Systemkamera und DSLR mit Zoom-Objektiv im Reise-Check: Gewicht, Preis und Qualität

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Kameras für lange Reisen müssen vor allem klein und leicht sein. Auf einem mehrmonatigen Backpacking-Trip oder auf einer Weltreise möchtest Du nicht kiloweise Kameraausrüstung mitschleppen.

Eine beliebte Fotoausrüstung auf Reisen ist eine Kamera mit nur einem Zoomobjektiv. Das Zoomobjektiv muss ganz alleine den benötigten Zoom-Bereich abdecken. So hältst Du das Gewicht minimal und ersparst Dir nervige Objektivwechsel.

superzoom

Superzooms sind zum Reisen zu schwer

Abkürzung

Digitale Kameras sind ein umfangreiches Thema und entsprechend lang ist dieser Artikel. Wenn Dir die Erklärungen egal sind und Du einfach nur wissen willst, welche Kameras für längere Reisen besonders geeignet sind, dann springe direkt zum

oder gleich

Update 22. September

Es gab einen Fehler bei der Berechnung der einfallenden Lichtmenge. Dadurch wurde die Sensorfläche doppelt gewichtet, was insbesondere die µ4/3 und 1 Zoll Kameras viel schlechter aussehen ließ, als sie wirklich sind. Die Werte und die Schlussfolgerungen wurden aktualisiert. An den Kameraempfehlungen hat sich erstaunlicherweise nichts geändert.

Spezielle Anforderungen an eine Reisekamera

Eine Reisekamera-Ausrüstung für eine längere Reise muss 5 Anforderungen erfüllen:

  1. möglichst leicht und klein
    Ein „tragbares“ Zielgewicht ist möglichst 500g oder weniger, mit allem Zubehör.
  2. flexibel einsetzbar
    Einsatzbereiche sind v.a. Architektur-, Landschafts- und Strassenszenen, sowie Portraits.
  3. hohe Bildqualität
    Es muss möglich sein ein Bild als Poster auszudrucken oder als Stockfoto zu verkaufen.
  4. ohne Stativ einsetzbar
    Stative sind schwer, lästig, auffällig und dürfen nicht im Handgepäck mitgeführt werden.
  5. günstiger Preis
    Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen und der Verlust der Kamera muss ertragbar sein.

Im letzten Artikel sind wir auf die 5 Reisekamera Anforderungen eingegangen. Wir haben uns aus dem Kopf geschlagen mit einer leichten Reisekamera Tieraufnahmen zu machen, dazu wäre ein lichtstarker Superzoom und ein Stativ nötig.

Fotografie-Typen und Ansprüche

Fotografie Beispiele Brennweite Blende
Architektur Beispiele 10-30 mm bis f/12
Landschaft Beispiele 21-35 mm bis f/12
Strasse, Shows Beispiele 35-70 mm f/4-f/8
Portrait Beispiele 70-135 mm f/3-f/4
Tiere, Sport Beispiele 135-300 mm f/3-f/4

Für die Reisefotografie müssen wir also einen Zoom Bereich von mindestens 30-70mm (äqu. 35mm) abdecken um Landschaften, Architektur, Strassenszenen und Portraits machen zu können.

Das leistet ein sogenannter Standardzoom mit einem Zoom-Faktor von 27–83mm (äqu. 35mm), z.B. ein 18-55mm Objektiv für einen APS-C Sensor (1,5x).

99,5% der Bilder auf dieser Webseite sind mit so einem Standardzoom entstanden, die restlichen 0,5% mit einer 50mm f/1,8 Festbrennweite für Portraits, Nachtaufnahmen und schnelle Action.

Kamera Auswahl

Heute geht es darum das aktuelle Angebot an leichten Kameras, die die Verwendung eines Standard Zoom Objektivs erlauben, zu vergleichen:

  • Wie gut ist die Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen?
  • Wie teuer ist die Kamera mit Standard-Zoom?
  • Wie schwer ist die Kamera mit Standard-Zoom?
  • Welche Extras hat die Kamera bei Zubehör und Gestaltung?
  • Wie teuer und schwer ist ein Upgrade auf einen lichtstarken Standard-Zoom?
Festbrennweite

Auf höhere Bildqualität und mehr Schwachlicht-Leistung durch lichtstarke Festbrennweiten Objektive (kein Zoom) gehen wir im nächsten Artikel ein. Wenn Du keine Objektive wechseln willst oder auf Flexibilität bei der Komposition und Perspektive mehr Wert legst als auf Schwachlicht-Leistung, dann bleibe beim Zoom.

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Kompaktkamera, Prosumer Kompakt, Systemkamera, DSLR

Unterscheidung nach Aufbau

Digitale Kameras werden meist nach 3 Kategorien unterschieden:

  1. Spiegelreflex Kamera (DSLR)
    • mit umklappbarem Spiegel und optischem Sucher
    • mit austauschbaren Objektiven
    • ab 600g mit Standard-Zoom-Objektiv
  2. Systemkamera
    • spiegellos, evt. mit elektronischem Sucher
    • mit austauschbaren Objektiven
    • ab 400g mit Standard-Zoom-Objektiv
  3. Kompaktkamera
    • spiegellos, evt. mit elektronischem Sucher
    • mit festem Objektiv
    • ab 200g mit Standard-Zoom-Objektiv

Diese Unterscheidung macht dann Sinn, wenn Du Objektive austauschen willst. Bei der Konfiguration mit einem Standard Zoom Objektiv ist uns herzlich egal, ob ein Objektiv austauschbar ist, also brauchen wir eine für unsere Zwecke besser geeignete Einteilung.

Unterscheidung nach Sensorgröße

Für unsere Anforderungen ist die Unterscheidung nach Sensorgröße (Crop-Faktor) besser geeignet.

  1. FX / Vollformat / Kleinbild (1,0)
    ab 800g mit Standard-Zoom-Objektiv
  2. DX / APS-C (1,5)
    ab 400g mit Standard-Zoom-Objektiv
  3. u4/3 / Micro Four Thirds / MFT (2,0)
    ab 400g mit Standard-Zoom-Objektiv
  4. CX / 1 Zoll (2,7)
    ab 250g mit Standard-Zoom-Objektiv

Sensoren < 1 Zoll

Kleiner als 1 Zoll Sensorgröße macht bei Kameras keinen Sinn mehr, denn ab 1″ Sensoren kommen schon Cameraphones, Actioncams und normale Smartphones. Sonys sehr interessante ans Handy anclipbare Phonecamera Serie hat sogar Sensorgrößen von 1″ bis APS-C.

Phonecamera

  • Sony QX1 (1,5)
  • Sony QX100, QX30 (2,7)

Cameraphones

  • Panasonic DMC-CM1 (2,7)
  • Nokia Lumia 808 (3,2)
  • Nokia Lumia 1020 (3,9)
  • Sony Xperia Z2 (5,6)
  • Samsung Galaxy K Zoom, Camera 2 (5,6)

Actioncams

  • GoPro Hero 3 (5,6)
  • Sony POV Action Cam (5,6)
  • Ricoh WG-M1 (5,6)
  • Garmin Virb (5,6)

Smartphones

  • Samsung Galaxy S5 (6,2)
  • iPhone 5S (7,2)
  • HTC One (7,2)
  • LG G3 (7,2)
  • Samsung Galaxy Note II (7,2)
  • Google Nexus 5 (7,6)
  • iPhone 4, 4S, 5 (7,6)

Gewicht und Größe

Die Sensorgröße bedingt nicht nur viele optische Eigenschaften sondern auch maßgeblich die Größe und den Formfaktor einer Kamera und damit das Gewicht. Kameras mit gleicher Sensorgröße sind ungefähr gleich groß, gleich schwer und haben ähnliche optische Eigenschaften.

Zur Veranschaulichung, schau Dir einen Größenvergleichleich zwischen Kameras der 5 verschiedenen Sensorgrößen Kleinbid, APS-C, µ4/3, 1-Zoll und 1/2.3 Zoll, alle spiegellos, auf camerasize.com an.

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Größenvergleich von Kleinbild bis 1/2.3 Zoll © camerasize.com

Referenzkamera

Im Anschluss findest Du Kennwerte vieler aktueller Kamerasystemen kategorisiert nach Sensorgröße. Um den Vergleich einfacher und anschaulicher zu machen, wird auf absolute Werte wie Blende verzichtet und alle Werte werden relativ in Prozent oder als Faktor zu einer Referenzkamera angegeben. Die Referenzkamera hat folgende Kennzahlen:

Unsere Referenzkamera

  • Sensor Crop-Faktor: 1,5x (APS-C)
  • Sensor Low-Light ISO (DXOMark): 1000
  • Objektiv Brennweite: 18mm-55mm
  • Objektiv Blende: f/3,5-f/5,6
  • Gewicht: 500 g

Aktuelle Kameras, die mit ihrem Kit-Zoom dieser Referenzkamera sehr nahe kommen sind z.B.

  • Nikon D3300
  • Canon EOS-100D/EOS-M
  • Sony NEX-7/a6000
  • Fuji XM-1/XA-1
  • Samsung NX300/NX3000

Woher die Zahlen kommen und wie alles berechnet wird, erfährst Du in der technischen Erklärung zu Kennzahlen und Formeln. Kursive Zahlen heisst, dass der Messwert vom gleichen Sensor stammt, aber in einer anderen Kamera.


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Kameravergleich Schwachlicht-Effizienz

Wir schauen uns 37 aktuelle Kameras von namhaften Herstellern an inklusive Neuankündigungen bei der Fotokina 2014 und prüfen wie gut sich die Kameras bei Schwachlicht verhalten, also alles was uns erst einmal interessiert ist die Quantenausbeute / Lichtausbeute des Gesamtsystems mit Objektiv.

Warum Schwachlicht?

Schlechte Lichtverhältnisse sind häufige Ursache, warum Bilder nichts werden und für viele Menschen der Hauptgrund überhaupt eine dedizierte Kamera zu kaufen, statt Fotos mit dem Handy zu machen. Du findest im Anschluss Zahlen für die optische Licht-Effektivität, die digitale Licht-Effektivität und die gesamte Licht-Effektivität einer Kamera. Wo die Kennzahlen herkommen steht in der technischen Erklärung zu Formeln und Kennzahlen.

Kennzahlen

Größere Prozentzahlen sind immer besser. Eine Angabe von 200% bedeutet, die Kamera ist bei der entsprechenden Kennzahl doppelt so gut, wie die Referenzkamera. Eine Angabe von 50% bedeutet, die Kamera ist nur halb so gut, wie die Referenzkamera.

Gewicht

Auch das Gewicht ist als Faktor im Vergleich zur Referenzkamera angegeben. Eine Kamera mit 0,5x ist halb so schwer wie die 500g schwere Referenzkamera und eine Kamera mit 2,0x ist doppelt so schwer.

Preis

Nur der Preis ist absolut in Euro angegeben. Euro-Preise vergleichen haben wir alle gelernt, f-Zahlen vergleichen nur die wenigsten von uns…

1. Vollformat/Kleinbild mit Crop-Faktor 1,0

Es gibt nur eine „leichte“ Vollformat Kamera: die Sony A7 mit 760g Gewicht inklusive Standardzoom Objektiv.

Referenz Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Kamera 500 € 1,0x 100% 100% 100%
Kleinbild (1,0) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Sony A7 1.470 € 1,5x 100% 225% 225%
Fazit Vollformat

Die Sony A7 schneidet schon mit dem Kit-Objektiv gut bei Schwachlicht ab. Die Referenzkamera würde bei schlechten Lichtverhältnissen gut 2 Mal so lange belichten.

2. APS-C Sensoren mit Crop-Faktor 1,5

APS-C (1,5) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Fujifilm XE-1 730 € 1,3x 176% 102%* 179%*
Nikon D3300 450 € 1,3x 100% 139% 139%
Sony a5100 650 € 0,8x 100% 135% 135%
Sony a6000 680 € 0,9x 100% 135% 135%
Nikon D5300 720 € 1,5x 100% 134% 134%
Sony a5000 400 € 0,8x 100% 109% 109%
Sony NEX-7 900 € 1,0x 100% 102% 102%
Sony NEX-6 680 € 0,9x 100% 102% 102%
Sony NEX-5 490 € 0,8x 100% 102% 102%
Fujifilm XA-1 430 € 1,1x 100% 102% 102%
Fujifilm XM-1 460 € 1,1x 100% 102%* 102%*
Samsung NX300 460 € 0,8x 100% 94% 94%
Samsung NX3000 330 € 0,8x 100% 94% 94%
Canon EOS 100D 470 € 1,2x 100% 84% 84%
Canon EOS-M 340 € 1,0x 100% 83% 83%
Canon EOS 700D 600 € 1,6x 100% 68% 68%

*für die Fuji X-E1 und die Fuji X-M1 gibt es leider keine Zahlen zum Rauschverhalten. Fuji verwendet in den beiden Kameras einen neuen Sensor-Typ namens X-Trans, der die Farbfilter der Pixel anders anordnet. Deswegen versagen bei diesen Kameras die Messinstrumente von DXOMark.

Die Kameras Fuji X-M1 und Fuji X-A1 haben das gleiche Gehäuse, aber die X-A1 hat einen normalen Sony-Sensor und die X-M1 einen Fuji X-Trans Sensor wie in der X-E1 und X-Pro. Weil ungefähr genauso viele Leute sagen, die X-A1 hätte ein besseres Rauschverhalten, wie andersherum, ist in der Tabelle für X-E1 und X-M1 der Low Light ISO der X-A1, bzw. NEX-5 (gleicher Sony Sensor) angegeben (1015).

Fazit APS-C

Bei den APS-C Sensoren mit Crop-Faktor 1,5 gibt es keine großen Ausreiser. Das Rauschverhalten der Canons könnte besser sein. Die EOS 700D (Rebel T5i) ist bei dem Gewicht und dem Preis nicht überzeugend und fliegt raus. Die Fuji X-E1 hat als Kit-Objektiv ein leichtes und lichtstarkes Standard-Zoom, das sich aber auch im Preis bemerkbar macht.

3. µ4/3 Sensoren mit Crop Faktor 2,0

µ4/3 (2,0) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Panasonic LX100 700 € 0,8x 412% 72% 296%
Canon G1X II 700 € 1,1x 256% 58% 149%
Olympus E-PM2 300 € 0,8x 100% 93% 93%
Olympus E-M10 700 € 1,0x 100% 88% 88%
Panasonix GF6 470 € 1,0x 100% 88% 88%
Canon G1X 500 € 1,1x 125% 64% 80%
Panasonix GX7 860 € 1,1x 100% 72% 72%
Panasonix GX1 470 € 1,0x 100% 70% 70%
Panasonic GM1 560 € 0,7x 100% 66% 66%
Fazit Four-Third

Bei den Micro-Four-Third Kameras (µ4/3) können nur 2 Kameras mit guter Schwachlicht-Leistung überzeugen. Das Rauschverhalten wird bei kleinen Sensoren zum Problem, weil die totale einfallende Lichtmenge relational zur Sensorfläche ist.

Die Canon Powershot G1X II und besonders die Panasonic Lumix LX100 können den kleinen µ4/3 Sensor durch sehr lichtstarke Objektive ausgleichen. So kommen diese beiden Kameras auf ein gutes Schwachlicht-Verhalten, sogar besser als viele Kameras im APS-C Format.

Die anderen µ4/3 Kameras sind zwar nur unwesentlich schlechter als die APS-C Kameras, aber andererseits sind sie weder signifikant leichter, kleiner noch günstiger.

4. 1-Zoll Sensoren mit Crop-Faktor 2,7 und kleiner

1 Zoll (2,7) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Sony RX100 III 800 € 0,6x 389% 50% 193%
Canon G7X 550 € 0,6x 389% 56% 216%
Sony RX10 840 € 1,6x 278% 47% 132%
Sony RX100 370 € 0,5x 254% 39% 99%
Panasonic FZ100 850 € 1,7x 176% 52% 91%
Samsung NX Mini 300 € 0,5x 100% 50% 50%
Nikon J4 510 € 0,7x 100% 43% 43%
2/3″ (3,9) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Fujifilm X20 420 € 0,7x 353% 20% 70%
Fujifilm X30 550 € 0,8x 353% 20% 70%
1/1,7″ (4,6) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Canon S120 320 € 0,4x 239% 25% 59%
Canon S200 280 € 0,4x 239% 25% 59%
Fazit 1-Zoll und kleiner

Was für kleine µ4/3-Sensoren (Crop-Faktor 2,0) gilt, ist noch wichtiger für winzige 1 Zoll-Sensoren (Crop-Faktor 2,7). Lichtstarke Objektive müssen das schlechte Rauschverhalten dieser Mini-Sensoren ausgleichen.

Dieses Kunststück gelingt nur der Sony RX 100 III und der Canon G7X. Die Canon G7X verwendet sogar den gleichen in der RX 100 III verbauten Sony-Sensor und ein ähnlich lichtstarkes Objektiv mit etwas mehr Telebereich.

Interessanterweise hat auch die Samsung NX Mini den gleichen Sony Sensor aus der RX 100 III. Hier sieht man deutlich, was ein lichtstarkes Objektiv ausmacht. Die Samsung NX Mini muss mit ihrem f/3,5-f/5,6 Objektiv 4 mal so lange belichten, trotz gleichem Sensor.

5. Lichtstarker Standard-Zoom statt Kit-Zoom

Es zwingt Dich natürlich niemand einen günstigen Kit-Zoom zu verwenden. Für viele Systeme gibt es Standard-Zooms mit etwa f/2,8 Blende, statt f/3,5-5,6. Leider sind diese Zooms oft sehr teuer und sehr schwer für Reisekameras:

f/2,8 Zooms Objektiv Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Sony A7 SEL 2470Z 2220 € 1,8x 278% 225% 625%
Samsung NX300 EX-S1650ASB 1590 € 1,9x 353% 94% 333%
Nikon D3300 Tamron SP 17-50mm 850 € 1,8x 278% 139% 385%
Canon EOS 100D Tamron SP 17-50mm 870 € 1,7x 278% 84% 234%
Fujifilm XE-1 XF 18-55 730 € 1,3x 176% 100%* 176%*

Die Preise setzen sich aus dem Preis für das Gehäuse und dem Preis für das Objektiv zusammen, ebenso die Gewichte.

Sonys E-Mount

Für Sonys NEX-Serie und a5xxx, a6xxx habe ich leider kein lichtstarkes Objektiv gefunden. Man könnte zwar einen Adapter auf A-Mount einsetzen, aber A-Mount hat keinen Bildstabilisator im Objektiv und mit Adapter wird das alles sehr schwer und groß und teuer.

Fazit lichtstarke Normalzooms

Ob ein Kameragewicht, das auf die 1kg zugeht beim Reisen wirklich „tragbar“ ist, musst Du selbst entscheiden. Ich empfinde die Fuji X-E1 als Kit mit dem lichtstarken XF Objektiv als sehr guten Deal, allein wäre das Objektiv mit mehr als 500 Euro aber zu teuer. Die leichten Nikon und Canon DSLRs mit einem Tamron f/2,8 Objektiv sind von Preis und Gewicht auch noch im Rahmen.

Die Vorteile dieser Objektive liegen vor allem im Telebereich, weil die Blende über den ganzen Zoombereich gleich bleibt, anders als bei den Kit-Zooms.

Alle meine Südamerika Fotos sind mit besagtem Tamron SP f/2,8 entstanden und ich habe ehrlich gesagt in der Praxis keinen Unterschied festgestellt. Das war mit der D3100, die einen viel schlechteren Sensor, als die D3300 hat. Vielleicht war also der Sensor der Engpass. Das Objektiv hat die Reise leider nicht überlebt und ich bin zurückgekehrt zum bewährten 18-55mm f/3,5-f/5,6 Kit-Objektiv.

6. Fazit Schwachlicht-Leistung

Bei schlechten Lichtbedingungen können 10 von 37 Kameras nicht überzeugen. Vor allem die kleinen Sensoren haben es schwer. Weil gutes Schwachlicht-Verhalten ein sehr wichtiger Faktor für die Reisefotografie ist, würde ich mich nicht auf Kompromisse einlassen.

verwackelt

Kunst oder schlechte Schwachlichtleistung beim Yee Peng?

Weitere Eigenschaften von Digitalkameras

1. Preis und Gewicht

Neben Schwachlicht-Leistung interessiert Dich wahrscheinlich vor allem der Preis und das Gewicht. Bei den verbleibenden 27 Kameras gibt es da eine große Bandbreite, wie Du in den obigen Tabellen sehen kannst.

2. Standardeigenschaften

Die verbleibenden 27 Kameras haben alle folgende wichtige Eigenschaften:

  • Bildstabilisator
  • Herausrechnen von Objektiv-Verzerrungen in der Kamera (jpeg)
  • optionales RAW-Bild-Format
  • manuelle Einstellmöglichkeiten für Blende, Belichtungszeit, ISO, …
  • 3+ fps Burst-Modus
  • HD-Video

3. Bildgestaltung

Vielleicht legst Du besonderen Wert auf Freiheit bei der Komposition oder auf die Freistellung durch selektive Tiefenunschärfe

  • Zoom im Tele-Bereich
  • Zoom im Weitwinkel-Bereich
  • selektive Tiefenunschärfe (DOF)

Beim Zoom unterscheiden sich von den verbleibenden 27 Kameras die Canon G7X, mit 20% mehr Telebereich und die Canon G1X II mit 45% mehr Telebereich. Die Panasonic FZ100 bringt gleich 242% mehr Telezoom mit und die Sony RX10 sogar 485% mehr. Diese beiden Kameras sind aber entsprechend schwer. Bei den Weitwinkelbereichen gibt es keine signifikanten Unterschiede.

Du kannst natürlich für die meisten Kamerasysteme einen größeren Zoom als den Kit-Zoom kaufen, aber diese Zooms sind oft viel teurer, schwerer und unnötig. Ich würde maximal einen Zoom bis 158mm mitschleppen (105mm APS-C), ab 200mm solltest Du besser ein Stativ verwenden. Der Kit-Standard-Zoom ist der Sweet Spot bei Gewicht, Preis und Einsatzbereich.

Bei der selektiven Tiefenunschärfe (Depth of Field), erlaubt die Sony A7 50% mehr Kontrolle bei maximaler Brennweite, die Fuji X-E1 40% mehr, die Panasonic LX100 36% mehr. Eine Nikon oder Canon mit lichtstarkem f/2,8 Tamron Objektiv würde sogar 100% mehr Kontrolle erlauben als die Referenzkamera.

4. Zubehör

  • Sucher
  • Aufhellblitz
  • Batterielaufzeit

Bis auf die Sony A7 besitzen alle 20 Kameras einen kleinen Aufhellblitz, um z.B. unkompliziert Portraits am hellichten Tag zu schiessen. Bei der Sony NEX-5N/R, Samsung NX300, Samsung NX3000 und Canon EOS-M ist der Blitz leider nur zum Aufstecken und damit zum Verlieren und Vergessen.

Einen Sucher finde ich sehr wichtig für die Komposition, gerade am hellichten Tag. Folgende Kameras haben keinen Sucher: Sony a5100, Sony a5000, Sony NEX-5N/R, Fujifilm XA-1, Fujifilm XM-1, Samsung NX300, Canon G1X II, Samsung NX3000, Canon EOS-M und Canon G7X

Die meisten Kameras erlauben zwischen 300 und 500 Auslösungen pro Batterieladung (CIPA). Die Nikon D3300 kommt auf 700, die Nikon D5300 auf 600. Nur Canons G1X II, EOS-M und G7X kommen lediglich auf 240 Batterieauslösungen und weniger. Ersatzbatterie kaufen!

5. optionale Extras

  1. Wifi (Einfache Alternative: Eye-Fi Speicherkarten!)
  2. Touchscreen
  3. Schwenkbildschirm
  4. Panorama-Funktion (auch am PC möglich)
  5. HDR-Funktion (auch am PC möglich)
  6. 10+ fps Burst-Modus

Diese Bonus Extras lassen sich sehr leicht auf Snapsort suchen und für verschiedene Kameras vergleichen.

Du findest die erwähnten Daten und noch viele weitere in meinem Excel Cheatsheet für Zoom-Kameras.


Die besten Reisekameras 2014

Zur Fotokina 2014 wurden von Panasonic und Canon 2 großartige Reisekameras angekündigt. Vor allem die Panasonic Lumix LX100 ist ein Traum für jeden Reisenden: kompakt, sehr hochwertig und nicht zu teuer.

Meine Empfehlungen für die besten Reisekameras mit Standard-Zoom-Objektiv sind nach der Fotokina 2014 folgende 4 Modelle:

  1. panasoniclx100amazonPanasonic Lumix LX100 mit Fixobjektiv
    [+] leicht und kompakt
    [+] sehr lichtstark
    [+] 36% mehr selektive Tiefenunschärfe
    [+] 4K Video statt „nur“ HD

    [-] teurer als andere Kameras

    • Lichtausbeute: 296%
    • Gewicht: 393g
    • Formfaktor: µ4/3 (2,0)
    • Preis: €700 Euro
      (für diese Kamera gibt es keine vergleichbare Alternative)
  2. canong7xamazonCanon Powershot G7X mit Fixobjektiv

    [+] sehr leicht und sehr kompakt
    [+] lichtstark
    [+] großer Zoombereich, 20% mehr Tele, 11% mehr Weitwinkel

    [-] ohne Sucher
    [-] niedrige Akkulaufzeit, nur 210 Auslösungen

    • Lichtausbeute: 216%
    • Gewicht: 304g
    • Formfaktor: 1-Zoll (2,7)
    • Preis: €550 Euro
      (alternativ die teurere Sony RX 100 III mit Sucher)
  3. nikond3300amazonNikon D3300 mit 18-55 VR II Kit Zoom

    [+] robuste DSLR
    [+] optischer Sucher
    [+] günstige Aufwertung mit lichtstarkem Tamron f/2,8 Objektiv

    [-] ca. doppelt so schwer wie andere Kameras
    [-] ca. doppelt so groß wie andere Kameras

    • Lichtausbeute: 139%
    • Gewicht: 658g
    • Formfaktor: APS-C (1,5)
    • Preis: €450 Euro
  4. samsungnx3000amazonSamsung NX3000 mit 16-50 OIS Kit Zoom
    [+] sehr günstiger Preis
    [+] leicht und kompakt
    [+] im Bundle mit Adobe Lightroom

    [-] ohne Sucher
    [-] Blitz nur zum Aufstecken

    • Lichtausbeute: 94%
    • Gewicht: 391g
    • Formfaktor APS-C (1,5)
    • Preis: €330 Euro

Update November 2014
Ich habe mir selbst die Canon G7X bestellt, nachdem mir meine wunderbare aber zu schwere Nikon DSLR abhanden gekommen ist.

Eine Nikon D3300 zu kaufen, wäre naheliegender gewesen. Ich war in der Vergangenheit wirklich sehr zufrieden mit Nikon DSLRs, egal ob D40, D3100 oder zuletzt die D90. 99,5% der Bilder im flocblog sind mit diesen 3 Nikon DSLRs entstanden.

Aber ich wollte die Chance nutzen auf etwas kleineres umzusteigen und habe lange die Canon G7X mit der Panasonic LX-100 verglichen. Die Canon G7X ist €150 EUR billiger als die Panasonic LX-100, aber nach langem Abwägen würde ich sie sogar dann vorziehen, wenn sie nicht billiger wäre

Pros G7X:

  • Größe
  • Gewicht
  • Preis
  • Blitz
  • Zoom (100mm statt 75mm äqu. KB)

Pros LX100:

  • Elektronischer Sucher
  • Besseres Rauschverhalten (high ISO)
  • Batterielaufzeit
  • Schnelle, direkte Einstellmöglichkeit von Blende, Belichtungszeit und ISO

Ich stelle nur in rund 2 von 100 Bildern manuell Blende, Belichtungszeit oder ISO ein, mir reicht sonst die Belichtungskorrektur. Die G7X bietet neben einem prominenten Belichtungskorrektur-Regler sehr präzise Einstellmöglichkeiten für den Auto ISO.

Mit einem Zweitakku klingt die Canon G7X nach der idealen Kamera für mich. Ich werde berichten.

Update Dezember 2014
Die Canon G7X hat alle meine Erwartungen erfüllt und war trotzdem eine doppelte Katastrophe. Lies nach, was mir mit der Canon G7X passiert ist.

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  1. Moritz sagt:

    Hallo Florian

    sehr interessanter Bericht wieder einmal.
    Ich hatte für unsere bevorstehende Reise auf eine Olympus PEN Kamera tendiert, wegen dem Bildstabilisator und dem relativ grossen Sensor.
    Da wir aber viele Gleitschirmfotos schiessen wollen, brauchen wir wahrscheinlich ein grosses Zoomobjektiv, welches ich nicht zusätzlich mitschleppen will.
    Im Moment liebäugle ich mit der Olympus Traveller SH-1. Superzoom, 5-Achs Bildstabilisator, laden über USB möglich (Gewicht!) aber leider natürlich ein kleinerer Sensor :-/

    Was denkst Du zu dieser Kamera?

    Grüsse
    Moritz

    Antworten
    • Hi Moritz,

      u4/3 Sensoren leuchten mir nicht so sehr ein, weil die Kameras nicht wirklich kleiner, leichter oder günstiger sind, als APS-C, trotz Einbussen bei der Leistung. u4/3 waren die ersten spiegellosen Kameras, aber jetzt wo es APS-C Spiegellose gibt, schauen die auf dem Papier deutlich besser aus.

      Große Ausnahme: Panasonic Lumix LX-100!
      Kleinere Ausnahme: Canon G1X II

      Die Olympus Traveller SH-1. Superzoom hat halt einen wirklich kleinen Sensor, noch kleiner als 1″. Für mich wäre das nix.

      Die Canon G1X II hat einen Zoom bis 112mm und ist auch sonst sehr empfehlenswert. Meinste das reicht Dir?

      Statt einem großen Zoomobjektiv kannst Du generell auch eine Festbrennweite mitnehmen. Du weisst ja, wann Du Gleitschirme fotografieren gehst und sparst Dir dadurch das Hin- und Herwechseln. Leider denke ich, dass Festbrennweiten im Telebereich mit 85mm oder gar 105mm sehr teuer werden.

    • Ich kenne leider keine Webseite, die das mit dem USB-Laden vergleicht und denke es ist eher ein außergewöhnliches Feature. Evt. gibt es Adapter von USB auf Ladestation? Oder Solarpanels?

      Es sind noch 2 Kameras mit großem Zoombereich hinzugekommen, die Sony RX10 und die Panasonic FZ100.

  2. smk sagt:

    Cheers,

    lieben Dank für den starken Artikel.
    Grandiose Arbeit.

    Wie schaut es mit den Modellen Lumix FZ1000 und Sony RX10?
    Was denkst du darüber?

    Beste Grüße

    Antworten
    • Hi und danke!
      Ich habe die beiden Kameras in der Liste ergänzt. Hauen mich beide nicht vom Hocker. Kleiner Sensor, schwer und teuer.

      Wenn Du viel Zoom im Telebereich willst und sowieso 800g Gewicht in Kauf nehmen würdest, dann würde ich eher zu einer Canon SL1 oder Nikon D3300 mit 18-105mm (27-158mm)oder gar 18-200mm (27-300mm) greifen. Das wiegt nicht viel mehr, ist nicht viel teurer, aber dann hast Du einen APS-C Sensor und ca. 3 Mal bessere Schwachlicht-Leistung.

      Ab ca. 200mm Tele, solltest Du aber auch mit den DSLRs ein Stativ verwenden…

    • Hi nochmal. Ich habe gerade einen Fehler in der Berechnung ausgebessert, der die Sensorgröße doppelt gewichtet hat. Die FZ100 und v.a. die RX10 schauen doch viel besser aus, als ich dachte. Ich würde wegen dem optischen Sucher trotzdem zur Nikon D3300 greifen, aber von der Schwachlichtleistung gibt es kaum Unterschiede.

    • smk sagt:

      Lieber Florian,

      besten Dank für dir Migration beider Modelle.
      Das ist klasse.

      Auf der Suche nach der effizientesten „immer dabei Kamera“ ist dein Beitrag für mich extrem wertvoll. Auf dem Papier gibt es hier klare Favoriten.

      Das schwierigste bei der Kamera Suche ist für mich, das beurteilen der besten Bildqualität.Insgesamt habe ich mir über einen langen Zeitraum diverse Modelle angeschaut. Parallel beurteile ich das Modell mit voll aufgelösten occ Bilder über Flickr.
      Eine enttäuschende Bildqualität trotz guter Zahlenwerte ist leider nicht selten.

      Die Bildquali der Modelle D3300 mit genanten Optiken, die XE-1 mit Kit Objektiv
      und die 100d mit 18-55 konnte mich bis dato nicht überzeugen.
      Insgesamt teste ich grade die Sony RX10 und bekomme trotz des kleineren Sensors immer wieder diesen Wow Effekt beim beurteilen der Bilder
      Das Paket aus Bildquali, top Videoquali, 24-200mm Brennweite von Makro bis Wildlife, mit durchgängig F2.8, leiser spiegelloser Technik, keinem Staubproblem wegen Objektivwechsel und keine zweite Objektivlast
      motivieren die 800Gramm am Hüftbeutel durch die Steppe zu tragen. Bin aber dennoch unentschlossen, ob es das jetzt wirklich ist ;)
      Auf die LX100 bin ich sehr gespannt. Über weitere Vorschläge zu einem eierlegenden Wollmichsau Minimalsetup freue ich mich sehr.

      Sonnnegrüße

    • smk sagt:

      Den Blog zu diesem Thema finde ich sehr inspirierend: http://www.littlebigtravelingcamera.com

      cheers

    • Also die Zahlen beschreiben ausschließlich die Schwachlichtleistung eines Kamerasystems, nicht die Bildschärfe oder „Bildqualität“. 200% heißt einfach nur halb so lange Belichtungszeit für ein äquivalentes Bild, verglichen mit 100%.

      Natürlich wären bei einem 200%-Wert bei gleicher Belichtungszeit auch Dynamikumfang und Farbtiefe besser, aber ich gehe lieber vom schlimmsten Fall aus, als vom besten. Oft schöpfe ich die Belichtungslimits nämlich aus.

      Kurz gesagt, ich gehe nicht davon aus, dass ich genug Licht und Zeit (und ein Stativ) habe, um die beste Bildqualität aus einer Kamera herauszukitzeln. Ich will beim Reisen einfach nur Bilder schießen können, die technisch in Ordnung sind:
      * richtige Belichtung
      * kein feststellbares Verwackeln
      * keine feststellbare Bewegungsunschärfe
      * kein feststellbares Bildrauschen

      So lange ich solche Bilder in möglichst vielen Situationen machen kann und dazu ein leichtes und günstiges Kamerasystem habe, verzichte ich gerne auf die letzten 10% Bildqualität.

  3. Moritz sagt:

    Lieber Florian

    vielen Dank für deine Antwort!
    Mir wäre es auch lieber eine Kamera mit einem grossen Sensor zu haben!
    Ausserdem werden wir lange ohne Strom auskommen müssen. Dazu haben wir einen Zusatzakku mit usb Anschluss gekauft. Weisst du wo man rausfinden kann, welche Kameras per USB geladen werden können und welche nur mit externem Ladegerät? (gibt es eine Webseite, welche dies vergleicht?)

    Antworten
    • Sorry, ich weiß nicht wo man das übersichtlich in Erfahrung bringen kann. Wenn ihr mich fragt ist ein USB-Charger eher etwas exotisches, aber was weiß ich schon. Ricoh macht manchmal verrücktes Zeug mit Chargern und bietet manchmal auch aktuelle Kameras mit normalen Batterien an (z.B. Eneloops).

  4. Arno sagt:

    Ich fotografiere schon lange mit meiner DSLR von Canon. Es ist nicht mehr das neueste Modell, für meine Ansprüche aber ausreichend.
    Trotzdem stört mich natürlich die Unhandlichkeit. So ein „kleines Ding“, für das man nicht zwingend Kameratasche usw. braucht, wäre manchmal schon toll.
    Die Akkuleistung wäre für mich eher zweitrangig. Wir sind selten länger als ein paar Tage am Stück fernab der Zivilisation und würden deshalb auch mit Wechselakkus zurecht kommen.
    Toller Artikel!

    Antworten
    • Ja, die leichte Handhabung ist der große Reiz der Systemkameras. Ansonsten hast Du gegenüber Deiner älteren Canon wahrscheinlich keine Vorteile. Reicht aber auch schon, oder? ;)

  5. Neben meiner Vollformat-SLR habe ich auch stets eine kleine Kamera dabei, die in die Hosentasche passt. Denn: was nützt die beste Kamera, wenn sie im richtigen Moment nicht zur Hand ist (bei mir ist das oft auf den Fahrrad).
    Diese Kameras verschleißen in meinem Gebrauch schnell, dh ich kaufe mir mindestens einmal im Jahr eine neue. Damit habe ich über die Jahre recht viel Erfahrung gemacht und weiß nun genau, was ich will.

    Ich stimmt dir zu mit deiner Übersicht und deinen Argumenten. Ich mag ja eh deine Art zu denken und Dinge zu zerlegen.

    Im Moment habe ich also die Sony RX 100 III dabei. Sie ist gerade noch hosentaschentauglich, und sie ist die beste kleine Kamera, die ich je hatte.

    Ich stimme dir auch zu, dass die Canon PowerShot G7X vermutlich dieselbe Leistung bringt sie diese Sony, und das zu einem besseren Preis.

    Nur bei einem – für mich enorm wichtigen – Detail bin ich mir nicht sicher. Und zwar lässt sich die Sony RX 100 III ganz wunderbar mit einem Micro-USB-Kabel laden, also ohne Ladegerät, und nur mit dem Kabel, das für die meisten Smartphones eh genutzt wird. Ich kann also meine Sony in jedem Auto, Flugzeug, an jedem TV und vor allem auch an meinem Fahrrad schnell laden.

    Geht das auch an der Canon? Falls ja, dann wird sie meine nächste Kamera, denn die Sony ist beim Burning Man schon fast über ihren Zenit…

    Antworten
    • Wenn die Kamera das einzige war, das beim Burning Man kaputt ging, biste ja gut davongekommen ;)

      Ja, Dinge zu zerlegen und möglichst zu veranschaulichen halt ich für wichtig.

      Danke fürs Teilen Deiner Erfahrungen mit der RX100 III. Was hältst Du denn von dem Electronic Viewfinder an der Kamera im Vergleich zum analogen?

      Das mit dem USB-Kabel scheint ja ein gefragtes Feature zu sein! Leider finde ich selbst auf snapsort.com, der Seite die alles vergleicht, nichts dazu. Hier sagt jemand in einem Vergleich „I wish Canon had usb charging, surprisingly I found it very handy when I bought Rx100“

      Impliziert also leider nein!

      Hier sogar noch deutlicher, standalone charger only.

      Was hältst Du denn generell von der Panasonic Lumix LX100? Die ist ja doch leistungsstärker. Nicht kompakt genug?

      Real World Pictures LX100
      Real World Pictures G7X

      Frag mich bitte nicht nach nem USB-Charger bei der LX100, ich find dazu nix ;)

  6. Also, habe nun beide, seit ca 2 Monaten die Sony RXIII und seit heute auch die Canon G7X.
    Was mir sofort auffällt:

    1) Die Tasten der Canon sind viel leichter „fühlbar“, also auch ohne Hinschauen bedienbar. Das ist ein großes Plus. Vor allem, weil bei der Sony ständig aus Versehen der Video-Modus aktiviert wird.

    2) Die Sony merkt sich, wie oft man auf den An/Aus-Schalter gekommen ist, und dann arbeitet sie es geflissentlich ab, indem sie zig Mal das Objektiv ein- und ausfährt. Vor allem, wenn man versehentlich auf den Schalter gekommen ist (man glaubt nur ein Mal, tastsächlich aber zB zwei Mal), dann drückt man ihn sofort erneut, um das Ausschalten und das lange Hochfahren schnell zu korrigieren, tatsächlich aber saust das Objektiv danach sofort wieder rein, weil es eben das dritte Mal war, usw. Das nervt fürchtlerlich, und ich habe schon einige gute Motive damit versäumt. Bei der Canon ist das besser, sie hat keinen „Vorrat“ an Einschaltvorgängen.

    3) Die Sony lässt sich per USB laden, und ein Micro-USB-Kabel hat man ja eh immer dabei, vor allem Leute mit Android oder Akku-Pack fürs iPhone. Die Canon kann man leider nur per Ladegerät laden. Das ist für mich fast ein KO-Kriterium, und ich überlege, ob ich sie deswegen zurück gebe. Denn dieser Kamera -Typ ist ja für die Reise da.

    Antworten
  7. PS: Sehe gerade, dass du mir geantwortet hast. Verdammt – ich hätte mir die Canon sparen können ;)

    PPS: Den Viewfinder an der Sony habe ich noch nie benutzt. Ich verstehe nicht, wozu er gut sein soll.

    Antworten
  8. Moritz sagt:

    Also ich habe mich schlussendlich für die NX3000 entschieden. Sie bietet sogar USB lademöglichkeiten wie hier: http://www.trustedreviews.com/samsung-nx3000-review
    beschrieben!

    Vielen Dank für die Aufstellung aller Kandidaten und die Beantwortung der Fragen!

    Antworten
  9. Fietje sagt:

    Moin Florian,

    deine ausführlichen Ausführungen hier (DANKE dafür!!!)
    und auch die Kommentare lassen mir die
    Canon Powershot G7 X
    im Vergleich zur Sony RX 100 II
    noch attraktiver für meine Erstkamera-Anschaffung erscheinen.
    Ich suche wie du nach einer perfekten Reisekompakten, die Folgendes bietet:

    – Klapp- u. Dreh-Display,
    – Bildschirmlupe im Display
    – Manuelle Fokussierung möglich
    – A = BlendenprioritätsModus im Programm-Angebot
    – Optischer Sucher,
    – lichtstark: Blende F 1.4 – 2.8
    – bei Brennweite 24 – 140 mm,
    – Jackentaschenformat,
    Makro möglichst ab 1 cm,
    – Gewicht ca. 250 gr

    Dabei ist mir insbesondere die Makrotauglichkeit sehr wichtig.
    Leider gibt´s die Olympus Stylus XZ-10 (28-112 mm / F 1.8-2.7) nicht mehr;
    der Panasonic Lumix DMC-LX 7 (24-90 mm/ F 1.4 -2.3) fehlt der Klappmonitor und auch die Brennweite mit 90 mm ist etwas knapp bemessen
    und die Sony RX 100 II fällt am langen Ende der Brennweite (100mm gerade noch ausreichend) hinsichtlich der Lichtstärke (F4.9) zu sehr ab.

    Wie schätzt du für meinen besonderen Makro(!)- u. Reisebedarf die
    Canon Powershot G16 (28-140 mm / F 1.8-2.8) ein? Sie hat allerdings keinen Klappmonitor – eigentlich für mich ein K.O.-Kriterium für Makro.

    Zur Zeit fotografiere ich mit einer Canon Powershot S 95 (28-105 mm / F 2.0-4.9),
    stosse aber bei Makro immer wieder an Grenzen (z. B. fehlt mir der Klappmonitor bei erdnahen Fotos) und möchte mich beim Neukauf entscheidend verbessern.

    Kennst du eine andere Kamera, die meine Bedürfnisse voll abdecken könnte?

    Antworten
    • Hi Fietje,

      die Canon G16 klingt erstmal nicht schlecht, aber Du musst bedenken dass der Sensor wirklich sehr klein ist. Der 1/1,7″ Sensor hat einen Crop-Faktor von 4,6 verglichen mit einem Crop-Faktor von 2,7 bei der G7X und anderen Kameras mit 1″-Sensor. Das ist schon fast im Smartphone-Bereich.

      D.h. von der Schwachlichtleistung und der selektiven Tiefenschärfe würde f/1,8-2,8 mit der G16 äquivalent sein zu f/2,5-3.9 mit der G7X oder RX100 (Zahlen sind über den Daumen gepeilt, Logarithmus is a bitch)

      Genau so ist das mit Panasonic Lumix DMC-LX 7 und noch schlimmer mit der Olympus Stylus XZ-10 (1/2,3″ Sensor)

      Ich habe mir nur Sensoren ab 1″ angeschaut, denn die Sensorgröße ist neben der Optik ein entscheidender Faktor.

      Generell suchst Du 3 Kameras in einer:

      1. kompakte Reisekamera
      2. Kamera mit überdurchschnittlichem Zoombereich
      3. Makro-taugliche Kamera

      Da wirst Du um einen Kompromiss nicht herumkommen oder Du brauchst 2 Kameras oder eine Kamera mit Wechselobjektiven, z.B. eine 85mm Festbrennweite für Makro.

      Wenn Du auf 100mm Brennweite und geringes Gewicht Wert legst, würde ich zur G7X raten. Wenn auch 70mm ausreichen kommt die Sony Rx100 III in’s Spiel, wenn’s auch größer und schwerer sein darf die LX100 von Panasonic oder gar eine Sony a5100 oder Samsung NX mit Wechselobjektiven. Wenn’s dann noch teuer sein darf eine Fuji mit Wechselobjektiven…

      Mit Makros kenne ich mich leider nicht aus, deswegen kann ich dazu nix sagen.

  10. Fietje sagt:

    Moin Florian,

    du hast Recht – die eierlegende Wollmilchsau als Kamera gibt´s nicht; also muss ich einen Kompromiss eingehen!

    Bei den für mich zukünftig im Zentrum stehenden Makroaufnahmen ist mir die Canon G7X hinsichtlich der Brennweite mit ihren 100mm nicht ausreichend, übrigens auch hinsichtlich des minimalem Arbeitsabstandes bei Makros nicht. Sie ist also trotz geringem Gewicht und Kompaktheit für mich ungeeignet; auch mit einer zusätzlichen Raynox-Vorsatzlinse und Adapter.

    Die Zugeständnisse muss ich daher wohl beim Gewicht und bei der Kameragröße machen; bei der Bildqualität (= Sensorgröße) bin ich nicht dazu bereit.
    Und bei diesen Rahmenbedingungen springt mir die in deiner Tabelle nicht besonders gut eingestufte Nikon D5500 wegen ihrer hervorragenden Bildqualität bei relativ geringer Größe u. Gewicht und bei einem angemessenenen Preis (besonders im Vgl. zu Fuji, Leica, Ricoh) ins Auge. Für diese Kamera gibt´s ein breites Angebot an Makro-/ Festbrennweiten- Objektiven, aus denen ich das geeignetste (Gewicht/Brennweite/Blende/Kaufpreis) auswählen kann.

    So wird´s wohl die Nikon D5500 werden. Vor dem Kauf sammle ich aber noch Infos im Internet zu diesem Kameramodell und werde auch auf der GDT-Veranstaltung in Lünen am Wochenende mit Tier- und Naturfotografen mal darüber reden…

    Fällt dir was Kritisches zu dieser Kamera ein oder kennst du eine geeignetere für mich?

    Erstmal vielen Dank für deine Anregungen und bis dann – ich schreib dir auf alle Fälle, für welche Kamera ich mich entschieden habe.

    Antworten
    • Hi Fietje, die Nikon D3X00/D5X00 schneidet bei mir nicht so gut ab, weil ich vom Kit-Zoom ausgehe oder maximal von einem Tamron f/2,8-Zoom.

      Wenn Du eine ordentliche Festbrennweite auf die D5500 schraubst, dann geht die ab wie eine Wildsau! ;)

      Übrigens, die Nikon D3X00-Reihe hat den jeweils gleichen Bildsensor wie die D5X00en und ist leichter und günstiger. Auf Drehbildschirm und einige Software-Features musst Du bei den D3X00en aber verzichten.

      Bildqualität-Sensorgröße Exkurs
      Was die Bildqualität angeht, ist Sensorgröße übrigens nicht alles. Es hängt auch von der Sensorgeneration ab. Gerade der moderne 1″ Sensor, der in den Sony RX100 und Canon G7X verbaut ist, ist leistungsstärker als man aufgrund der Größe erwarten würde. Aus diesem Grund rechne ich hier mit den aufwendig gemessenen ISO-Werten von DXOMark und nicht mit der sogenannten äquivalenten Blende, wie es dpreview.com macht. Die sog. äquivalente Blende bezieht sich nur auf die Sensorgröße, die DXOMark-Werte sind reale Kennzahlen und viel aussagekräftiger für Schwachlichtverhalten und Bildqualität. Für selektive Tiefenunschärfe zählt hingegen nur die äquivalente Blende.

      Canon G3X
      Aus diesem Grund, würde ich Dir auch mal einen Blick auf die Canon G3X empfehlen, wenn Du nur mehr Brennweite brauchst. Dort ist der gleiche 1″-Sensor verbaut, wie in der G7X und die Kamera hat einen Brennweitenbereich von 24-600mm. Mein Kollege Marc von Reisezoom hat die G3X getestet. Wie es mit Macro-Eigenschaften bei der Kamera ausschaut, weiß ich nicht. Auch kann das Objektiv mit einem dermaßen hohen Zoombereich nicht so der Hit sein, oder?

      Macro-Objektive
      Für Macros in guter Qualität kommst Du um eine Festbrennweite nicht herum. Die G3X wäre nur dann ein Kompromiss, wenn Du keine Objektive wechseln willst. Es muss aber keine DSLR sein, auch für Systemkameras gibt es Festbrennweiten und spezialisierte Macro-Objektive, z.B. für die Samsung NX-Serie und für die Micro Four-Thirds (MFT) von Panasonic und Olympus. (Achtung: MFTs haben einen kleineren Sensor mit schlechteren Eigenschaften, dafür sind die Objektive kleiner)

      Tipp: Systemkamera
      Ich würde an Deiner Stelle die Objektive bei lenshero.com auf Macro-Tauglichkeit durchschauen. Gehe die verschiedenen Lens-Mounts durch, v.a. Samsung NX, Micro Four Thirds, Sony E und Fuji X. Dort siehst Du, ob eine Systemkamera bei weniger Gewicht die gleiche Qualität liefert und was das kosten würde.

      Wenn Systemkameras nichts für Dich sind, hast Du immer noch die Wahl zwischen Nikon DX und Canon EF. Die Objektive sind wichtiger als die Kamera, also gehe von den Objektiven aus.

      Viel Spass beim Kamera suchen. Ich würde mich freuen, wenn Du beim Kauf bei Amazon meinen Link verwendest und wenn Du Deine Kaufentscheidung hier teilst.

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