Systemkamera und DSLR mit Zoom-Objektiv im Reise-Check: Gewicht, Preis und Qualität

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Kameras für lange Reisen müssen vor allem klein und leicht sein. Auf einem mehrmonatigen Backpacking-Trip oder auf einer Weltreise möchtest Du nicht kiloweise Kameraausrüstung mitschleppen.

Eine beliebte Fotoausrüstung auf Reisen ist eine Kamera mit nur einem Zoomobjektiv. Das Zoomobjektiv muss ganz alleine den benötigten Zoom-Bereich abdecken. So hältst Du das Gewicht minimal und ersparst Dir nervige Objektivwechsel.

superzoom

Superzooms sind zum Reisen zu schwer

Abkürzung

Digitale Kameras sind ein umfangreiches Thema und entsprechend lang ist dieser Artikel. Wenn Dir die Erklärungen egal sind und Du einfach nur wissen willst, welche Kameras für längere Reisen besonders geeignet sind, dann springe direkt zum

oder gleich

Update 22. September

Es gab einen Fehler bei der Berechnung der einfallenden Lichtmenge. Dadurch wurde die Sensorfläche doppelt gewichtet, was insbesondere die µ4/3 und 1 Zoll Kameras viel schlechter aussehen ließ, als sie wirklich sind. Die Werte und die Schlussfolgerungen wurden aktualisiert. An den Kameraempfehlungen hat sich erstaunlicherweise nichts geändert.

Spezielle Anforderungen an eine Reisekamera

Eine Reisekamera-Ausrüstung für eine längere Reise muss 5 Anforderungen erfüllen:

  1. möglichst leicht und klein
    Ein „tragbares“ Zielgewicht ist möglichst 500g oder weniger, mit allem Zubehör.
  2. flexibel einsetzbar
    Einsatzbereiche sind v.a. Architektur-, Landschafts- und Strassenszenen, sowie Portraits.
  3. hohe Bildqualität
    Es muss möglich sein ein Bild als Poster auszudrucken oder als Stockfoto zu verkaufen.
  4. ohne Stativ einsetzbar
    Stative sind schwer, lästig, auffällig und dürfen nicht im Handgepäck mitgeführt werden.
  5. günstiger Preis
    Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen und der Verlust der Kamera muss ertragbar sein.

Im letzten Artikel sind wir auf die 5 Reisekamera Anforderungen eingegangen. Wir haben uns aus dem Kopf geschlagen mit einer leichten Reisekamera Tieraufnahmen zu machen, dazu wäre ein lichtstarker Superzoom und ein Stativ nötig.

Fotografie-Typen und Ansprüche

Fotografie Beispiele Brennweite Blende
Architektur Beispiele 10-30 mm bis f/12
Landschaft Beispiele 21-35 mm bis f/12
Strasse, Shows Beispiele 35-70 mm f/4-f/8
Portrait Beispiele 70-135 mm f/3-f/4
Tiere, Sport Beispiele 135-300 mm f/3-f/4

Für die Reisefotografie müssen wir also einen Zoom Bereich von mindestens 30-70mm (äqu. 35mm) abdecken um Landschaften, Architektur, Strassenszenen und Portraits machen zu können.

Das leistet ein sogenannter Standardzoom mit einem Zoom-Faktor von 27–83mm (äqu. 35mm), z.B. ein 18-55mm Objektiv für einen APS-C Sensor (1,5x).

99,5% der Bilder auf dieser Webseite sind mit so einem Standardzoom entstanden, die restlichen 0,5% mit einer 50mm f/1,8 Festbrennweite für Portraits, Nachtaufnahmen und schnelle Action.

Kamera Auswahl

Heute geht es darum das aktuelle Angebot an leichten Kameras, die die Verwendung eines Standard Zoom Objektivs erlauben, zu vergleichen:

  • Wie gut ist die Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen?
  • Wie teuer ist die Kamera mit Standard-Zoom?
  • Wie schwer ist die Kamera mit Standard-Zoom?
  • Welche Extras hat die Kamera bei Zubehör und Gestaltung?
  • Wie teuer und schwer ist ein Upgrade auf einen lichtstarken Standard-Zoom?
Festbrennweite

Auf höhere Bildqualität und mehr Schwachlicht-Leistung durch lichtstarke Festbrennweiten Objektive (kein Zoom) gehen wir im nächsten Artikel ein. Wenn Du keine Objektive wechseln willst oder auf Flexibilität bei der Komposition und Perspektive mehr Wert legst als auf Schwachlicht-Leistung, dann bleibe beim Zoom.

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Kompaktkamera, Prosumer Kompakt, Systemkamera, DSLR

Unterscheidung nach Aufbau

Digitale Kameras werden meist nach 3 Kategorien unterschieden:

  1. Spiegelreflex Kamera (DSLR)
    • mit umklappbarem Spiegel und optischem Sucher
    • mit austauschbaren Objektiven
    • ab 600g mit Standard-Zoom-Objektiv
  2. Systemkamera
    • spiegellos, evt. mit elektronischem Sucher
    • mit austauschbaren Objektiven
    • ab 400g mit Standard-Zoom-Objektiv
  3. Kompaktkamera
    • spiegellos, evt. mit elektronischem Sucher
    • mit festem Objektiv
    • ab 200g mit Standard-Zoom-Objektiv

Diese Unterscheidung macht dann Sinn, wenn Du Objektive austauschen willst. Bei der Konfiguration mit einem Standard Zoom Objektiv ist uns herzlich egal, ob ein Objektiv austauschbar ist, also brauchen wir eine für unsere Zwecke besser geeignete Einteilung.

Unterscheidung nach Sensorgröße

Für unsere Anforderungen ist die Unterscheidung nach Sensorgröße (Crop-Faktor) besser geeignet.

  1. FX / Vollformat / Kleinbild (1,0)
    ab 800g mit Standard-Zoom-Objektiv
  2. DX / APS-C (1,5)
    ab 400g mit Standard-Zoom-Objektiv
  3. u4/3 / Micro Four Thirds / MFT (2,0)
    ab 400g mit Standard-Zoom-Objektiv
  4. CX / 1 Zoll (2,7)
    ab 250g mit Standard-Zoom-Objektiv

Sensoren < 1 Zoll

Kleiner als 1 Zoll Sensorgröße macht bei Kameras keinen Sinn mehr, denn ab 1″ Sensoren kommen schon Cameraphones, Actioncams und normale Smartphones. Sonys sehr interessante ans Handy anclipbare Phonecamera Serie hat sogar Sensorgrößen von 1″ bis APS-C.

Phonecamera

  • Sony QX1 (1,5)
  • Sony QX100, QX30 (2,7)

Cameraphones

  • Panasonic DMC-CM1 (2,7)
  • Nokia Lumia 808 (3,2)
  • Nokia Lumia 1020 (3,9)
  • Sony Xperia Z2 (5,6)
  • Samsung Galaxy K Zoom, Camera 2 (5,6)

Actioncams

  • GoPro Hero 3 (5,6)
  • Sony POV Action Cam (5,6)
  • Ricoh WG-M1 (5,6)
  • Garmin Virb (5,6)

Smartphones

  • Samsung Galaxy S5 (6,2)
  • iPhone 5S (7,2)
  • HTC One (7,2)
  • LG G3 (7,2)
  • Samsung Galaxy Note II (7,2)
  • Google Nexus 5 (7,6)
  • iPhone 4, 4S, 5 (7,6)

Gewicht und Größe

Die Sensorgröße bedingt nicht nur viele optische Eigenschaften sondern auch maßgeblich die Größe und den Formfaktor einer Kamera und damit das Gewicht. Kameras mit gleicher Sensorgröße sind ungefähr gleich groß, gleich schwer und haben ähnliche optische Eigenschaften.

Zur Veranschaulichung, schau Dir einen Größenvergleichleich zwischen Kameras der 5 verschiedenen Sensorgrößen Kleinbid, APS-C, µ4/3, 1-Zoll und 1/2.3 Zoll, alle spiegellos, auf camerasize.com an.

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Größenvergleich von Kleinbild bis 1/2.3 Zoll © camerasize.com

Referenzkamera

Im Anschluss findest Du Kennwerte vieler aktueller Kamerasystemen kategorisiert nach Sensorgröße. Um den Vergleich einfacher und anschaulicher zu machen, wird auf absolute Werte wie Blende verzichtet und alle Werte werden relativ in Prozent oder als Faktor zu einer Referenzkamera angegeben. Die Referenzkamera hat folgende Kennzahlen:

Unsere Referenzkamera

  • Sensor Crop-Faktor: 1,5x (APS-C)
  • Sensor Low-Light ISO (DXOMark): 1000
  • Objektiv Brennweite: 18mm-55mm
  • Objektiv Blende: f/3,5-f/5,6
  • Gewicht: 500 g

Aktuelle Kameras, die mit ihrem Kit-Zoom dieser Referenzkamera sehr nahe kommen sind z.B.

  • Nikon D3300
  • Canon EOS-100D/EOS-M
  • Sony NEX-7/a6000
  • Fuji XM-1/XA-1
  • Samsung NX300/NX3000

Woher die Zahlen kommen und wie alles berechnet wird, erfährst Du in der technischen Erklärung zu Kennzahlen und Formeln. Kursive Zahlen heisst, dass der Messwert vom gleichen Sensor stammt, aber in einer anderen Kamera.


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Kameravergleich Schwachlicht-Effizienz

Wir schauen uns 37 aktuelle Kameras von namhaften Herstellern an inklusive Neuankündigungen bei der Fotokina 2014 und prüfen wie gut sich die Kameras bei Schwachlicht verhalten, also alles was uns erst einmal interessiert ist die Quantenausbeute / Lichtausbeute des Gesamtsystems mit Objektiv.

Warum Schwachlicht?

Schlechte Lichtverhältnisse sind häufige Ursache, warum Bilder nichts werden und für viele Menschen der Hauptgrund überhaupt eine dedizierte Kamera zu kaufen, statt Fotos mit dem Handy zu machen. Du findest im Anschluss Zahlen für die optische Licht-Effektivität, die digitale Licht-Effektivität und die gesamte Licht-Effektivität einer Kamera. Wo die Kennzahlen herkommen steht in der technischen Erklärung zu Formeln und Kennzahlen.

Kennzahlen

Größere Prozentzahlen sind immer besser. Eine Angabe von 200% bedeutet, die Kamera ist bei der entsprechenden Kennzahl doppelt so gut, wie die Referenzkamera. Eine Angabe von 50% bedeutet, die Kamera ist nur halb so gut, wie die Referenzkamera.

Gewicht

Auch das Gewicht ist als Faktor im Vergleich zur Referenzkamera angegeben. Eine Kamera mit 0,5x ist halb so schwer wie die 500g schwere Referenzkamera und eine Kamera mit 2,0x ist doppelt so schwer.

Preis

Nur der Preis ist absolut in Euro angegeben. Euro-Preise vergleichen haben wir alle gelernt, f-Zahlen vergleichen nur die wenigsten von uns…

1. Vollformat/Kleinbild mit Crop-Faktor 1,0

Es gibt nur eine „leichte“ Vollformat Kamera: die Sony A7 mit 760g Gewicht inklusive Standardzoom Objektiv.

Referenz Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Kamera 500 € 1,0x 100% 100% 100%
Kleinbild (1,0) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Sony A7 1.470 € 1,5x 100% 225% 225%
Fazit Vollformat

Die Sony A7 schneidet schon mit dem Kit-Objektiv gut bei Schwachlicht ab. Die Referenzkamera würde bei schlechten Lichtverhältnissen gut 2 Mal so lange belichten.

2. APS-C Sensoren mit Crop-Faktor 1,5

APS-C (1,5) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Fujifilm XE-1 730 € 1,3x 176% 102%* 179%*
Nikon D3300 450 € 1,3x 100% 139% 139%
Sony a5100 650 € 0,8x 100% 135% 135%
Sony a6000 680 € 0,9x 100% 135% 135%
Nikon D5300 720 € 1,5x 100% 134% 134%
Sony a5000 400 € 0,8x 100% 109% 109%
Sony NEX-7 900 € 1,0x 100% 102% 102%
Sony NEX-6 680 € 0,9x 100% 102% 102%
Sony NEX-5 490 € 0,8x 100% 102% 102%
Fujifilm XA-1 430 € 1,1x 100% 102% 102%
Fujifilm XM-1 460 € 1,1x 100% 102%* 102%*
Samsung NX300 460 € 0,8x 100% 94% 94%
Samsung NX3000 330 € 0,8x 100% 94% 94%
Canon EOS 100D 470 € 1,2x 100% 84% 84%
Canon EOS-M 340 € 1,0x 100% 83% 83%
Canon EOS 700D 600 € 1,6x 100% 68% 68%

*für die Fuji X-E1 und die Fuji X-M1 gibt es leider keine Zahlen zum Rauschverhalten. Fuji verwendet in den beiden Kameras einen neuen Sensor-Typ namens X-Trans, der die Farbfilter der Pixel anders anordnet. Deswegen versagen bei diesen Kameras die Messinstrumente von DXOMark.

Die Kameras Fuji X-M1 und Fuji X-A1 haben das gleiche Gehäuse, aber die X-A1 hat einen normalen Sony-Sensor und die X-M1 einen Fuji X-Trans Sensor wie in der X-E1 und X-Pro. Weil ungefähr genauso viele Leute sagen, die X-A1 hätte ein besseres Rauschverhalten, wie andersherum, ist in der Tabelle für X-E1 und X-M1 der Low Light ISO der X-A1, bzw. NEX-5 (gleicher Sony Sensor) angegeben (1015).

Fazit APS-C

Bei den APS-C Sensoren mit Crop-Faktor 1,5 gibt es keine großen Ausreiser. Das Rauschverhalten der Canons könnte besser sein. Die EOS 700D (Rebel T5i) ist bei dem Gewicht und dem Preis nicht überzeugend und fliegt raus. Die Fuji X-E1 hat als Kit-Objektiv ein leichtes und lichtstarkes Standard-Zoom, das sich aber auch im Preis bemerkbar macht.

3. µ4/3 Sensoren mit Crop Faktor 2,0

µ4/3 (2,0) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Panasonic LX100 700 € 0,8x 412% 72% 296%
Canon G1X II 700 € 1,1x 256% 58% 149%
Olympus E-PM2 300 € 0,8x 100% 93% 93%
Olympus E-M10 700 € 1,0x 100% 88% 88%
Panasonix GF6 470 € 1,0x 100% 88% 88%
Canon G1X 500 € 1,1x 125% 64% 80%
Panasonix GX7 860 € 1,1x 100% 72% 72%
Panasonix GX1 470 € 1,0x 100% 70% 70%
Panasonic GM1 560 € 0,7x 100% 66% 66%
Fazit Four-Third

Bei den Micro-Four-Third Kameras (µ4/3) können nur 2 Kameras mit guter Schwachlicht-Leistung überzeugen. Das Rauschverhalten wird bei kleinen Sensoren zum Problem, weil die totale einfallende Lichtmenge relational zur Sensorfläche ist.

Die Canon Powershot G1X II und besonders die Panasonic Lumix LX100 können den kleinen µ4/3 Sensor durch sehr lichtstarke Objektive ausgleichen. So kommen diese beiden Kameras auf ein gutes Schwachlicht-Verhalten, sogar besser als viele Kameras im APS-C Format.

Die anderen µ4/3 Kameras sind zwar nur unwesentlich schlechter als die APS-C Kameras, aber andererseits sind sie weder signifikant leichter, kleiner noch günstiger.

4. 1-Zoll Sensoren mit Crop-Faktor 2,7 und kleiner

1 Zoll (2,7) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Sony RX100 III 800 € 0,6x 389% 50% 193%
Canon G7X 550 € 0,6x 389% 56% 216%
Sony RX10 840 € 1,6x 278% 47% 132%
Sony RX100 370 € 0,5x 254% 39% 99%
Panasonic FZ100 850 € 1,7x 176% 52% 91%
Samsung NX Mini 300 € 0,5x 100% 50% 50%
Nikon J4 510 € 0,7x 100% 43% 43%
2/3″ (3,9) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Fujifilm X20 420 € 0,7x 353% 20% 70%
Fujifilm X30 550 € 0,8x 353% 20% 70%
1/1,7″ (4,6) Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Canon S120 320 € 0,4x 239% 25% 59%
Canon S200 280 € 0,4x 239% 25% 59%
Fazit 1-Zoll und kleiner

Was für kleine µ4/3-Sensoren (Crop-Faktor 2,0) gilt, ist noch wichtiger für winzige 1 Zoll-Sensoren (Crop-Faktor 2,7). Lichtstarke Objektive müssen das schlechte Rauschverhalten dieser Mini-Sensoren ausgleichen.

Dieses Kunststück gelingt nur der Sony RX 100 III und der Canon G7X. Die Canon G7X verwendet sogar den gleichen in der RX 100 III verbauten Sony-Sensor und ein ähnlich lichtstarkes Objektiv mit etwas mehr Telebereich.

Interessanterweise hat auch die Samsung NX Mini den gleichen Sony Sensor aus der RX 100 III. Hier sieht man deutlich, was ein lichtstarkes Objektiv ausmacht. Die Samsung NX Mini muss mit ihrem f/3,5-f/5,6 Objektiv 4 mal so lange belichten, trotz gleichem Sensor.

5. Lichtstarker Standard-Zoom statt Kit-Zoom

Es zwingt Dich natürlich niemand einen günstigen Kit-Zoom zu verwenden. Für viele Systeme gibt es Standard-Zooms mit etwa f/2,8 Blende, statt f/3,5-5,6. Leider sind diese Zooms oft sehr teuer und sehr schwer für Reisekameras:

f/2,8 Zooms Objektiv Preis Gewicht Licht optisch Licht digital
Sony A7 SEL 2470Z 2220 € 1,8x 278% 225% 625%
Samsung NX300 EX-S1650ASB 1590 € 1,9x 353% 94% 333%
Nikon D3300 Tamron SP 17-50mm 850 € 1,8x 278% 139% 385%
Canon EOS 100D Tamron SP 17-50mm 870 € 1,7x 278% 84% 234%
Fujifilm XE-1 XF 18-55 730 € 1,3x 176% 100%* 176%*

Die Preise setzen sich aus dem Preis für das Gehäuse und dem Preis für das Objektiv zusammen, ebenso die Gewichte.

Sonys E-Mount

Für Sonys NEX-Serie und a5xxx, a6xxx habe ich leider kein lichtstarkes Objektiv gefunden. Man könnte zwar einen Adapter auf A-Mount einsetzen, aber A-Mount hat keinen Bildstabilisator im Objektiv und mit Adapter wird das alles sehr schwer und groß und teuer.

Fazit lichtstarke Normalzooms

Ob ein Kameragewicht, das auf die 1kg zugeht beim Reisen wirklich „tragbar“ ist, musst Du selbst entscheiden. Ich empfinde die Fuji X-E1 als Kit mit dem lichtstarken XF Objektiv als sehr guten Deal, allein wäre das Objektiv mit mehr als 500 Euro aber zu teuer. Die leichten Nikon und Canon DSLRs mit einem Tamron f/2,8 Objektiv sind von Preis und Gewicht auch noch im Rahmen.

Die Vorteile dieser Objektive liegen vor allem im Telebereich, weil die Blende über den ganzen Zoombereich gleich bleibt, anders als bei den Kit-Zooms.

Alle meine Südamerika Fotos sind mit besagtem Tamron SP f/2,8 entstanden und ich habe ehrlich gesagt in der Praxis keinen Unterschied festgestellt. Das war mit der D3100, die einen viel schlechteren Sensor, als die D3300 hat. Vielleicht war also der Sensor der Engpass. Das Objektiv hat die Reise leider nicht überlebt und ich bin zurückgekehrt zum bewährten 18-55mm f/3,5-f/5,6 Kit-Objektiv.

6. Fazit Schwachlicht-Leistung

Bei schlechten Lichtbedingungen können 10 von 37 Kameras nicht überzeugen. Vor allem die kleinen Sensoren haben es schwer. Weil gutes Schwachlicht-Verhalten ein sehr wichtiger Faktor für die Reisefotografie ist, würde ich mich nicht auf Kompromisse einlassen.

verwackelt

Kunst oder schlechte Schwachlichtleistung beim Yee Peng?

Weitere Eigenschaften von Digitalkameras

1. Preis und Gewicht

Neben Schwachlicht-Leistung interessiert Dich wahrscheinlich vor allem der Preis und das Gewicht. Bei den verbleibenden 27 Kameras gibt es da eine große Bandbreite, wie Du in den obigen Tabellen sehen kannst.

2. Standardeigenschaften

Die verbleibenden 27 Kameras haben alle folgende wichtige Eigenschaften:

  • Bildstabilisator
  • Herausrechnen von Objektiv-Verzerrungen in der Kamera (jpeg)
  • optionales RAW-Bild-Format
  • manuelle Einstellmöglichkeiten für Blende, Belichtungszeit, ISO, …
  • 3+ fps Burst-Modus
  • HD-Video

3. Bildgestaltung

Vielleicht legst Du besonderen Wert auf Freiheit bei der Komposition oder auf die Freistellung durch selektive Tiefenunschärfe

  • Zoom im Tele-Bereich
  • Zoom im Weitwinkel-Bereich
  • selektive Tiefenunschärfe (DOF)

Beim Zoom unterscheiden sich von den verbleibenden 27 Kameras die Canon G7X, mit 20% mehr Telebereich und die Canon G1X II mit 45% mehr Telebereich. Die Panasonic FZ100 bringt gleich 242% mehr Telezoom mit und die Sony RX10 sogar 485% mehr. Diese beiden Kameras sind aber entsprechend schwer. Bei den Weitwinkelbereichen gibt es keine signifikanten Unterschiede.

Du kannst natürlich für die meisten Kamerasysteme einen größeren Zoom als den Kit-Zoom kaufen, aber diese Zooms sind oft viel teurer, schwerer und unnötig. Ich würde maximal einen Zoom bis 158mm mitschleppen (105mm APS-C), ab 200mm solltest Du besser ein Stativ verwenden. Der Kit-Standard-Zoom ist der Sweet Spot bei Gewicht, Preis und Einsatzbereich.

Bei der selektiven Tiefenunschärfe (Depth of Field), erlaubt die Sony A7 50% mehr Kontrolle bei maximaler Brennweite, die Fuji X-E1 40% mehr, die Panasonic LX100 36% mehr. Eine Nikon oder Canon mit lichtstarkem f/2,8 Tamron Objektiv würde sogar 100% mehr Kontrolle erlauben als die Referenzkamera.

4. Zubehör

  • Sucher
  • Aufhellblitz
  • Batterielaufzeit

Bis auf die Sony A7 besitzen alle 20 Kameras einen kleinen Aufhellblitz, um z.B. unkompliziert Portraits am hellichten Tag zu schiessen. Bei der Sony NEX-5N/R, Samsung NX300, Samsung NX3000 und Canon EOS-M ist der Blitz leider nur zum Aufstecken und damit zum Verlieren und Vergessen.

Einen Sucher finde ich sehr wichtig für die Komposition, gerade am hellichten Tag. Folgende Kameras haben keinen Sucher: Sony a5100, Sony a5000, Sony NEX-5N/R, Fujifilm XA-1, Fujifilm XM-1, Samsung NX300, Canon G1X II, Samsung NX3000, Canon EOS-M und Canon G7X

Die meisten Kameras erlauben zwischen 300 und 500 Auslösungen pro Batterieladung (CIPA). Die Nikon D3300 kommt auf 700, die Nikon D5300 auf 600. Nur Canons G1X II, EOS-M und G7X kommen lediglich auf 240 Batterieauslösungen und weniger. Ersatzbatterie kaufen!

5. optionale Extras

  1. Wifi (Einfache Alternative: Eye-Fi Speicherkarten!)
  2. Touchscreen
  3. Schwenkbildschirm
  4. Panorama-Funktion (auch am PC möglich)
  5. HDR-Funktion (auch am PC möglich)
  6. 10+ fps Burst-Modus

Diese Bonus Extras lassen sich sehr leicht auf Snapsort suchen und für verschiedene Kameras vergleichen.

Du findest die erwähnten Daten und noch viele weitere in meinem Excel Cheatsheet für Zoom-Kameras.


Die besten Reisekameras 2014

Zur Fotokina 2014 wurden von Panasonic und Canon 2 großartige Reisekameras angekündigt. Vor allem die Panasonic Lumix LX100 ist ein Traum für jeden Reisenden: kompakt, sehr hochwertig und nicht zu teuer.

Meine Empfehlungen für die besten Reisekameras mit Standard-Zoom-Objektiv sind nach der Fotokina 2014 folgende 4 Modelle:

  1. panasoniclx100amazonPanasonic Lumix LX100 mit Fixobjektiv
    [+] leicht und kompakt
    [+] sehr lichtstark
    [+] 36% mehr selektive Tiefenunschärfe
    [+] 4K Video statt „nur“ HD

    [-] teurer als andere Kameras

    • Lichtausbeute: 296%
    • Gewicht: 393g
    • Formfaktor: µ4/3 (2,0)
    • Preis: €700 Euro
      (für diese Kamera gibt es keine vergleichbare Alternative)
  2. canong7xamazonCanon Powershot G7X mit Fixobjektiv

    [+] sehr leicht und sehr kompakt
    [+] lichtstark
    [+] großer Zoombereich, 20% mehr Tele, 11% mehr Weitwinkel

    [-] ohne Sucher
    [-] niedrige Akkulaufzeit, nur 210 Auslösungen

    • Lichtausbeute: 216%
    • Gewicht: 304g
    • Formfaktor: 1-Zoll (2,7)
    • Preis: €550 Euro
      (alternativ die teurere Sony RX 100 III mit Sucher)
  3. nikond3300amazonNikon D3300 mit 18-55 VR II Kit Zoom

    [+] robuste DSLR
    [+] optischer Sucher
    [+] günstige Aufwertung mit lichtstarkem Tamron f/2,8 Objektiv

    [-] ca. doppelt so schwer wie andere Kameras
    [-] ca. doppelt so groß wie andere Kameras

    • Lichtausbeute: 139%
    • Gewicht: 658g
    • Formfaktor: APS-C (1,5)
    • Preis: €450 Euro
  4. samsungnx3000amazonSamsung NX3000 mit 16-50 OIS Kit Zoom
    [+] sehr günstiger Preis
    [+] leicht und kompakt
    [+] im Bundle mit Adobe Lightroom

    [-] ohne Sucher
    [-] Blitz nur zum Aufstecken

    • Lichtausbeute: 94%
    • Gewicht: 391g
    • Formfaktor APS-C (1,5)
    • Preis: €330 Euro

Update November 2014
Ich habe mir selbst die Canon G7X bestellt, nachdem mir meine wunderbare aber zu schwere Nikon DSLR abhanden gekommen ist.

Eine Nikon D3300 zu kaufen, wäre naheliegender gewesen. Ich war in der Vergangenheit wirklich sehr zufrieden mit Nikon DSLRs, egal ob D40, D3100 oder zuletzt die D90. 99,5% der Bilder im flocblog sind mit diesen 3 Nikon DSLRs entstanden.

Aber ich wollte die Chance nutzen auf etwas kleineres umzusteigen und habe lange die Canon G7X mit der Panasonic LX-100 verglichen. Die Canon G7X ist €150 EUR billiger als die Panasonic LX-100, aber nach langem Abwägen würde ich sie sogar dann vorziehen, wenn sie nicht billiger wäre

Pros G7X:

  • Größe
  • Gewicht
  • Preis
  • Blitz
  • Zoom (100mm statt 75mm äqu. KB)

Pros LX100:

  • Elektronischer Sucher
  • Besseres Rauschverhalten (high ISO)
  • Batterielaufzeit
  • Schnelle, direkte Einstellmöglichkeit von Blende, Belichtungszeit und ISO

Ich stelle nur in rund 2 von 100 Bildern manuell Blende, Belichtungszeit oder ISO ein, mir reicht sonst die Belichtungskorrektur. Die G7X bietet neben einem prominenten Belichtungskorrektur-Regler sehr präzise Einstellmöglichkeiten für den Auto ISO.

Mit einem Zweitakku klingt die Canon G7X nach der idealen Kamera für mich. Ich werde berichten.

Update Dezember 2014
Die Canon G7X hat alle meine Erwartungen erfüllt und war trotzdem eine doppelte Katastrophe. Lies nach, was mir mit der Canon G7X passiert ist.

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  1. Moritz sagt:

    Hallo Florian

    sehr interessanter Bericht wieder einmal.
    Ich hatte für unsere bevorstehende Reise auf eine Olympus PEN Kamera tendiert, wegen dem Bildstabilisator und dem relativ grossen Sensor.
    Da wir aber viele Gleitschirmfotos schiessen wollen, brauchen wir wahrscheinlich ein grosses Zoomobjektiv, welches ich nicht zusätzlich mitschleppen will.
    Im Moment liebäugle ich mit der Olympus Traveller SH-1. Superzoom, 5-Achs Bildstabilisator, laden über USB möglich (Gewicht!) aber leider natürlich ein kleinerer Sensor :-/

    Was denkst Du zu dieser Kamera?

    Grüsse
    Moritz

    Antworten
    • Hi Moritz,

      u4/3 Sensoren leuchten mir nicht so sehr ein, weil die Kameras nicht wirklich kleiner, leichter oder günstiger sind, als APS-C, trotz Einbussen bei der Leistung. u4/3 waren die ersten spiegellosen Kameras, aber jetzt wo es APS-C Spiegellose gibt, schauen die auf dem Papier deutlich besser aus.

      Große Ausnahme: Panasonic Lumix LX-100!
      Kleinere Ausnahme: Canon G1X II

      Die Olympus Traveller SH-1. Superzoom hat halt einen wirklich kleinen Sensor, noch kleiner als 1″. Für mich wäre das nix.

      Die Canon G1X II hat einen Zoom bis 112mm und ist auch sonst sehr empfehlenswert. Meinste das reicht Dir?

      Statt einem großen Zoomobjektiv kannst Du generell auch eine Festbrennweite mitnehmen. Du weisst ja, wann Du Gleitschirme fotografieren gehst und sparst Dir dadurch das Hin- und Herwechseln. Leider denke ich, dass Festbrennweiten im Telebereich mit 85mm oder gar 105mm sehr teuer werden.

    • Ich kenne leider keine Webseite, die das mit dem USB-Laden vergleicht und denke es ist eher ein außergewöhnliches Feature. Evt. gibt es Adapter von USB auf Ladestation? Oder Solarpanels?

      Es sind noch 2 Kameras mit großem Zoombereich hinzugekommen, die Sony RX10 und die Panasonic FZ100.

  2. smk sagt:

    Cheers,

    lieben Dank für den starken Artikel.
    Grandiose Arbeit.

    Wie schaut es mit den Modellen Lumix FZ1000 und Sony RX10?
    Was denkst du darüber?

    Beste Grüße

    Antworten
    • Hi und danke!
      Ich habe die beiden Kameras in der Liste ergänzt. Hauen mich beide nicht vom Hocker. Kleiner Sensor, schwer und teuer.

      Wenn Du viel Zoom im Telebereich willst und sowieso 800g Gewicht in Kauf nehmen würdest, dann würde ich eher zu einer Canon SL1 oder Nikon D3300 mit 18-105mm (27-158mm)oder gar 18-200mm (27-300mm) greifen. Das wiegt nicht viel mehr, ist nicht viel teurer, aber dann hast Du einen APS-C Sensor und ca. 3 Mal bessere Schwachlicht-Leistung.

      Ab ca. 200mm Tele, solltest Du aber auch mit den DSLRs ein Stativ verwenden…

    • Hi nochmal. Ich habe gerade einen Fehler in der Berechnung ausgebessert, der die Sensorgröße doppelt gewichtet hat. Die FZ100 und v.a. die RX10 schauen doch viel besser aus, als ich dachte. Ich würde wegen dem optischen Sucher trotzdem zur Nikon D3300 greifen, aber von der Schwachlichtleistung gibt es kaum Unterschiede.

    • smk sagt:

      Lieber Florian,

      besten Dank für dir Migration beider Modelle.
      Das ist klasse.

      Auf der Suche nach der effizientesten „immer dabei Kamera“ ist dein Beitrag für mich extrem wertvoll. Auf dem Papier gibt es hier klare Favoriten.

      Das schwierigste bei der Kamera Suche ist für mich, das beurteilen der besten Bildqualität.Insgesamt habe ich mir über einen langen Zeitraum diverse Modelle angeschaut. Parallel beurteile ich das Modell mit voll aufgelösten occ Bilder über Flickr.
      Eine enttäuschende Bildqualität trotz guter Zahlenwerte ist leider nicht selten.

      Die Bildquali der Modelle D3300 mit genanten Optiken, die XE-1 mit Kit Objektiv
      und die 100d mit 18-55 konnte mich bis dato nicht überzeugen.
      Insgesamt teste ich grade die Sony RX10 und bekomme trotz des kleineren Sensors immer wieder diesen Wow Effekt beim beurteilen der Bilder
      Das Paket aus Bildquali, top Videoquali, 24-200mm Brennweite von Makro bis Wildlife, mit durchgängig F2.8, leiser spiegelloser Technik, keinem Staubproblem wegen Objektivwechsel und keine zweite Objektivlast
      motivieren die 800Gramm am Hüftbeutel durch die Steppe zu tragen. Bin aber dennoch unentschlossen, ob es das jetzt wirklich ist ;)
      Auf die LX100 bin ich sehr gespannt. Über weitere Vorschläge zu einem eierlegenden Wollmichsau Minimalsetup freue ich mich sehr.

      Sonnnegrüße

    • smk sagt:

      Den Blog zu diesem Thema finde ich sehr inspirierend: http://www.littlebigtravelingcamera.com

      cheers

    • Also die Zahlen beschreiben ausschließlich die Schwachlichtleistung eines Kamerasystems, nicht die Bildschärfe oder „Bildqualität“. 200% heißt einfach nur halb so lange Belichtungszeit für ein äquivalentes Bild, verglichen mit 100%.

      Natürlich wären bei einem 200%-Wert bei gleicher Belichtungszeit auch Dynamikumfang und Farbtiefe besser, aber ich gehe lieber vom schlimmsten Fall aus, als vom besten. Oft schöpfe ich die Belichtungslimits nämlich aus.

      Kurz gesagt, ich gehe nicht davon aus, dass ich genug Licht und Zeit (und ein Stativ) habe, um die beste Bildqualität aus einer Kamera herauszukitzeln. Ich will beim Reisen einfach nur Bilder schießen können, die technisch in Ordnung sind:
      * richtige Belichtung
      * kein feststellbares Verwackeln
      * keine feststellbare Bewegungsunschärfe
      * kein feststellbares Bildrauschen

      So lange ich solche Bilder in möglichst vielen Situationen machen kann und dazu ein leichtes und günstiges Kamerasystem habe, verzichte ich gerne auf die letzten 10% Bildqualität.

  3. Moritz sagt:

    Lieber Florian

    vielen Dank für deine Antwort!
    Mir wäre es auch lieber eine Kamera mit einem grossen Sensor zu haben!
    Ausserdem werden wir lange ohne Strom auskommen müssen. Dazu haben wir einen Zusatzakku mit usb Anschluss gekauft. Weisst du wo man rausfinden kann, welche Kameras per USB geladen werden können und welche nur mit externem Ladegerät? (gibt es eine Webseite, welche dies vergleicht?)

    Antworten
    • Sorry, ich weiß nicht wo man das übersichtlich in Erfahrung bringen kann. Wenn ihr mich fragt ist ein USB-Charger eher etwas exotisches, aber was weiß ich schon. Ricoh macht manchmal verrücktes Zeug mit Chargern und bietet manchmal auch aktuelle Kameras mit normalen Batterien an (z.B. Eneloops).

  4. Arno sagt:

    Ich fotografiere schon lange mit meiner DSLR von Canon. Es ist nicht mehr das neueste Modell, für meine Ansprüche aber ausreichend.
    Trotzdem stört mich natürlich die Unhandlichkeit. So ein „kleines Ding“, für das man nicht zwingend Kameratasche usw. braucht, wäre manchmal schon toll.
    Die Akkuleistung wäre für mich eher zweitrangig. Wir sind selten länger als ein paar Tage am Stück fernab der Zivilisation und würden deshalb auch mit Wechselakkus zurecht kommen.
    Toller Artikel!

    Antworten
    • Ja, die leichte Handhabung ist der große Reiz der Systemkameras. Ansonsten hast Du gegenüber Deiner älteren Canon wahrscheinlich keine Vorteile. Reicht aber auch schon, oder? ;)

  5. Neben meiner Vollformat-SLR habe ich auch stets eine kleine Kamera dabei, die in die Hosentasche passt. Denn: was nützt die beste Kamera, wenn sie im richtigen Moment nicht zur Hand ist (bei mir ist das oft auf den Fahrrad).
    Diese Kameras verschleißen in meinem Gebrauch schnell, dh ich kaufe mir mindestens einmal im Jahr eine neue. Damit habe ich über die Jahre recht viel Erfahrung gemacht und weiß nun genau, was ich will.

    Ich stimmt dir zu mit deiner Übersicht und deinen Argumenten. Ich mag ja eh deine Art zu denken und Dinge zu zerlegen.

    Im Moment habe ich also die Sony RX 100 III dabei. Sie ist gerade noch hosentaschentauglich, und sie ist die beste kleine Kamera, die ich je hatte.

    Ich stimme dir auch zu, dass die Canon PowerShot G7X vermutlich dieselbe Leistung bringt sie diese Sony, und das zu einem besseren Preis.

    Nur bei einem – für mich enorm wichtigen – Detail bin ich mir nicht sicher. Und zwar lässt sich die Sony RX 100 III ganz wunderbar mit einem Micro-USB-Kabel laden, also ohne Ladegerät, und nur mit dem Kabel, das für die meisten Smartphones eh genutzt wird. Ich kann also meine Sony in jedem Auto, Flugzeug, an jedem TV und vor allem auch an meinem Fahrrad schnell laden.

    Geht das auch an der Canon? Falls ja, dann wird sie meine nächste Kamera, denn die Sony ist beim Burning Man schon fast über ihren Zenit…

    Antworten
    • Wenn die Kamera das einzige war, das beim Burning Man kaputt ging, biste ja gut davongekommen ;)

      Ja, Dinge zu zerlegen und möglichst zu veranschaulichen halt ich für wichtig.

      Danke fürs Teilen Deiner Erfahrungen mit der RX100 III. Was hältst Du denn von dem Electronic Viewfinder an der Kamera im Vergleich zum analogen?

      Das mit dem USB-Kabel scheint ja ein gefragtes Feature zu sein! Leider finde ich selbst auf snapsort.com, der Seite die alles vergleicht, nichts dazu. Hier sagt jemand in einem Vergleich „I wish Canon had usb charging, surprisingly I found it very handy when I bought Rx100“

      Impliziert also leider nein!

      Hier sogar noch deutlicher, standalone charger only.

      Was hältst Du denn generell von der Panasonic Lumix LX100? Die ist ja doch leistungsstärker. Nicht kompakt genug?

      Real World Pictures LX100
      Real World Pictures G7X

      Frag mich bitte nicht nach nem USB-Charger bei der LX100, ich find dazu nix ;)

  6. Also, habe nun beide, seit ca 2 Monaten die Sony RXIII und seit heute auch die Canon G7X.
    Was mir sofort auffällt:

    1) Die Tasten der Canon sind viel leichter „fühlbar“, also auch ohne Hinschauen bedienbar. Das ist ein großes Plus. Vor allem, weil bei der Sony ständig aus Versehen der Video-Modus aktiviert wird.

    2) Die Sony merkt sich, wie oft man auf den An/Aus-Schalter gekommen ist, und dann arbeitet sie es geflissentlich ab, indem sie zig Mal das Objektiv ein- und ausfährt. Vor allem, wenn man versehentlich auf den Schalter gekommen ist (man glaubt nur ein Mal, tastsächlich aber zB zwei Mal), dann drückt man ihn sofort erneut, um das Ausschalten und das lange Hochfahren schnell zu korrigieren, tatsächlich aber saust das Objektiv danach sofort wieder rein, weil es eben das dritte Mal war, usw. Das nervt fürchtlerlich, und ich habe schon einige gute Motive damit versäumt. Bei der Canon ist das besser, sie hat keinen „Vorrat“ an Einschaltvorgängen.

    3) Die Sony lässt sich per USB laden, und ein Micro-USB-Kabel hat man ja eh immer dabei, vor allem Leute mit Android oder Akku-Pack fürs iPhone. Die Canon kann man leider nur per Ladegerät laden. Das ist für mich fast ein KO-Kriterium, und ich überlege, ob ich sie deswegen zurück gebe. Denn dieser Kamera -Typ ist ja für die Reise da.

    Antworten
  7. PS: Sehe gerade, dass du mir geantwortet hast. Verdammt – ich hätte mir die Canon sparen können ;)

    PPS: Den Viewfinder an der Sony habe ich noch nie benutzt. Ich verstehe nicht, wozu er gut sein soll.

    Antworten
  8. Moritz sagt:

    Also ich habe mich schlussendlich für die NX3000 entschieden. Sie bietet sogar USB lademöglichkeiten wie hier: http://www.trustedreviews.com/samsung-nx3000-review
    beschrieben!

    Vielen Dank für die Aufstellung aller Kandidaten und die Beantwortung der Fragen!

    Antworten
  9. Fietje sagt:

    Moin Florian,

    deine ausführlichen Ausführungen hier (DANKE dafür!!!)
    und auch die Kommentare lassen mir die
    Canon Powershot G7 X
    im Vergleich zur Sony RX 100 II
    noch attraktiver für meine Erstkamera-Anschaffung erscheinen.
    Ich suche wie du nach einer perfekten Reisekompakten, die Folgendes bietet:

    – Klapp- u. Dreh-Display,
    – Bildschirmlupe im Display
    – Manuelle Fokussierung möglich
    – A = BlendenprioritätsModus im Programm-Angebot
    – Optischer Sucher,
    – lichtstark: Blende F 1.4 – 2.8
    – bei Brennweite 24 – 140 mm,
    – Jackentaschenformat,
    Makro möglichst ab 1 cm,
    – Gewicht ca. 250 gr

    Dabei ist mir insbesondere die Makrotauglichkeit sehr wichtig.
    Leider gibt´s die Olympus Stylus XZ-10 (28-112 mm / F 1.8-2.7) nicht mehr;
    der Panasonic Lumix DMC-LX 7 (24-90 mm/ F 1.4 -2.3) fehlt der Klappmonitor und auch die Brennweite mit 90 mm ist etwas knapp bemessen
    und die Sony RX 100 II fällt am langen Ende der Brennweite (100mm gerade noch ausreichend) hinsichtlich der Lichtstärke (F4.9) zu sehr ab.

    Wie schätzt du für meinen besonderen Makro(!)- u. Reisebedarf die
    Canon Powershot G16 (28-140 mm / F 1.8-2.8) ein? Sie hat allerdings keinen Klappmonitor – eigentlich für mich ein K.O.-Kriterium für Makro.

    Zur Zeit fotografiere ich mit einer Canon Powershot S 95 (28-105 mm / F 2.0-4.9),
    stosse aber bei Makro immer wieder an Grenzen (z. B. fehlt mir der Klappmonitor bei erdnahen Fotos) und möchte mich beim Neukauf entscheidend verbessern.

    Kennst du eine andere Kamera, die meine Bedürfnisse voll abdecken könnte?

    Antworten
    • Hi Fietje,

      die Canon G16 klingt erstmal nicht schlecht, aber Du musst bedenken dass der Sensor wirklich sehr klein ist. Der 1/1,7″ Sensor hat einen Crop-Faktor von 4,6 verglichen mit einem Crop-Faktor von 2,7 bei der G7X und anderen Kameras mit 1″-Sensor. Das ist schon fast im Smartphone-Bereich.

      D.h. von der Schwachlichtleistung und der selektiven Tiefenschärfe würde f/1,8-2,8 mit der G16 äquivalent sein zu f/2,5-3.9 mit der G7X oder RX100 (Zahlen sind über den Daumen gepeilt, Logarithmus is a bitch)

      Genau so ist das mit Panasonic Lumix DMC-LX 7 und noch schlimmer mit der Olympus Stylus XZ-10 (1/2,3″ Sensor)

      Ich habe mir nur Sensoren ab 1″ angeschaut, denn die Sensorgröße ist neben der Optik ein entscheidender Faktor.

      Generell suchst Du 3 Kameras in einer:

      1. kompakte Reisekamera
      2. Kamera mit überdurchschnittlichem Zoombereich
      3. Makro-taugliche Kamera

      Da wirst Du um einen Kompromiss nicht herumkommen oder Du brauchst 2 Kameras oder eine Kamera mit Wechselobjektiven, z.B. eine 85mm Festbrennweite für Makro.

      Wenn Du auf 100mm Brennweite und geringes Gewicht Wert legst, würde ich zur G7X raten. Wenn auch 70mm ausreichen kommt die Sony Rx100 III in’s Spiel, wenn’s auch größer und schwerer sein darf die LX100 von Panasonic oder gar eine Sony a5100 oder Samsung NX mit Wechselobjektiven. Wenn’s dann noch teuer sein darf eine Fuji mit Wechselobjektiven…

      Mit Makros kenne ich mich leider nicht aus, deswegen kann ich dazu nix sagen.

  10. Fietje sagt:

    Moin Florian,

    du hast Recht – die eierlegende Wollmilchsau als Kamera gibt´s nicht; also muss ich einen Kompromiss eingehen!

    Bei den für mich zukünftig im Zentrum stehenden Makroaufnahmen ist mir die Canon G7X hinsichtlich der Brennweite mit ihren 100mm nicht ausreichend, übrigens auch hinsichtlich des minimalem Arbeitsabstandes bei Makros nicht. Sie ist also trotz geringem Gewicht und Kompaktheit für mich ungeeignet; auch mit einer zusätzlichen Raynox-Vorsatzlinse und Adapter.

    Die Zugeständnisse muss ich daher wohl beim Gewicht und bei der Kameragröße machen; bei der Bildqualität (= Sensorgröße) bin ich nicht dazu bereit.
    Und bei diesen Rahmenbedingungen springt mir die in deiner Tabelle nicht besonders gut eingestufte Nikon D5500 wegen ihrer hervorragenden Bildqualität bei relativ geringer Größe u. Gewicht und bei einem angemessenenen Preis (besonders im Vgl. zu Fuji, Leica, Ricoh) ins Auge. Für diese Kamera gibt´s ein breites Angebot an Makro-/ Festbrennweiten- Objektiven, aus denen ich das geeignetste (Gewicht/Brennweite/Blende/Kaufpreis) auswählen kann.

    So wird´s wohl die Nikon D5500 werden. Vor dem Kauf sammle ich aber noch Infos im Internet zu diesem Kameramodell und werde auch auf der GDT-Veranstaltung in Lünen am Wochenende mit Tier- und Naturfotografen mal darüber reden…

    Fällt dir was Kritisches zu dieser Kamera ein oder kennst du eine geeignetere für mich?

    Erstmal vielen Dank für deine Anregungen und bis dann – ich schreib dir auf alle Fälle, für welche Kamera ich mich entschieden habe.

    Antworten
    • Hi Fietje, die Nikon D3X00/D5X00 schneidet bei mir nicht so gut ab, weil ich vom Kit-Zoom ausgehe oder maximal von einem Tamron f/2,8-Zoom.

      Wenn Du eine ordentliche Festbrennweite auf die D5500 schraubst, dann geht die ab wie eine Wildsau! ;)

      Übrigens, die Nikon D3X00-Reihe hat den jeweils gleichen Bildsensor wie die D5X00en und ist leichter und günstiger. Auf Drehbildschirm und einige Software-Features musst Du bei den D3X00en aber verzichten.

      Bildqualität-Sensorgröße Exkurs
      Was die Bildqualität angeht, ist Sensorgröße übrigens nicht alles. Es hängt auch von der Sensorgeneration ab. Gerade der moderne 1″ Sensor, der in den Sony RX100 und Canon G7X verbaut ist, ist leistungsstärker als man aufgrund der Größe erwarten würde. Aus diesem Grund rechne ich hier mit den aufwendig gemessenen ISO-Werten von DXOMark und nicht mit der sogenannten äquivalenten Blende, wie es dpreview.com macht. Die sog. äquivalente Blende bezieht sich nur auf die Sensorgröße, die DXOMark-Werte sind reale Kennzahlen und viel aussagekräftiger für Schwachlichtverhalten und Bildqualität. Für selektive Tiefenunschärfe zählt hingegen nur die äquivalente Blende.

      Canon G3X
      Aus diesem Grund, würde ich Dir auch mal einen Blick auf die Canon G3X empfehlen, wenn Du nur mehr Brennweite brauchst. Dort ist der gleiche 1″-Sensor verbaut, wie in der G7X und die Kamera hat einen Brennweitenbereich von 24-600mm. Mein Kollege Marc von Reisezoom hat die G3X getestet. Wie es mit Macro-Eigenschaften bei der Kamera ausschaut, weiß ich nicht. Auch kann das Objektiv mit einem dermaßen hohen Zoombereich nicht so der Hit sein, oder?

      Macro-Objektive
      Für Macros in guter Qualität kommst Du um eine Festbrennweite nicht herum. Die G3X wäre nur dann ein Kompromiss, wenn Du keine Objektive wechseln willst. Es muss aber keine DSLR sein, auch für Systemkameras gibt es Festbrennweiten und spezialisierte Macro-Objektive, z.B. für die Samsung NX-Serie und für die Micro Four-Thirds (MFT) von Panasonic und Olympus. (Achtung: MFTs haben einen kleineren Sensor mit schlechteren Eigenschaften, dafür sind die Objektive kleiner)

      Tipp: Systemkamera
      Ich würde an Deiner Stelle die Objektive bei lenshero.com auf Macro-Tauglichkeit durchschauen. Gehe die verschiedenen Lens-Mounts durch, v.a. Samsung NX, Micro Four Thirds, Sony E und Fuji X. Dort siehst Du, ob eine Systemkamera bei weniger Gewicht die gleiche Qualität liefert und was das kosten würde.

      Wenn Systemkameras nichts für Dich sind, hast Du immer noch die Wahl zwischen Nikon DX und Canon EF. Die Objektive sind wichtiger als die Kamera, also gehe von den Objektiven aus.

      Viel Spass beim Kamera suchen. Ich würde mich freuen, wenn Du beim Kauf bei Amazon meinen Link verwendest und wenn Du Deine Kaufentscheidung hier teilst.

  11. Thomas sagt:

    Hallo Florian,

    diese ganzen Kameramodelle die hier genannt wurden, bin ich schon alle durch. Und ich habe das Dilemma, was fast jeder hat – Akzeptiere ich weniger Flexibilität, Bildqualität, Schnelligkeit und habe dafür geringstes Gewicht und Packmaß oder akzeptiere ich keine Kompromisse und komme mit den bestmöglichsten Bildern nach Hause und schleppe dann halt immer diese magische 1kg Grenze als Bricketstein mit mir herum? Deine ganze Statistik fällt ineinander zusammen, wenn man eben Flexibilität, Bildqualität, Schnelligkeit UND den Preis reinrechnet, denn eine sauteure Kamera ist auf Reisen nicht ohne (Diebstahl, Angst, Kosten für extrem teure Objektive wenn Staub oder Regen oder Dreck reingekommen ist, Dreck in Body bei Wechsel der Optik reinkommt oder sogar der Spiegel klemmt, wenn man die DSLR mal ein paar Monate vor dem Urlaub gar nicht genutzt hat etc. + Reisebilder armotisieren nicht mal in > 1 Jahr den Preis des Equipments, denn nur die Bilder gehen gut, die man schwer selbst machen kann (Hubschrauberaufnahmen aus der Luft, extrem weit entfernte Objekte im Detail, People, besondere HDR-Panoramen zur goldenen Stunde, wo man natürlich auf Reisen nicht die Zeit dazu hat etc. Vergessen kann man Wildlife und Standardstraßenszenen sowie Knipserbilder im Vorbeilaufen, also alles was Spaß macht :), da nicht viel Aufwand. Mit Glück kann man mit 35mm x 1,5 = ca. 50mm Normalwinkel Festbrennweiten einen besonderen Moment oder Ausschnitt treffen, aber die Festbrennweite wird man mit dem Bild nicht mal in 4 Jahren abbezahlt haben.)). Ich lande immer bei 7-10x optischem Zoombereich. Mit niedriger Brennweite komme ich nicht klar und ich war oftmals bei Veranstaltungen verärgert über die 18-105er Allround Brennweiten, die als noch optisch gut gelten, aber wesentlich mehr Freiraum zur Bildgestaltung gegenüber 18-55mm Kit-Optiken bieten. Hingegen fällt dann aber alles in sich zusammen, denn die lächerlichen 100-200g Unterschied einer der leichtesten Systemcams wie Alpha 5000 oder 5100 oder ILCE6000 bringen mit ihren 270-ca. 350g Bodies keinen großen Vorteil mehr gegenüber einer D3300 mit 440g Body, aber viel billigeren Optiken, bei viel mehr Objektivauswahl. Ich rechne nur mit betriebsbereiten Bodies, der Rest ist Unsinn. Und die Unsitte, sauteure Aktivadapter an NEX oder CLC Alpha Bodies zu montieren, um an die A-Mount DSLR höheren Brennweiten zu kommen, ist totaler Unsinn, da 200 Euro rauf, 150-200g extra, unbequem haltbar, kein Vorteil mehr der CLC vs DSLR. Und viele sagen wie toll doch die EVF’s sind. Ich habe sie auch alle durch, von den ultraschlechten (a3000, FZ72) bis hin zu den besseren (a6000, TZ101/110 z.B.) – egal wie scharf die sind. Sie fressen Akkus auf und sind nie so schnell wie die 1:1 Darstellung der Realität vor dir mit umgelenktem Licht, was nur minimalst Strom verbraucht durch das Umklappen. Seltsam, dass ich mit DSLR 800 Fotos+ schießen kann (mir reicht genau 1 Akku für den Tag aus, bei RX100 2-3, bei Systemcams immer 2) und auch der Vorteil, dass am Abend das Restlicht durch EVF verstärkt werden kann, zieht nicht. Es rauscht und irritiert statt zu helfen. Bleibt noch die Extra-Infos, die eingeblendet werden können – brauch ich nicht, ich weiß schon was ich mache. Seit über 5 Jahren verstehe ich den Vorteil von Systemkameras gegenüber DSLR’s nicht. Nehme ich jetzt eine a6000 (damit rennen die meisten rum, die für Geld beste Bildquali haben wollen, naja, zumindets bis ISO800, danach kommt aquarellieren und nicht wie bei den alten Hasen von Canon und Nikon ein langsam einsetzenden Rauschen, was versucht, die Details zu belassen. UND – nicht jeder hat Bock, am Rechner Monate-lang zu sitzen, um die RAWs rauszurechnen. Bringt nix – wenn der Sensor und die Engine nicht gut sind, dann vebrät man hier nur seine Lebenszeit. RAW helfen wirklich nur, wenn man sich in der Belichtung vehaut hat oder die Farbe anpassen möchte bzw. sich ein HDR basteln will bzw. falls Sensor wirklich was taugt, über ISO1600 die Bilder zu verweichen und runter zu skalieren, damit sie noch durch die Agentur rutschen. Aber das muss man nur machen, wenn die JPG Engine der Kamera Mist ist. Und da wie gesagt lieber eine Kamera kaufen, wo die JPG Engine bedenkenlos genutzt werden kann, so dass man nur noch ab und zu in RAW eingreifen muss. Damit fallen die Alpha Systemkameras raus, da man hier ab ISO400 schon in RAW schießen muss, da die Engine Aquarelle bildet. Komischerweise werden die Meisten bei Samples hinters Licht geführt, da die bei Alphas gerne unter ISO400 im besten Sonnenschein gemacht werden und immer die EXIF’s beachten bzw. die Extrainfos, mit welchem Objektiv denn das schöne Bild zustande kam (ich hasse das, wenn die EXIF’s gelöscht werden oder jemand mir ein verfriemeltes RAW zu JPG Bild zeigt, was am besten noch gesättigt, überschärft und runterskaliert wurde). Bringt ja nichts, wenn das alles nur mit Festbrennweiten gemacht wurde und man leicht in den Urlaub will, genauso wie Zoomobjektive nicht bei Offenblende als Sample gezeigt werden und man plötzlich im Kleingedruckten lesen muss, dass das Ding erst mindestens 2-fach abgeblendet plötzlich am Anfang was taugt, aber ab Mittelbrennweite dann dafür in der Mitte unscharf wird :( …). Und – ich habe auch oft in der Vergangenheit vergessen, dass ein F1,8 an einer RX100 z.B. mit 1″ Sensor nicht unbedingt mit einem F3,5 an einer APS-C Kamera verglichen werden können. Darauf fallen viele rein. Klar, die Engine hintendran kann noch etwas bei höheren ISO-Werten retten, aber sie kann nur eines – das Bild stückweise verschlechtern, bis die Details geplättet sind. Da hilft kein herumreden oder Hokus-Pokus. Also – will man 10x Zoombereich haben, dann treten FZ1000, TZ101/110, a5100/6000 und D3300/D5500 (gleicher Sensor, gleiches Gewicht, aber D5500 natürlich etwas bessere JPG Engine, dafür doppelt Cash, wie immer…, D5300 eine der besten APS-C DSLR’s, leider schwerer und deutlich teurer wie D3300 mit gleichem Sensor für ca. 10-15% bessere Bilder) gegeneinander an und zwar jeweils mit 18-200er Objektiven. Und schwupps – wiegen sie fast alle gleich viel und sind fast alle gleich groß, mit der einzigsten Ausnahme – der TZ101/110, die knapp über 300g wiegt, und 1″ Sensor hat mit JPG/RAW + EVF. Für Amateure und den Knipser, der noch 10MP Lizenzen bis ISO800 verkaufen will, aber kein Bock auf schleppen hat – TZ101/110. Sie ist aber eine „mixed bag“ – sie aquarelliert ab und zu selbst bei eingestellter JPG Engine schon bei ISO125 – manchmal top, manchmal grottenschlechte Bilder, plus lichtschwaches Objektiv, plus Randunschärfen, abblenden, noch lichtschwächer. Eignet sich also nur für Sonnenschein und ISO800 max, auf Konzerten bei Lowlight mit RAW Gefriemel, aber rauscht halt helftig. Trotzdem, echte 10MP im Vergleich zu den 5-6MP der Handies und Knipsen, immerhin. Als nächste fällt die FZ1000 flach, sie eignet sich bis ISO1600 in RAW, da weniger verzeichnendes Objektiv und ab ca. 100mm F4 durchgängig nutzbar sind, ohne abzublenden. Leider – fast um 800g und Body einer D3300, dafür 640-700 Euro. Hmm, da kriege ich doch schon eine D3300 mit 18-200er, oder? Also – FZ1000 für Amateure geeignet, aber kein Gewichts/Bildquali/Kosten-Vorteil mehr gegenüber CLC/DSLR mit 18-200, die bessere Auflösung schaffen und somit mit 24MP Sensoren Crop mehr Brennweite schaffen als die interpolierteren 20MP Bilder der 1″ Lösung, wo man auf ca. 12-14MP abrutscht, dank gutem Objektiv. a6000 (hat EVF, deshalb vergleichbar) mit 18-200 = ca. um die 740-770g Gewicht, D3300 mit 18-200 ca. um die 850g. Kosten D3300 + 18-200 = ~ 540 Euro, wenn man alles richtig macht (leicht gebraucht, aber mit Rückgabe-Option), a6000 + 18-200 = ~ 750-820 Euro, falls ebenfalls Body ohne 16-50er (Mist) leicht used + Tamron NEX E-mount Kopie des Sony Pendants 18-200mm leicht used gekauft werden. Wo bleibt denn hier jetzt noch der Vorteil des Systemlösung, wenn ich Praxis-relevante Nutzerszenarien durchgehe? Wie ich am Anfang gesagt habe, es unterscheidet sich nicht mehr (gerade nur 100g Unterschied am Ende, dafür aber extrem unbequem zu tragen mit größeren Optiken, die man immer braucht) zwischen CLC und DSLR. Einzigst der Preisunterschied ist heftig und die Objektive sind viel billiger bei DSLR’s und ich erhalte viel mehr Möglichkeiten, bei gleichem Sensor (D3300 = 24MP Sony Sensor, wie D5300/5500, bewusst habe ich die veralteten 18MP Canon Sensoren nicht mit aufgeführt). Bridges, die was taugen wiegen fast genauso viel, aber mit den Bildern wird man immer unzufrieden sein. 1″ Sensoren sind nur mit kleinen, lichtstarken, verzeichnungsfreien Optiken ideal. G3X von Canon keine Chance gegen Abbildungsqualität einer selbst auf 12-16MP gecroppten 300mm APS-C 24MP Optik, dabei aber 750g. Wieder lächerliche 100g Unterschied zur DSLR. Am Ende hat als kleine Cam vom P/L Verhältnis immer nur die RX100 I überlebt. Dazu als Hauptcam die DSLR, an der man irgendwie nie vorbeikommt, da sie einfach scheissrobust und flexibel ist und keinen Nachteil gegenüber einer CLC mit gleichem Objektivtypus hat.

    Antworten
    • Hi Thomas, danke für Deinen langen Kommentar, sehr interessant.

      Der Artikel richtet sich nicht an Profis, die ihre eigenen Vorstellungen und Ansprüche haben und sowieso beratungsresistent sind.
      Mir geht es um die unschlüssigen Reisenden, denen man eingeredet hat sie brauchen für ihre Urlaubsfotos eine fette DSLR oder Systemkamera, am besten Vollformat.

      Du hast völlig recht, dass jede Kamera ein Kompromiss zwischen Flexibilität, Bildqualität, Preis und Gewicht/Packmaß ist. Das macht den Kameramarkt doch erst interessant ;)

      Mir ist es wichtig, dass meine Leser ihren Kompromiss nicht bereuen.

    • Thomas sagt:

      Hallo Florian,

      ich wollte mich hier nicht als Verfechter von den Elefanten Nikon und Canon darstellen. Ich habe nichts gegen Systemkameras. Sie sind nur dann ok, wenn man wirklich eine Systemkamera mit GUTEM kleinen Kit-Objektiv als Vorjahresmodell günstig im Angebot oder als B-Ware kauft. Sie sollten, wie Du schon geschrieben hast, diese magisch 500g Grenze nicht groß überschreiten, denn dann geht der ganze Vorteil einer Systemkamera flöten. Viele kaufen halt nur das Kit und wechseln nie die Linse. Das ist deswegen schade, da eine Alpha 5000-5100-6000 an sich eine sehr gute Detailwiedergabe am hellichten Tag schaffen, aber auf Grund des Gewichtsvorteils und der geringstmöglichsten Maaße ein geschrumpftes 3x Allround Kit Objektiv dabei haben, was die ganze Sache wieder unsinnig macht, da hier alles auf Kosten der Bildqualität wieder geht. Kauft man hingegen die Vorgängermodelle wie die Nex-7 z.B. und belässt es beim 18-55er statt dem zusammengeschobenen 16-50er, dann zahlt man ca. 400 Euro im wenig gebrauchten Zustand und hat eine Linse, die zwar nicht megagut ist, aber schon ansehnliche Resultate liefert, leicht genug ist und das Potential der geringen Größe und des etwas geringeren Gewichts gegenüber einer DSLR ausnutzen, solange eben nur das 3x Kit Objektiv draufbleibt. Für 400 Euro wird es z.B. recht schwierig, im 3x Bereich bei einer DSLR die gleiche Bildqualität für ähnliches Gewicht bei ähnlichen Maaßen zu erreichen – die Canon 100D mit 18-55mm Kit wird schlechter sein, nur die D3300 mit dem 18-55mm Kit II (das Kleine) wird mit der NEX-7 konkurrieren, aber eben knappe 100-150g schwerer sein. Will man jetzt aber ein 5x oder 7x Allround „ich verzeichne wenig, koste noch nicht viel und wiege nicht nicht zu viel, habe aber ausreichend Brennweite für den Alltag und bin auch nicht allzu groß“ Objektiv dranmontieren, verlieren wieder die Systemkameras, da es A) schwierig ist, solche Objektive bei bestimmten Systemen zu bekommen und B) wenn sie da sind, das gleiche Gewicht haben wie die DSLR Pendants und dabei gebraucht immer im Schnitt das doppelte Kosten werden und C) man die Systemkamera nicht mehr gescheit halten kann, da sie extrem kopflastig wird und am Bauch nach unten hängen wird und selbst beim Halten Probleme bereitet, da man dann teils den Body um das Objektiv dreht, um zu zoomen, da der Body keinen Halt bietet und wenn, dann ist der CLC Body nahe bei der kleinen DSLR von den Maaßen und dem Gewicht wieder angekommen. Hier zeigt sich die Problematik – will man in die Zukunft gehen, dann wird man sich Objektive kaufen wollen, die oberhalb des nahen und Anfang mittleren Bereichs schwer sein werden. So wird man die Lust auf die CLC verlieren oder ein 2er Body-System schleppen, was Gewichts-mäßig und Platz-mäßig nur noch Nachteile hat. Nur so ein Beispiel – Verwandte haben mit Knipsen angefangen – alles leicht, unkompliziert, viel Brennweite, sehr flexibel. AAAABER – irgendwann wurde dann doch moniert, dass die Bilder schlecht aussehen (vor allem in Innenräumen, am Abend, wenn es schnell gehen muss, wenn man croppen will, wenn man sie weiterverarbeiten will, wenn man sie im größeren Fotoalbum ausdrucken will, bzw. wenn bald alle UHD TV’s haben werden und man ab und zu doch Lust auf Details im Foto hat = croppen verboten…). Also – gerne bessere Bildqualität erwünscht. Jetzt fängt das ganze Problem an. Es ging zum 1″ System – ja, deutlich bessere Bildqualität, aaaaaaber – Kommentar „Mir fehlt der Zoom!“. Ergo – Canon G3X, Panasonic G5 14-140, Panasonic FZ1000, Nikon J5 10-100. Ergebnis – alle wieder zurückgegeben außer – G3X blieb, da 25x. Nach Urlaub – „Bilder toll, aber… … zu schwer!“. Toll, will Zoom, top Bilder, aber nix schleppen. Hmm, RX100 – äh, kein ausreichender Zoom. OK, 2er System, 1 x RX100 + 1 x Travellerzoom mit 30x = Kompromiss, Teleaufnahmen für die Tonne, Wechselei, Akkus, Lademist und Kabelsalat, nee. Und – tataa – Gerade Anfang 2016 rausgekommen und paar Monate nach G3X Kauf im US Forum erwähnt – da gibt’s was von Panasonic mit 1″, kompakt und Travellerzoom 10x. Das lies aufhorchen! Aha, um 320g, Jackentaschen-kompakt, 10x Brennweite und 1″ mit 4K Vids und schnellem AF + RAW. OK, G3X tschüss, bevor die Preise purzeln. FZ1000, wozu noch?!? Und das war der Leidensweg. Am Ende zum Glück ein einziger Hersteller im Moment der eine WIRKLICH kompakte 1″ Travellerzoom anbietet, die, wenn sie in der JPG Engine richtig eingestellt wird, sogar verkaufbare Fotos bis ca. 14MP liefern kann – solange man sich unter ISO800 am Tag bewegt. Verwandte wollten nur JPG schießen, haben keine Ahnung und Lust auf RAW Bearbeitung, also musste ich die JPG Engine 3 Tage lang einstellen und den P-Mode auf Idiotenmodus einstellen + die programmierbaren Funktionen auf Minimum-Auswirkung umstellen, damit ja nichts aus Versehen verstellt wird und man mit bestmöglichen Automatik Knipsbildern bis ISO1600 nach Hause kommt. Ergebnis – die ersten paar Tage wurden meine Settings korrekt benutzt und dann plötzlich wurde es doch irgendwie geschafft, ab dann meine Settings abzuschalten und die Standardsettings der Kamera zu verwenden – überschärfte Halos und Gries, na toll, nix mit RX100 10x Kompaktquali Alternative. Naja, bis ca. 12MP kann man die Bilder noch retten, aber mit meinen Settings wären auch 16MP drinnen gewesen. Denen reichts es privat natürlich vollkommen aus. Aber wie jedes Reisezoom hat auch das TZ101 Objektiv kleine Randunschärfen im Weitwinkel und Chromas bei harten Kontrasten, nicht ganz so heftig, da man im Brei natürlich weniger Fehler erkennt, als bei größeren Sensoren mit mehr Detailauflösung. Und genau da setzt das Setting an – Treppchen müssen leicht abgerundet werden (wie bei RX100 Engine), überschärfte „Nicht-Details“ vermeiden, also Schärfe raus und etwas Noise Reduction runter, denn NR produziert nur Brei. So sehen die Bilder gleich DSLR-like plastisch aus, am Tag weich wie Canon’s 18MP APS-C Bilder. Im Prinzip im Moment die einzigst gute wirkliche Traveller-Zoom. Der Rest ist Käse, da immer 700-800g und klobig + gleicher Preis wie DSLR bzw. bei MFT etwas leichter um die 650g Gesamt, aber viel schlechtere BQ als APS-C. Gibt also nicht wirklich viel Auswahl auf Reisen. Ich würde es locker sehen. Wer gute 3x Kit Optik haben will mit APS-C Quali, der kann sich sogar eine Samsung NX300 oder 3000 schießen. Da werden nur Witzpreise von um die 200-265 Euro verlangt. Telebrennweiten sind bei Samsung eh Mangelware, also nichts dran ändern, glücklich sein. Bei Sony zahlt man alleine für den Body über 400 Euro. Da sind die Gebrauchtpreise fast so hoch wie neu, overhyped. Interessant sind auch Nikon D5100 + 18-105mm Gebrauchtpreise, hier findet sich oftmals eine gerade einmal im Urlaub mitgenommene Kamera im gerade warmgelaufenen Zustand mit shuttercount um die 2500-6000 Fotos. Das ist ein Witz für eine Kamera, die dafür ausgelegt ist, über 120000 zu kommen. Und die 16MP rennen flockig bis ISO3200. Alle Lösungen, egal ob Systemkamera oder DLSR lassen sich immer klein und leicht und scharf und gut herstellen, solange sie unter 5x Zoom bleiben. Drüber würde ich Systemkameras nicht mehr nehmen und eher eine gebrauchte DSLR nehmen, wo oftmals für sehr wenig Geld gute Objektive dabei sind. Alles ist eigentlich nur eine Milchmädchenrechnung – das Endgewicht wird nicht vom Body bestimmt, sondern nur von der Sensorgröße und der daraus resultierenden Glasdurchmesser. Ab einem bestimmten Level kann das Gewicht des Bodies vernachlässigt werden, denn viele rechnen nicht das Gewicht der favorisierten Objektive dazu. Ein 18-200mm Objektiv für ein NEX-System wiegt 400g, ein 18-200mm Objektiv für eine DSLR 440g. WOW! Was für ein Unterschied! Nur kostet halt das CLC Objektiv knapp doppelt so viel und ist oftmals nicht so robust, da halt alles auf ultrakompakt und wenig Gewicht getrimmt wird, was keinen Sinn macht, da Linsen einen gewissen Abstand zueinander brauchen und wie gesagt einen Durchmesser benötigen, um den Sensor ausreichend auszuleuchten. An der Physik kommt man nicht vorbei und wer es versucht, der wird mit mangelnder Bildqualität bestraft (Paradebeispiele sind das 16-50mm NEX e-mount Objektiv, aber auch das Samsung 16-50mm Motor-getriebene zusammengeschachtelte Objektiv ist nicht so gut wie die alten 20-50er oder auch schön – das 10-30er Mini Objektiv der Nikon 1 Serie ist viel schlechter als das 11-27,5mm Objektiv, was mit dem Maaß trickst, da es bei Benutzung auf normale Größe ausfährt und bei Nichtbenutzung ineinander faltet (wie Nikon 18-55 II im Vergleich zum 18-55 I)). In der Summe gewinnt für Anfänger im Moment nur die RX100 Serie und die TZ101, da sie selbst mit falsch gesetztem Autofokus durch den 1″ Sensor einen großen Tiefenschärfebereich haben und Kameras erlauben, die für Privatnutzung die bestmögliche Bildqualität liefert und das ohne Fehlinvestition, da man später, wenn man aufsteigen will, diese 1″ Kamera als Backuplösung braucht oder als kleine Kamera, neben der Größeren, um ab und zu unauffällig zu fotografieren. So oder so braucht man eh immer eine kleine Kompakte, also 1″ System. Die 1″ Systeme machen aber dann keinen Sinn mehr, wenn die Bodies schwer und groß werden, da dass dann keine Zweitkamera mehr ist und als Erstkamera nicht ausreichend gute Bildqualität liefert. Zur Not aber sind auch deren Bilder noch in 10-14MP Lizenzen, bei den RX100ern teils bis 16MP noch verkaufbar bei Tageslicht und geringer Entfernung.

    • Hi Thomas,

      bei dem Sony E 18-55 bin ich ganz bei Dir, das habe ich ne Weile gerne verwendet, aber mit ner alten NEX3. Bei so wenig Megapixeln dann auch schon egal. Das Sony E 16-50 habe ich nie selbst ausprobiert, aber nicht viel Gutes gehört.

      Generell finde ich es eine Verschwendung eine Systemkamera oder DSLR zu kaufen und dann nur das Kit-Objektiv zu verwenden. Dann lieber gleich ne kompakte Sony RX100 oder Canon G7X, die können mit ihren 300g mit nem Kit-Objektiv mithalten.

      Als Allrounder 18-200 sind die Tamron recht beliebt egal ob Systemkamera oder DSLR. Aber wie Du sagst, die für Systemkameras sind teurer als die für DSLR und dann hängt die Kamera am Objektiv und nicht andersrum…

      Systemkamera Objektive habe ich mir auch mal genau angeschaut und dazu hier geschrieben: Welche Systemkamera für Reisen in 2016? Stärken und Schwächen nach Objektiven Kannst ja mal schauen ob das mit Deiner Einschätzung übereinstimmt. Da steht auch was ich von Kit-Objektiven halte ;)

      Deine Panasonic habe ich irgendwie total verpasst? Ist das die DMC-ZS100 / TZ100? Muss ich mir mal anschauen…

  12. Thomas sagt:

    Hallo Florian,

    ja, diese Kamera meine ich. Hat wohl diverse Bezeichnungen im Ausland, ZS100/TZ101/TZ110/TZ100. Alles die gleiche Kamera, nur für andere Kontinente und Sprachen. Erst in diesem Jahr rausgekommen, wird, wenn die Preise fallen werden (vermutlich nicht), alle Travellerzooms ersetzen. JPG Engine Standard ist schlecht eingestellt, Überschärfungen rausnehmen und Noise Reduction Algorithmus schwächer einstellen und gut ist bis ca. ISO800-1250, dann wird es naturgemäß für diesen Sensor flauer bis ca. ISO1600, nach ISO2000 kann man die Bilder fast vergessen, aber teils mit RAW und 10MP noch hier und da retten. Ist von der Performance also in etwa so gut wie eine alte APS-C Kamera und wird so über 90% der Menschen von der Bildqualität reichen. Einzigste Kamera, die kompakt genug für die Jackentasche und leicht genug für Backpacker und Privatleute im Urlaub ist, shutter kann elektronisch lautlos oder mechanisch für Blitz eingestellt werden. Sehr direkt einstellbar die Kamera. Nachteile wie immer bei 10x Allround Zoom – Am Tele-Ende sowie im WW leichte Randunschärfen und CA’s. Ist aber in etwa auf Niveau von Standard Zoom-Linsen und guten Kit-Objektiven und konkurriert somit mit der einen Hälfte aller Leute, die keine teuren Objektive extra für ihre Systemcams und DSLR’s kaufen (das weiß jeder Hersteller, dass 50% der Kunden nie die Kit-Objektive wechseln werden). Ich finde die Kamera selbst exzellent für die Größe und das Gewicht und auf so eine Lösung habe ich seit über 5-6 Jahren gewartet. Aber ich habe halt schon die RX100, die eine bessere JPG Engine hat, aber wo das Rauschverhalten ab hohen ISO-Werten etwas schlechter ist, wie bei der TZ101, die vermutlich den Sony RX100 II Level Sensor hat (Vorsprung ca. ISO400-800, also RX100 ISO800 entspricht dann ca. ISO1250 ~ bei der TZ101). Die RX100 hat auch das bessere Objektiv, knackscharf, man kann also im Urlaub bei bestem Wetter teilweise die vollen 20MP auch nutzen und gute 16MP noch bis ca. ISO800. Hingegen gehe ich bei der TZ101 eher auf 12-14MP runter, am hellichten Tag aber auch auf 16MP. RX100 Bilder immer durch Engine und Objektiv Tick plastischer und schärfer. Die TZ101 ist aber für die Verwandten die einzigste Kamera und mir ist die TZ101 halt zu teuer und ich habe mit Zusatzakkus und kleinem Duallader für die RX100 vor einem halben Jahr ca. 320 Euro bezahlt, neu. Dazu kommt noch, dass die RX100 ziemlich wertstabil ist, da viele wissen, dass es eine der besten Kompaktkameras ist. Macht man nie etwas falsch mit dieser Kamera. Und für die Differenz zur TZ101 habe ich schon einen D3300 Body und ein halbes Objektiv mit mehr als 18-105mm Brennweite, deshalb keine TZ101. Den 1″ Sensoren fehlt das letzte Quentchen Detail und ISO Bandbreite, dann würde ich auch keine DSLR brauchen. Und ohne eine Backupkamera gehe ich nicht aus dem Haus, da bietet sich dann halt die kleinste, leichteste 1″ Scharf-Billig-Schnell-Robust-BQ gut genug für Verkauf-Lösung an. RX100 II konkurriert dann schon mit der TZ101 und erst recht dann langsam die RX100 III, da die preislich nicht mehr so einen Riesenabstand haben, aber sehr unflexibel sind (ab RX100 III), teils zu unflexibel für die Reise. Und die RX100 III sowie IV Bilder machen den preislichen Höhenflug mit nur marginal besserer BQ kaum wett. Wie gesagt – an der TZ101 kommt man nicht vorbei, wenn man alles haben will, aber keinen Bock auf eine Große hat. Nikon entwickelt im Moment neue 1″ Kompaktkameras, es bewegt sich also endlich etwas im Prosumer Markt. Endlich haben die Hersteller kapiert, dass man den größtmöglichen Sensor in kleinstmöglichstes und leichtestes Paket mit noch praxisgerechtem Brennweitenumfang und noch praxisgerechter Bildquali packen muss. Wenn dann noch der Preis passt, ist alles ok, auch wenn dann natürlich die Lichtstärke drunter leidet.

    Antworten
    • Also ich finde die Panasonic nicht schlecht, weil ja doch viele Menschen gerne extra viel Zoombereich haben.

      Warum ich mir persönlich lieber eine G7X zulegen würde zeigt dieses Diagramm mit äquivalenten Blenden bei dpreview.

      Die Panasonic ist über den ganzen Bereich ca. 2 Stops langsamer als die Canon, also fast so als ob man den ND-Filter bei der G7X die ganze Zeit an hat.

    • Thomas sagt:

      Hallo Florian,

      ja, ich habe natürlich auch die Testcharts mit verschiedenen Brennweiten der 1″ Konkurrenzsysteme verglichen, wo bei der jeweiligen Brennweite die Blende bzw. deren Erhalt einer großen Öffnung verglichen wurden. Auch das entspricht einer meiner Aussagen aus den vorherigen Beiträgen – Panasonic schafft das wie jeder anderer Hersteller auch nur deshalb ein Objektiv so kompakt zu bauen, weil sie eben den Kompromiss eingehen, auf Lichtstärke zu verzichten aber zu Gunsten der flexibleren Brennweite. Was bringt es mir, wenn ich bei F1,8 zu wenig Tiefenschärfe habe (selbst bei einem 1″ Sensor! + kein Objektiv ist wirklich scharf bei Offenblende, also wird abgeblendet auf Minimum F2,8) und ich statistisch (vermutlich wie bei den meisten anderen auch) auf Reisen die meisten Fotos (>80%) am Tag bei Sonnenschein oder nur leicht bewölktem Himmel (wenn es regnet und dunkel ist, ist doch eh die Atmosphäre meist im Eimer) entstehen und ich zwar ein randscharfes Objektiv habe, es aber mit 3-4x Zoom nicht reicht, um z.B. halbnahe Aufnahmen von Straßenkünstlern/Obsthändlern/Verkehrsteilnehmern etc. auf der anderen Straßenseite schnell in den Kasten zu bekommen oder wenn ein Tier auf der anderen Flußseite ist und ich mit 3-4x Zoom 20MP (echt nutzbar ~ 12-16MP) und Croppen auf 0,45kg alleine das Objektiv für 16x Bereich (moderat), für Wildlife > 1,2kg alleine (10x F2,8 oder 16-32x wenn lichtschwächer)) und einen Reiseallrounder, der > 70%-80% der Fotos macht (18-200, 18-105, 16-85, 18-135, 18-140, 16-300 (so lala, 200-300mm = 300-450mm = 16x zu weich, zu viele CA’s, deshalb max 18-200er Bereich und Rest Tele-Objektiv)). Muss am Ende wie immer jeder für sich selbst entscheiden, zu wie viel Prozent man im welchen Bereich für Fotos schießt. Für kurze Städtetrips reicht eine G7X/RX100 aus. Auf freiem Feld ist man aber etwas verloren damit, außer man knipst am meisten im leichten Weitwinkel und Normalbrennweitenbereich. Aber sobald man halt croppen und bearbeiten will/muss, braucht man einen A) größeren Bildausschnitt bei gleich großem Sensor in gleicher Auflösung (= 7x-25x Zoom, G3X/TZ101/FZ1000/RX10 (bedingt, da oft 7x knapp zu wenig sind) z.B.) oder man braucht einen Sensor, der mit gleicher Auflösung mehr Details packt, damit man nicht runterskalieren muss, um dann erst mit dem Croppen anzufangen (oft runter der Ausschnitt auf nur noch magere 6MP statt 12MP+), sprich Brot&Butter Sensor APS-C mit > 18MP und gutem Objektiv, dass die Auflösung möglichst komplett umsetzen kann oder wenigstens zu 80%, falls man Zoomkomfort und Wechselei/Gewicht/Kosten vermeiden will. Komischerweise ertappe ich mich z.B. bei der RX100 dabei, dass ich am Tag immer den Zoombereich komplett ausnutze, aber in der Nacht, wo ich eh nicht so weit sehen kann, gar nicht so viel Zoom brauche (1-2,5x). Wie gesagt, die weitaus wichtigeren Fotos passieren am Tag und da ist ein randscharfes Objektiv mit mehr Brennweite und guter JPG-Engine wichtiger als ein schnelles Objektiv mit schlechterer JPG-Engine, so dass man tausende Fotos pro Woche am PC in RAW bearbeiten muss, obwohl dass bei bestem Licht nicht sein müsste. Zeit ist am Ende noch viel teurer als alles andere und klar – Emotionen und Bildgeschichten verkaufen sich am besten, aber eine Landschaftsaufnahme, die zwar zu einer bestimmten Tageszeit auch etwas emotional wirken kann, wird keine Chance gegen Gesichter/Menschen/Action/Situationskomik/besondere Momente haben, so man halt näher am Geschehen sein muss (und nicht immer kann man bei einem Streik z.B. sich mit einer kleinen RX100 oder G7X ins Getümmel begeben, ohne dass man ohne Blessuren wieder heil rauskommt). Die Tendenz der kleinen Knipsen sind dann eher Standard Knipsbilder aus dem Urlaub oder ein paar Panoramen zusammengestitcht bzw. ab und zu mal ein Glückstreffer, der entstand, weil man lautlos aus der Hüfte geschossen hat, weil man zufällig nah am Motiv war. Zusätzlich kommt noch der Aspekt Speed in der Bedienung (mal schnell mit einem Ruck am Objektiv auf exakte Brennweite gebracht und geschossen? Kann man mit allen Motor-übersetzten Objektiven vergessen) und Absicherung dazu – eine kleine Kamera ist angenehm, aber man braucht immer 2, falls die Eine versagt, kaputt geht oder geklaut wird. Und wieso soll ich dann 2 Kameras schleppen, die den gleichen geringen Brennweitenbereich haben? Will ich mehr Brennweite, dann wird es halt schwerer, wenn die Bildqualität auf gleichem Niveau bleiben soll, wie beim moderaten kleinen Brennweitenbereich. Und dann kann ich eh Nägel mit Köpfen machen und 200-300g draufpacken, dafür aber einen Rucksack mit 500g weniger Gewicht zur Kompensation nehmen und so die Vorteile des kleinen Sensors in einer kleinen leichten Kamera mit allen Vorteilen der schweren Lösung (rechnet sich nur mit besserem, größerem Sensor gegenüber dem 1″ Sensor, MFT noch zu wenig Unterschied gegenüber 1″ Systemen, also >= APS-C) kombinieren und dabei jeweils eine Backupkamera dabei zu haben?

    • Die G7X ist nicht bei f/1,8 scharf, aber bei f/4 ist sie es schon. Bei der Panasonic müsstest Du bis f/6 gehen für eine vergleichbare Schärfe. Es verschiebt sich ja letztendlich nur der nutzbare Bereich.

      Für Tiere ist die G7X nix, das ist klar.

      Zugegeben, ich bin gerade in Spanien mit der G7X und ich müsste tagsüber draussen schon den ND-Filter verwenden um überhaupt auf f/4 zu kommen. Aber ich fotografiere nicht nur im Sommer tagsüber und auch nicht nur im Freien.

      Die schönsten Bilder entstehen schließlich nicht bei Tageslicht, also ist Lichtleistung ein Punkt, den man nicht vernachlässigen sollte.

      Ich bin mal gespannt auf die Nikon DL 18-50 und finde die wäre prinzipiell eine gute Kombinationsmöglichkeit mit der Panasonic, also Weitwinkel/Zoom. Ansonsten finde ich es schwer 2 Kameras zu finden, die ich beide mitnehmen würde…

  13. Thomas sagt:

    „Die schönsten Bilder entstehen schließlich nicht bei Tageslicht…“ – was für schöne Bilder entstehen denn, unabhängig davon, dass es jetzt eine kleine Kamera mit kleinem Sensor oder eine größere Kamera mit großem Sensor ist, ohne guter Beleuchtung (ohne guter Ausleuchtung taugen die meisten Bilder jeder Kamera nichts, außer man rennt mit einer Sony A7S rum, wo ISO fast egal sind)? Ich stelle mir schon die diversen verauschten Bilder mit Schwachlicht vor, die mit RAW zu grobkörnigstem, scharfem heftigem Rauschen geprügelt wurden (Rauschen ist doof, Matsch und Schlieren aber auch :) )? Oder Lnagzeitbelichtungsbilder mit low ISO ohne Stativ, da nur Handgepäck (ohne Erlaubnis ein gescheites stabiles, verwacklungsfreies Stativ mitzunehmen; Alternative Gorilla-Pod geht ab und zu nur die kleine Version, die ist aber nicht stabil montierbar um Geländer oder Äste z.B. und wackelt bei leichten Winden oder Vibrationen von vorbeifahrenden Autos)?!? Ab und zu kann man mit einer 4K fähigen 1″ Knipse vielleicht hier und da ein paar 8MP scharfe Fotos von z.B. einem Feuerwerk aus einem 4K Video rausrechnen, aber sonst… sind mir Schwachlichtbilder nicht einmal mit einer Fujifilm X-M1 bei ISO4000 gut gelungen und bei fast allen Kameras ist alles über ISO1600 eh nicht mehr schön anzusehen (nur noch mehr oder weniger matschige Berechnungen drinnen), außer man schraubt die Auflösung runter, was kaum jemand freiwillig machen will… Oder ist mit den vielen Schwachlicht-Bildern so etwas wie die Kirchenbilder oder Restaurant-Innenräume, wo Leute ihr Essen verschlingen, gemeint? Ein kleiner Schatten am hellichten Tag ist ja noch keine Schwachlichtsituation, da das unter ISO800 läuft und problemlos in RAW angehoben werden kann, ohne Augenkrebs zu bekommen. Vermutlich fällt der Groschen, wenn man weiß, mit welchen Auflösungen die Menschen denn zufrieden sind? Bis 10MP bei höherer ISO Einstellung geht ja noch der 1″ Sensor (also für Privat und Web sowie Din A3max ohne Croppen perfekt, aber selbst bei ISO125 schaffen größere Sensoren mehr Details bei gleicher Auflösung aufzulösen (1″ Systeme machen die Blätter der Bäume oder die Ziegelsteine der Wände pampiger, aber runter auf 12-16MP am Tag geht es dann wieder und geht dann langsam Richtung 24MP 1:1 APS-C Bilder, die natürlich nur dann genutzt werden können, wenn man verdammt gute Objektive nutzt oder wenn man mittelmäßige Objektive 1-2-fach abblendet)), aber zwischen ISO1250 und ISO3200 rennt APS-C vorbei. Zwischen ISO3200 und 6400 überleben fast nur noch Vollformat und bis ca. ISO4000 die X-Trans Sensoren von Fujifilm (klar, weniger MP = 16MP, Tiefpassfilter weg + weniger symmetrische Anordnung der Pixel auf dem Sensor (Inperfektion kommt dem organischen Sehvermögen des Menschen näher, d.h. es kann mehr kaschiert werden, da das Rauschen nicht so schnell zum sichtbaren Teppich wird) dazu weiß ich noch nicht einmal, ob ISO4000 dann auch wirklich ISO4000 sind (vielleicht sind dass dann nur ISO2400? Wer weiß das schon… Ähnlich dem Nikon 1 System, wo ich vermute, dass sie angegebenen ISO Zahlen nicht ganz der Wahrheit entsprechen, da sie superschnell rauschen und dann bis ISO3200 sich kaum verändern, seltsam…)).

    Antworten
    • Ich meine mit „die besten Bilder entstehen nicht bei Tageslicht“, die goldene und blaue Stunde zu jeweils Sonnenaufgang und -untergang. Zu diesen Zeiten bin ich froh um Spielraum bei der Blende und ähnlich geht es mir bei Street in Metropolen.

      Mit ner Sony A7 könnte ich natürlich den ISO hochjagen, aber die Kamera möchte ich weder zahlen noch schleppen.

    • Thomas sagt:

      Hallo Florian,
      demnächst werde ich für ein paar Tage eine kurze Städtreise machen, da nehme ich z.B. die bereits erwähnte RX100 mit, und spare mir die 800-950g DSLR mit Objektiv (kein 3x Kit, da nehme ich gleich lieber die RX100). Komme mit Leichtrucksack 500g Eigengewicht alleine mit dem notwendigen Kram auf 6kg, also mit DSLR und ein paar Akkus wären das genau die angepeilten 7kg max (als Mann geht das, als Frau fast keine Chance, da mehr Klamotten, Schminkzeug und Pflegekram nötig, ein doofes Baumwollshirt alleine wiegt ja schon 250-300g). Hängt halt immer von den zu erwarteten Motiven ab, wo ich weiß, ob ich Brennweite, Geschwindigkeit und große Auflösungen brauche oder eben nur wenig Brennweite, mehr Zeit habe, eh viele architektonisch interessante Objekte und Orte geschützt sind (unverkäuflich) und für Privatfotos, Stadtbummel, Food-Fotografie, lautloses Dahinknipsen und Web-Kram sowie Lowlight mit 2sec Selbstauslöser und auf irgendwas abgestützt/abgelegt sind die 1″ Minikameras mit 6-12MP bei > ISO 1250 und 12-16MP bei < ISO 800 somit ideal. Sobald man aber etwas mehr Auflösung und Brennweite braucht, machen große 1" Kameras keinen Sinn mehr, da Gewicht und Preis sowie Geschwindigkeit und Bildqualität keine Chance mehr gegen ähnlich schwere APS-C Systeme haben, die oftmals sogar noch viel billiger insgesamt sind. Sind das aber interessantere Orte, womöglich Rundreisen, Flugshows und ein wenig Outback bzw. paar Tiere und Close-Ups von Straßenszenen, da führt halt kein Weg an der DSLR vorbei, wo man die Verschlusszeiten kürzer halten kann, da man hier mehr nutzbare ISO-Bandbreite hat und sogar so viel Vorteil hat, dass man billige Zoomobjektive leicht abblenden kann und trotzdem kurze Verschlusszeiten halten kann. Trotzdem – die 1" Sensoren sind sehr gut, aber schaffen eben nicht die gleichen Details wie die größeren Sensoren. Sieht man die Ratings auf Amazon und Co., dann merkt man das auch an den Erwartungen und Erfahrungen der Nutzer – Nutzer, die vorher mit Knipsen und Handies gearbeitet haben und sich gewundert haben, wieso eine kleine Kamera so viel mehr kosten soll, wie ein Handy, obwohl es im ersten Moment rein äußerlich nicht mehr kann, die sind meist verblüfft, wie viele Details die 1" Sensoren mehr liefern. Da sieht jeder einen mindestens 3-4 fachen Vorteil in der Bildqualität. Aber den Unterschied zwischen 1" und APS-C Bildern erkennen dann halt eher die Bildagenturen und die erfahreneren Nutzer, wobei mit einem schlechten Objektiv, was womöglich im Automatikmodus ohne leichter Abblendungen und mit falsch gesetztem Autofokuspunkt viel mehr daneben gehen kann, als wie bei einer 1" Kamera, wo man viel mehr Tiefenschärfe hat und einfach ins Bild halten kann, ohne Nachzudenken (was am Ende oft Zeit spart, wenn man wie so oft einfach nur schnell alles vor sich scharf in den Kasten bekommen will). Die 1" Sensoren haben viele, viele Vorteile, aber sie spielen ihre Vorteile wie die Systemkameras nur mit kurzen Brennweiten und maximal lichtstarken Objektiven aus, damit man im LOW ISO Bereich bis max. mittlerem ISO Bereich bleiben kann. Systemcams und 1" Lösungen versagen irgendwie, sobald sie mehr als 7x Brennweite abdecken müssen. Wirklich einzigste Ausnahme ist im Moment nur dze TZ101 von Panasonic, die das leider mit etwas mehr Randunschärfen, etwas schlechterer JPG Engine und lichtschwachem Objektiv erreicht – was am Tag ok ist und im Alltag auch, aber eben nicht mehr bei lichtschwachen Motiven. Ergänzen tun sich eigentlich perfekt die kleinste, beste, billigste und robusteste 1" Lösung mit der Flexibilität und Bildqualität der Brot & Butter APS-C Lösungen. Hatte in der Vergangenheit oftmals für Tele das MFT System mit dem 300er = 600mm ~ 20x optisch missbraucht und dazu eine Systemcam mit 2,5-7x Zoom für die bessere Bildqualität genutzt, aber am Ende hingen da mehr als 1kg am Nacken den ganzen Tag rum oder man hat den Reissverschluss der Seitentasche verflucht, weil man halt wieder schnell auf ein Tele zugreifen wollte. Wie so immer – jeder hat da andere Ansprüche, aber ich habe so oft weggehen wollen vom DSLR System, lande am Ende aber eh wieder dort, da Vollformat zu teuer und schwer und vor allem die Linsen zu teuer und schwer sind für Reisen und bei Systemcmas oft keine bezahlbaren, guten, robusten Reisezooms oder gute Telebrennweiten vorhanden sind. Somit müsste man da wieder mit der Brennweite runtergehen, was ich aber nach 10 Jahren Praxis nicht akzeptiere, da man dann ja eh eine 1" Knipse nehmen kann, die meistens das besser verbaute Objektiv dabei hat als wie die Systemcam, die doppelt so viel wiegen wird und ca. das 2-3 fache kosten wird (genau der Aufpreis einer DSLR mit praxisrelevantem Objektiv). Etwas kompensieren kann man das Gesamtgewicht einer DSLR mit dem Kauf eines ultraleichten Rucksacks und leichter Textilmaterialen, die aber reissfest und leicht wasserabweisend bleiben müssen, ebenso wie die des Rucksacks natürlich. Damit lässt sich schon, wenn man alles richtig macht, ca. 1 kg sparen und das ist genau das Kilo der kleinen DSLR mit Reisezoom. Und jetzt noch am Schluss – noch viel Spaß mit der Fotografie!

    • „Praxisrelevantes Objektiv“ ist das Stichwort bei APS-C. Ich komme von den Nikon Kit-Objektiven und dem Tamron 17-50, da nimmt man von Bild-Quali, Lichtleistung, Gewicht usw. besser gleich die G7X/RX100, auch wenn’s ein wenig teurer ist.

      Ich habe mich lange nicht getraut mit der G7X alleine loszugehen, aber mittlerweile bin ich so weit. Absolut keine Reue, aber ich halte auch nix von Safaris und brauch selbst den 100mm Zoom nur selten.

      Mein Gepäck wiegt übrigens rund 10 kg, das geht aber mit Laptop-/Elektroniktasche als Personal Item noch super als 7kg Handgepäck durch. Meine Freundin hat etwas mehr dabei, aber das liegt nicht am Schminkkram ;)

      Wie Du sagst, jeder hat beim Fotografieren andere Vorlieben. Ich will nur nicht, dass jemand denkt ohne DSLR oder Systemkamera gehts gar nicht, aber Du bist ja schon auf dem Stand der Dinge.

      Insofern gutes Licht!

  14. Dominik sagt:

    Kann man mit einer RX100III besser freistellen als mit einer TZ101, sprich lichtstärkeres Objektiv gegen größere Brennweite?

    Antworten
    • Bei den Brennweiten, die die RX100 III abdeckt, also bis 70mm, kannst Du mit ihr auf jeden Fall besser freistellen. Das siehst Du nirgendwo so gut wie in diesem DPReview Diagramm über die äquivalente Brennweite.

      Danach wird es kompliziert. Grundsätzlich ändert sich durch eine höhere Brennweite nichts an der Tiefenschärfe! Siehe auch diesen Vergleich auf Luminous-Landscape.

      Du erreichst mit höherer Brennweite eine bessere Kompression des Hintergrundes. Ab welchem Punkt der Kompressionseffekt etwas zur Freistellung beiträgt, wenn überhaupt, hängt vom Motiv ab und hat mit Tiefenschärfe nichts zu tun. Man kann also nicht pauschal sagen: „Die Panasonic ist ab 150mm besser für Portraits als die Sony RX100 III bei 70mm.“

      Eine klassische Portrait-Brennweite ist übrigens 85mm, wobei auch 70mm und 100mm genutzt werden. Je höher die Brennweite, desto weiter musst Du weg vom Motiv. 100mm ist schon ziemlich weit weg.

      Ich würde noch die Canon G7X in’s Rennen werfen. Sie hat im Zoom ein lichtstärkeres Objektiv als die Sony RX100 und geht außerdem bis 100mm Brennweite.

  15. Dominik sagt:

    Stimmt!
    Die Canon G7X sollte man sich auf jedenfall auch anschauen wenn es um das Thema „Edelkompakte“ geht.
    Ich glaube allerdings, das die Automatik der G7X nicht mit der RX100 mithalten kann.
    Ich selbst habe keinen Vergleich dazu, habe mittlerweile aber einige Test und Erfahrungsberichte gelesen und habe daraus diesen Eindruck gewonnen.
    Darum würde ich als Einsteiger/Anfänger stark zu der RX100 tendieren wenn ich viele Aufnahmen im Automatik Modus machen möchte.
    Die Canon Software auf der G7X ist ja im Allgemeinen nicht so berauschend , z.B. fehlt ja auch ein Panorama Modus… mit diesem kann man z.B. auch schön Personen/Gegenstände freistellen (natürlich mit leichten Qualitätsabstrichen).

    Auch wenn ich mich mit aller Wahrscheinlichkeit für die RX100III entscheiden werde, kann man bei der Canon G7X das Farbprofil bzw. die Schärfe anpassen?
    Für mich sehen z.B. die Farben der RX100 natürlicher und schärfer aus.
    Die Farben der G7X sind mir zu „stark“ bzw. zu „farbig“, zudem sind Gesichter bei Videoaufnahmen mit der G7X irgendwie „verwaschen“ im Vergleich zu der RX100III.

    Vielen Dank für deinen Blog und an die User mit den hilfreichen Kommentaren, tolle Arbeit, macht weiter so!

    Antworten
    • Die Software der Sony ist auf jeden Fall besser als die der Canon. Dafür baut Canon die besseren Objektive.

      Ich berechne Panoramas und HDRs hinterher am Rechner mit Microsoft ICE und Hugins enfuse_align_droplet.bat. Das geht recht schnell.

      Bei der G7X kannst Du Farbprofil und Schärfe individuell anpassen. Ich hab Das Farbprofil auf eine der Default-Einstellungen namens „Vivid“ gestellt, weil ich satte Farben mag. Du kannst aber auch die Werte für Kontrast, Sättigung, Schärfe, Rot, Grün, usw. einzeln ändern. Hat natürlich nur auf Bilder im JPEG-Format Auswirkungen, nicht auf RAW-Dateien.

  16. Dominik sagt:

    Das Programm ICE ist wirklich super, dieses kannte ich nicht, musste mir gerade erstmal ein Video Tutorial dazu anschauen, da benötigt man wirklich nicht unbedingt eine Panorama Funktion in der Kamera.
    Bleibt noch die schlechtere Performance bei schlechten Lichtverhältnissen, bzw. Low Light.
    Sieht der Amateur den Unterschied wenn er das Gesamtbild betrachtet?
    In den Tests und Vergleichen wird ja jedes Detail gezeigt und das Bild sehr stark vergrößert um z.B. das Rauschen zu zeigen…
    Und noch zum Thema Objektiv, verzeichnet dieses bei der G7X nicht stärker als bei der RX100III?
    Wobei ich einfach denke, die Software in der Sony gleicht das halt besser aus.

    Antworten
    • Lichtleistung / Low Light ist tatsächlich auch für Amateure wichtig. Du verwackelst Deine Bilder, wenn Du nicht genug Lichtleistung für die jeweilige Lichtsituation hast. Selbst ein Stativ hilft nur bei bewegungslosen Motiven.

      Klar, Du kannst stattdessen unterbelichten oder den ISO hochdrehen, aber das geht gerade bei so kleinen Sensoren nicht besonders gut. Ich finde ISO 800 ist bei aktueller 1 Zoll Sensortechnik schon hart am Limit.

      Es geht nicht nur um das Bildrauschen, auch Dynamikbereich und Farbwiedergabe leiden bei höheren ISO-Werten.

      Es kommt natürlich darauf an, wofür Du die Fotos brauchst. Wenn es nur um einen Upload bei Instagram oder Facebook geht, kannst Du den ISO auch auf 3200 hochjagen und dann entsprechend das Bild verkleinern. Wenn Du Ausschnitte brauchst oder ausdrucken willst, hilft das aber nix.

      Du kannst Dir Lichtleistung über den ISO einfach veranschaulichen. Wenn Du das Objektiv der Panasonic ZS-100 mit dem der Canon G7X vergleichen willst, stell Dir vor, dass Du mit beiden Kameras mit ISO 800 fotografierst. Die Canon G7X ist aber so schnell, als ob Du mit ISO 3200 fotografieren würdest, ohne negative Folgen.

      Verzeichnung war in analogen Zeiten einmal ein Thema, aber geometrische Fehler lassen sich heute einfach aus dem Bild herausrechnen. Wenn Du JPEG fotografierst macht das die Kamera sowieso für Dich, ansonsten kannst Du es im RAW-Konverter vollautomatisch machen lassen.

      Abgesehen davon fallen geringe Verzeichnungungen bei normalen Motiven absolut nicht auf. Das siehst Du nur, wenn Du reguläre Muster fotografierst, z.B. ne Backsteinwand. In der Praxis nicht relevant.

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