Weltküche aus Afrika: Äthiopisches und Eritreisches Essen

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Schon mal äthiopisch gegessen? Äthiopien und Eritrea in Afrika gelten als Hungerländer, teilen sich aber eine der besten Küchen der Welt.

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Großer äthiopischer Mix-Teller

Afrikanisches Essen – Nein Danke…

Schon mal chinesisch essen gegangen? Indisch? Thai? Mexikanisch? Peruanisch? Aus Lateinamerika und Asien kommen weltweit bekannte und beliebte Küchen. Nur Afrika und insbesondere Subsahara-Afrika scheint von der Essens-Weltkarte verschwunden, vielleicht zu Recht?

„Fufu mit Reis“ stand auf der Karte im nigerianischen Restaurants in Bangkok, das einzig verfügbare Gericht. Fufu ist das Standard-Gericht Westafrikas und ist extrem fad, langweilig und unansehnlich. Nach nur einer Mahlzeit war ganz Afrika für mich erstmal „gegessen“.

Das änderte sich, als meine Freundin mir die äthiopische Küche zeigte. Niemals hätte ich gedacht, dass aus Äthiopien eine der besten Küchen der Welt kommt. Mit Äthiopien brachte ich vor allem Hunger und Armut in Verbindung. Nach nur einer Mahlzeit wollte ich unbedingt nach Äthiopien.

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Äthiopische Mahlzeit mit Tagamino und Tibs

Äthiopier und Eritreer essen einzigartig in Afrika

Die gemeinsame Küche von Äthiopien und Eritrea unterscheidet sich vom Rest von Afrika:

  • Scharfe, reichhaltige Curries gewürzt mit Berbere
  • In Niter Kibeh zerlassene Gerichte (ähnlich indischem Ghee)
  • Umfangreiche vegetarische Küche dank 200 Fastentagen pro Jahr
  • Unzählige Fleischgerichte u.a. rohes Fleisch (Tartar)
  • Grundlage jeder Mahlzeit ist Injera, ein Sauerteig aus dem Gras Teff (glutenfrei)
  • Indirekt mit der Hand essen: mit Injera werden Curries aufgenommen
  • Soziales Essen: eine Platte Injera mit Curries wird oft geteilt

Nicht zuletzt ist Äthiopien Heimatland von Kaffee und Honigwein und Heimat unzähliger lokaler Wein- und Biersorten.

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Rollen mit Injera Sauerteig

Injera Sauerteig

Was Reis in Asien ist, ist Injera in Äthiopien und Eritrea. Der saure, schwammartige Teig ist Grundlage für fast jedes Gericht.

Ich liebe das wabblige Zeug, aber nicht jedem schmeckt das saure Fladenbrot. Es gibt Injera in verschiedenen Qualitäten. Wenn Dir der leicht saure Geschmack zu viel ist, versuche hochwertiges, sehr helles Injera zu finden.

Injera wird aus Teff fermentiert, einer Grasart, die aus Äthiopien kommt. Teff gilt als sehr nahrhaft und ist wohl gesünder als Getreidearten wie unser Roggen, Weizen, etc. und unter anderem glutenfrei.

Injera ist außerdem Esswerkzeug und eigentlich auch Teller. Die Curries liegen auf Injera und Du verwendest ein Stück Injeera um die Soße aufzunehmen. Wenn möglich berührst Du die Soße nicht direkt (schwerer als gedacht).

Am besten schmeckt das mit Soße vollgesaugte Injera am Ende der Mahlzeit. Das kannst Du sogar als sogenanntes Firfir bestellen, v.a. zum Frühstück. Die vollgesaugten Injera-Stücke vom Vortag werden mit noch mehr Injera gegessen.

Wie Reis in Indien, bekommst Du jederzeit einen Injeera-Nachschlag. Auch die Curries werden oft wieder aufgefüllt.

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Shiro Tagamino

Vegetarische Curries

Was Dal Bhat in Indien ist, ist Shiro in Äthiopien. Das Kichererbsen-Curry ist das meistgegessene Gericht Äthiopiens. Es ist Fast Food und Fasting Food und es ist eines von vielen vegetarischen Curries:

  • Shiro (Feses): Wenn Du Shiro bestellst, bekommst Du das dünne Shiro Feses
  • Shiro Tagamino: Die viel festere Shiro Variante ist gerade am Anfang einfacher zu Essen
  • Mesir Wat: Rotes Linsen-Curry
  • Kik Alicha: Erbsen-Curry
  • Azifa: Grüner Linsensalat
  • Gomen: Grünkohlsalat
  • Sils: Tomaten-Curry
  • Atkilt Wat: Karotten, Kohl und Kartoffel Curry
  • Yetsom Beyaynetu: eine vegetarische Platte mit einer Kombination aus den aufgezählten Gerichten.

Neben den einheimischen Gerichten, liegen auf einer vegetarischen Platte oft auch:

  • Pasta
  • Reis
  • Tomaten-Zwiebel-Salat
  • Kartoffeln
  • Bananenstücke

Vegetarische Gerichte kosten in einem lokalen Restaurant etwa 20-25 Birr (1 Euro).

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vegetarische Mixplatte

Tipp für Vegetarier und Veganer: Ostern

Wenn Du Vegetarier oder Veganer bist, dann besuche Äthiopien am besten zur Ostern-Fastenzeit. 50 Tage lang gibt es kein Fleisch und keine Milchprodukte. Ein Traum für Fleischverzichter.

Statt Nitter Kibbeh wird Pflanzenöl verwendet und es gibt eine riesige Auswahl an vegetarischen Gerichten. Auf der Fastenkarte stehen sogar Fasting Machiatos mit Sojamilch.

Gläubige othodox-christliche Äthiopier beachten insgesamt rund 200 Fastentage im Jahr, darunter Ostern, orthodoxes Weihnachten (im Januar), sowie jeden Mittwoch und Freitag.

Den Rest der Zeit steht Fleisch in Äthiopien verständlicherweise um so höher im Kurs.

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würziges Minchet mit Ei

Fleischhaltige Curries

Äthiopier essen kein Schweinefleisch. Aber jeder der es sich leisten kann isst Huhn, Ziege, Rind oder Fisch. Die Fleischsorten sind austauschbar. Es kommt darauf an, was gerade frisch gekocht wurde und nicht was auf der Karte steht.

Typische Fleischgerichte sind

  • Doro Wat: scharfes, dickes Curry mit Ei und Hühnerschenkel
  • Key Wat: scharfes dickes Curry mit Fleischstücken
  • Minchet: scharfes, dünnes Curry aus Hackfleisch mit Ei
  • Tibs: Fleisch in Niter Kibbeh gebraten
  • Kitfo: scharfes, rohes Hackfleisch
  • Gored Gored: scharfe, rohe Fleischstücke
  • Maheberawi: Ist eine Mix-Platte mit einer Kombination aus den aufgezählten Gerichten

Tibs kommen grundsätzlich ungewürzt mit einer Schale Berbere zum Nachwürzen. Wenn Du es nicht scharf magst, kannst Du auch bei anderen Gerichten nach der Nachwürz-Variante Alicha Wat fragen.

Fleischgerichte kosten in lokalen Restaurants ca. 35-40 Birr (unter 2 Euro).

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Kitfo: Rohes Fleisch Tartar

Rohes Fleisch in Äthiopien

Kitfo gilt als Königsdiziplin der äthiopischen Küche und ist weitverbreitet und sehr beliebt. Das Hackfleisch wird nicht gekocht sondern nur kurz zusammen mit Berbere und Niter Kibbeh erwärmt, gleiches gilt für Gored Gored.

Vor den rohen Fleischgerichten hatten wir in Äthiopien gehörigen Respekt. Wie bei Steak-Tartar ist die Fleischqualität wichtig. Wenn Du einmal an einem äthiopischen Metzger vorbei gehst, vergeht Dir erstmal der Appetit auf rohes Fleisch.

Gegen Ende der Reise saßen wir dann doch in einem lokalen Restaurant vor einem Berg von Kitfo. Ich weiß nicht ob es daran lag, aber ein leichter Durchfall ließ nicht lange auf sich warten ;)

Selbst wenn Du in Äthiopien auf rohes Fleisch verzichtest, solltest Du sowohl Kitfo als auch Gored Gored einmal in einem äthiopischen Restaurant in der Heimat probieren. Die beiden Gerichte schmecken doch recht unterschiedlich.

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Chechebsa: Kaiserschmarrn auf äthiopisch

Und sonst? Gerichte ohne Injera

Alternativen zum Injera gibt es nicht viele:

  • Chechebsa/Kitscha ist ein Frühstücks-Pfannkuchen nach Art eines Kaiserschmarrn
  • Dulet ist gebratene, scharf gewürzte Leber und Baguette, ein typisches Frühstück
  • Omelet ist weitverbreitet, oft als „Special Omelet“ mit Kartoffeln
  • Pasta gibt es fast überall, meistens sehr einfach in Tomatensoße
  • Wenn es keine Pasta gibt, dann gibt es als Ersatz Brotstücke in Tomatensauce
  • Frittierten Fisch gibt es oft, wenn ein Gewässer in der Nähe ist
  • Pizza und Pfannkuchen gibt es meistens in Touristenrestaurants
  • Burger und Steak gibt es oft in gehobenen Hotels
  • Addis Abeba ist NGO Hauptstadt Afrikas mit einer großen Auswahl an internationalen Restaurants
  • Die Kuchenauswahl ist sehr langweilig, Käsekuchen habe ich erstmals keinen einzigen im ganzen Land gefunden

Äthiopien war vor dem 2. Weltkrieg ein paar Jahre von den Italienern besetzt, deswegen kannst Du auch im allerletzten Kaff Pasta und Macchiato bestellen. Sonst schaut es oft schlecht aus mit internationaler Küche, die große Ausnahme ist Addis.

Leider gibt es in Äthiopien kaum Streetfood außer vereinzelt verkohlte Maiskolben und in Addis Sambusas (wie indische Samosas)

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Brot mit Tomatensoße, typisches ländliches Gericht

Äthiopisches Essen kann eintönig werden

Es gibt also nicht viele Alternativen zum Injera und am besten Du probierst das äthiopische Essen vor einer Reise erst einmal.

Nach 3 Wochen Äthiopien freue ich mich immer noch täglich auf 2 Mal Injera. Mein Reisepartner Oliver vom Weltreiseforum hatte aber nach wenigen Tagen genug vom vielen Sauerteig und belässt es bei 1 Mal pro Tag.

Fast jeder Ausländer, der seit Jahren in Äthiopien lebt, kann Injera nicht mehr sehen. Von einem langjährigen NGO-Mitarbeiter stammt auch der Ausdruck „Teppich mit Soße“ für Injera mit Wat.

Obwohl wir nach wie vor gerne „Teppich“ essen, haben wir den „Teppichhändler“ statt Restaurant in unseren Wortschatz übernommen ;)

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Tej Honigwein

Und was trinken Äthiopier?

Um das reichhaltige und sättigende Injera hinunterzuspülen gibt es in Äthiopien viele Möglichkeiten:

  • A wie Arak, ein starker lokaler Schnaps
  • B wie Bier, mit 7 lokalen Biersorten, sortiert nach Präferenz: Walia, St.George, Castel, Meta, Dashen, Habesha, Harar
  • C wie Coffee Cola, ein beliebter und typischer äthiopischer Softdrink
  • H wie Honigwein, der lokale Tej ist wahrscheinlich der allererste Honigwein
  • K wie Kaffee, gerne auch als halbstündige Kaffeezeremonie
  • W wie Wein mit einer wachsenden Zahl lokaler Rebsorten

Coca Cola, Sprite und andere Softdrinks gibt es natürlich auch in Äthiopien.

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Kaffeezeremonie

Kaffee kommt aus Kaffa, Äthiopien

Die Kaffeebohne stammt aus der äthiopischen Provinz Kaffa. Kaffee in Form von Espresso gehört zum Alltag fast jedes Äthiopiers und Eritreers. Selbst in kleinen Orten reihen sich Cafés und kleine Kaffee-Strassenstände aneinander.

Eine Kaffeezeremonie musst Du gar nicht suchen, sie findet Dich. Früher oder später bekommst Du in einem Restaurant die grünen in der Pfanne röstenden Bohnen unter die Nase gehalten und 20 Minuten später dampft der Espresso in der Kanne und kurz danach in Deiner immer bis zum Anschlag gefüllten Tasse.

Unter Äthiopierinnen kann eine Kaffeezeremonie auch Stunden dauern mit 3 Durchläufen. Wahrscheinlich wurde der Kaffeeklatsch in Äthiopien erfunden, leider ohne Käsekuchen ;)

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Firfir: Injeera, dass die Soße schon aufgesogen hat

Äthiopische Restaurants in Deutschland, Österreich, Schweiz und international

Du musst nicht nach Äthiopien oder Eritrea für Deine erste Platte Injera. In beinahe jeder größeren Stadt in D/A/CH gibt es ein äthiopisches Restaurant, z.B. in Berlin, Bern, Bremen, Darmstadt, Frankfurt, Heidelberg, Hamburg, Ingolstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Köln, Lausanne, Mainz, München, Nürnberg, Wien, Zürich

Verbreitet ist Injera auch in Italien. Eritrea war italienische Kolonie und in Rom ist es leicht ein eritreisches Restaurant zu finden. Ebenso leicht ist es in typischen Einwanderer-Städten wie Brescia.

In jeder größeren Stadt in den USA gibt es außerdem ein äthiopisches Restaurant. Ich kenne z.B. welche in San Diego, San Francisco, Los Angeles und Las Vegas.

Bangkok ist Essenshauptstadt. In der Soi Arab gibt es gleich 2 äthiopische Restaurants. Wenn Du Glück hast, siehst Du in dem an der Hauptstrasse Sukhumvit Soi 3 sogar einen Schultertanz und wenn Du noch mehr Glück hast, musst Du nicht mittanzen ;)

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Hunger bekommen?

Wann gehst Du das nächste Mal äthiopisch essen?

Meine Äthiopien-Reise zusammen mit Oliver vom Weltreiseforum findet mit freundlicher Unterstützung von Ethiopian Airlines statt. Vielen Dank! Meinungen, Bilder und Empfehlungen sind meine eigenen.

 

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  1. Tobias says:

    Ich hab’s wirklich lange ausgehalten heute mit meinem Halbtags-Fastentag. Aber jetzt muss ich den doch tatsächlich früher als geplant abbrechen, um mir was zu essen zu machen…tztz ;-)
    Super Übersicht. Werde mich mal umhören, ob es bei mir in der Nähe nicht auch einen Afrikaner gibt! LG Tobias

    Antworten
  2. ute says:

    DORO WOT ist ein gericht aus HUHN !!!!…nicht aus hackfleisch….. doro wot gibt es in den einfachen aethiop. familien eigentlich nur an feiertagen oder wenn hoher besuch kommt……huhn in einer scharfen sauce ….mit hart gekochten ganzen eiern und viel aethiop. butter………

    DULET ist nicht nur leber sondern enthaelt auch andere essbare innereien……

    Antworten
    • Hi Ute, danke für die Berichtigung, habe es ausgebessert.

      Doro Wat stand immer wieder auf der Karte, aber war in Äthiopien nie bestellbar. Das Curry mit dem Hühnerschenkel kenne ich aber aus Bangkok.

  3. bit says:

    Sehr leckere vegetarische Auswahl beim Afrikaner in Darmstadt! Sehr zu empfehlen.

    Antworten
  4. Thomas says:

    Hallo,
    als ich deinen Artikel gesehen habe, wurde ich wirklich neugeirig. Vom optischen würde ich sagen, dass ich es tendenziell mit Indien verbinden würde.
    Die Speisen auf deinen Bildern würde ich auf jeden Fall auch probieren.
    Lg Thomas

    Antworten
  5. Timo says:

    Hey! ;)

    Ich persönlich interessiere mich sehr für Küchen anderer Länder!
    Ich würde es unbedingt mal probieren wollen, da es echt irgendwie Lecker aussieht.
    Es ist ungewohnt aber genau das liebe Ich!

    LG
    Timo

    Antworten
  6. Wibke says:

    Hi Florian,
    afrikanische Küche ist auf jeden Fall meins. Gerade letzten Monat waren wir in Mannheim äthiopisch essen. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen.
    Fufu mit Reis? Jesses, was hatten sie da denn auf der Speisekarte? Fufu kommt ja eher aus Nigeria bzw Ghana und ich kenne keinen, der Fufu mit Reis isst. Kein Wunder, dass es dir nicht geschmeckt hat. Richtig zubereitet schmeckt es alles andere als fad und besonders lecker ist es mit groundnut soup oder mit light soup.

    Liebe Grüße,
    Wibke

    Antworten
    • Danke Wibke für Deine Expertenmeinung. Das Fufu im Text ist nur meine Anekdote aus Bangkok, daher wahrscheinlich auch der Reis. Außerdem war ich mit einer Vegetarierin unterwegs, eventuell war das eine Einschränkung?

      Es freut mich auf jeden Fall beim Fufu falsch zu liegen, denn Westafrika reizt mich ja schon als Reiseziel ;)

      Hast Du als starke Befürworterin von Westafrika als Reiseziel Lust ein paar leckere Gerichte mit Bildern vorzustellen? Würde mich sehr interessieren und das teile/verlinke ich auch gerne oder gerne auch als Gastbeitrag.

  7. Komivi Sawalou says:

    Den Satz über Fufu würde ich wirklich streichen. Erstens stimmt es nicht, dass er in „Westafrika“ Grundnahrungsmittel sei, zweitens ist Fufu nicht gleich Fufu. In Togo etwa besteht Fufu in den meisten Regionen aus Yams, und nur Yams, wird aber i.d.R. mit stark gewürzter Sauce aus Erdnüssen o.ä. gegessen. Im Westen macht man ihn aus Kochbananen und Taro. Wichtig ist, dass Fufu mit einem großen Holzstößel in einem Mörser gestampft wird, nachdem die Zutaten gekocht wurden. Salz kommt nicht dazu, da er nie ohne Sauce gegessen wird. Seine fluppige Konsistenz macht dem Yams-Fufu in Togo zur Touristen-Attraktion, zumal der Ausländer gern mitstampfen darf… ich persönlich hasse Fufu, weil ich keinen Yams vertrage. Stattdessen lasse ich mir dann Maisbrei zur Sauce geben. DER ist in Togo etwa Grundnahrungsmittel, während man in Côte d’Ivoire eher Attiéké, d.i. eine Art Couscous aus Maniok, sowie Reis isst. Weit verbreitet ist die – immer frisch hergestellte – Erdnusssauce, der gebratene Fisch usw.
    Die togoische Küche hält zudem verschiedene Dinge wie Maiskuchen, Sojakäse, aber auch eine Art vegane Wurst aus Bohnenmehl (Tindini) bereit.

    Was nun eigentlich den Artikel betrifft: Die Kaffeezeremonie mit den drei Tassen hat mit der Dreifaltigkeit zu tun. Allerdings gibt es viele Leute, die haufenweise Gewürze unter den Kaffee mischen, was angesichts dessen, dass Kardamom u.ä. nicht jedermanns Sache sind doch ganz interessant ist. Von Injera bekomme ich nicht genug, und von der Bohnenpaste („Curry“ ist das, was ich bekommen habe, jedenfalls keines) auch nicht. Teff gibt es in jedem Naturkostladen (Alnatura, Reformhaus, …), und das Rezept für Injera ist online verfügbar. Dann kann man seine eigenen Stews dazu machen.

    Antworten
    • Hi Komivi,

      dass ein „Fufu mit Reis“ in Bangkok nichts über das Essen in Westafrika aussagt, sollte jedem Leser klar sein. Das ist Teil der Einleitung und nicht des Info-Teils. Wenn mir jemand sagt er hat ne schlechte Pizza in New York gegessen und deswegen keine Lust auf europäisches Essen, dann hefte ich das auch unter Anekdoten ab, oder?

      „Curry“ heißt auf gut deutsch einfach nur Eintopf. Die Assoziation mit Indien liegt nahe und war auch beabsichtigt. Aber das sagt nix über die Zutaten aus. Außerdem ist „Bohnenpaste“ auch ne gute Beschreibung für viele südasiatische Curries ;)

      Grüssle,
      Florian

  8. Elmar says:

    Schöne Zusammenfassung über das äthiopische Essen. Fehlt nur Indomie. Viele Grüße aus Addis Ababa,

    Antworten
    • Danke, die Instantnudeln haben wir gesehen. Kam mir nicht so besonders äthiopisch vor, aber andererseits: äthiopisch ist, was in Äthiopien gegessen wird. Thai Food ohne Mama Noodles wäre auch undenkbar ;)

      Uns kam es so vor als wären Nudeln allgemein recht beliebt. Sehr einfach mit Tomatensoße, vor allem auf dem Land in Tigray.

  9. Eastgirl says:

    Hey,
    schön von euren Erfahrungen zu lesen! An Gebäck beziehungsweise als Frühstücksalternativen gibt es zum Beispiel auch Himbascha, Kitscha und Kitscha fitfit, Ful und Gaat! Aber auch die Beles-Frucht, die ich im Heimaturlaub immer gerne gegessen habe und die sich hervorragend als Nachtisch eignet, ist erwähnenswert! Seid ihr gar nicht in den Genuss gekommen oder warum fehlt das bei den „Nicht-Injera-Gerichten“? :

    Antworten
    • Danke für die Anregungen. Ful schaut sehr interessant aus, habe ich in Äthiopien leider nicht gesehen.

      „Beles“ kommen mir aus Mexiko bekannt vor, dort heißen die Kaktus-Früchte „Tunas“.

      Sind Himbascha und Gaat eher Nachspeisen oder auch Hauptgerichte?

      Kitscha ist anscheinend ein anderes Wort für das im Text erwähnte und abgebildete Chechebsa – habe ich ergänzt.

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