Kündigung – #1 Wesenszüge

Lange war ich still, weil ich Probleme habe meine wirren Gedanken zu ordnen.

Also, versuchen wirs gemeinsam:
Ich habe nach nur einem Jahr meinen Job gekündigt um mich vom Angestelltendasein zu verabschieden – hoffentlich endgültig.

Ich versuche noch zu verstehen warum. Ich glaube dazu sind folgende Beobachtungen wichtig:


1. Konsum:

Erfahrungen
machen glücklich,
Dinge nicht

Mein Problem scheint zu sein, dass mir mehr Geld nicht mehr Nutzen bringt.

Mein Hirn tickt leider merkwürdig. Ich kann mir keinen LCD-Fernseher oder ein Auto kaufen und hoffen damit glücklich zu werden.


2. Abwechslung:

Abwechslung
ist das Salz
in der Suppe

Ich probiere gerne etwas Neues. Nur weil ich ein paar Jahre Rad gefahren bin, bin ich kein Radfahrer. Nur weil ich ein paar Jahre programmiert habe, bin ich kein Programmierer.

Es gibt vermutlich Nichts auf der Welt, was mich über viele Jahre motivieren kann.


3. Sinn:

Ich würde
gern etwas
Nützliches tun

Bis Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich die Sinnfrage fürs “gemeine Volk” nie gestellt – Es ging ums Überleben. In der westlichen Welt geht es heute ums Leben, nicht ums Überleben. Niemand muss verhungern oder an einer heilbaren Krankheit sterben.

Wir bekommen ein sorgenfreies Leben geschenkt, in einer sehr interessanten Zeit. Da sollte man was draus machen.



4. Sicherheit:

Sicherheit
ist
langweilig

Ich kann absolute Sicherheit nicht ausstehen. Wenn jemand den Absicherungsplan für meine verbleibenden 50 Jahre auf ein Papier malt, dann möchte ich schreiend davonlaufen.

Es gibt keine Sicherheit: Renten, Versicherungen, Geldanlagen, selbst Bargeld sind falsche Sicherheiten. Sicher ist nur der Tod. Todsicher!
Abgesehen davon mag ich nicht im abgesteckten Sandkasten spielen.
Risiken sind schließlich aufregend, oder nicht?


Das sind die für die Kündigung relevanten Wesenszüge, die ich selbstdiagnostizieren konnte. Wie mein bisheriger Job zu diesen 4 Punkten passt schau ich mir morgen übermorgen am Wochenende nächste Woche an.


Krise ist ein produktiver Zustand.
Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

(Max Frisch)

6 comments to Kündigung – #1 Wesenszüge

  • Stefan

    Hört sich verdammt ideologisch an – hört sich aber auch verdammt konsequent an! Guter Flo :)

  • Stefan A

    Interessante Punkte und Ansichten, über die man sicherlich lange diskutieren kann. Deine Konsequenzen find ich gut und mutig, und wünsch Dir alles Gute bei der Umsetzung deiner Lebensmottos!

    Trotzdem freu ich mich schon auf ein Bier und ein bisschen Schafkopf, bevor du aufbrichst!

  • [...] Unterwegs « Kündigung #1 [...]

  • Danke liebe Stefans (-;

    Diskutieren kann man hier auch.
    Da wär ich sogar sehr dankbar drüber.

  • Der LUPO

    Ich mag auf keine der 4 Punkte verzichten. Und des mag niemand (nedmal/gerade nicht der Floc). Aber: auf’s Maß kommts an. Mein Maß reicht mir, dem Floc nicht. Is übrigens auch ne grundlegende Frage im Schafkopf: spiel ich nen Ruf für lau oder reiz ich aus mit der Chance auf Reiz und Geld?

    Aber wenn des alles ein Schmarrn is, bei einer Sache bin ich mir sicher: Allein macht nix Spaß, Schafkopf nicht, Leben nicht.

  • [...] Ich mag es konträr. Es werden also unangenehme Fragen sein, vielleicht sogar Schierlingsbecher unangenehm. Ich freue mich darauf. Dieses ganze Gerede soll freilich keine Kritik am sokratischen Moment sein. Das war eine wesentliche Wendung für mich. [...]

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