Projekt Bergfloh Teil 2

Über Glucose und Hungergefühle hab ich mich schon im ersten Teil ausgelassen. Jetzt möchte ich mich dem Thema von der evolutionären Seite nähern. In der aktuellen Zeit ist auf Seite 29 ein Bericht über die “Urfamilie”, den es auch online zu lesen gibt. Mir gehts aber gar nicht um den Artikel selbst sondern um die Bildunterschrift:

[Der] Zahnbefund ist ganz typisch für die Jungsteinzeit, als die Menschen erstmals Getreidebrei aßen: Die ganze Familie hatte mit Karies zu kämpfen.

Die besagte “Urfamilie” hat also vor 4.600 Jahren gelebt und anders als ihre Vorfahren haben sie sich nicht mehr hauptsächlich von Fleisch, Fisch und Früchten ernährt sondern mit dem Anbau von Getreide angefangen.

Den Homo Sapiens gibt es nun bereits seit mehr als 160.000 Jahren. Wenn man die Lebensdauer unserer Art umrechnet auf einen Tag, dann haben wir erst vor einer dreiviertel Stunde mit dem Ackerbau angefangen. Die 23 1/4 Stunden vorher haben wir uns fast glucosefrei ernährt, denn Glucose kommt in der Natur nur in der Nähe von stechfreudigen Honigbienen konzentriert vor.

telleruhr

Die Evolution braucht viel Zeit und man könnte nun behaupten, daß sich unser Verdauungstrakt in den 5.000 Jahren, in denen uns Glucose zur Verfügung steht, nicht großartig anpassen konnte, zumal unter modernen Menschen die natürliche Auslese nach Darwin praktisch aufgehoben ist.

Die Bauchspeicheldrüse erwartet also Fructose, bekommt von einem modernen Speiseplan, der sich nach der Ernährungspyramide richtet aber hauptsächlich Glucose. Bei dieser ungewohnten Zuckerart überreagiert sie nun und produziert 5 Mal so viel Insulin, wie sie sollte. Das führt zu Unterzuckerung und Heißhunger und wenn mans dauerhaft übertreibt zu Insulinresistenz (Diabetes Typ2), der sogenannten Volkskrankheit. Von der Zahnkaries, mit der die “Urfamilie” so zu kämpfen hatte fang ich erst gar net an…

Fazit:

Lass die Glucose weg!

P.S.
Außer vor, während und nach anaeroben Trainingseinheiten im Sport.

6 comments to Projekt Bergfloh Teil 2

  • [...] im 2. Teil. « Der Ernst des Lebens Lehrer sein [...]

  • Mario

    Hallo Flo,

    da fühle ich mich ja geehrt, dass aus dem Tipp von mir ein Feldzug gegen die Glucose geworden ist. Nun – ich habe mich auch weiterentwickelt und könnte dir jetzt ein ganz neues Kapitel eröffnen:

    Thema: Basische Ernährung! sozusagen die nächst höhere Stufe für jemanden, der sich bewußt mit Ernährung auseinander setzt. Die Theorie dahinter:

    Der Körper bzw. das Blut benötigt einen bestimmten Ph-Wert, der immer einzuhalten ist. Versauert das Blut (z.B. durch intensive körperliche Betätigung), dann muss gepuffert werden. (Mineralien – diese kommen aus der Umgebung (Zellen). Fährt man ständig im sauren Bereich, dann kann es zu Mangelerscheinungen kommen (Gelenk- Sehnen- und Muskelproblemen).

    Abhilfe:

    - Grundlage fahren nach intensiven Einheiten (CO2 – Abatmung)

    - Basische Ernährung (Gemüse, Kartoffel usw.)
    weniger Gut: Zucker, Kaffee, Fleisch usw.

    Das Internet ist voll davon!

    Gruß

    Mario ;)

  • floc

    Servus Mario, schön Dich hier begrüßen zu dürfen!

    Basische Ernährung gehört auch zur Steinzeitdiät und wird vom Paläo Papst Leonard Cordain sehr stark propagiert. Seitdem ich das in seinem Buch gelesen habe futter ich nach harten Einheiten ne gscheite Portion Rosinen. Darüber hinaus denke ich, daß ich beim pH-Wert mit meinem enormen Obstkonsum gut dabei bin.

    Besonders wichtig ist mir die basische Ernährung wegen der Knochenstabilität. Ich will mir den linken Arm kein 5. Mal brechen und was hilft mir das gesamte Kalzium der Welt, wenn bei saurem Blut alles wieder ausgeschieden wird. (und das Knochenkalzium gleich mit)
    Andererseits bringen mich keine 10 Pferde mehr dazu nen Salat ohne Essig anzumachen. Ich hab Limonen- und Zitronensaft zu genüge probiert, das geht einfach net.

    Diesmal hab ich meine Hausaufgaben gemacht. Trotzdem vielen Dank für den Tipp (-;

    Flo

  • Mario

    Hallo Flo,

    ich bin ja schwer beeindruckt, da soll es niemanden mehr wundern, dass du immer schneller wirst.

    Übrigens: Meine Knochen bzw. Rippen tun es langsam wieder. So können wir demnächst die Keltenrunde noch einmal in Angriff nehmen.

    Gruß

    Mario

  • [...] mag es konträr. Es werden also unangenehme Fragen sein, vielleicht sogar Schierlingsbecher unangenehm. [...]

  • [...] ein Gift ist. Seitdem versuche ich mich zuckerarm zu ernähren. 2008 bin ich auf diesem Weg bei der Paläo Ernährung gelandet, auch bekannt als evolutionäre Ernährung oder einfach [...]

Hinterlasse eine Antwort

  

  

  

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>