(Jonathan Rauch – 2003)
Wie man sich um seinen Introvertierten kümmert
Kennst du jemanden, der Tag für Tag mehrere Stunden für sich alleine braucht? Jemand, der ruhige Unterhaltungen über Gefühle oder Ideen schätzt? Jemand, der spektakuläre Vorträge vor vielen Zuschauern halten kann, aber unbeholfen in Gruppen wirkt und ungeschickt im Smalltalk? Jemand, der auf Parties geschleift werden muss und dann den restlichen Tag zum Erholen braucht? Jemand, der grummelt oder finster blickt oder grimmig wird oder zusammenzuckt, wenn er von freundlich gesinnten Leuten mit Höflichkeiten überschüttet wird?
Wenn dem so ist, sagst du diesem Menschen manchmal, daß er “zu ernst” ist? Oder fragst Du ob alles Ordnung ist? Hältst du ihn für distanziert, arrogant, unhöflich? Verstärkst du deine Anstrengungen ihn aus der Reserve zu locken?
Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst ist es gut möglich, daß du einen introvertierten Menschen kennst – und ihn nicht richtig behandelst. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Menge Erkenntnisse gewonnen über introvertierte Menschen, ihre Gewohnheiten und ihre Anforderungen. Durch Gehirnscans wurde sogar entdeckt, daß introvertierte Menschen Informationen anders aufnehmen (kein Witz). Wenn du in dieser wichtigen Angelegenheit den aktuellen Einsichten hinterherhinkst, sei versichert daß du nicht alleine bist. Introvertierte Menschen mögen häufig vorkommen, aber sie sind eine der am häufigsten missverstandenen und benachteiligten Gesellschaftsgruppen in Amerika, wenn nicht in der ganzen Welt.
Ich weiß das. Mein Name ist Jonathan und ich bin introvertiert.
Oh, jahrelang hab ich es geleugnet. Immerhin kann ich gut sozial interagieren. Ich bin nicht mürrisch oder menschenfeindlich. Üblicherweise zumindest. Ich bin alles Andere als schüchtern. Ich liebe lange Unterhaltungen über vertraute Gedanken oder leidenschaftliche Interessen. Aber zu guter Letzt habe ich mir meine Introvertiertheit doch eingestanden und vor Freunden und Kollegen bekannt. Dadurch habe ich mich von unzähligen beeinträchtigenden Missverständnissen und Vorurteilen befreit. Und nun will ich dir erzählen, was du wissen musst um auf deine eigenen introvertierten Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen mit Gefühl und Unterstützung einzugehen. Stell dir vor jemand den du kennst, respektierst und mit dem du jeden Tag zu tun hast ist introvertiert und du bringst ihn womöglich um den Verstand. Es lohnt sich die Warnsignale deuten zu können.
Was ist Introvertiertheit? In seiner modernen Bedeutung geht das Konzept zurück auf den Psychologen Carl Jung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute ist es eine Hauptstütze von Persönlichkeitstest unter Anderem des verbreiteten Myers-Briggs Typindikators. Introvertierte Menschen sind nicht notwendigerweise schüchtern. Schüchtern zu sein heißt unruhig, verängstigt oder selbstmissbilligend in Gesellschaft zu sein. Auf introvertierte Menschen trifft dies im Allgemeinen nicht zu. Introvertierte Menschen sind auch nicht menschenfeindlich. Dessen ungeachtet geben manche von uns Sartre recht, wenn er sagt “Die Hölle, das sind andere Leute beim Frühstück”. Introvertiert sein heißt aber vielmehr andere Leute ermüdend zu finden.
Extrovertierte Menschen leben durch den Kontakt mit ihren Mitmenschen auf und welken oder verblassen durch Alleinsein. Sie scheinen oft gelangweilt mit sich zu sein und auch unter ihresgleichen. Lasse einen Extrovertierten für 2 Minuten allein und er wird nach seinem Handy suchen. Wir Introvertierten im Gegensatz müssen nach einer oder zwei Stunden sozialer Aufmerksamkeit abschalten und nachladen. Meine eigene Formel ist ungefähr zwei Stunden allein für jede Stunde sozialer Betätigung. Das ist nicht gesellschaftsfeindlich. Es ist kein Zeichen von Depression. Es erfordert keine medizinische Behandlung. Für Introvertierte ist das Alleinsein mit unseren Gedanken so erholsam wie Schlafen, so nahrhaft wie Essen. Unser Motto ist: “Ich bin ok, du bist ok – aber bitte in kleinen Portionen.”
Wieviele Menschen sind introvertiert? Ich habe umfassend nach Antworten geforscht in Form einer schnellen Google Suche. Die Antwort: Ungefähr 25 Prozent. Oder: nicht ganz die Hälfte. Oder mein Favorit: “Eine Minderheit der normalen Bevölkerung aber eine Mehrheit der begabten Bevölkerung.”
Werden introvertierte Menschen missverstanden? Absolut. Das scheint unser Los im Leben zu sein. “Es ist sehr schwierig für einen Extrovertierten einen Introvertierten zu verstehen,” schreiben die Bildungsexperten Jill D. Burruss und Lisa Kaenzig. (Sie sind auch Quelle des Zitats aus dem letzten Absatz.) Extrovertierte sind wiederum für Introvertierte leicht zu durchschauen. Extrovertierte Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit damit in ausführlicher und häufig unausweichlicher Interaktion mit Anderen herauszufinden, wer sie sind. Sie sind so rätselhaft wie Schoßhündchen. Aber umgekehrt wird kein Schuh draus. Extrovertierte können nur wenig mit Introvertiertheit anfangen. Sie setzen voraus, daß Gesellschaft, vor allem ihre eigene immer erwünscht ist. Sie verstehen nicht warum jemand gerne allein sein würde. Vielmehr nehmen sie Anstoß an dieser Vorstellung. Jedes Mal wenn ich versucht habe einem Extrovertierten die Sache zu erklären, ist das Gefühl geblieben daß er es nicht wirklich verstanden hat. Sie hören einen Moment zu und verfallen dann wieder in Kläffen und Jaulen.
Werden introvertierte Menschen unterdrückt? Ich fürchte schon. Zum Einen sind extrovertierte Politiker überrepräsentiert. In der Politik fühlen sich nur die Schwatzhaften wirklich wohl. Nimm George W. Bush oder Bill Clinton. Sie scheinen nur unter anderen Menschen wirklich lebendig zu werden. Die wenigen Introvertierten aufzuzählen, die es in die Spitzenpolitik geschafft haben – Calvin Coolidge, Richard Nixon – beweist nur die Annahme. Introvertierte sind einfach keine Naturtalente in der Politik, mit der möglichen Ausnahme von Ronald Reagan. Dessen sagenhafte Reserviertheit und Zurückgezogenheit waren möglicherweise Zeichen einer tiefen introvertierten Strähne (Ich habe von vielen Schauspielern gelesen, die introvertiert sind und viele Introvertierte fühlen sich in Gesellschaft wie Schauspieler.)
Extrovertierte beherrschen also das öffentliche Leben. Das ist sehr schade. Wenn wir Introvertierten das Sagen hätten, wäre die Welt zweifellos ein ruhigerer, vernünftigerer und friedlicherer Ort. Coolidge wird das Zitat zugeschrieben “Verstehst du nicht, daß vier Fünftel unserer Probleme im Leben verschwinden würden, wenn wir uns einfach nur hinsetzen und stillhalten würden?” Ihm wird auch der Satz zugeschrieben “Wenn du erst gar nichts sagst wirst du auch nichts wiederholen müssen.” (Das Einzige was ein richtiger Introvertierter schlimmer findet als über sich selbst zu reden ist sich Wiederholen zu müssen.)
Mit ihrem nicht zu stillendem Appetit für Gerede und Aufmerksamkeit, beherrschen Extrovertierte auch das Sozialleben. Sie neigen daher zu falschen Erwartungen. In unserer extrovertierten Gesellschaft wird es als normal vorausgesetzt aufgeschlossen zu sein und gilt damit als erstrebenswert. Es ist ein Zeichen von Glücklichsein, Zuversicht und Führungsvermögen. Extrovertierte werden als großherzig, lebhaft, warm und gefühlsbetont gesehen. “Ein geselliger Mensch” ist ein Kompliment. Introvertierte werden beschrieben mit Worten wie “zurückhaltend”, “Eigenbrötler”, “reserviert”, “wortkarg”, “verschlossen”, “privat” – einengende, unglimpfliche Worte. Sie deuten emotionale Sparsamkeit und eine minderwertige Persönlichkeit an. Ich schätze, daß introvertierte Frauen besonders leiden müssen. In speziellen Kreisen, besonders im Mittleren Westen der USA, kann ein Mann sich unter die Schutzhaube des starken und stillen Typen flüchten. Introvertierten Frauen fehlt diese Alternative. Sie werden um so wahrscheinlicher als scheu, zurückgezogen und hochmütig wahrgenommen.
Sind introvertierte Menschen arrogant? Kaum. Ich nehme an daß dieses häufige Missverständnis damit zusammenhängend, daß wir intelligenter, reflektiver, unabhängiger, besonnener, vergeistigter und feinsinniger als Extrovertierte sind. Es hängt sicher auch mit unserm Verzicht auf Smalltalk zusammen. Ein Verzicht, den Extrovertierte oft für Geringschätzung halten. Wir denken gerne nach bevor wir reden, während Extrovertierte beim Reden denken. Deswegen dauern ihre Besprechungen nie weniger als 6 Stunden. “Introvertierte” schreibt der scharfsinnige Zeitgenosse Thomas P.Crouser in der online Rezension des neuen Buches Warum sollen Extrovertierte alles Geld verdienen? (Immer noch kein Witz), “werden regelmäßig abgelenkt von dem halbinternen Dialog unter Extrovertierten. Introvertierte beschweren sich aber nicht äußerlich sondern rollen mit den Augen und verfluchen insgeheim die Dunkelheit.” Genau so.
Das Schlimmste daran ist, daß Extrovertierte keine Ahnung haben durch welche Qualen sie uns schicken. Manchmal schnappen wir nach Luft in dem Nebel des zu 98 Prozent inhaltsfreien Geredes und fragen uns ob Extrovertierte sich überhaupt selbst zuhören. Trotzdem halten wir stoisch aus, weil die Bücher über Etiquette – ohne Zweifel von Extrovertierten geschrieben – das Ablehnen von Wortgeplänkel als unhöflich werten und Lücken in der Unterhaltung als unangenehm. Unser Traum ist, daß eines Tages unser Zustand weitläufiger verstanden wird. Daß vielleicht eine Bewegung für mehr Rechte von Introvertierten ihre Blüten und ihre Früchte getragen hat. Dann wird es nicht mehr unhöflich sein zu sagen “Ich bin ein Introvertierter. Du bist eine wundervolle Person und ich mag dich. Aber bitte jetzt pssst.”
Wie kann ich den Introvertierten in meinem Leben wissen lassen, daß ich ihn unterstütze und seine Wahl respektiere? Zuallererst muss man erkennen, daß es keine Wahl ist und auch kein Lebensstil. Es ist eine grundlegende Orientierung.
Zweitens, wenn man einen Introvertierten in Gedanken verloren sieht, sollte man Bemerkungen vermeiden wie “Was ist los?” oder “Geht es dir gut?”
Drittens, man sollte auch nichts Anderes sagen.
[...] Rauch – Caring for your Introvert (2003): Wie man sich um seinen Introvertierten kümmert « [...]
zum teil ist das eine wahre lobeshymne an introvertierte personen. ob sie tatsächlich um so vieles “besser” sind als extrovertierte kann und möchte ich so nicht sagen.
trotzdem sprichst du mir mit dem großteil des gesagten aus der seele. ich bin selbst introvertiert, werde deshalb ständig für arrogant gehalten und dauernd versucht mich irgendwer zu veranstaltungen oder partys zu schleifen. wenn ich mich weigere, weil mir das alles zu “mühsam” ist wird sofort gemutmaßt, ich sei depressiv und die bemühungen werden um ein vielfaches verstärkt. ein einfaches “ich möchte nicht” oder “glaub mir, ich fühle mich so wohler” wird nicht ernst genommen und als ausrede betrachtet. (es ist keine 10min her, dass es mir so ging – was auch der grund dafür war, auf diese seite zu kommen)
langer rede kurzer sinn: es ist mal ganz angenehm zu sehen, dass es anderen auch so geht und ich nicht die einzige bin, die ständig misverstanden wird! dementsprechd danke.
grüße
nicole
Wie ich das alles kenne.
grüsse Erika
Hallo. Mein Name ist David.
Danke für diesen Text. Habe jede einzelne Zeile an mir selbst festgestellt, da ich vermutlich der introvertierteste Typ der ganzen Stadt bin.
Da es mich quählt von der Welt nicht wirklich akzeptiert und dauerhaft unterschätzt zu werden, habe ich öffter als ein mal versucht mich selbst zu vergewaltigen indem ich mich verstellte. Letztendlich kam ich mir immer lächerlich dabei vor und hasste mich dafür.
Was jedoch soll man tun, wenn keine Unterdrückung, Unterschätzung und Vorverurteilung durch andere wünscht?
Wenn das introvertiert sein und die damit einhergehende Menschenscheu (wie in meinem Falle) einem echte Nachteile bescheert? Nur 2 Beispiele:
—————LIEBE—————
Wie z.B: dass keine Frau sich herablässt, jemand solchen kennenlernen zu wollen. Geschweige denn zu mehr. Auf diesem Sektor haben wir ein echtes Problem das zu bekommen was son Labersack im Handumdrehen meistert.
Frauen neigen in der Regel dazu Introvertiertheit mit Schüchternheit zu verwechseln. Und Schüchternheit ist in der Frauenwelt eine Art Tabu.
Ein “NoGo” bei dem sie anfangen, jeglichen Respekt vor dem Manne zu verlieren, der ihnen gegenüber steht. Das geht sogar so weit, dass der Typ dann überhaupt nicht mehr als Kerl und somit potenzieller Spielgefährte wahrgenommen UND AUCH behandelt wird sondern eher als dummer Junge, der zeitig im Bett zu sein und wegzuhören hat, wenn die insgeheim Angebetete mit ihrer besten Freundin über schweinische Sachen quatscht.
DAS tut weh! DAS TUT WEH!!!
Und darum ist es auch nicht verwunderlich, dass die Reaktion auf jedes vermeindliche Liebesgeständnis unsererseits fast immer was zur folge hat?
“Ach ******, sei doch nicht albern, hihi. Wir sind doch die besten Freunde und wollens doch auch bleiben…..”
Aus ihrer Sicht ist die “Angelegenheit” damit vom Tisch denn es handelte sich ja ohnehin nur um einen Bauern, der sich in eine Heidi Klum verguckt hatte und der sich schon wieder beruhigt, wenn man ihm nur ne Tafel Schokolade reicht…ach wie süüüüüüüüß….
Was soll ich sagen…Das macht auf Dauer keinen Spaß!
—————BERUF—————
Ja, Beruf ist sehr einfach. Da du deine Fresse nicht bei jeder Gelegenheit aufreisst, traut man dir auch nix zu. Bei Beförderungen wirst du übergangen, als wärst du gar nicht da.
Dir überlässt jeder die Drecksarbeit, die du besonnen und geduldig wie du bist auch noch erledigst. Und zwar sorgfältigst.
Die Perfektion mit der du deine Arbeit erledigst, interessiert keine Sau, während die Früchte daraus nur zu gerne angenommen werden.
In der Kantiene redet man über dich. Du wärst sonderbar, viel zu ruhig. Aber im Grunde musst du auch noch dankbar sein, dass man überhaupt über dich redet.
——————————————–
Also ich weiss nich. Dieses ganze Introvertiertheits Ding geht mir für meinen Teil tierisch auf die Nüsse und ich muss doch sagen, es reicht mir einfach. Als introvertierter bist du gesellschaftlich gesehen der total looser und wirst grundsätzlich ignoriert. Wir sind soetwas wie Gottes ungewollte Kinder. Aussätzige, die niemals auch nur die geringsten Ansprüche zu erheben haben auf soetwas wie volle soziale Akzeptanz, Gleichbehandlung oder gar Erhabenheit…
Es gab eine Zeit in der ich stolz auf mich war. Auf die Eigenschaften und Werte, die mich als Introvertierten ausmachten. Tugenden wie Geduld, Perfektion, Kreativität, künstlerisches Schaffen, Leidenschaft und die Fähigkeit zu tiefen Emotionen.
Heute denke ich anders darüber. Introvertiertheit ist die Pest unserer Zeit, die jeglichen Heilmittels entbehrt. Wenn man das operativ entfernen könnte, würde ich das tun!
Der Artikel geht schon zu sehr in Richtung Lobeshymne auf die Introvertiertheit, da schließe ich mich Nicole an. Andererseits muss ich David widersprechen, denn ich schätze meine Introvertiertheit sehr.
Klar haben es gerade introvertierte Männer schwer. Es kann auf Dauer nur schiefgehen, wenn wir versuchen extrovertiert aufzutreten. Aber niemand, der uns schätzt, verlangt das von uns.
Finde Deinen eigenen Weg!
In so gut wie allen Punkten kann ich dir bedenkenlos zustimmen, und auch was David sagte stimmt speziell was die Liebe betrifft wie die Faust auf’s Auge. Mir passierte das erst vor kurzem wieder, und das kann echt deprimierend sein.
Danke für den Artikel
ich persönlich kann david nicht in allen punkten rechtgeben. wie auch im artikel steht, heißt introvertiert zu sein nicht automatisch, dass man auch schüchtern sein muss. dementsprechend muss man zb. im job nicht unbedingt probleme mit den aufstiegschancen haben.
wie gesagt, ich bin selbst introvertiert, aber ich habe nicht das geringste problem damit meine meinung zu sagen oder ähnliches. egal was ich angefangen habe, ich bin sogar immer schneller aufgestiegen als mir überhaupt lieb war. auf diese weise war ich gezwungen situationen zu durchleben, die für mich purer stress waren aufgrund meiner introvertiertheit (nahezu täglich sitzungen, kommissionen, public relations…). es ist wie mit einem talent, manche haben’s, manche nicht. ich hatte nicht das “talent” mich ständig durch sitzungen mit x mitgliedern zu quälen etc., also mußte ich mir eben einen job suchen, der besser für mich geeignet ist. aber im endeffekt bin ich selbst auch glücklicher damit!
was das liebesleben anbelangt… für frauen ist es auch nicht so leicht. auch männer bevorzugen nicht-introvertierte frauen. und wenn sie dann doch eine introvertierte nehmen bilden sie sich ein, sie könnten sie ändern oder verstehen einfach nicht warum frau dieses oder jenes nicht machen will. aber jetzt mal ehrlich, was soll ich mit so einem mann? der passt dann ja sowieso nicht zu mir! ich sitz halt lieber zu hause vor meiner staffelei und male, am computer und schreibe oä. und ich fühl mich gut dabei. und ich will einen partner, der das als gut empfindet und nicht darunter leidet, dass ich mich meistens von der außenwelt zurückziehe. wie vorher schon gesagt wurde, es bringt nicht viel, sich einen partner zu nehmen, der so überhaupt nicht zu einem passt – da leiden nur beide darunter. mag zwar etwas länger dauern, die nadel im heuhaufen zu suchen, aber ich weiß aus erfahrung, dass es das wert ist!
Ich habe gerade das Buch “zartbesaitet” gelesen und habe mich darin wiedergefunden. Darin wird beschrieben, dass introvertiert sein nicht gleich introvertiert sein im klassischen Sinne sein muss. Es gibt eine Minderheit, die hochsensibel ist! Deswegen fühlte ich mich oft in scheinbar normalen Situationen überfordert und zog mich zurück. Deswegen fühlte ich mich oft unverstanden und hasste regelrecht mein intensives und komplexes Innenleben. Ich kann dieses Buch und andere Bücher/Texte zu diesem Thema nur weiterempfehlen, es ist wie eine Erleichterung.
Super Text, hab mich selbst drin erkannt! Aber ob ich wirklich Introvertiert bin?? Keine Ahnung, hab nen extrovertierten beruf und komm super zurecht. Hatte auch nur extrovertierte Frauen bis jetzt…
Bin ich selber gern zuruckgezogen und meide partys und dieses ganze oberflaechliche geschwaffel und getue…., verbringe sehr viel zeit mit mir selber. Gibts da vielleicht noch so n mittelding?Trotz alledem bin ich auch wieder sehr spontan, abenteuerlustig, such den kick, ergreif auch oft initiative und mag es eigentlich trotzdem mit guten freunden zusammen zu sein. Wobei ich sagen muss mit extroveriterten Frauen hatt ich nur probleme, auch meine jetzige “bekanntschaft” is sowas von extrovertiert…. geht garnich!
Bin aber trotzdem stolz drauf, und ich glaub nur das zaehlt!
Gruesse,
“Der wo sucht und trotzdem nix findet.”
“Die Hölle, das sind andere Leute beim Frühstück”
Wie wahr…
Netter Artikel vielleicht hier und da etwas zu bunt ausgeschmückt aber trotzdem auf den Punkt gebracht.
Ein herzliches Hallo an alle Introvertierten,
ich bin ebenfalls introvertiert und hochsensibel (auch ein Thema, mit dem ich mich theoretisch erst seit kurzem beschäftige). Ich habe laut MBTI eine leichte Präferenz zur Introversion, deshalb kann ich mich auch nicht in David hineinversetzen, der darunter sehr zu leiden scheint. Ich kann nur allen Betroffenen raten, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Im nächsten Schritt sollte man sich so verhalten, dass man sich wohl fühlt. Sich verändern zu wollen, sein Wesen verdrängen zu wollen, bringt absolut nichts und jeder Mensch sollte sein Wesen entfalten und nicht begrenzen. Viele Künstler und Schauspieler sind meist introvertiert. Es gibt für jeden Introvertierten geeignete Berufe, in denen sie aufblühen können. Es stimmt schon, dass unsere Gesellschaft zu etwa 75 % aus Extrovertierten besteht und deshalb die Extrovertierten die Regeln bestimmen. Dennoch brauchen auch die Extrovertierten die introvertierte Seite und unsere Talente. Sucht euch Gleichgesinnte, auch in der Liebe. Wer sagt denn, dass alle Extrovertierten gleich sind und dass Introvertierte nicht mit einem Introvertierten nicht glücklich sein können? Alles Liebe und ich ehre und wertschätze die Introvertiertheit, Irene aus Wien
Ein herzliches Hallo an alle Introvertierten,
ich bin ebenfalls introvertiert und hochsensibel (auch ein Thema, mit dem ich mich theoretisch erst seit kurzem beschäftige). Ich habe laut MBTI eine leichte Präferenz zur Introversion, deshalb kann ich mich auch nicht in David hineinversetzen, der darunter sehr zu leiden scheint. Ich kann nur allen Betroffenen raten, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Im nächsten Schritt sollte man sich so verhalten, dass man sich wohl fühlt. Sich verändern zu wollen, sein Wesen verdrängen zu wollen, bringt absolut nichts und jeder Mensch sollte sein Wesen entfalten und nicht begrenzen. Viele Künstler und Schauspieler sind meist introvertiert. Es gibt für jeden Introvertierten geeignete Berufe, in denen sie aufblühen können. Es stimmt schon, dass unsere Gesellschaft zu etwa 75 % aus Extrovertierten besteht und deshalb die Extrovertierten die Regeln bestimmen. Dennoch brauchen auch die Extrovertierten die introvertierte Seite und unsere Talente. Sucht euch Gleichgesinnte, auch in der Liebe. Wer sagt denn, dass alle Extrovertierten gleich sind und dass Introvertierte nicht mit einem Introvertierten nicht glücklich sein können? Alles Liebe und ich ehre und wertschätze die Introvertiertheit, Irene aus Wien (www.ganzheitscoaching.at)
Hallo
ich muss gestehn, auch ich habe mich in jeder Zeile wiedergefunden und empfinde introvertiert sein auch nicht gerade als sehr positiv, denn es ist unglaublich anstrengend sich regelmäßig in irgendeiner Weise für sein Verhalten rechtfertigen zu müssen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich angefangen hab mich teilweise auch schon offener und extrovertierter zu geben als ich bin, was mir auch nicht viel geholfen hat.
Meine Freunde gehen öfter mal auf größere Feiern. Und jedesmal musste ich ewige Diskussionen über mich ergehen lassen, ehe sie widerwillig hinnahmen, dass ich nicht mitgehen wollte.
Zwischenzeitlich habe ich mir auch irgendwelche Ausreden gesucht, wie z.B. das wir an dem Termin der Feier eine Tante besuchen würden etc. Auf Dauer funktioniert das blöderweise nicht, denn irgendwann wird es ja offensichtlich.
Also hab ich es mit der Wahrheit versucht. Doch wenn man jemandem, der extrovertiert ist, erzählt, dass man sich auf solchen Veranstaltungen unwohl fühlt, dass sie einen ermüden, dann stößt man nur auf Unverständnis, blöde Kommentare und erneute Diskussionen.
So haben mich meine Freunde auch schon so weit gebracht, dass ich vereinzelt auf solche Feiern mitgegangen bin. Wie vorhergesagt, waren sie der reinste Horror für mich, aber ich hoffte meine Freunde würden es verstehen und mein ‘Nein’ zu solchen Veranstaltungen akzeptieren, wenn sie sehen, dass es nichts für mich ist.
Aber ich muss mich immer wieder damit herumplagen und bin langsam am verzweifeln.
Aber das Problem sind nicht nur groß angelegte Partys. Auch zuviele gemeinschaftliche Aktivitäten innerhalb kurzer Zeit sind eine sehr große Belastung für mich. Durch die schon hohe Belastung unter der Woche in der Schule – die nebenbei bemerkt auch nicht gerade der beste Ort ist, seine Introvertiertheit auszuleben – halte ich am Wochenende nur eine größere Aktivität aus. Ich glaube meine Freunde halten mich deswegen eigentlich schon für einen ungeselligen Stubenhocker.
Unternehmungen mit einzelnen Freunden sind auch nicht viel besser. Eine gute Freundin von mir besitzt eine ziemlich extrovertierte Persönlichkeit. Dementsprechend aktiv und kommunikativ ist sie auch.
Sie findet sich zwar mittlerweile damit ab, wenn ich sage, dass ich auf Feiern nicht mitwill, versteht meine Beweggründe für diese Entscheidung jedoch kein Stück weit. So kommt es, dass ich mir immer einen Grund zurechtlegen muss, damit ich, nach einem gemeinsamen Videoabend – der wegen ihrerm Drang irgendetwas zu tun nur ein halber ist – meine Ruhe kriege, denn jedes meiner Signale, dass zeigt, das ich meine Ruhe brauche, ignoriert sie erfolgreich.
Mein Dasein als introvertierter Mensch erschwert mir den Umgang mit Freunden erheblich.
Mit mir fremden Personen wird es jedoch noch schwieriger. Während ich Freunden gegenüber auch mal gesprächiger bin, bin ich fremden Personen oder mir nur wenig Bekannten Personen sehr ruhig, was dazu führt, dass ich meist übersehen und nicht wahrgenommen werde. Da komme ich mir ziemlich genau so vor, wie es David weiter oben, in Bezug auf seinen Beruf geschildert hat. Ich bin zwar noch Schülerin, aber auch ich werde regelmäßig nicht wahrgenommen und unterschätzt. Nur wenige Lehrer gehen fair mit dem Problem ruhiger und introvertierter Schüler um.
Was ich mich angesichts solcher Situationen frage ist: Wie mache ich anderen Leuten verständlich klar, wie ich ‘ticke’.
Wenn meine Freunde das schon nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, wie soll ich das anderen Leuten erklären, wie soll es ihnen verständlich werden. Es kann doch nicht sein, dass ich mein ganzes Leben lang immer wieder die gleichen Diskussionen führen muss. Ich komme mir manchmal vor wie ‘Täglich grüßt das Murmeltier’. Und das ist wirklich nervtötend.
Aber es ist gut zu sehen, dass auch andere dieses Problem haben. Und ich muss sagen, nachdem ich mir das jetzt mal von der Seele geschrieben habe, geht es mir ein bisschen besser, wobei ich vermute, dass sich das bald wieder legen wird. Spätestens bei der nächsten bescheurten Diskussion -.-
Naja wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt?
Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder, auch wenn ich es bezweifle.
@Veronika:
Am Besten Du druckst den Text oben für Deine Freunde aus oder verlinkst ihn (-;
@floc:
Hab mir den Vorschlag mal durch den Kopf gehen lassen … bin mir aber nicht so sicher, ob ich das so angehen will …
trotzdem Danke :)
hallo. ich bin auch introvertiert und ich denke auch hochsensibel.ich merk das wenn ich coldplay songs höre und es am ganzen körper kribbelt und bei anderen liedern fast die tränen kommen.
naja im alltagsleben muss ich zustimmen, dass das verständnis nicht sehr hoch ist und dass wohl extrovertierte menschen gerne introvertierte menschen auf arbeit einschüchtern wollen zb.
Aber ich denke man muss sich wehren, wenn es unfair ist, was einem teilweise für zeug gesagt wird.
Ich hab gelernt mich nicht blöd behandeln zu lassen und geb blöde kommentare zurück.Ich zeig einfach, dass ich mir das net gefallen lasse.
Und Introvertiertheit finde ich persönlich sehr schön, ich mag solche leute auch mehr als Extrovertierte.
Ich denk mir auch sehr oft, was die immer alle labern und denk mir oft”könn die nicht mal weng was sinnvolles labern, des geschwätz nervt…” aber es lässt sich schon aushalten.
Ich denke wir können genauso gut gute frauen kennenlernen, wir dürfen uns blos von niemand einschüchtern lassen.Es gibt Frauen, die schätzen Introvertierte Männer,vielleicht weil sie meist nachdenklicher sind und manche einfach intelligenter. Und alle Frauen die einen eh nicht schätzen können einem eh egal sind.Und wenn einen ne Frau respektlos behandelt, weil man ruhig ist, dann sollte sie das mindestens genauso zurück bekommen.Sowas braucht man sich net gefallen lassen.
Hallo
Liebe Grüsse an euch alle
Also wenn ich mir eure Gedanken und Zeilen so ansehe, fällt mir einiges auch zu meinen Gefühlen und Schwankungen der Umwelt gegenüber ein.
Nur frage ich mich ob nicht der Grad der Introvertiertheit sehr schmal bemessen ist,und schüchtern-zurückgezogen-keine Unternehmenslust-ein Mensch der eben mehr Ruhe benötigt-ein Schweiger-ein Nachdenker-…schon in diese Gruppe eingeordnet werden kann.
Auch ich bin gerne alleine , brauche Stunden um für mich da zu sein ,meine Gedanken ordnen können und um abzuschalten.Durch Arbeit und Stress ausgelaugt auch ruhebedürftigt.Partys sind für mich etwas abscheuliches,weil es anstrengend und nichtssagendist.
Aber ich bin beruflich in führender Position und kann mich gut behaupten ,durchsetzen ,habe meine Beförderungen hinter mir und mir auch etwas geschaffen.
Würde gerne Kommentare und Meinungen dazu hören und bin gerne bereit auch zu antworten.
Schönen Tag noch allen – Ulli
Hallo zusammen,
habe die Zeilen eurer Meinungen förmlich “verschlungen”…darin stecken viele Antworten auf Fragen, die mich seit einiger Zeit beschäftigen…Ich habe vor einiger Zeit einen Mann kennengelernt, bei dem mich seine ruhige Art von Anfang an sehr fasziniert hat…ok, er ist um einiges jünger als ich, aber gerade durch seine besonnene Ausstrahlung nehme ich es kaum war…nun bin ich eher der extrovertierte Typ einer Frau, die gern in Gesellschaft ist und Anerkennung beruflich und privat sehr schätzt. In den letzten Jahren kamen aber immer wieder Zeiten dazu, in denen ich auch gern mal allein war und ruhige Momente bevorzugte…darum vielleicht ist mir dieser Mann so überaus positiv aufgefallen! In letzter Zeit gab es aber einige “Wirrungen”, was fast dazu geführt hätte, dass wir keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Mein Gefühl sagte mir aber, dass ich es so nicht stehenlassen kann. Ich mag ihn und schätze eben seine ruhige Art. Also habe ich den Kontakt wieder aufgenommen und wir haben jetzt endlich einmal zwei gemeinsame Tage zum Kennenlernen gehabt!!! Es war schön, aber irgendwie auch stressig und ich bin ziemlich traurig wieder gefahren….auf der Suche nach Erklärungen für sein Verhalten, was ich teilweise verletzend empfand, bin ich auf dieses Forum gestossen, und “hurra” ich fand Antworten, die mich wieder froh stimmen und mir erklären, dass ich sein Verhalten oft mißgedeutet habe!!!! Je stiller er war, desto mehr habe ich versucht ihn mit Aktionismus zu beeindrucken, habe dann angezweifelt, dass er überhaupt gern mit mir zusammen ist und wenn ich kein Lächeln bekommen habe, habe ich ständig mein eigenes Verhalten hinterfragt und die falschen Schlüsse daraus gezogen…ich glaube ich habe ihn verletzt, indem ich ihm sagte, die anderen haben schon Recht, wenn sie ihn als kalt bezeichnen!!!
Leider sagte er dazu sehr wenig, nur das es nicht so gemeint ist….mit einem tiefen Gefühl der Traurigkeit bin ich dann also wieder gefahren.
Mit euren Zeilen stellt sich manches ganz anders dar und ich hoffe, dass sich die Möglichkeit ergibt ihm zusagen, dass ich es jetzt verstehe, warum er so reagiert und das ich vieles zu persönlich genommen habe. Ich glaube, wenn man im Dialog miteinander bleibt, können introvertierte und extrovertierte Menschen eine sehr schöne Zeit miteinander verbringen und sich gegenseitig positiv beeinflussen!!!
Das mußte ich jetzt einfach mir von der Seele schreiben…nochmals danke für die Aufklärung!!!
hallo, ich bin extrovertiert. das glaube ich zumindest, aber es gibt auch eine mischung, was für die betreffende person etwas verwirrend ist. aber hier geht es nicht direkt um mich, sondern um meinen partner. dieser ist introvertiert, spricht nicht gern über sich und seine gefühle. auch vertritt er nur bedingt seinen standpunkt.ist gern mit seinen gedanken allein und kann aktivitäten alleine genauso gut geniessen, wie zu zweit. er ist immer gleich gut drauf. seine leidenschaft ist der sport. man hat das gefühl, nach “streit” oder sonstigem, er hat sich immer im griff. kaum ein gefühlsausbruch oder dergleichen. in gesellschaft klinkt er sich irgendwann aus, hört zu, schaut gern in der gegend rum. er wird dann auch öfter übergangen, weil er irgendwie so ohne ecken und kanten ist, so glatt irgendwie. und ecken und kanten machen persönlichkeit aus. das ist ein grund bei den introvertieren menschen, warum man sie übergeht. weil es auch sehr wichtig ist, dass man etwas über sich preisgibt, damit der andere einen einschätzen und schätzen kann, denn gedanken lesen ist schwer. dann ertappt man sich, wie man provoziert als partner, weil man dadurch das gefühl hat, austauschbar zu sein. jetzt erst merke ich, wie wichtig es ist, den anderen sein zu lassen wie er ist, dass ihn das alles einfach überfordert. meine fröhlichkeit unter gesellschaft überfordert ihn, glaub ich, und das setzt ihn unter druck!!! aber wenn er wenigstens mal ehrlich wäre und das zugeben würde, doch wenn man ihn frägt, ist immer alles gut. gespräche werden immer von mir angefangen, obwohl er so intelligent ist und ichso viel von ihm lernen könnte. dann plötzlich hat man als “exo” das gefühl, dass bei einem selbst was nicht simmt, sich das alles nur einbildet. ich merke meine gefühlsausbrüche werden immer mehr, aber man kann ihn nicht aus der reserve locken. so, und was ist jetzt mit den menschen, die mit introvertierten partnern leben. sich ständig anschweigen? ist das leben nicht zu schön und aufregend um darüber zu philosophieren? lasst uns doch auch an euren gedanken, an eurem leben teilhaben. oder passen die zwei gegensätze nicht zusammen? aber zwei exos als paar und man liegt abends im bett wie nach nem marathon. und zwei intros, ja da wird man dann vielleicht nicht richtig munter. jeder kann doch von jedem was lernen, aber dazu muss man bereit sein. ich glaub jedes extrem ist nicht gesund. wir menschen sind dafür auf die welt gekommen, um in gesellschaft zu leben. früher wäre man außerhalb der gruppe wahrscheinlich früher gestorben, in der zeit der jäger und sammler. gesellschaft und zeit für sich, ruhe finden in einer so schnelllebigen und lauten zeit. so verlangt der intro unterschwellig vom extro, verändere dich für mich. was zwangsläufig so sein wird, denn wenn jemand nicht reden will, dann wird auch nicht gesprochen…
@anni:
Du gehst von einem (?) Beispiel aus und schließt auf alle Introvertierte. Ich koche auch nur mit Wasser und gehe von mehreren Beispielen aus und schließe auf alle Introvertierte.
Trotzdem kann ich behaupten, dass Introvertierte sehr ausgeprägte Persönlichkeiten haben, mit besonders vielen Ecken und Kanten. Und natürlich drücken wir Emotionen aus!
Introvertierte wissen außerdem den Wert von Gesellschaft und Gesprächen sehr zu schätzen. Aber am Liebsten im kleinen Kreis und nicht zu lange.
Niemand ist eine Insel!
Wer sich für eine Insel hält, hat wahrscheinlich eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung. (Asperger?)
Hallo an alle, erst einmal tolle Zusammenfassung über Introvertierte Menschen, ich zähle mich selbst zu dieser Gattung und habe schon öfters Probleme in unserer Gesellschaft. Allein sein ist keine Bestrafung, ich empfinde es als Ruhephase und fühle mich glücklich damit, 95% der Gepräche sind oberflächig und sinnlos. Man fragt jemanden “Wie geht es dir?” wobei man sich für die Antwort in wirklichkeit recht wenig interessiert es ist der Anfang eines sinnlosen Gespräch ohne tiefe und ohne Interesse. Das Lieblingsthema der Extrovertierten Menschen ist zu 95% das gleiche, LÄSTERN andere schlecht machen über andere Urteilen usw. darüber können Extrovertierten Menschen sehr viel und sehr lange sprechen. Ist es unverschämt zu sagen:
“Sorry, aber ich unterhalte mich ungern über andere und deren Handlungen und vergleiche mich erst recht nicht mit ihnen.” Diese Haltung ist nicht nur dreist sondern wird als überheblich gedeutet und zu 100% mißverstanden. Muss man von allen gemocht werden ? Muss man sich in jedem Gespräch einbeziehen ? Muss man zu allem und alles eine Meinung haben ? Muss man Gespräche künstlich aufbauen ? Muss man sich verstellen um Anschluss zu finden ? Muss man sich Gruppen anschließen um nicht ausgegrenzt zu werden ? Ich könnte weiter so machen und die Antwort wäre immer wieder dieselbe…..Nein.
Und warum ncht, ganz einfach, im Leben muss man es niemanden recht machen keine Gesellschaft auf dieser Welt ist es Wert. Warum ich gerade hier viel Schreibe und mich damit mitzuteilen, bestimmt nicht um im Mittelpunkt zu stehen oder weil mir langweilig ist weil ich ja so alleine bin und unglücklich bin. Auch hier ist die Antwort einfach und plausibel:
Ich muss niemanden rechenschaft ablegen und niemanden begründen warum ich so und nicht anders bin als andere, deswegen die meistgestellte Frage, die bereits auch aufgeführt wurde:
“Was ist los mit dir?”
Antwort: “Nichts, ich bin anders und anders sein ist nicht gleich schlecht oder arrogant oder schlauer usw. Glücklich sein ist eine Eigenschaft die selbst empfunden wird und jeder empfindet sie anders somit ist das Wort anders nur eine Umschreibung womit der Mensch beschrieben werden kann aber nicht verurteilt werden sollte.
Hallo!
Mitlerweile freue ich mich darüber introvertiert zu sein und gehe immer selbstbewusster damit um.Ich mag es zuzuhören und zu beobachten.Extrovertierte beschreiben die Welt häufig direkt:”ich war Gestern da und da,habe dies und das gemacht und diesen und jenen getroffen.”
Introvertierte geben häufig eine Interpretation dieser Ereignisse wieder:”Dieses und jenes denke ich dazu,ich glaube der macht das weil…,das ist dabei herausgekommen…,usw..”Beide Herangehensweisen sind gut und wichtig.Ich bin froh auch immer wieder heraus zugehen aus meiner Verkopftheit.Extrovertierte leben scheinbar leichter, weil nicht so “inhaltsschwanger” wie unsereins.Ich verstehe mich selbst als jemanden,der in der Gesellschaft die ausgleichene Rolle inne hat.Wir bringen eher die Stille,das Zuhören,das Vermitteln,das leise begleiten, das weniger agressive aber wissende agieren,das kreative,der Fels in der Brandung,das den Überblick behatene,das genaue Hinsehen….
Ich glaube wenn es Probleme gibt mit der Ex- oder Introvertiertheit, liegt es eher am Selbstbewusstsein, als an der einen oder anderen Eigenschaft.Seitdem ich selbstbewusster mit meinem Introvertiert sein umgehe,kommen auch sogenannte extrov. Anteile zum Vorschein und ich merke das auch Andere meine introvertierte Anteile besser schätzen.In einer Welt in der es nur introvertierte gibt möchte ich auch nicht leben.Stille ist schön,aber nervt irgendwann auch.Die Mischung machts.Ich lerne von extrovertierten,aber sie auch von mir.
Sich selbst annehmen ist wohl der erste Schritt.
Grüsse Dieter
Hallo nochmal!
Mir brennt das Thema auf den Nägeln und deswegen schreibe ich nochmal.Mich macht das traurig, wenn jemand unter wirklich schönen Eigenschaften leidet.Es ist wohl so, das die Introvetiertheit immer noch kein gutes Image in unserer lauten Gesellschaft hat.Es ist halt schick ständig im Mittelpunkt zu stehen und für sich Werbung zu machen.
Wie auch hier schon gesagt wurde möchte man sich nicht ständig für sein sosein rechtferetigen.Muss man aber auch nicht.Früher hatte ich immer gedacht, mit mir stimmt etwas nicht. Heute ist das nicht mehr so ( nur manchmal ).Es hilft mir genau hinzusehen.Früher habe ich gedacht,ich muss “lauter” werden, damit Andere mich hören, sehen.Heute merke ich das ich gerade gesehen werde, weil ich nicht ständig laut bin.Wenn ich was sage,dann hören die leute eher zu,vielleicht weil es seltener ist als bei den Extros.Die Anderen kommen zu mir, weil sie mir vertrauen, weil ich zuhören kann und es gerne tue.Mich interessiert, wie andere so ticken und manchmal glaube ich,dass ich “mehr” mitkriege, als Andere.Ich freue mich so meine vermeindlichen Schwächen als Stärken anzunehmen,ohne Diese wieder zu Schwächen bei den Extros zu machen.
Manchmal denke ich,wenn ich in einem Indianerstamm gelebt hätte,dann währe ich der Medizinmann, der Berater,Seher,Heiler der Sippe.Eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe.Ich muss nicht im Mittelpunkt stehen, auch dejenige der an der Seite steht ist Teil der Gesellschaft.Nicht er wird angeschaut,sondern er schaut an.Auch eine Verbindung,bloß in die andere Richtung.
Hardert nicht zu sehr mit der Introvertiertheit,es beinhaltet sehr viel Gutes.
Liebe Grüße!
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Ich gehöre, wie die meisten Schreiber hier, zu den Introvertierten. Im Gegensatz zu einigen, die darunter zu leiden scheinen, empfand ich es immer als Vorteil kein hektischer Damplauderer zu sein, der ohen Sinn und Verstand durch die Gegend braust. Auch macht es mir nichts, zu einer “Minerheit” zu gehören, schließlich schaut auch die Mehrheit “Das Supertalent”…..
Schlussendlich arbeite ich auch noch in einem Beruf, der mit zu den extrovertiertesten gehört (so denke ich). Frei nach dem Motto “im Auge des Orkans ist es still” bin ich – im Gegensatz zu den anderen, die eigentlich besser geeignet sein müssten – zum Geschäftsführer des Unternehemens ernannt worden, sprich, ich kommandiere jetzt die Extrovertierten. Das aber mit einer Innewohnenden Besonnenheit, wird von den meisten Kollegen aber durchaus geschätzt.
Ich gehe gerne auf Parties, aber 4 Stunden sind genug. In der Tat brauche ich dann einen Tag Erholung. Aber alles in kleinen Dosen genossen macht Spass. Und nun noch zur Damenwelt. Frauen, die einen von oben wegen vermeindicher Schüchternheit behandeln, naja, auf solch Geistesgrössen kann man wohl verzichten. Aber sind das überhaupt so viele (Marke “Supertussi”)? Ich glaube nicht, viele (ich kenne janicht alle!) sind doch vollkommen vernünftig und einem eher stillen und ruehnden Pol an ihrer Seite doch gar nicht abgeneigt, der oberflächliche Rest darf sich ärgern, dass sie nicht mein Geld ausgeben dürfen.
Und wer stresst, bekommt eine vor die Zwölf. ;-)
Hallo Thomas,
ich bin zufällig auf dieser Seite gelandet…Weil meine Mitmenschen behaupten, daß ich extrovertiert bin…ich wollte nicht mehr,… als sagen, daß mich dein Text am meisten begeistert hat. Seit 16 Jahren lebe ich mit einem sehr “introvertierten” zusammen…
Soll also auch gehen…Alles Gute Daniela
schon seit ich ein kleines kind bin, bin ich sehr introvertiert und erst heute bin ich auf die idee gekommen es mal zu googeln – verrückt :)
Mir hat der Text sehr gut getan und ich fühle mich gerade richtig verstanden. Danke!
(ja, natürlich denke ich auch, dass extrovertierte Menschen durchaus tiefgründig sein können und der text oben ein wenig übertreibt.. aber manchmal tut ein bisschen Übertreibung auch gut ;) )
Besonders erleichtert hat mich, dass ich hier auch das ein oder andere mal das wort “müde” gelesen habe.. Wie oft sitze ich da und frage mich, wie es sein kann, dass die anderen die Unterhaltung alle überhaupt nicht anstrengend finden. Mich erschlägt es regelrecht..
Also nochmal: Danke fürs Mut machen!
Hallo,
ich möchte mich für den Text und alle Posts bedanken. Das hat mir sehr viel bedeutet eure Meinungen zu lesen. Achja! Ich glaube, ich hatte gerade schöne Aha-Erlebnisse. Besonders gelacht habe ich, als ich lesen konnte, dass auch für viele von euch Kontakt in Dosen besser passt und dass Ausklinken zwischendurch vor Überlastung schützt. Besonders betroffen war ich, als ich mir zusammendenken konnte, warum mich andere Frauen (selber eine Frau) in der Vergangenheit herumkommandierten und behandelten wie ein unbeholfenes Mädchen und warum ich schon öfters von Männern gehört habe, ihnen würde etwas fehlen in meiner Gegenwart.
Es tut so gut zu wissen, dass ich mit solchen Erlebnissen nicht allein bin. Yeah!
Danke euch allen. Martina