  • Pessimistisch: Mai 2022

Nimm die ersten beiden Zahlen besser nicht für bare Münze. Selbst das pessimistische Szenario mit 2 Jahren klingt recht optimistisch.

So unbeschwert war das Reisen im Januar 2020

2. Das Reisen erholt sich nur langsam zur Normalität

Keine Sorge, wir werden auch vor einem Impfstoff oder Medikament wieder reisen dürfen. Aber die Krankheit reist in den nächsten Jahren mit. Es wird deutliche Einschränkungen geben.

Man kann die langsame Erholung in 3 Phasen einteilen, die sich auch überschneiden können:

  1. Zunächst werden wir wieder im eigenen Land reisen können.
  2. Nach und nach öffnen sich immer mehr europäische Länder.
  3. Reisen auf andere Kontinente werden langsam wieder möglich.

Es wird kein magischer Tag kommen, ab dem wir alle wieder reisen als wäre es 2019. Reiseverbote verschwinden nur langsam und die Wiederaufnahme von Verbindungen mit Flugzeug, Bahn und Bus dauert.

Es wird Länder geben, die deutlich früher offen für uns sind. Andere Länder werden auf einer schwarzen Liste landen, sei es wegen Einreiseverboten oder weil Corona außer Kontrolle ist.

Es hängt auch an deiner Komfortzone, wann du wieder reisen wirst. Abenteurer werden früher wieder in die Ferne aufbrechen als die meisten Reisenden – mit entsprechendem Risiko.

Vom Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes gibt es auch für das eingeschränkte Reisen 3 Szenarien:

  • Optimistisch: Juli 2020
  • Realistisch: Oktober 2020
  • Pessimistisch: Januar 2021

Auch hier ist die erste Zahl wirklich sehr optimistisch. Oktober klingt schon wahrscheinlicher. 2020 als komplett verlorenes Reisejahr würde mich aber auch nicht überraschen.

Sicherheitskontrollen werden deutlich aufwendiger

3. Reisen ist umständlicher mit vielen Einschränkungen

Ohne Impfstoff ist es wichtig die Krankheit einzudämmen. Das geht nur durch Testen, Testen und noch mehr Testen.

Hoffen wir, dass es die versprochenen 30-Minuten-Schnelltests geben wird. Hoffen wir außerdem, dass die Tests deutlich günstiger werden als aktuell 59 Euro. Sonst wird das nichts mit dem Testen.

Reisende werden oft getestet werden. Bei jeder Einreise wirst du einen Coronatests machen müssen. Schon beim Betreten des Flughafens wird sicher ein Test fällig.

Vielleicht müssen wir uns sogar bei Überlandtransporten testen lassen wie Fernbus, Bahn oder Fähren. Transportmittel werden dadurch teurer und umständlicher.

In vielen Ländern werden wir uns zum Tragen von Atemmasken verpflichten. In manchen Ländern werden wir sogar bei der Einreise Tracking-Apps installieren müssen.

Selbst wenn du alles richtig machst, eine mehrwöchige Quarantäne droht auch bei unverschuldeter Ansteckung.

Das Essens-Angebot leidet unter Corona

4. Touristische Infrastruktur geht verloren

Wenn du dann endlich wieder reisen kannst, wirst du weniger Reiseanbieter sehen, weniger Unterkünfte und weniger Tourismus.

Die Auswahl von Restaurants, Bars und Streetfood wird unter Corona leiden, egal ob touristisch oder für Locals. Kulinarische Reisen werden langweiliger.

Mehrere Fluglinien und Transportunternehmen werden pleite gehen oder zusammengelegt werden. Manche Reiserouten werden nicht mehr bedient.

Einige Reiseführer, Reiseportale und Reiseblogs werden verschwinden. Die meisten Reisebücher werden für die nächsten Jahre eine sinnlose Referenz sein.

Auch die meisten Infos im Internet zu Reisezielen sind erstmal überholt und werden nur nach und nach aktualisiert. Social-Media-Gruppen mit aktuellen Tipps aus erster Hand sind in unsicheren Zeiten wichtig.

Insgesamt trifft eine deutlich geringere Nachfrage auf ein kleineres Angebot. Die gesamte touristische Infrastruktur schrumpft wegen Corona.

Bänke in Berlin: im Worst Case drohen erneute Lockdowns

5. Planungssicherheit fehlt für mehrere Jahre

Bis zum Impfstoff kann es immer wieder zu Rückfällen und Überraschungen kommen. Welche Länder wann bereisbar sind, kann sich jederzeit ändern. Es wird schnell auf die Ansteckungszahl reagiert.

Bis zur Impfung ist die Ansteckungszahl 1 eine scharfe Grenze. Selbst wenn im Mittel 1,1 Menschen pro infiziertem Fall angesteckt werden, wird das wegen dem exponentiellem Wachstum schnell zum Problem.

Hongkong zum Beispiel entschied sich bereits zur Lockerung. Dann stieg die Ansteckungszahl und die Einschränkungen wurden wieder verschärft. Dieses Hin und Her kann zum Normalzustand werden.

Dabei gibt es für Reisende weniger einschränkende Maßnahmen, wie aggressives Testen. Es sind aber auch stark einschränkende Maßnahmen dabei, wie Ausgangssperren. Im schlimmsten Fall droht ein erneuter Lockdown.

Ein Unsicherheits-Faktor ist auch deine eigene Gesundheit. Du weißt ja nicht, wann du selbst oder Mitreisende die Krankheit bekommen. Mit Corona kannst du keine Reise antreten, auch nicht die Heimreise am Urlaubsende.

Die Krise kann sogar politische Folgen haben. Kleine Unruhen können unvorhersehbar schnell eskalieren. Auch im arabischen Frühling schon wurden manche vorher sichere Reiseländer wie Ägypten quasi über Nacht unsicher für Reisende.

Viele Flugzeuge bleiben für Jahre am Boden

6. Reisen wird günstiger & Flüge werden teurer

Sobald Reisen wieder möglich sind, lohnt es sich früh dran zu sein, dank Lock-Angeboten der Tourismus-Branche. Die wird es für Pauschalurlaube, Hotels und beliebte „Ferienbomber“-Flüge geben.

Auf weniger umkämpften Flugrouten kann es aber wegen dem nun fehlenden Wettbewerb teurer werden. Es sind bereits Fluglinien durch Corona pleite gegangen und weitere werden folgen.

Der Lufthansa-Chef erwartet, dass Geschäftsreisende nach der Corona-Zwangsdigitalisierung dauerhaft weniger fliegen. Business und First Class machen Flüge aber erst profitabel. Mit günstigen Economy-Preisen könnte es vorbei sein.

Interkontinentale Billigflüge werden als erstes wegfallen. Die Kurzstrecke ist für Billigflieger deutlich profitabler als die Langstrecke. Das ist eine schlechte Nachricht für Oneway-Weltreisende. RTW-Tickets könnten dadurch attraktiver werden.

Auch ohne Angebote können die Preise in einigen Ländern für uns Europäer deutlich günstiger werden. Der Euro wird wahrscheinlich aufwerten im Vergleich zu Dollar, Peso oder Rupie.

Dieser Bangkok Nachtmarkt ist mittlerweile komplett leergeräumt

7. Reiseziele & Reisearten werden unattraktiv

Mit der Ansteckungsgefahr im Nacken wird Vieles auf Reisen unattraktiv. Das fängt schon beim Frühstücksbuffet im Hotel an. Aprés-Ski und Sauna ist nicht mit Social Distancing vereinbar.

Durch Wasser wird angeblich kein Corona übertragen, aber ein Badeurlaub am vollen Strand fühlt sich trotzdem grenzwertig an.

Der Übertourismus muss eine Pause einlegen. An den beliebtesten Sehenswürdigkeiten könnte es Quoten geben, um Touristenmassen zu verhindern. Viele Reisende bleiben sicher auch freiwillig weg.

Festivals mit Menschenmassen, Musikevents oder große Sportveranstaltungen wird es in den nächsten Jahren nicht geben. Kulturreisen werden leider deutlich langweiliger werden.

Mehrere Kreuzfahrtschiffe mussten schon wegen Corona-Fällen wochenlang auf offener See bleiben. Tests helfen das zu vermeiden, aber ein Restrisiko lässt nicht ausschließen.

Ich liebe Märkte in allen Varianten. Aber wird es auch mit Corona noch Spass machen ein solches Menschenbad zu nehmen? Werden große Märkte überhaupt geöffnet sein?

Abschließend noch eine schlechte Nachricht für Backpacker: Hostels werden es in Zukunft schwerer haben mit ihren Schlafsälen und Gemeinschaftsräumen.

Goldene Zeiten für Wohnmobile & Campervans

8. Individual- vs Pauschalurlaub & Transportmittel

Individualreisen haben den großen Vorteil in ein Land richtig eintauchen zu können und auf Tuchfühlung mit der Bevölkerung zu gehen. Mit Corona wird das aber schnell zum Nachteil.

Klar, auch im Pauschal-Tourbus kann man sich anstecken. Aber anders als in den lokalen Chicken-Bussen bleibt es bei den immer gleichen Mitreisenden. Auch hast du dort mehr Platz.

Apropos Platz, Naturerlebnisse und Outdoor-Reisen könnten populärer werden. So eine Wanderung in den Bergen ist ja perfektes Social Distancing.

Selbstfahren wird sicher attraktiver. Es muss ja nicht im eigenen Auto sein. In vielen Ländern kannst du einfach und direkt am Flughafen einen Mietwagen nehmen.

Die beste Art in Corona-Zeiten zu Reisen ist im Campervan, Wohnmobil oder Expeditionsfahrzeug. Du hast alles an Bord: Bett, Bad, Küche und natürlich Transportmittel.

Für Europareisen bieten sich Camper besonders an. Aber auch auf Fernreisen kannst du welche vor Ort mieten. Am leichtesten geht das in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika.

Die Armut in Indien wird schlimmer

9. Mehr Armut in Schwellen- & Entwicklungsländern

Viele Länder werden bei deinem nächsten Besuch arg mitgenommen sein. Das betrifft besonders Südasien und Afrika, aber auch Südostasien und Lateinamerika.

Sozialsystem und Gesundheitsversorgung funktionieren in Deutschland und Europa recht gut. Über die USA kann man das schon nicht mehr sagen. Und viele Länder sind noch viel schlechter für Corona gewappnet.

Am Schlimmsten trifft es die Schwellen- und Entwicklungsländer. Schon vor der Krise mussten 4 Milliarden Menschen mit weniger als 5 Euro am Tag auskommen. Arme Menschen gehen ohne Reserven in die Krise.

Stell dir mal vor, was die Epidemie in den Millionen-Slums in Mumbai, Mexiko-Stadt und Nairobi anrichten kann. Dort gibt es keine Arbeitslosenhilfe und keine Krankenhäuser. Das gilt auch für ganze Länder. In Uganda kommen 55 Intensivbetten auf 43 Millionen Menschen.

Selbst in Schwellenländern leidet die Bevölkerung. Millionen haben kein Einkommen mehr. Vor den Goldhändlern in Thailand bilden sich gerade lange Schlangen, weil die Leute ihren kostbaren Familienschmuck verkaufen müssen um zu überleben.

Welcome oder "go home foreigner"?

10. Sind wir als Reisende noch willkommen?

„Where are you from?“ fragen die indischen Dorfkinder. Als mein Bekannter „Germany“ antwortet, folgen sie ihm in deutlichem Abstand mit einem Sprechgesang „Corona, Corona, Corona!“

Dieses Ereignis vom Anfang der Corona-Krise mag man als lustige Geschichte abtun. Aber angenehm ist das für Reisende nicht. Es braucht auch nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie so eine Situation eskalieren kann.

Xenophobie ist in Zeiten von Corona überall auf dem Vormarsch. Wenn du gut erkennbar als Ausländer in Asien, Afrika oder Lateinamerika unterwegs bist, wirst du zum einfachen Ziel.

Es gibt schon eine ganze Liste mit xenophoben Übergriffen auf Ausländer wegen Corona. Die meisten davon waren verbal. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis es zu Gewalt kommt.

Ob sich das auch nach dem Lockdown so fortsetzt, wird sich zeigen. So eine Krise weckt aber leider nicht das Beste in uns Menschen…

Skatepark in Berlin: Reisen erst nach dem Lockdown

Corona-Tipps für Reisen in 2020 & 2021 & 2022

Aus den Corona-Folgen oben ergeben sich diese Reise-Tipps zum Umgang mit Corona auf Reisen:

  1. Prüfe unbedingt, was deine Auslandskrankenversicherung alles abdeckt.
  2. Warte auf jeden Fall bis zum Ende des Lockdowns mit der Reiseplanung.
  3. Buche bloß nicht Monate oder gar Wochen vorher. Du hast keine Planungssicherheit.
  4. Buche flexible Unterkünfte und Flüge mit der Möglichkeit kostenfrei zu stornieren.
  5. Recherchiere zeitnah Infos zu Reisezielen und deren aktueller Situation für Reisende.
  6. Bedenke deine persönliche Situation, insbesondere Alter und Krankengeschichte.
  7. Wasche deine Hände und vermeide Kontakte, egal ob auf Reisen oder Daheim.
  8. DON’T PANIC

Das war quasi die TL;DR…

Corona endet erst mit dem Impfstoff

Weiterführende Links zum Reisen mit Corona

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Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Wie ist es nur möglich, dass eine gesamte Spezies geistig so sehr beschlagen ist und diese risige Inszenierung ungeprüft einfach so glaubt und wie ein höriger Hund all diesen erfundenen Irrsinn folge leistet? Ist Nemand von dieser Spezies Mensch mehr in der Lage logisch zu denken, zu hinterfragen, eben das was sich im Kopf befindet zu benutzten? Ich komme mir vor wie auf einem anderen Planeten unter einer unterentwickelten Spezies.

    1. Philosophierst du da nur vor dich hin oder hat das irgendwas mit dem Thema zu tun?

  2. Flüge gibt es schon einige wieder und die Grenzen sind spätestens nächste Woche sehr weit offen. Wenn man von Deutschland aus ein Ziel noch nicht erreichen kann, kann man z.B. über Zürich fliegen und so schon sehr, sehr viel erreichen. Ich persönlich plane noch im Juni nach Island zu fliegen.

  3. Gerne gelesen – sehr gut zusammen gestellt und dementsprechend gut nachvollziehbar! Danke!

  4. In UK rechnen Wissenschaftler (Jenner Institute Oxford) damit, dass ein Impfstoff schon im September 2020 auf den Markt kommen könnte. Natürlich wird dann nicht gleich jeder geimpft werden können, aber das klingt trotzdem wesentlich optimistischer als die Vorhersagen von 1-1,5 Jahren, die bisher so im Raum standen… fingers crossed!

  5. Also, ich finde, das klingt doch recht realistisch. Danke für die vielen recherchierten Infos!
    Liebe Grüße
    Gela

  6. Ich lese immer Impfstoff gegen Covid 19. Ja und was ist mit dem Impstoff fuer Covid 20,21,22. Ich und 35000 haben es ganz gut. Wir leben am richtigen Ort. Fragt nicht. Ich werde es nicht bekannt geben.

  7. Dass man als Reisender nicht mehr so willkommen wie vorher ist, kann ich auch bestätigen.
    Ich war Mitte März 2020 auf Pico unterwegs, einer der Azoreninseln. Und mit steigendem Bewusstsein über das Virus wurde es von Tag zu Tag schwieriger, als Anhalter mitgenommen zu werden, und manche Menschen wurden richtig feindselig.
    Ich habe die Entwicklungen jener Woche beschrieben, wobei man die Verschlechterung von Tag zu Tag gut feststellen kann, finde ich:
    https://andreas-moser.blog/2020/04/05/pico/

  8. Ich persönlich hoffe ja durchaus auf einige Änderungen nachdem all die Biligflieger und Ausbeuter-AirBnBs pleite gegangen sein werden. Reisen kann dann wieder spannend werden!

  9. Vielen Dank für die gute Zusammenstellung. Auch ich sehe das ganz ähnlich: Vereinzelte Reiseziele werden vermutlich schon bald wieder offen sein, zumal es (zumindest für Schweizer) auch heute noch rechtlich und auch praktisch möglich wäre, in eine handvoll Länder touristisch zu reisen. Darüber, dass das gerade nicht wahnsinnig sinnvoll wäre, müssen wir natürlich nicht streiten.

    Was ich mich immer wieder frage, ist wie die Drittweltländer langfristig mit dem Tourismus umgehen werden. Die haben ja in der Regel eine andere Bevölkerungsstruktur als wir mit vielen jungen Menschen, bei denen das Risiko nicht besonders gross ist. Dazu kommt, dass die Einnahmen aus dem Tourismus teilweise sehr wichtig sind und ja auch Armut tötet. Andrerseits dürfte eine Öffnung schwer werden, wenn Reisende in erster Linie als Bedrohung wahrgenommen werden.

    Übrigens: In einem Artikel des Schweizer Tagesanzeigers hiess es gestern, dass ein Impfstoff bereits im Herbst zugelassen werden könnte. Das wäre natürlich sehr erfreulich. Leider ist der Text hinter einer Bezahlschranke.

    1. Das mit dem Impfstoff ist wirklich merkwürdig. Ich les immer wieder, dass selbst 18 Monate ein riesiger Durchbruch wäre, weil es für die Corona-Viren noch keine Grundlagenarbeit gab oder so ähnlich. Aber dann sieht man manchmal so extrem optimistische Zahlen. Ich glaub’s erst, wenn ich’s seh…

      Ich kann mir sehr sehr gut vorstellen, dass in Entwicklungsländern die ökonomischen Belange Vorrang haben. Dafür muss man auch gar keine Trolley Probleme lösen oder einen Preis für ein Menschenleben festlegen. Es reicht die Menschenleben, die durch wirtschaftliche Einschränkungen verloren gehen mit denen zu vergleichen, die durch Corona in Gefahr sind…

    2. Doch, es gibt sogar schon mehrere fertige Impfstoffe. Das Problem ist derzeit nur noch die Zulassung (und natürlich die Bestätigung der Wirksamkeit). Ich glaube, mittlerweile haben schon vier Teams, mit Tests an Menschen angefangen. Ganz weit vorne ist eine US-Firma, die eine Impfung gegen SARS und dann gegen MERS entwickelt hat und die wohl auch bei Covid funktioniert. Der Vorteil: Sie wurde schon auf ihre Unbedenklichkeit getestet, nun braucht es nur noch Wirksamkeitsstudien. Das heisst, dass drei von vier Entwicklungsstufen übersprungen werden können und man deswegen bei Erfolg auch schon bald mit Impfstoffen rechnen kann. Ich habe vor ein paar Tagen eine grandiose Zusammenfassung in einer deutschen Tageszeitung gelesen, aber kann den Text leider nicht mehr finden. Aber natürlich braucht es auch eine Weile, bis genügend Menschen geimpft sind. Ich vermute, dass man in der ersten Phase ähnlich wie beim Gelbfieber, bei der Einreise einen Impfausweis vorweisen muss.

    3. So lange du als Geimpfter kein Überträger bist, würde der Impfausweis für unbeschränktes Reisen ausreichen.

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