Wie man sich um seinen Introvertierten kümmert

Deutsche Übersetzung von Caring for your introvert
(Jonathan Rauch – 2003)

Wie man sich um seinen Introvertierten kümmert

Kennst du jemanden, der Tag für Tag mehrere Stunden für sich alleine braucht? Jemand, der ruhige Unterhaltungen über Gefühle oder Ideen schätzt? Jemand, der spektakuläre Vorträge vor vielen Zuschauern halten kann, aber unbeholfen in Gruppen wirkt und ungeschickt im Smalltalk? Jemand, der auf Parties geschleift werden muss und dann den restlichen Tag zum Erholen braucht? Jemand, der grummelt oder finster blickt oder grimmig wird oder zusammenzuckt, wenn er von freundlich gesinnten Leuten mit Höflichkeiten überschüttet wird?

Wenn dem so ist, sagst du diesem Menschen manchmal, daß er „zu ernst“ ist? Oder fragst Du ob alles Ordnung ist? Hältst du ihn für distanziert, arrogant, unhöflich? Verstärkst du deine Anstrengungen ihn aus der Reserve zu locken?

Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst ist es gut möglich, daß du einen introvertierten Menschen kennst – und ihn nicht richtig behandelst. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Menge Erkenntnisse gewonnen über introvertierte Menschen, ihre Gewohnheiten und ihre Anforderungen. Durch Gehirnscans wurde sogar entdeckt, daß introvertierte Menschen Informationen anders aufnehmen (kein Witz). Wenn du in dieser wichtigen Angelegenheit den aktuellen Einsichten hinterherhinkst, sei versichert daß du nicht alleine bist. Introvertierte Menschen mögen häufig vorkommen, aber sie sind eine der am häufigsten missverstandenen und benachteiligten Gesellschaftsgruppen in Amerika, wenn nicht in der ganzen Welt.

Ich weiß das. Mein Name ist Jonathan und ich bin introvertiert.

Oh, jahrelang hab ich es geleugnet. Immerhin kann ich gut sozial interagieren. Ich bin nicht mürrisch oder menschenfeindlich. Üblicherweise zumindest. Ich bin alles Andere als schüchtern. Ich liebe lange Unterhaltungen über vertraute Gedanken oder leidenschaftliche Interessen. Aber zu guter Letzt habe ich mir meine Introvertiertheit doch eingestanden und vor Freunden und Kollegen bekannt. Dadurch habe ich mich von unzähligen beeinträchtigenden Missverständnissen und Vorurteilen befreit. Und nun will ich dir erzählen, was du wissen musst um auf deine eigenen introvertierten Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen mit Gefühl und Unterstützung einzugehen. Stell dir vor jemand den du kennst, respektierst und mit dem du jeden Tag zu tun hast ist introvertiert und du bringst ihn womöglich um den Verstand. Es lohnt sich die Warnsignale deuten zu können.

Was ist Introvertiertheit? In seiner modernen Bedeutung geht das Konzept zurück auf den Psychologen Carl Jung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute ist es eine Hauptstütze von Persönlichkeitstest unter Anderem des verbreiteten Myers-Briggs Typindikators. Introvertierte Menschen sind nicht notwendigerweise schüchtern. Schüchtern zu sein heißt unruhig, verängstigt oder selbstmissbilligend in Gesellschaft zu sein. Auf introvertierte Menschen trifft dies im Allgemeinen nicht zu. Introvertierte Menschen sind auch nicht menschenfeindlich. Dessen ungeachtet geben manche von uns Sartre recht, wenn er sagt „Die Hölle, das sind andere Leute beim Frühstück“. Introvertiert sein heißt aber vielmehr andere Leute ermüdend zu finden.

Extrovertierte Menschen leben durch den Kontakt mit ihren Mitmenschen auf und welken oder verblassen durch Alleinsein. Sie scheinen oft gelangweilt mit sich zu sein und auch unter ihresgleichen. Lasse einen Extrovertierten für 2 Minuten allein und er wird nach seinem Handy suchen. Wir Introvertierten im Gegensatz müssen nach einer oder zwei Stunden sozialer Aufmerksamkeit abschalten und nachladen. Meine eigene Formel ist ungefähr zwei Stunden allein für jede Stunde sozialer Betätigung. Das ist nicht gesellschaftsfeindlich. Es ist kein Zeichen von Depression. Es erfordert keine medizinische Behandlung. Für Introvertierte ist das Alleinsein mit unseren Gedanken so erholsam wie Schlafen, so nahrhaft wie Essen. Unser Motto ist: „Ich bin ok, du bist ok – aber bitte in kleinen Portionen.“

Wieviele Menschen sind introvertiert? Ich habe umfassend nach Antworten geforscht in Form einer schnellen Google Suche. Die Antwort: Ungefähr 25 Prozent. Oder: nicht ganz die Hälfte. Oder mein Favorit: „Eine Minderheit der normalen Bevölkerung aber eine Mehrheit der begabten Bevölkerung.“

Werden introvertierte Menschen missverstanden? Absolut. Das scheint unser Los im Leben zu sein. „Es ist sehr schwierig für einen Extrovertierten einen Introvertierten zu verstehen,“ schreiben die Bildungsexperten Jill D. Burruss und Lisa Kaenzig. (Sie sind auch Quelle des Zitats aus dem letzten Absatz.) Extrovertierte sind wiederum für Introvertierte leicht zu durchschauen. Extrovertierte Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit damit in ausführlicher und häufig unausweichlicher Interaktion mit Anderen herauszufinden, wer sie sind. Sie sind so rätselhaft wie Schoßhündchen. Aber umgekehrt wird kein Schuh draus. Extrovertierte können nur wenig mit Introvertiertheit anfangen. Sie setzen voraus, daß Gesellschaft, vor allem ihre eigene immer erwünscht ist. Sie verstehen nicht warum jemand gerne allein sein würde. Vielmehr nehmen sie Anstoß an dieser Vorstellung. Jedes Mal wenn ich versucht habe einem Extrovertierten die Sache zu erklären, ist das Gefühl geblieben daß er es nicht wirklich verstanden hat. Sie hören einen Moment zu und verfallen dann wieder in Kläffen und Jaulen.

Werden introvertierte Menschen unterdrückt? Ich fürchte schon. Zum Einen sind extrovertierte Politiker überrepräsentiert. In der Politik fühlen sich nur die Schwatzhaften wirklich wohl. Nimm George W. Bush oder Bill Clinton. Sie scheinen nur unter anderen Menschen wirklich lebendig zu werden. Die wenigen Introvertierten aufzuzählen, die es in die Spitzenpolitik geschafft haben – Calvin Coolidge, Richard Nixon – beweist nur die Annahme. Introvertierte sind einfach keine Naturtalente in der Politik, mit der möglichen Ausnahme von Ronald Reagan. Dessen sagenhafte Reserviertheit und Zurückgezogenheit waren möglicherweise Zeichen einer tiefen introvertierten Strähne (Ich habe von vielen Schauspielern gelesen, die introvertiert sind und viele Introvertierte fühlen sich in Gesellschaft wie Schauspieler.)

Extrovertierte beherrschen also das öffentliche Leben. Das ist sehr schade. Wenn wir Introvertierten das Sagen hätten, wäre die Welt zweifellos ein ruhigerer, vernünftigerer und friedlicherer Ort. Coolidge wird das Zitat zugeschrieben „Verstehst du nicht, daß vier Fünftel unserer Probleme im Leben verschwinden würden, wenn wir uns einfach nur hinsetzen und stillhalten würden?“ Ihm wird auch der Satz zugeschrieben „Wenn du erst gar nichts sagst wirst du auch nichts wiederholen müssen.“ (Das Einzige was ein richtiger Introvertierter schlimmer findet als über sich selbst zu reden ist sich Wiederholen zu müssen.)

Mit ihrem nicht zu stillendem Appetit für Gerede und Aufmerksamkeit, beherrschen Extrovertierte auch das Sozialleben. Sie neigen daher zu falschen Erwartungen. In unserer extrovertierten Gesellschaft wird es als normal vorausgesetzt aufgeschlossen zu sein und gilt damit als erstrebenswert. Es ist ein Zeichen von Glücklichsein, Zuversicht und Führungsvermögen. Extrovertierte werden als großherzig, lebhaft, warm und gefühlsbetont gesehen. „Ein geselliger Mensch“ ist ein Kompliment. Introvertierte werden beschrieben mit Worten wie „zurückhaltend“, „Eigenbrötler“, „reserviert“, „wortkarg“, „verschlossen“, „privat“ – einengende, unglimpfliche Worte. Sie deuten emotionale Sparsamkeit und eine minderwertige Persönlichkeit an. Ich schätze, daß introvertierte Frauen besonders leiden müssen. In speziellen Kreisen, besonders im Mittleren Westen der USA, kann ein Mann sich unter die Schutzhaube des starken und stillen Typen flüchten. Introvertierten Frauen fehlt diese Alternative. Sie werden um so wahrscheinlicher als scheu, zurückgezogen und hochmütig wahrgenommen.

Sind introvertierte Menschen arrogant? Kaum. Ich nehme an daß dieses häufige Missverständnis damit zusammenhängend, daß wir intelligenter, reflektiver, unabhängiger, besonnener, vergeistigter und feinsinniger als Extrovertierte sind. Es hängt sicher auch mit unserm Verzicht auf Smalltalk zusammen. Ein Verzicht, den Extrovertierte oft für Geringschätzung halten. Wir denken gerne nach bevor wir reden, während Extrovertierte beim Reden denken. Deswegen dauern ihre Besprechungen nie weniger als 6 Stunden. „Introvertierte“ schreibt der scharfsinnige Zeitgenosse Thomas P.Crouser in der online Rezension des neuen Buches Warum sollen Extrovertierte alles Geld verdienen? (Immer noch kein Witz), „werden regelmäßig abgelenkt von dem halbinternen Dialog unter Extrovertierten. Introvertierte beschweren sich aber nicht äußerlich sondern rollen mit den Augen und verfluchen insgeheim die Dunkelheit.“ Genau so.

Das Schlimmste daran ist, daß Extrovertierte keine Ahnung haben durch welche Qualen sie uns schicken. Manchmal schnappen wir nach Luft in dem Nebel des zu 98 Prozent inhaltsfreien Geredes und fragen uns ob Extrovertierte sich überhaupt selbst zuhören. Trotzdem halten wir stoisch aus, weil die Bücher über Etiquette – ohne Zweifel von Extrovertierten geschrieben – das Ablehnen von Wortgeplänkel als unhöflich werten und Lücken in der Unterhaltung als unangenehm. Unser Traum ist, daß eines Tages unser Zustand weitläufiger verstanden wird. Daß vielleicht eine Bewegung für mehr Rechte von Introvertierten ihre Blüten und ihre Früchte getragen hat. Dann wird es nicht mehr unhöflich sein zu sagen „Ich bin ein Introvertierter. Du bist eine wundervolle Person und ich mag dich. Aber bitte jetzt pssst.“

Wie kann ich den Introvertierten in meinem Leben wissen lassen, daß ich ihn unterstütze und seine Wahl respektiere? Zuallererst muss man erkennen, daß es keine Wahl ist und auch kein Lebensstil. Es ist eine grundlegende Orientierung.

Zweitens, wenn man einen Introvertierten in Gedanken verloren sieht, sollte man Bemerkungen vermeiden wie „Was ist los?“ oder „Geht es dir gut?“

Drittens, man sollte auch nichts Anderes sagen.

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Jonathan Rauch.
German Translation with kind permission of Jonathan Rauch.

Lesenswerte Bücher für Introvertierte:

in Englisch:

Introvertiert.org ist eine tolle Seite für Introvertierte, mit vielen Artikeln und eigenem Forum

Deutsche Übersetzung von Caring for your introvert
(Jonathan Rauch – 2003)

Wie man sich um seinen Introvertierten kümmert

Kennst du jemanden, der Tag für Tag mehrere Stunden für sich alleine braucht? Jemand, der ruhige Unterhaltungen über Gefühle oder Ideen schätzt? Jemand, der spektakuläre Vorträge vor vielen Zuschauern halten kann, aber unbeholfen in Gruppen wirkt und ungeschickt im Smalltalk? Jemand, der auf Parties geschleift werden muss und dann den restlichen Tag zum Erholen braucht? Jemand, der grummelt oder finster blickt oder grimmig wird oder zusammenzuckt, wenn er von freundlich gesinnten Leuten mit Höflichkeiten überschüttet wird?

Wenn dem so ist, sagst du diesem Menschen manchmal, daß er „zu ernst“ ist? Oder fragst Du ob alles Ordnung ist? Hältst du ihn für distanziert, arrogant, unhöflich? Verstärkst du deine Anstrengungen ihn aus der Reserve zu locken?

Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst ist es gut möglich, daß du einen introvertierten Menschen kennst – und ihn nicht richtig behandelst. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Menge Erkenntnisse gewonnen über introvertierte Menschen, ihre Gewohnheiten und ihre Anforderungen. Durch Gehirnscans wurde sogar entdeckt, daß introvertierte Menschen Informationen anders aufnehmen (kein Witz). Wenn du in dieser wichtigen Angelegenheit den aktuellen Einsichten hinterherhinkst, sei versichert daß du nicht alleine bist. Introvertierte Menschen mögen häufig vorkommen, aber sie sind eine der am häufigsten missverstandenen und benachteiligten Gesellschaftsgruppen in Amerika, wenn nicht in der ganzen Welt.

Ich weiß das. Mein Name ist Jonathan und ich bin introvertiert.

Oh, jahrelang hab ich es geleugnet. Immerhin kann ich gut sozial interagieren. Ich bin nicht mürrisch oder menschenfeindlich. Üblicherweise zumindest. Ich bin alles Andere als schüchtern. Ich liebe lange Unterhaltungen über vertraute Gedanken oder leidenschaftliche Interessen. Aber zu guter Letzt habe ich mir meine Introvertiertheit doch eingestanden und vor Freunden und Kollegen bekannt. Dadurch habe ich mich von unzähligen beeinträchtigenden Missverständnissen und Vorurteilen befreit. Und nun will ich dir erzählen, was du wissen musst um auf deine eigenen introvertierten Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen mit Gefühl und Unterstützung einzugehen. Stell dir vor jemand den du kennst, respektierst und mit dem du jeden Tag zu tun hast ist introvertiert und du bringst ihn womöglich um den Verstand. Es lohnt sich die Warnsignale deuten zu können.

Was ist Introvertiertheit? In seiner modernen Bedeutung geht das Konzept zurück auf den Psychologen Carl Jung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute ist es eine Hauptstütze von Persönlichkeitstest unter Anderem des verbreiteten Myers-Briggs Typindikators. Introvertierte Menschen sind nicht notwendigerweise schüchtern. Schüchtern zu sein heißt unruhig, verängstigt oder selbstmissbilligend in Gesellschaft zu sein. Auf introvertierte Menschen trifft dies im Allgemeinen nicht zu. Introvertierte Menschen sind auch nicht menschenfeindlich. Dessen ungeachtet geben manche von uns Sartre recht, wenn er sagt „Die Hölle, das sind andere Leute beim Frühstück“. Introvertiert sein heißt aber vielmehr andere Leute ermüdend zu finden.

Extrovertierte Menschen leben durch den Kontakt mit ihren Mitmenschen auf und welken oder verblassen durch Alleinsein. Sie scheinen oft gelangweilt mit sich zu sein und auch unter ihresgleichen. Lasse einen Extrovertierten für 2 Minuten allein und er wird nach seinem Handy suchen. Wir Introvertierten im Gegensatz müssen nach einer oder zwei Stunden sozialer Aufmerksamkeit abschalten und nachladen. Meine eigene Formel ist ungefähr zwei Stunden allein für jede Stunde sozialer Betätigung. Das ist nicht gesellschaftsfeindlich. Es ist kein Zeichen von Depression. Es erfordert keine medizinische Behandlung. Für Introvertierte ist das Alleinsein mit unseren Gedanken so erholsam wie Schlafen, so nahrhaft wie Essen. Unser Motto ist: „Ich bin ok, du bist ok – aber bitte in kleinen Portionen.“

Wieviele Menschen sind introvertiert? Ich habe umfassend nach Antworten geforscht in Form einer schnellen Google Suche. Die Antwort: Ungefähr 25 Prozent. Oder: nicht ganz die Hälfte. Oder mein Favorit: „Eine Minderheit der normalen Bevölkerung aber eine Mehrheit der begabten Bevölkerung.“

Werden introvertierte Menschen missverstanden? Absolut. Das scheint unser Los im Leben zu sein. „Es ist sehr schwierig für einen Extrovertierten einen Introvertierten zu verstehen,“ schreiben die Bildungsexperten Jill D. Burruss und Lisa Kaenzig. (Sie sind auch Quelle des Zitats aus dem letzten Absatz.) Extrovertierte sind wiederum für Introvertierte leicht zu durchschauen. Extrovertierte Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit damit in ausführlicher und häufig unausweichlicher Interaktion mit Anderen herauszufinden, wer sie sind. Sie sind so rätselhaft wie Schoßhündchen. Aber umgekehrt wird kein Schuh draus. Extrovertierte können nur wenig mit Introvertiertheit anfangen. Sie setzen voraus, daß Gesellschaft, vor allem ihre eigene immer erwünscht ist. Sie verstehen nicht warum jemand gerne allein sein würde. Vielmehr nehmen sie Anstoß an dieser Vorstellung. Jedes Mal wenn ich versucht habe einem Extrovertierten die Sache zu erklären, ist das Gefühl geblieben daß er es nicht wirklich verstanden hat. Sie hören einen Moment zu und verfallen dann wieder in Kläffen und Jaulen.

Werden introvertierte Menschen unterdrückt? Ich fürchte schon. Zum Einen sind extrovertierte Politiker überrepräsentiert. In der Politik fühlen sich nur die Schwatzhaften wirklich wohl. Nimm George W. Bush oder Bill Clinton. Sie scheinen nur unter anderen Menschen wirklich lebendig zu werden. Die wenigen Introvertierten aufzuzählen, die es in die Spitzenpolitik geschafft haben – Calvin Coolidge, Richard Nixon – beweist nur die Annahme. Introvertierte sind einfach keine Naturtalente in der Politik, mit der möglichen Ausnahme von Ronald Reagan. Dessen sagenhafte Reserviertheit und Zurückgezogenheit waren möglicherweise Zeichen einer tiefen introvertierten Strähne (Ich habe von vielen Schauspielern gelesen, die introvertiert sind und viele Introvertierte fühlen sich in Gesellschaft wie Schauspieler.)

Extrovertierte beherrschen also das öffentliche Leben. Das ist sehr schade. Wenn wir Introvertierten das Sagen hätten, wäre die Welt zweifellos ein ruhigerer, vernünftigerer und friedlicherer Ort. Coolidge wird das Zitat zugeschrieben „Verstehst du nicht, daß vier Fünftel unserer Probleme im Leben verschwinden würden, wenn wir uns einfach nur hinsetzen und stillhalten würden?“ Ihm wird auch der Satz zugeschrieben „Wenn du erst gar nichts sagst wirst du auch nichts wiederholen müssen.“ (Das Einzige was ein richtiger Introvertierter schlimmer findet als über sich selbst zu reden ist sich Wiederholen zu müssen.)

Mit ihrem nicht zu stillendem Appetit für Gerede und Aufmerksamkeit, beherrschen Extrovertierte auch das Sozialleben. Sie neigen daher zu falschen Erwartungen. In unserer extrovertierten Gesellschaft wird es als normal vorausgesetzt aufgeschlossen zu sein und gilt damit als erstrebenswert. Es ist ein Zeichen von Glücklichsein, Zuversicht und Führungsvermögen. Extrovertierte werden als großherzig, lebhaft, warm und gefühlsbetont gesehen. „Ein geselliger Mensch“ ist ein Kompliment. Introvertierte werden beschrieben mit Worten wie „zurückhaltend“, „Eigenbrötler“, „reserviert“, „wortkarg“, „verschlossen“, „privat“ – einengende, unglimpfliche Worte. Sie deuten emotionale Sparsamkeit und eine minderwertige Persönlichkeit an. Ich schätze, daß introvertierte Frauen besonders leiden müssen. In speziellen Kreisen, besonders im Mittleren Westen der USA, kann ein Mann sich unter die Schutzhaube des starken und stillen Typen flüchten. Introvertierten Frauen fehlt diese Alternative. Sie werden um so wahrscheinlicher als scheu, zurückgezogen und hochmütig wahrgenommen.

Sind introvertierte Menschen arrogant? Kaum. Ich nehme an daß dieses häufige Missverständnis damit zusammenhängend, daß wir intelligenter, reflektiver, unabhängiger, besonnener, vergeistigter und feinsinniger als Extrovertierte sind. Es hängt sicher auch mit unserm Verzicht auf Smalltalk zusammen. Ein Verzicht, den Extrovertierte oft für Geringschätzung halten. Wir denken gerne nach bevor wir reden, während Extrovertierte beim Reden denken. Deswegen dauern ihre Besprechungen nie weniger als 6 Stunden. „Introvertierte“ schreibt der scharfsinnige Zeitgenosse Thomas P.Crouser in der online Rezension des neuen Buches Warum sollen Extrovertierte alles Geld verdienen? (Immer noch kein Witz), „werden regelmäßig abgelenkt von dem halbinternen Dialog unter Extrovertierten. Introvertierte beschweren sich aber nicht äußerlich sondern rollen mit den Augen und verfluchen insgeheim die Dunkelheit.“ Genau so.

Das Schlimmste daran ist, daß Extrovertierte keine Ahnung haben durch welche Qualen sie uns schicken. Manchmal schnappen wir nach Luft in dem Nebel des zu 98 Prozent inhaltsfreien Geredes und fragen uns ob Extrovertierte sich überhaupt selbst zuhören. Trotzdem halten wir stoisch aus, weil die Bücher über Etiquette – ohne Zweifel von Extrovertierten geschrieben – das Ablehnen von Wortgeplänkel als unhöflich werten und Lücken in der Unterhaltung als unangenehm. Unser Traum ist, daß eines Tages unser Zustand weitläufiger verstanden wird. Daß vielleicht eine Bewegung für mehr Rechte von Introvertierten ihre Blüten und ihre Früchte getragen hat. Dann wird es nicht mehr unhöflich sein zu sagen „Ich bin ein Introvertierter. Du bist eine wundervolle Person und ich mag dich. Aber bitte jetzt pssst.“

Wie kann ich den Introvertierten in meinem Leben wissen lassen, daß ich ihn unterstütze und seine Wahl respektiere? Zuallererst muss man erkennen, daß es keine Wahl ist und auch kein Lebensstil. Es ist eine grundlegende Orientierung.

Zweitens, wenn man einen Introvertierten in Gedanken verloren sieht, sollte man Bemerkungen vermeiden wie „Was ist los?“ oder „Geht es dir gut?“

Drittens, man sollte auch nichts Anderes sagen.

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Jonathan Rauch.
German Translation with kind permission of Jonathan Rauch.

1,874 Abonnenten
Flugschnäppchen Newsletter
Plus: gratis Reise-Bildband

* Kein Spam, Kein Schmarrn

Deine Meinung? Sei freundlich. Verlinke ruhig.
  1. nicole says:

    zum teil ist das eine wahre lobeshymne an introvertierte personen. ob sie tatsächlich um so vieles „besser“ sind als extrovertierte kann und möchte ich so nicht sagen.

    trotzdem sprichst du mir mit dem großteil des gesagten aus der seele. ich bin selbst introvertiert, werde deshalb ständig für arrogant gehalten und dauernd versucht mich irgendwer zu veranstaltungen oder partys zu schleifen. wenn ich mich weigere, weil mir das alles zu „mühsam“ ist wird sofort gemutmaßt, ich sei depressiv und die bemühungen werden um ein vielfaches verstärkt. ein einfaches „ich möchte nicht“ oder „glaub mir, ich fühle mich so wohler“ wird nicht ernst genommen und als ausrede betrachtet. (es ist keine 10min her, dass es mir so ging – was auch der grund dafür war, auf diese seite zu kommen)

    langer rede kurzer sinn: es ist mal ganz angenehm zu sehen, dass es anderen auch so geht und ich nicht die einzige bin, die ständig misverstanden wird! dementsprechd danke.

    grüße
    nicole

    Antworten
  2. Erika says:

    Wie ich das alles kenne.

    grüsse Erika

    Antworten
  3. David says:

    Hallo. Mein Name ist David.
    Danke für diesen Text. Habe jede einzelne Zeile an mir selbst festgestellt, da ich vermutlich der introvertierteste Typ der ganzen Stadt bin.

    Da es mich quählt von der Welt nicht wirklich akzeptiert und dauerhaft unterschätzt zu werden, habe ich öffter als ein mal versucht mich selbst zu vergewaltigen indem ich mich verstellte. Letztendlich kam ich mir immer lächerlich dabei vor und hasste mich dafür.

    Was jedoch soll man tun, wenn keine Unterdrückung, Unterschätzung und Vorverurteilung durch andere wünscht?
    Wenn das introvertiert sein und die damit einhergehende Menschenscheu (wie in meinem Falle) einem echte Nachteile bescheert? Nur 2 Beispiele:

    —————LIEBE—————

    Wie z.B: dass keine Frau sich herablässt, jemand solchen kennenlernen zu wollen. Geschweige denn zu mehr. Auf diesem Sektor haben wir ein echtes Problem das zu bekommen was son Labersack im Handumdrehen meistert.

    Frauen neigen in der Regel dazu Introvertiertheit mit Schüchternheit zu verwechseln. Und Schüchternheit ist in der Frauenwelt eine Art Tabu.
    Ein „NoGo“ bei dem sie anfangen, jeglichen Respekt vor dem Manne zu verlieren, der ihnen gegenüber steht. Das geht sogar so weit, dass der Typ dann überhaupt nicht mehr als Kerl und somit potenzieller Spielgefährte wahrgenommen UND AUCH behandelt wird sondern eher als dummer Junge, der zeitig im Bett zu sein und wegzuhören hat, wenn die insgeheim Angebetete mit ihrer besten Freundin über schweinische Sachen quatscht.
    DAS tut weh! DAS TUT WEH!!!

    Und darum ist es auch nicht verwunderlich, dass die Reaktion auf jedes vermeindliche Liebesgeständnis unsererseits fast immer was zur folge hat?

    „Ach ******, sei doch nicht albern, hihi. Wir sind doch die besten Freunde und wollens doch auch bleiben…..“

    Aus ihrer Sicht ist die „Angelegenheit“ damit vom Tisch denn es handelte sich ja ohnehin nur um einen Bauern, der sich in eine Heidi Klum verguckt hatte und der sich schon wieder beruhigt, wenn man ihm nur ne Tafel Schokolade reicht…ach wie süüüüüüüüß….

    Was soll ich sagen…Das macht auf Dauer keinen Spaß!

    —————BERUF—————

    Ja, Beruf ist sehr einfach. Da du deine Fresse nicht bei jeder Gelegenheit aufreisst, traut man dir auch nix zu. Bei Beförderungen wirst du übergangen, als wärst du gar nicht da.

    Dir überlässt jeder die Drecksarbeit, die du besonnen und geduldig wie du bist auch noch erledigst. Und zwar sorgfältigst.
    Die Perfektion mit der du deine Arbeit erledigst, interessiert keine Sau, während die Früchte daraus nur zu gerne angenommen werden.
    In der Kantiene redet man über dich. Du wärst sonderbar, viel zu ruhig. Aber im Grunde musst du auch noch dankbar sein, dass man überhaupt über dich redet.

    ——————————————–
    Also ich weiss nich. Dieses ganze Introvertiertheits Ding geht mir für meinen Teil tierisch auf die Nüsse und ich muss doch sagen, es reicht mir einfach. Als introvertierter bist du gesellschaftlich gesehen der total looser und wirst grundsätzlich ignoriert. Wir sind soetwas wie Gottes ungewollte Kinder. Aussätzige, die niemals auch nur die geringsten Ansprüche zu erheben haben auf soetwas wie volle soziale Akzeptanz, Gleichbehandlung oder gar Erhabenheit…

    Es gab eine Zeit in der ich stolz auf mich war. Auf die Eigenschaften und Werte, die mich als Introvertierten ausmachten. Tugenden wie Geduld, Perfektion, Kreativität, künstlerisches Schaffen, Leidenschaft und die Fähigkeit zu tiefen Emotionen.

    Heute denke ich anders darüber. Introvertiertheit ist die Pest unserer Zeit, die jeglichen Heilmittels entbehrt. Wenn man das operativ entfernen könnte, würde ich das tun!

    Antworten
    • Annabelle says:

      Zuersteinmal um etwas klarzustellen: ich bin eine stark extrovertierte Frau. Ich habe viele Freunde aber ALLE Freunde die mir wirklich etwas bedeuten sind introvertiert. Ich habe mich bis heute fast ausschließlich in introvertierte Männer verliebt, einfach weil sie mir persönlich oft mehr zu bieten haben als jemand der „einfach nur herumlabert“. Desweiteren fasse ich die Aussage, Intros hätten eine höhere Inteligenz als Extros, als Beleidigung auf, deren Wahrheitsgehalt definitiv noch zu überprüfen ist.
      Es tut mir Leid David, dass du so viel Frustration und Enttäuschung mit deinem Wesen verbindest. Introvertierte Personen sind auf jeden Fall oft schlecht aufgehoben in einer Gesellschaft in der Extrovertiertheit eine Tugend ist. Aber dein Problem scheint mir nicht ausschließlich von deiner Introvertiertheit ausgelöst worden zu sein. Ein Mensch, der sich und die Welt in der er lebt so sehr hasst, der hat einige ernstzunehmende Probleme. Und ich glaube dass z.b. deine Erfahrungen mit Frauen oft von deiner Grundhaltung kaputt gemacht wurden, nicht davon dass Frauen generell oberflächliche Wesen sind, die einen Mann der Smalltalk beherrscht einem Mann vorziehen, der eine Tiefgründige Konversation mit ihnen führen kann. Introvertierte und Extrovertierte brauchen einander, wenn sie sich in den grundsätzlichen Dingen einig sind, dann ergänzt sich ihr Wesen nahezu perfekt. Zu sagen, die einen seien Laut und Gesellschaftstauglich, die anderen reflektiert und intelligent halte ich für die falsche herangehensweise. Denn man kann und darf wenn es um Individuen geht nicht pauschalisieren, wenngleich ich selber dazu genauso neige wie andere auch. Ich glaube David, das ist es was dich teilweise in die Situation gebracht hat, Extrovertierte zu hassen. So hat es sich angehört, deswegen antworte ich dir ja auch. Allerdings würde es mich freuen wenn du das hier kommentieren würdest.
      Liebe Grüße, Annabelle!

    • Dennis says:

      Im Bezug auf David und Annabelle:

      Im Ansatz kann ich David zustimmen, aber ich würde es nicht so intensiv formulieren. Im Gegenteil mag ich Extrovertierte sogar, da sie in ihren Verhalten verständlich sind. Überdies glaube ich, dass es keinen so klaren Übergang zwischen Intros und Extros gibt.

      Ich halte mich selbst auch für introvertiert, bzw. habe ich das immer „zurückhaltend“ betitelt. Aufgrund meiner Zurückhaltung werde ich oft unterschätzt. In den Momenten, die mir wichtig waren, zeige ich mich. Bspw. habe ich keine Angst auf eine Bühne zu tanzen, was aber viele noch-so-extrovertierte niemals tun würden. Ich denke viele assozieren Extrovertiertheit mit Mut und Introvertiertheit mit Feigheit.

      Ich halte nichts von Smalltalk und unterhalte mich gerne spezifische und tiefgehend. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Frauen den Smalltalk zum Kennenlernen nutzen. Wenn ich dann auf spezifisches eingehe, wirken sie zumeist überrascht und gerne auch überfordert. Zumeist denke ich mir, dass mein eigener Anspruch an ein Gespräch zu hoch ist. „Nur mal Hallo sagen“, mehr soll es oft nicht sein. Zugegeben, das quällt mich oft.

      Jedenfalls irritiert das durchaus einige Frauen, da viele (aber bei weitem nicht alle) gerne die passive Rolle mögen, d.h. erobert werden wollen. Erstaunlichweise empfand ich gerade die extrovertierten Frauen als die bisher schüchtersten, wenn es denn wirklich um sie selbst geht. So als ob es eine Barriere zwischen dem offenen Wesen, das alltäglich zu sehen ist und einem kleinen urpersönlichen unsicheren Wesen dahinter.

      „Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert.“ So oder so ähnlich geht ein Spruch. Doch als Introvertierter, der nicht gleich auf jeden subtilen Anreiz anspringt, kann es sehr schmerzlich sein, wenn das Grundwesen ein näheres Kennenlernen behindert.

      Ich könnte noch so viele Gedanken dazu schreiben. Bspw. meine Erfahrung, dass viele Freundschaft dadurch definieren, wie viel Zeit miteinander verbracht wird, aber nicht dadurch, wie dessen Qualität ist. Ich habe einige meine Freunde vergrault, weil ihnen nur die Quantität wichtig war, aber mir jede Qualität fehlte. Es war und ist frustrierend, aber auch tröstend zu wissen, dass ich nicht alleine so fühle.

  4. floc says:

    Der Artikel geht schon zu sehr in Richtung Lobeshymne auf die Introvertiertheit, da schließe ich mich Nicole an. Andererseits muss ich David widersprechen, denn ich schätze meine Introvertiertheit sehr.

    Klar haben es gerade introvertierte Männer schwer. Es kann auf Dauer nur schiefgehen, wenn wir versuchen extrovertiert aufzutreten. Aber niemand, der uns schätzt, verlangt das von uns.

    Finde Deinen eigenen Weg!

    Antworten
  5. Anmaril says:

    In so gut wie allen Punkten kann ich dir bedenkenlos zustimmen, und auch was David sagte stimmt speziell was die Liebe betrifft wie die Faust auf’s Auge. Mir passierte das erst vor kurzem wieder, und das kann echt deprimierend sein.

    Danke für den Artikel

    Antworten
  6. nicole says:

    ich persönlich kann david nicht in allen punkten rechtgeben. wie auch im artikel steht, heißt introvertiert zu sein nicht automatisch, dass man auch schüchtern sein muss. dementsprechend muss man zb. im job nicht unbedingt probleme mit den aufstiegschancen haben.
    wie gesagt, ich bin selbst introvertiert, aber ich habe nicht das geringste problem damit meine meinung zu sagen oder ähnliches. egal was ich angefangen habe, ich bin sogar immer schneller aufgestiegen als mir überhaupt lieb war. auf diese weise war ich gezwungen situationen zu durchleben, die für mich purer stress waren aufgrund meiner introvertiertheit (nahezu täglich sitzungen, kommissionen, public relations…). es ist wie mit einem talent, manche haben’s, manche nicht. ich hatte nicht das „talent“ mich ständig durch sitzungen mit x mitgliedern zu quälen etc., also mußte ich mir eben einen job suchen, der besser für mich geeignet ist. aber im endeffekt bin ich selbst auch glücklicher damit!

    was das liebesleben anbelangt… für frauen ist es auch nicht so leicht. auch männer bevorzugen nicht-introvertierte frauen. und wenn sie dann doch eine introvertierte nehmen bilden sie sich ein, sie könnten sie ändern oder verstehen einfach nicht warum frau dieses oder jenes nicht machen will. aber jetzt mal ehrlich, was soll ich mit so einem mann? der passt dann ja sowieso nicht zu mir! ich sitz halt lieber zu hause vor meiner staffelei und male, am computer und schreibe oä. und ich fühl mich gut dabei. und ich will einen partner, der das als gut empfindet und nicht darunter leidet, dass ich mich meistens von der außenwelt zurückziehe. wie vorher schon gesagt wurde, es bringt nicht viel, sich einen partner zu nehmen, der so überhaupt nicht zu einem passt – da leiden nur beide darunter. mag zwar etwas länger dauern, die nadel im heuhaufen zu suchen, aber ich weiß aus erfahrung, dass es das wert ist!

    Antworten
  7. Laura says:

    Ich habe gerade das Buch „zartbesaitet“ gelesen und habe mich darin wiedergefunden. Darin wird beschrieben, dass introvertiert sein nicht gleich introvertiert sein im klassischen Sinne sein muss. Es gibt eine Minderheit, die hochsensibel ist! Deswegen fühlte ich mich oft in scheinbar normalen Situationen überfordert und zog mich zurück. Deswegen fühlte ich mich oft unverstanden und hasste regelrecht mein intensives und komplexes Innenleben. Ich kann dieses Buch und andere Bücher/Texte zu diesem Thema nur weiterempfehlen, es ist wie eine Erleichterung.

    Antworten
  8. Jan says:

    Super Text, hab mich selbst drin erkannt! Aber ob ich wirklich Introvertiert bin?? Keine Ahnung, hab nen extrovertierten beruf und komm super zurecht. Hatte auch nur extrovertierte Frauen bis jetzt…
    Bin ich selber gern zuruckgezogen und meide partys und dieses ganze oberflaechliche geschwaffel und getue…., verbringe sehr viel zeit mit mir selber. Gibts da vielleicht noch so n mittelding?Trotz alledem bin ich auch wieder sehr spontan, abenteuerlustig, such den kick, ergreif auch oft initiative und mag es eigentlich trotzdem mit guten freunden zusammen zu sein. Wobei ich sagen muss mit extroveriterten Frauen hatt ich nur probleme, auch meine jetzige „bekanntschaft“ is sowas von extrovertiert…. geht garnich!
    Bin aber trotzdem stolz drauf, und ich glaub nur das zaehlt!

    Gruesse,

    „Der wo sucht und trotzdem nix findet.“

    Antworten
  9. Seb says:

    “Die Hölle, das sind andere Leute beim Frühstück”

    Wie wahr…

    Netter Artikel vielleicht hier und da etwas zu bunt ausgeschmückt aber trotzdem auf den Punkt gebracht.

    Antworten
  10. irene says:

    Ein herzliches Hallo an alle Introvertierten,

    ich bin ebenfalls introvertiert und hochsensibel (auch ein Thema, mit dem ich mich theoretisch erst seit kurzem beschäftige). Ich habe laut MBTI eine leichte Präferenz zur Introversion, deshalb kann ich mich auch nicht in David hineinversetzen, der darunter sehr zu leiden scheint. Ich kann nur allen Betroffenen raten, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Im nächsten Schritt sollte man sich so verhalten, dass man sich wohl fühlt. Sich verändern zu wollen, sein Wesen verdrängen zu wollen, bringt absolut nichts und jeder Mensch sollte sein Wesen entfalten und nicht begrenzen. Viele Künstler und Schauspieler sind meist introvertiert. Es gibt für jeden Introvertierten geeignete Berufe, in denen sie aufblühen können. Es stimmt schon, dass unsere Gesellschaft zu etwa 75 % aus Extrovertierten besteht und deshalb die Extrovertierten die Regeln bestimmen. Dennoch brauchen auch die Extrovertierten die introvertierte Seite und unsere Talente. Sucht euch Gleichgesinnte, auch in der Liebe. Wer sagt denn, dass alle Extrovertierten gleich sind und dass Introvertierte nicht mit einem Introvertierten nicht glücklich sein können? Alles Liebe und ich ehre und wertschätze die Introvertiertheit, Irene aus Wien

    Antworten
  11. irene says:

    Ein herzliches Hallo an alle Introvertierten,

    ich bin ebenfalls introvertiert und hochsensibel (auch ein Thema, mit dem ich mich theoretisch erst seit kurzem beschäftige). Ich habe laut MBTI eine leichte Präferenz zur Introversion, deshalb kann ich mich auch nicht in David hineinversetzen, der darunter sehr zu leiden scheint. Ich kann nur allen Betroffenen raten, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Im nächsten Schritt sollte man sich so verhalten, dass man sich wohl fühlt. Sich verändern zu wollen, sein Wesen verdrängen zu wollen, bringt absolut nichts und jeder Mensch sollte sein Wesen entfalten und nicht begrenzen. Viele Künstler und Schauspieler sind meist introvertiert. Es gibt für jeden Introvertierten geeignete Berufe, in denen sie aufblühen können. Es stimmt schon, dass unsere Gesellschaft zu etwa 75 % aus Extrovertierten besteht und deshalb die Extrovertierten die Regeln bestimmen. Dennoch brauchen auch die Extrovertierten die introvertierte Seite und unsere Talente. Sucht euch Gleichgesinnte, auch in der Liebe. Wer sagt denn, dass alle Extrovertierten gleich sind und dass Introvertierte nicht mit einem Introvertierten nicht glücklich sein können? Alles Liebe und ich ehre und wertschätze die Introvertiertheit, Irene aus Wien (www.ganzheitscoaching.at)

    Antworten
  12. Veronika says:

    Hallo
    ich muss gestehn, auch ich habe mich in jeder Zeile wiedergefunden und empfinde introvertiert sein auch nicht gerade als sehr positiv, denn es ist unglaublich anstrengend sich regelmäßig in irgendeiner Weise für sein Verhalten rechtfertigen zu müssen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich angefangen hab mich teilweise auch schon offener und extrovertierter zu geben als ich bin, was mir auch nicht viel geholfen hat.

    Meine Freunde gehen öfter mal auf größere Feiern. Und jedesmal musste ich ewige Diskussionen über mich ergehen lassen, ehe sie widerwillig hinnahmen, dass ich nicht mitgehen wollte.
    Zwischenzeitlich habe ich mir auch irgendwelche Ausreden gesucht, wie z.B. das wir an dem Termin der Feier eine Tante besuchen würden etc. Auf Dauer funktioniert das blöderweise nicht, denn irgendwann wird es ja offensichtlich.
    Also hab ich es mit der Wahrheit versucht. Doch wenn man jemandem, der extrovertiert ist, erzählt, dass man sich auf solchen Veranstaltungen unwohl fühlt, dass sie einen ermüden, dann stößt man nur auf Unverständnis, blöde Kommentare und erneute Diskussionen.
    So haben mich meine Freunde auch schon so weit gebracht, dass ich vereinzelt auf solche Feiern mitgegangen bin. Wie vorhergesagt, waren sie der reinste Horror für mich, aber ich hoffte meine Freunde würden es verstehen und mein ‚Nein‘ zu solchen Veranstaltungen akzeptieren, wenn sie sehen, dass es nichts für mich ist.
    Aber ich muss mich immer wieder damit herumplagen und bin langsam am verzweifeln.
    Aber das Problem sind nicht nur groß angelegte Partys. Auch zuviele gemeinschaftliche Aktivitäten innerhalb kurzer Zeit sind eine sehr große Belastung für mich. Durch die schon hohe Belastung unter der Woche in der Schule – die nebenbei bemerkt auch nicht gerade der beste Ort ist, seine Introvertiertheit auszuleben – halte ich am Wochenende nur eine größere Aktivität aus. Ich glaube meine Freunde halten mich deswegen eigentlich schon für einen ungeselligen Stubenhocker.
    Unternehmungen mit einzelnen Freunden sind auch nicht viel besser. Eine gute Freundin von mir besitzt eine ziemlich extrovertierte Persönlichkeit. Dementsprechend aktiv und kommunikativ ist sie auch.
    Sie findet sich zwar mittlerweile damit ab, wenn ich sage, dass ich auf Feiern nicht mitwill, versteht meine Beweggründe für diese Entscheidung jedoch kein Stück weit. So kommt es, dass ich mir immer einen Grund zurechtlegen muss, damit ich, nach einem gemeinsamen Videoabend – der wegen ihrerm Drang irgendetwas zu tun nur ein halber ist – meine Ruhe kriege, denn jedes meiner Signale, dass zeigt, das ich meine Ruhe brauche, ignoriert sie erfolgreich.
    Mein Dasein als introvertierter Mensch erschwert mir den Umgang mit Freunden erheblich.

    Mit mir fremden Personen wird es jedoch noch schwieriger. Während ich Freunden gegenüber auch mal gesprächiger bin, bin ich fremden Personen oder mir nur wenig Bekannten Personen sehr ruhig, was dazu führt, dass ich meist übersehen und nicht wahrgenommen werde. Da komme ich mir ziemlich genau so vor, wie es David weiter oben, in Bezug auf seinen Beruf geschildert hat. Ich bin zwar noch Schülerin, aber auch ich werde regelmäßig nicht wahrgenommen und unterschätzt. Nur wenige Lehrer gehen fair mit dem Problem ruhiger und introvertierter Schüler um.

    Was ich mich angesichts solcher Situationen frage ist: Wie mache ich anderen Leuten verständlich klar, wie ich ‚ticke‘.
    Wenn meine Freunde das schon nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, wie soll ich das anderen Leuten erklären, wie soll es ihnen verständlich werden. Es kann doch nicht sein, dass ich mein ganzes Leben lang immer wieder die gleichen Diskussionen führen muss. Ich komme mir manchmal vor wie ‚Täglich grüßt das Murmeltier‘. Und das ist wirklich nervtötend.

    Aber es ist gut zu sehen, dass auch andere dieses Problem haben. Und ich muss sagen, nachdem ich mir das jetzt mal von der Seele geschrieben habe, geht es mir ein bisschen besser, wobei ich vermute, dass sich das bald wieder legen wird. Spätestens bei der nächsten bescheurten Diskussion -.-
    Naja wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt?
    Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder, auch wenn ich es bezweifle.

    Antworten
  13. floc says:

    @Veronika:
    Am Besten Du druckst den Text oben für Deine Freunde aus oder verlinkst ihn (-;

    Antworten
  14. Veronika says:

    @floc:
    Hab mir den Vorschlag mal durch den Kopf gehen lassen … bin mir aber nicht so sicher, ob ich das so angehen will …

    trotzdem Danke :)

    Antworten
  15. jens says:

    hallo. ich bin auch introvertiert und ich denke auch hochsensibel.ich merk das wenn ich coldplay songs höre und es am ganzen körper kribbelt und bei anderen liedern fast die tränen kommen.

    naja im alltagsleben muss ich zustimmen, dass das verständnis nicht sehr hoch ist und dass wohl extrovertierte menschen gerne introvertierte menschen auf arbeit einschüchtern wollen zb.
    Aber ich denke man muss sich wehren, wenn es unfair ist, was einem teilweise für zeug gesagt wird.

    Ich hab gelernt mich nicht blöd behandeln zu lassen und geb blöde kommentare zurück.Ich zeig einfach, dass ich mir das net gefallen lasse.

    Und Introvertiertheit finde ich persönlich sehr schön, ich mag solche leute auch mehr als Extrovertierte.

    Ich denk mir auch sehr oft, was die immer alle labern und denk mir oft“könn die nicht mal weng was sinnvolles labern, des geschwätz nervt…“ aber es lässt sich schon aushalten.

    Ich denke wir können genauso gut gute frauen kennenlernen, wir dürfen uns blos von niemand einschüchtern lassen.Es gibt Frauen, die schätzen Introvertierte Männer,vielleicht weil sie meist nachdenklicher sind und manche einfach intelligenter. Und alle Frauen die einen eh nicht schätzen können einem eh egal sind.Und wenn einen ne Frau respektlos behandelt, weil man ruhig ist, dann sollte sie das mindestens genauso zurück bekommen.Sowas braucht man sich net gefallen lassen.

    Antworten
  16. Ulli says:

    Hallo
    Liebe Grüsse an euch alle
    Also wenn ich mir eure Gedanken und Zeilen so ansehe, fällt mir einiges auch zu meinen Gefühlen und Schwankungen der Umwelt gegenüber ein.
    Nur frage ich mich ob nicht der Grad der Introvertiertheit sehr schmal bemessen ist,und schüchtern-zurückgezogen-keine Unternehmenslust-ein Mensch der eben mehr Ruhe benötigt-ein Schweiger-ein Nachdenker-…schon in diese Gruppe eingeordnet werden kann.
    Auch ich bin gerne alleine , brauche Stunden um für mich da zu sein ,meine Gedanken ordnen können und um abzuschalten.Durch Arbeit und Stress ausgelaugt auch ruhebedürftigt.Partys sind für mich etwas abscheuliches,weil es anstrengend und nichtssagendist.
    Aber ich bin beruflich in führender Position und kann mich gut behaupten ,durchsetzen ,habe meine Beförderungen hinter mir und mir auch etwas geschaffen.

    Würde gerne Kommentare und Meinungen dazu hören und bin gerne bereit auch zu antworten.
    Schönen Tag noch allen – Ulli

    Antworten
  17. Manuela says:

    Hallo zusammen,

    habe die Zeilen eurer Meinungen förmlich „verschlungen“…darin stecken viele Antworten auf Fragen, die mich seit einiger Zeit beschäftigen…Ich habe vor einiger Zeit einen Mann kennengelernt, bei dem mich seine ruhige Art von Anfang an sehr fasziniert hat…ok, er ist um einiges jünger als ich, aber gerade durch seine besonnene Ausstrahlung nehme ich es kaum war…nun bin ich eher der extrovertierte Typ einer Frau, die gern in Gesellschaft ist und Anerkennung beruflich und privat sehr schätzt. In den letzten Jahren kamen aber immer wieder Zeiten dazu, in denen ich auch gern mal allein war und ruhige Momente bevorzugte…darum vielleicht ist mir dieser Mann so überaus positiv aufgefallen! In letzter Zeit gab es aber einige „Wirrungen“, was fast dazu geführt hätte, dass wir keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Mein Gefühl sagte mir aber, dass ich es so nicht stehenlassen kann. Ich mag ihn und schätze eben seine ruhige Art. Also habe ich den Kontakt wieder aufgenommen und wir haben jetzt endlich einmal zwei gemeinsame Tage zum Kennenlernen gehabt!!! Es war schön, aber irgendwie auch stressig und ich bin ziemlich traurig wieder gefahren….auf der Suche nach Erklärungen für sein Verhalten, was ich teilweise verletzend empfand, bin ich auf dieses Forum gestossen, und „hurra“ ich fand Antworten, die mich wieder froh stimmen und mir erklären, dass ich sein Verhalten oft mißgedeutet habe!!!! Je stiller er war, desto mehr habe ich versucht ihn mit Aktionismus zu beeindrucken, habe dann angezweifelt, dass er überhaupt gern mit mir zusammen ist und wenn ich kein Lächeln bekommen habe, habe ich ständig mein eigenes Verhalten hinterfragt und die falschen Schlüsse daraus gezogen…ich glaube ich habe ihn verletzt, indem ich ihm sagte, die anderen haben schon Recht, wenn sie ihn als kalt bezeichnen!!!

    Leider sagte er dazu sehr wenig, nur das es nicht so gemeint ist….mit einem tiefen Gefühl der Traurigkeit bin ich dann also wieder gefahren.

    Mit euren Zeilen stellt sich manches ganz anders dar und ich hoffe, dass sich die Möglichkeit ergibt ihm zusagen, dass ich es jetzt verstehe, warum er so reagiert und das ich vieles zu persönlich genommen habe. Ich glaube, wenn man im Dialog miteinander bleibt, können introvertierte und extrovertierte Menschen eine sehr schöne Zeit miteinander verbringen und sich gegenseitig positiv beeinflussen!!!

    Das mußte ich jetzt einfach mir von der Seele schreiben…nochmals danke für die Aufklärung!!!

    Antworten
  18. anni says:

    hallo, ich bin extrovertiert. das glaube ich zumindest, aber es gibt auch eine mischung, was für die betreffende person etwas verwirrend ist. aber hier geht es nicht direkt um mich, sondern um meinen partner. dieser ist introvertiert, spricht nicht gern über sich und seine gefühle. auch vertritt er nur bedingt seinen standpunkt.ist gern mit seinen gedanken allein und kann aktivitäten alleine genauso gut geniessen, wie zu zweit. er ist immer gleich gut drauf. seine leidenschaft ist der sport. man hat das gefühl, nach „streit“ oder sonstigem, er hat sich immer im griff. kaum ein gefühlsausbruch oder dergleichen. in gesellschaft klinkt er sich irgendwann aus, hört zu, schaut gern in der gegend rum. er wird dann auch öfter übergangen, weil er irgendwie so ohne ecken und kanten ist, so glatt irgendwie. und ecken und kanten machen persönlichkeit aus. das ist ein grund bei den introvertieren menschen, warum man sie übergeht. weil es auch sehr wichtig ist, dass man etwas über sich preisgibt, damit der andere einen einschätzen und schätzen kann, denn gedanken lesen ist schwer. dann ertappt man sich, wie man provoziert als partner, weil man dadurch das gefühl hat, austauschbar zu sein. jetzt erst merke ich, wie wichtig es ist, den anderen sein zu lassen wie er ist, dass ihn das alles einfach überfordert. meine fröhlichkeit unter gesellschaft überfordert ihn, glaub ich, und das setzt ihn unter druck!!! aber wenn er wenigstens mal ehrlich wäre und das zugeben würde, doch wenn man ihn frägt, ist immer alles gut. gespräche werden immer von mir angefangen, obwohl er so intelligent ist und ichso viel von ihm lernen könnte. dann plötzlich hat man als „exo“ das gefühl, dass bei einem selbst was nicht simmt, sich das alles nur einbildet. ich merke meine gefühlsausbrüche werden immer mehr, aber man kann ihn nicht aus der reserve locken. so, und was ist jetzt mit den menschen, die mit introvertierten partnern leben. sich ständig anschweigen? ist das leben nicht zu schön und aufregend um darüber zu philosophieren? lasst uns doch auch an euren gedanken, an eurem leben teilhaben. oder passen die zwei gegensätze nicht zusammen? aber zwei exos als paar und man liegt abends im bett wie nach nem marathon. und zwei intros, ja da wird man dann vielleicht nicht richtig munter. jeder kann doch von jedem was lernen, aber dazu muss man bereit sein. ich glaub jedes extrem ist nicht gesund. wir menschen sind dafür auf die welt gekommen, um in gesellschaft zu leben. früher wäre man außerhalb der gruppe wahrscheinlich früher gestorben, in der zeit der jäger und sammler. gesellschaft und zeit für sich, ruhe finden in einer so schnelllebigen und lauten zeit. so verlangt der intro unterschwellig vom extro, verändere dich für mich. was zwangsläufig so sein wird, denn wenn jemand nicht reden will, dann wird auch nicht gesprochen…

    Antworten
  19. floc says:

    @anni:
    Du gehst von einem (?) Beispiel aus und schließt auf alle Introvertierte. Ich koche auch nur mit Wasser und gehe von mehreren Beispielen aus und schließe auf alle Introvertierte.

    Trotzdem kann ich behaupten, dass Introvertierte sehr ausgeprägte Persönlichkeiten haben, mit besonders vielen Ecken und Kanten. Und natürlich drücken wir Emotionen aus!

    Introvertierte wissen außerdem den Wert von Gesellschaft und Gesprächen sehr zu schätzen. Aber am Liebsten im kleinen Kreis und nicht zu lange.

    Niemand ist eine Insel!

    Wer sich für eine Insel hält, hat wahrscheinlich eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung. (Asperger?)

    Antworten
  20. Marco says:

    Hallo an alle, erst einmal tolle Zusammenfassung über Introvertierte Menschen, ich zähle mich selbst zu dieser Gattung und habe schon öfters Probleme in unserer Gesellschaft. Allein sein ist keine Bestrafung, ich empfinde es als Ruhephase und fühle mich glücklich damit, 95% der Gepräche sind oberflächig und sinnlos. Man fragt jemanden „Wie geht es dir?“ wobei man sich für die Antwort in wirklichkeit recht wenig interessiert es ist der Anfang eines sinnlosen Gespräch ohne tiefe und ohne Interesse. Das Lieblingsthema der Extrovertierten Menschen ist zu 95% das gleiche, LÄSTERN andere schlecht machen über andere Urteilen usw. darüber können Extrovertierten Menschen sehr viel und sehr lange sprechen. Ist es unverschämt zu sagen:
    „Sorry, aber ich unterhalte mich ungern über andere und deren Handlungen und vergleiche mich erst recht nicht mit ihnen.“ Diese Haltung ist nicht nur dreist sondern wird als überheblich gedeutet und zu 100% mißverstanden. Muss man von allen gemocht werden ? Muss man sich in jedem Gespräch einbeziehen ? Muss man zu allem und alles eine Meinung haben ? Muss man Gespräche künstlich aufbauen ? Muss man sich verstellen um Anschluss zu finden ? Muss man sich Gruppen anschließen um nicht ausgegrenzt zu werden ? Ich könnte weiter so machen und die Antwort wäre immer wieder dieselbe…..Nein.
    Und warum ncht, ganz einfach, im Leben muss man es niemanden recht machen keine Gesellschaft auf dieser Welt ist es Wert. Warum ich gerade hier viel Schreibe und mich damit mitzuteilen, bestimmt nicht um im Mittelpunkt zu stehen oder weil mir langweilig ist weil ich ja so alleine bin und unglücklich bin. Auch hier ist die Antwort einfach und plausibel:
    Ich muss niemanden rechenschaft ablegen und niemanden begründen warum ich so und nicht anders bin als andere, deswegen die meistgestellte Frage, die bereits auch aufgeführt wurde:
    „Was ist los mit dir?“

    Antwort: „Nichts, ich bin anders und anders sein ist nicht gleich schlecht oder arrogant oder schlauer usw. Glücklich sein ist eine Eigenschaft die selbst empfunden wird und jeder empfindet sie anders somit ist das Wort anders nur eine Umschreibung womit der Mensch beschrieben werden kann aber nicht verurteilt werden sollte.

    Antworten
  21. Dieter says:

    Hallo!
    Mitlerweile freue ich mich darüber introvertiert zu sein und gehe immer selbstbewusster damit um.Ich mag es zuzuhören und zu beobachten.Extrovertierte beschreiben die Welt häufig direkt:“ich war Gestern da und da,habe dies und das gemacht und diesen und jenen getroffen.“
    Introvertierte geben häufig eine Interpretation dieser Ereignisse wieder:“Dieses und jenes denke ich dazu,ich glaube der macht das weil…,das ist dabei herausgekommen…,usw..“Beide Herangehensweisen sind gut und wichtig.Ich bin froh auch immer wieder heraus zugehen aus meiner Verkopftheit.Extrovertierte leben scheinbar leichter, weil nicht so „inhaltsschwanger“ wie unsereins.Ich verstehe mich selbst als jemanden,der in der Gesellschaft die ausgleichene Rolle inne hat.Wir bringen eher die Stille,das Zuhören,das Vermitteln,das leise begleiten, das weniger agressive aber wissende agieren,das kreative,der Fels in der Brandung,das den Überblick behatene,das genaue Hinsehen….
    Ich glaube wenn es Probleme gibt mit der Ex- oder Introvertiertheit, liegt es eher am Selbstbewusstsein, als an der einen oder anderen Eigenschaft.Seitdem ich selbstbewusster mit meinem Introvertiert sein umgehe,kommen auch sogenannte extrov. Anteile zum Vorschein und ich merke das auch Andere meine introvertierte Anteile besser schätzen.In einer Welt in der es nur introvertierte gibt möchte ich auch nicht leben.Stille ist schön,aber nervt irgendwann auch.Die Mischung machts.Ich lerne von extrovertierten,aber sie auch von mir.
    Sich selbst annehmen ist wohl der erste Schritt.
    Grüsse Dieter

    Antworten
  22. Dieter says:

    Hallo nochmal!
    Mir brennt das Thema auf den Nägeln und deswegen schreibe ich nochmal.Mich macht das traurig, wenn jemand unter wirklich schönen Eigenschaften leidet.Es ist wohl so, das die Introvetiertheit immer noch kein gutes Image in unserer lauten Gesellschaft hat.Es ist halt schick ständig im Mittelpunkt zu stehen und für sich Werbung zu machen.
    Wie auch hier schon gesagt wurde möchte man sich nicht ständig für sein sosein rechtferetigen.Muss man aber auch nicht.Früher hatte ich immer gedacht, mit mir stimmt etwas nicht. Heute ist das nicht mehr so ( nur manchmal ).Es hilft mir genau hinzusehen.Früher habe ich gedacht,ich muss „lauter“ werden, damit Andere mich hören, sehen.Heute merke ich das ich gerade gesehen werde, weil ich nicht ständig laut bin.Wenn ich was sage,dann hören die leute eher zu,vielleicht weil es seltener ist als bei den Extros.Die Anderen kommen zu mir, weil sie mir vertrauen, weil ich zuhören kann und es gerne tue.Mich interessiert, wie andere so ticken und manchmal glaube ich,dass ich „mehr“ mitkriege, als Andere.Ich freue mich so meine vermeindlichen Schwächen als Stärken anzunehmen,ohne Diese wieder zu Schwächen bei den Extros zu machen.
    Manchmal denke ich,wenn ich in einem Indianerstamm gelebt hätte,dann währe ich der Medizinmann, der Berater,Seher,Heiler der Sippe.Eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe.Ich muss nicht im Mittelpunkt stehen, auch dejenige der an der Seite steht ist Teil der Gesellschaft.Nicht er wird angeschaut,sondern er schaut an.Auch eine Verbindung,bloß in die andere Richtung.
    Hardert nicht zu sehr mit der Introvertiertheit,es beinhaltet sehr viel Gutes.
    Liebe Grüße!

    Antworten
  23. Thomas says:

    Ich gehöre, wie die meisten Schreiber hier, zu den Introvertierten. Im Gegensatz zu einigen, die darunter zu leiden scheinen, empfand ich es immer als Vorteil kein hektischer Damplauderer zu sein, der ohen Sinn und Verstand durch die Gegend braust. Auch macht es mir nichts, zu einer „Minerheit“ zu gehören, schließlich schaut auch die Mehrheit „Das Supertalent“…..
    Schlussendlich arbeite ich auch noch in einem Beruf, der mit zu den extrovertiertesten gehört (so denke ich). Frei nach dem Motto „im Auge des Orkans ist es still“ bin ich – im Gegensatz zu den anderen, die eigentlich besser geeignet sein müssten – zum Geschäftsführer des Unternehemens ernannt worden, sprich, ich kommandiere jetzt die Extrovertierten. Das aber mit einer Innewohnenden Besonnenheit, wird von den meisten Kollegen aber durchaus geschätzt.

    Ich gehe gerne auf Parties, aber 4 Stunden sind genug. In der Tat brauche ich dann einen Tag Erholung. Aber alles in kleinen Dosen genossen macht Spass. Und nun noch zur Damenwelt. Frauen, die einen von oben wegen vermeindicher Schüchternheit behandeln, naja, auf solch Geistesgrössen kann man wohl verzichten. Aber sind das überhaupt so viele (Marke „Supertussi“)? Ich glaube nicht, viele (ich kenne janicht alle!) sind doch vollkommen vernünftig und einem eher stillen und ruehnden Pol an ihrer Seite doch gar nicht abgeneigt, der oberflächliche Rest darf sich ärgern, dass sie nicht mein Geld ausgeben dürfen.
    Und wer stresst, bekommt eine vor die Zwölf. ;-)

    Antworten
  24. Daniela says:

    Hallo Thomas,

    ich bin zufällig auf dieser Seite gelandet…Weil meine Mitmenschen behaupten, daß ich extrovertiert bin…ich wollte nicht mehr,… als sagen, daß mich dein Text am meisten begeistert hat. Seit 16 Jahren lebe ich mit einem sehr „introvertierten“ zusammen…
    Soll also auch gehen…Alles Gute Daniela

    Antworten
  25. yersinia says:

    schon seit ich ein kleines kind bin, bin ich sehr introvertiert und erst heute bin ich auf die idee gekommen es mal zu googeln – verrückt :)
    Mir hat der Text sehr gut getan und ich fühle mich gerade richtig verstanden. Danke!
    (ja, natürlich denke ich auch, dass extrovertierte Menschen durchaus tiefgründig sein können und der text oben ein wenig übertreibt.. aber manchmal tut ein bisschen Übertreibung auch gut ;) )

    Besonders erleichtert hat mich, dass ich hier auch das ein oder andere mal das wort „müde“ gelesen habe.. Wie oft sitze ich da und frage mich, wie es sein kann, dass die anderen die Unterhaltung alle überhaupt nicht anstrengend finden. Mich erschlägt es regelrecht..

    Also nochmal: Danke fürs Mut machen!

    Antworten
  26. martina says:

    Hallo,
    ich möchte mich für den Text und alle Posts bedanken. Das hat mir sehr viel bedeutet eure Meinungen zu lesen. Achja! Ich glaube, ich hatte gerade schöne Aha-Erlebnisse. Besonders gelacht habe ich, als ich lesen konnte, dass auch für viele von euch Kontakt in Dosen besser passt und dass Ausklinken zwischendurch vor Überlastung schützt. Besonders betroffen war ich, als ich mir zusammendenken konnte, warum mich andere Frauen (selber eine Frau) in der Vergangenheit herumkommandierten und behandelten wie ein unbeholfenes Mädchen und warum ich schon öfters von Männern gehört habe, ihnen würde etwas fehlen in meiner Gegenwart.
    Es tut so gut zu wissen, dass ich mit solchen Erlebnissen nicht allein bin. Yeah!
    Danke euch allen. Martina

    Antworten
  27. Juliane says:

    Ich wollte auch einmal meinen Dank aussprechen für diesen tollen Artikel! Das hier ist der erste Kommentar ever, den ich auf einer Internetseite hinterlasse – und ich muss dazu sagen, ich habe schon Tonnenweise Artikel durchgelesen. Aber dieser hier, auch die ganzen zustimmenden Kommentare, haben mich SO zum Lachen gebracht und Freundenschreie ausgelöst, als ich mich darin wiederentdeckt habe, dass ich einfach schreiben musste. Es ist so schön zu wissen, dass wir doch nicht zu einer anderen Spezies gehören, wie mein Gefühl mir immer weis machen wollte. Vielen Dank, ich freue mich wahnsinnig:)

    Antworten
  28. Anne says:

    So, jetzt will ich hier auch mal was zu sagen. Ich bin introvertiert. Und ich habe einige Probleme damit. Ich bin gerade 15 Jahre alt, also das ist mein Eindruck bei introvertierten Jugendlichen. Als Introvertierter hat man einfach schlechtere Karten. Nämlich:
    1) Man hat überall schnell das Gefühl, man gehört nicht dazu. Bei mir exestiert irgendwie der Eindruck, wenn man bei einem Gespräch nichts sagt, gehört man nicht dazu.

    2) Man wird schnell übersehen. Weil man nichts sagt, im Hintergrund bleibt. Dadurch hab ich mich schon sehr oft überflüssig/ minderwertig gefühlt.

    3) Es gibt die allgemeine Meinung, wer weniger sagt, ist weniger glücklich. Wenn man das überall so eingehämmert bekommt, dann halte ich mich auch für weniger glücklich, wenn ich weniger sage.

    4) Wenn man etwas erzählt, hören einem weniger Leute zu. Weil man einfach weniger interessant erzählt, wenn man lange überlegt, und so ruhig und langsam redet. Das wirkt weniger interessant.

    5) Es entsteht eine unangenehme Stille, wenn keiner etwas sagt, und man fühlt sich automatisch uncool.

    6)Introvertierte sind nciht dafür geschaffen, gute mündliche Noten zu haben. Weil man sich nur bei schwierigen Fragen meldet, die banalen Fragen zu beantworten, wäre Introvertierten zu dumm.
    Irgendwas drum herum labern macht der Introvertierte auch nicht. Kommt auch schlechter an.

    7) Der Introvertierte findet schlechter Anschluss. Ständig muss ich zusehen, dass ich nicht aussehe wie ein Opfer, weil es nun mal so angenommen wird, wenn man alleine wo sitzt. Ich muss auch ständig aufpassen, denn wer nicht mitredet, steht schnell am Rand (wurde vergessen).

    8) Insgesamt, man kommt einfach schlechter an. Wird schlechter bewertet.

    9) Durch diese ganzen Nachteile bekommt man schnell das Gefühl, das wäre schlecht, besonders durch bestimmte Handlungen der anderen. Das Selbstbewusstsein könnte schneller klein sein.

    Aber vielleicht sollte ich auch Positive Dinge nennen. Die gibt es ja auch, auch wenn diese von anderen kaum bemerkt werden.
    Nämlich:

    1) Man ist meist besser konzentriert. Extrovertierte fangen überall an mit irgendwem zu reden. Extrovertierte sind durch ihr eigenes Rumgelaber schnell abgelenkt. Introvertierte können auch mal eine halbe Stunde ohne was zu sagen an ihrer Arbeit arbeiten. Das merkt man in allen Bereichen ziemlich stark, dass Introvertierte ohne Gelaber konzentrierter sind.

    Okay, ich dachte da wäre mehr. Aber mehr fällt mir in Moment einfach nicht ein.

    Typische Nachteilsituation aus meinem Alltag fällt mir noch ein:
    Zwei Extrovertierte und ein Introvertierter spielen zu dritt Badminton. Die Extros sind die ganze Zeit am Reden, Abgelenkt, fangen an zu Lachen, etc. Der Inrovertierte möchte aber mehr Badminton spielen. Immer wieder muss er geduldig warten, bis die anderen mal wieder ausgeredet haben. Nervig. Immer wieder muss ich sie erinnern, bin ich die einzige, die die Punkte zählt, etc.

    Naja. Das sind so ein paar von den Erfahrungen, die ich bislang mit meiner Introvertiertheit erlebt habe.
    Ich denke, wir haben zwar viele Nachteile, aber wir sollten immer daran denken, dass man nicht total extrovertiert sein muss. Man sollte nur irgendwie das Maß an Extrovertiertheit finden, mit dem man sich wohlfühlt, und es keine starken Probleme gibt. Also einfach mal hier und dort ein paar Wörter dazu sagen, schon gehört man dazu und ist kein Opfer mehr. Ein paar Wörter reichen. Mehr muss nicht sein, ansonsten sind wir so wie wir sind.

    Niemand hat das Recht, uns abzuwerten! :)

    Antworten
  29. wu says:

    @Anne: Alles wird gut, vertrau mir..;) aber hüte dich vor dem zynismus!!! das ist eine sackgasse! du bist 15. das wird jetzt erstmal eine weile so bleiben….also lass dich nicht ärgern ;)

    Antworten
  30. Sissi says:

    Auch ich habe heute die Seite bzw den Blog entdeckt und fühle mich nun wieder mal pudelwohl…that text (und eure kommentare) made my day!~
    Es ergeht mir wie vielen von euch, die sich unwohl fühlen und regelrecht vor dem Kopfgstossen fühlen angesichts der Tatsache, dass man eben nicht Extroviertiert ist. Ich finde es allerdings ziemlich schön, dass eben nicht alle Leutche gleich sind – wäre doch zugegebener Weise auch langweilig, oder?
    Ich schätze das Wesen der Introvertiertheit und, zumindest bei mir, ist es nicht so, dass ich es mir ausgesucht habe. Nein, ich habe herausgefunden, dass es mir so einfach besser geht, DAS BIN ICH. Auch habe ich es leid, mich der Masse zu fügen. Ich bekam zu hören, wie ruhig ich doch wäre und dass ich dadurch einen nicht guten Charakter habe…ja indirekt konnte man daraus schlussfolgern: introvertiert=moralisch schlecht. Aber aus der Haltung bin ich längst raus, auch habe ich wirklich keine Lust mehr mich von anderen determinieren zu lassen. Es tut so gut zu wissen dass man nicht alleine damit ist ^^ Steht zu euch, Ihr seid wie Ihr seid – und das ist gut so! Wir sind gut so wie wir sind, die [aufbrausende] Welt braucht ruhige Menschen.

    Gebt euch bitte bloß nie auf..für andere. Und schämt euch nicht für eure Introvertiertheit. ich finde solche leute haben interessante seiten an sich..wie jeder mensch auch.

    In der Schule läuft es zurzeit so, dass ich irgendwie auch das Gefühl habe alleine zu sein…auch wenn ich oft Kontakt pflege mit paar netten Leutchen. Ich merke oberflächlich, dass es viele Neider gibt. (Bin gut in der Schule…in der 12.)
    Man kriegt oft gefragt „Gehts dir nicht gut“ und diese Frage nervt ziemlich!! Bloß weil man gerade kein Bock hat zu reden und in sich innerlich verankert „ruht“ wird sofort nen Theater drum gemacht. Tatsächlich ist mir das schon mehrere Male nun passiert, dass man mir solche Fragen stellt…wo ich nur denke „Wtf….“ Mir geht es natürlich gut..! Man muss lernen damit umzugehen, und ganz wichtig, sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen. Die Extrovertierten überwiegen in der Welt, aber nichts destotrotz, es ist dein Leben, deine Handlung. Was bringt es dir, wenn du dich ständig nach anderen richtest ? Nichts. Du entsprichst dann nicht mehr deinem Wesen und auf Dauer wird es nur unglücklich machen…so meine Erfahrung..in diesem Sinne alle Kopf hoch und fühlt euch nicht alleine ;-) Jeder ist seines Glückes Schmied, die positive Kraft sollte aus einem selbst kommen..und daran kann man arbeiten. Ich wünsche euch allen einen schönen Tag&Abend!~

    Antworten
  31. Jira says:

    Hey alle miteinander!
    Als ich den Artikel gelesen habe war ich wirklich fassunglos! Es stimmt einfach alles. Aber jetzt habe ich endlich auch die richtigen Worte um mein Wesen zu beschreiben.
    Denn viele wollen Introvertierte einfach nicht verstehen. Na gut, ich bin keine 40, nichtmal 20, aber ich fühle mich trotzdem regelmäßig missverstanden -.-
    Meine Eltern wundern sich häufig, dass ich mich auf Geburtstagsfeiern und dergleichen irgendwohin verkrieche und lese oder Musik höre – gar nicht erst mitkommen will. Und natürlich ärgert sie das auch, aber ich kann doch nichts dafür, oder? So viele Leute auf einen langen Zeitraum verteilt, alle labern, alle sind laut, ich kenn die Hälfte nicht mal ansatzweise … Und werde dennoch mitgeschliffen.
    Noch schlimmer meine kleine Schwester, ich will sie ja wirklich nicht verletzen. Aber sie hat ständig das Bedürfnis, mit mir irgendwas machen zu müssen, kann schon mal ziemlich nerfig sein und schaut alle 5 Minuten zum Hallo sagen vorbei, wenn ich gerade etwas Zeit für mich in Anspruch will.
    Und ärgert sich natürlich, wenn ich „gemein“ reagiere, sie rausschicke, scheinbar kalt und arrogant bin. Und innerlich schreie ich nur: Bitte, nur eine Stunde Ruhe! Ich halts nicht mehr aus … Lass mich doch nur mal ein bisschen alleine!
    Ich habe irgendwo den Tipp gesehen: Drucks doch aus, zeigs den Betroffenen. Das war auch mein erster Gedanke gewesen: Vielleicht können sie’s dann ja verstehen.
    Aber ich zweifle … Ich hab schon desöfteren versucht meiner Schwester zu erklären, dass ich Zeit für mich möchte. Das Ergebnis ist umwerfend (im ironischen Sinne). Wann immer wir im selben Raum sind und ich ein bisschen nachdenke, sie aber reden will oder so passiert nämlich das folgende: Sie spricht mich an, ich weise sie so nett es geht ab. (Sie ist anderhalbjahre jünger als ich, nicht zu vergessen.) Also fängt sie an mich zu nerfen, weil ihr langweilig ist. (Ich schaue immernoch vor mich hin und denke) Und dann kommt es, es regt mich extrem auf. Mit diesem Tonfall fängt sie an mich zu kommentieren: Du hast gerade gemerkt, dass ich dich anschaue! – Aber du ignorierst mich! (…) Oh, jetzt bist du gerade total generft. (Cool bleiben …) Und denkst dir bestimmt, ich soll dich doch in Ruhe lassen.(Bitte, bitte ja!) Ich nerfe dich bestimmt total. (Ach nee.) Und jetzt denkst du dir: Hör auf zu labern! (Ich werd langsam agressiv oO)
    Am schönsten sind immernoch die Erklärungen die sie für mein Verhalten findet …
    Ich kann es gar nicht wiedergeben, weil es für mich 100% unverständlich ist, warum man Leute die in Ruhe gelassen werden wollen nicht einfach mal in Ruhe lassen kann. Aber ungefähr solche Kommentare darf ich mir dann DURCHGEHEND und in jeder Lebenslage anhören, wenn ich mal alleins ein möchte. Sie versucht ständig mich zu analysieren. Und hat dabei keine Ahnung. Aber würde es wirklich helfen, ihr das hier zu zeigen???
    Und außerdem, ich weiß nicht wie das in der „normalen Definition“ von Introvertiert aussieht, aber ich hasse es meine Gefühle und Gedanken mit Leuten zu teilen, wenn sie sie sowieso nicht verstehen werden. Außerdem fühle ich mich dann angreifbar! Ich meine, sie könnte mich einfach weiter mit ihren stumpfen Kommentaren aufziehen und ich gebe ihr in Form dieses Artikels Futter dafür …
    Nein, eigentlich teile ich meine Gedankenwelt mit niemandem. (Mit ausnahme von einer Person, mit ihr kann man sich sehr gut unterhalten und ich bin froh, dass ich für manche Sorgen jemanden habe. Besonders, da sie auf einigen Gebieten mehr Kentnisse hat ;D) Außerdem … bin ich es einfach gewohnt nits zu teilen. Und alles was mich kümmert, was mein Leben bewegt für mich ganz allein und nur für mich allein auszumachen. Dass ich sensibel bin würde ich nicht sagen, aber dennoch fürchte ich es gewissermaßen meine Gedanken anderen darzulegen, wenn sie es ja doch nicht verstehen würden, hab schon Erfahrung damit …

    Jedenfalls danke, für diesen genialen Artikel. Das hat mir wirklich sehr geholfen, mich selbst ein bisschen besser zu verstehen und einzuschätzen!

    In dem Sinne liebe Grüße an euch alle! Hoffe ich hab euch nicht zu sehr gelangweilt :P
    Jira

    Antworten
  32. Anna says:

    Als ich den Artikel und die Kommentare durchgelesen habe, fühlte ich mich zum ersten male verstanden und es ist mir bewusst geworden, dass ich doch kein ‚Alien‘ bin.

    Die Probleme aller Kommentatoren kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe mit Missverständnissen aufgrund meiner Introvertiertheit zu kämpfen .

    Immer heisst es ich sei ‚arrogant‘, ’schüchtern‘, ‚gelangweilt‘, ‚abwesend‘, ‚unhöfflich‘. Dabei kann ich in einem leeren Raum sitzen und den grössten Spass mit mir selbst haben. Genauso wie ich ganz bestimmt nicht selbstverliebt noch schüchtern bin.

    Was die Probleme mit den Frauen anbelangt, ich bin selbst introvertiert und so ist auch meint Freund. Mit einem Extrovertierten Partner würde es einfach nicht funktionieren. Mein Rat daher, sucht euch eine nette Introvertierte.

    Die meissten Probleme hatte ich in der Schule.
    Immer wurde mir abverlangt mich bei banalem Gerede und banalen Fragen zu melden und mitzureden. Es ist tatsächlich so, dass ich mich nur bei schwierigen Sachen gemeldet habe und auch dann nur wenn keiner ausser mir bescheid wusste.

    Mit den Lästereien und den endlosen Beschwerden über Mitschüler und Lehrer konnte ich nichts anfangen und war dementsprechend immer sehr still. Wenn ich nichts zu sagen habe, sage ich einfach nichts. Das Reden nur des Redens wegen, ist das schlimmste.

    Keiner konnte verstehen, dass ich auch ohne Gelaber glücklich bin, dass ich auch alleine Glücklich bin, dass ich nur einige wenige Freunde brauche, dass ich auch ohne zu labern tatsächlich zuhöre und nachdenke, dass ich mich bei grossen Menschenansammlungen/Partys/Disco unwohl fühle, dass ich nicht gern über meine Gefühle rede und dass es mir auch nicht gut tut über Gefühle mit Fremden zu reden.

    Jetz hab ich mir etwas Luft gemacht, tut gut darüber zu reden/schreiben.

    Freundliche Grüsse
    Anna

    Antworten
  33. Amelie says:

    Danke für diesen Artikel! Endlich fühle ich mich nicht mehr abnormal. Ernsthaft jetzt. Ich war schon als Kind eher ernst und ruhig und jetzt als junge Erwachsene hab ich mich schon lange gefragt was das ist, dass ich die Gesellschaft anderer Leute oft als anstrengend empfinde. Es ist so ähnlich wie du es beschrieben hast, wenn ich einen Tag mit jemandem verbringe, brauche ich am andern Tag meine Ruhe.
    Ich hatte schon überlegt, ob ich eine schwache Form von Authismus habe, weil ich ein sehr nachdenklicher Mensch bin, der sich um alles um sich herum ausgeprägte Gedanken macht.
    Ich unternehme gern was mit Freunden, lerne gern neue Leute kennen, bin anpassungsfähig und vor allen Dingen abenteuerlustig – aber eben dann, wenn ich will, udn nicht wenn mich jemand versucht zu Aktivitäten zu überreden. Sowas macht mich dann echt sauer, weil ich einfach keine Lust habe dann näher zu erklären warum ich nicht will und empfinde das auch als respektlos und als Eindringen in meine Privatsphäre. Dein Artikel unterstützt mich darin, mich selbst besser zu verstehen und vor allen Dingen (!) zu akzeptieren. Ich bin eben so wie ich bin. :-)

    Antworten
  34. David says:

    Cooler Artikel. Also mir geht es eig auch so wie amelie, dass ich durchaus gesellschaftsfähig bin, also mit freundenInnen gerne mal was unternehme, allerdings nur wenn ich will. dies ist für mich aber oft schwierig, da ich oft meine, zu einer party, ins freibad, … mitgehen und für diese möglichkeit auch noch dankbar sein zu müssen. Dies rührt meiner meinung nach implizit durch extrovertierte verhaltensweisen, also dass Extrovertiertheit und das Sichingesellschaftbefinden als Ideal angesehen wird.
    Ein weiteres Problem von mir ist, dass zu meiner Introvertiertheit, mit der ich eben manchmal nicht gut umgehen kann, noch eine übermäßige schüchternheit hinzutritt. diese wird aber aufgrund meiner introvertiertheit und mein ruheninmirselbst von anderen nicht wahrgenommen. dies führt vor allem dazu dass mir manche frauen nachrennen, trotz meiner homosexualität, womit ich eben auch nicht bei jedem gleich mit der tür ins haus falle … eine weitere nebenerscheinung ist auch, dass ich permanent als einige jahre älter oder als besonders intelligent eingeschätzt werde …
    das problem bei mir ist eig, dass durch die introvertiertheit, also ein relativ von mir selbst gesteuertes verhalten das ja durchaus noch extrovertierte züge besitzt, die schüchternheit gestärkt wird und oft eben extrovertierte verhaltenszüge unterdrückt werden (also bsp. fragenstellen im unterricht für den persönlichen lerneffekt, diskussionsbeitrag im seminar, … ). Und genau diese mischung ist es die mir so zu schaffen macht. Es ist eher weniger meine introvertiertheit.

    Antworten
  35. irene says:

    Hallo David,

    wer hindert dich, so zu sein, wie du nun einmal bist? Kann dir nur empfehlen, aufzuhören, auf andere und deren Bedürfnisse, Meinungen und Urteile zu ACHTEN, sondern nur auf dich selbst!!! Niemand ist auf der Welt, um die ERWARTUNGEN der anderen Menschen zu erfüllen! Du hast sogar die „Pflicht“, zu schauen, dass es dir gut geht. Denn erst dann kann es auch den Menschen in deiner Umgebung gut gehen. Also schau auf dich und lebe dein Potenzial! Gutes Gelingen und liebe Grüße, Irene aus Wien

    Antworten
  36. Sophie says:

    Als ich diesen Text gelesen habe ging es mir automatisch besser.Ich moechte gerne wissen, ob ein paar von euch in der Schule gemobbt wurdet, oder immer ein bisschen alleine wart Ich bin jetzt bald 17 Jahre alt und wurde gemobbt, weil ich anscheinend ziemlich arrogant war und nichts mit meinen Mitschuelern zu tun haben wollte. Ich dachte immer etwas stimmt nicht mit mir und ich waere depressiv.
    Ich moechte oft gerne eine Bestaedigung von jemandem haben, dass es in Ordung ist wenn ich alleine sein will.

    Antworten
  37. Sophie says:

    Ich moechte gerne wissen, ob ein paar von euch in der Schule gemobbt wurdet, weil ihr arrogant waert und nichts mit anderen zu tun haben wolltet? Ich musste das letztes Jahr durchmachen und bis jetzt muss ich die Erlebnisse mit mir selbst verarbeiten. Ist es in Ordnung, wenn man lieber etwas liest oder Musik hoert, anstatt sich in der Gruppe “ selbst darzustellen“? Ich waere froh wenn ich ein paar Meinungen erfahre…

    Antworten
  38. Amelie says:

    Liebe Sophie.
    Es ist absolut in Ordnung, alleine sein zu wollen. Vor nicht langer Zeit, habe ich einer Bekannten davon erzählt, dass ich gerne alleine wohne, Zeit mit mir selbst verbringe, und das einfach brauche. Ich dachte, jetzt muss ich mich gleich wieder rechtfertigen. Aber stattdessen sagte sie, „Aber das ist doch in Ordnung!“ so simpel das vllt. klingen mag, das war das 1. Mal, dass ich nicht auf Unverständnis gestossen bin. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Zwar denke ich dass, gerade wenn mans ehr jung ist, aufpassen muss, dass man nicht völlig vereinsamt und Menschenscheu wird. Aber wenn man mich fragt, sind die Menschen, die sich ab udn zu selbst genügen, innerlich viel stabiler als Menschen, die Andere brauchen, um sich vor ihnen darzustellen und ständig Bestätigung von ihnen brauchen. In diesem Sinne: Akzeptier dich selbst, versuch ein wenig über das Unwissen deiner Mitschüler hinwegzusehen, auch wenn es nicht einfach ist. Sollen sie doch denken, was sie wollen. Nur weil man nicht mit allen alles zusammen macht, bedeutet das nicht, dass man sie nicht mag. Versuch ihnen das zu zeigen, sei trotzdem freundlich ihnen ggü., verstehst du? So ziehst du zwar eine deutliche Linie, aber stehst ihnen trotzdem wohlgesonnen ggü. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine!

    Antworten
  39. ISK says:

    Guten Morgen, Ihr Lieben!
    Ich habe diesen Artikel gelesen und sehr interessant gefunden, vor allem, weil mein Freund introvertiert ist und wir seit einiger Zeit versuchen einen gemeinsamen Nenner für unsere Kommunikation zu finden. Man muß sagen, dass weder ich noch er den anderen zu ändern versucht, wir wollen einfach eine Beziehung aufbauen, bei der wir uns beide sehr aneinander verbunden fühlen. Und genau da ist das Problem: ich weiß, dass er mich liebt und ich ihn sehr wichtig bin, allerdings vermittelt er öfters eher ein Gefühl der Gleichgültigkeit und damit kommt man nicht so gut zurecht (das gilt nicht nur für mich sondern auch z.B. für seine Schwester). Zusätzlich kommt öfters das Gefühl, dass ich nicht ganz zu ihm durchgedrungen bin und dass er vieles mit sich selbst regelt, ohne den anderen daran zu beteiligen. Und das ist, finde ich, wichtig für eine Beziehung. Wie soll ich mit ihm nun umgehen????
    Kurz zu bisherigem „Umgang“: ich versuche so wenig wie möglich nachzubohren und fragen, warte auch viel, dass er von sich aufs „Sprechen“ kommt und dann konzentriere ich mich aufs zuhören…und trotzdem habe ich das Gefühl, dass noch sehr sehr viel unter der Oberfläche versteckt ist und langesam (nach fast 4 Jahren) glaube ich nicht, dass es mit meiner „Methode“ klappt. Nochmals den Hinweis: ich möchte IHN nicht verändern, ich liebe ihn so wie er ist. Ich will unsere Beziehung, so wie ich sie empfinde, festigen…

    Antworten
  40. Tom says:

    Ehrlich gesagt kann man nicht alle Probleme darauf schieben ob jemand introvertiert ist oder nicht. Nach so einer Zeit sollte die Kommunikation stimmen, tut sie es nicht, sehe ich da leider keinen Weg als mit ihm klar zu reden wie er sich das vorstellt.

    Antworten
  41. ISK says:

    Naja, es ist nicht so, dass die Kommunikation gar nicht stimmt. Wir haben in den letzten Jahren auch viel voneinander gelernt und uns zusammen entwickelt- angefangen davon was der andere nach einem anstrengenden Arbeitstag braucht bis zur Streitkultur…
    Diese Entwicklung hat einfach vor paar Monaten aufgehört und nun merke ich, dass es weitere Sachen gibt, woran wir arbeiten müssen. Wir hatten bis jetzt 2 Gespräche zu dem Thema und er sagt er möchte das ändern und sich bemühen, was er auch tut…Ich muß aber auch meinen Teil des Weges gehen und weiß eben nicht genau wie…

    Antworten
  42. Tom says:

    Liebe ist nicht kompliziert, Menschen sind es. Wenn ihr erst ein Jahr zusammen währt, vielleicht auch bei zweien, ja. Gespräche können helfen und klartext zu reden was man genau erwartet ist wichtig. Aber ob er nun introvertiert ist oder nicht, ist dies alleine kein Grund weshalb es nicht gehen sollte. Beide Partner sollten in einer Beziehung die selbe Interesse haben an ihr auch zu arbeiten. Wenn es nach so einer Zeit immernoch nichts bringt, wäre ich bereits weg. Am Ende ist dies aber deine Sache in die ich mich nicht meinungsbildend einmischen will. Wenn ihr redet, dann aber klar und ehrlich. Alles andere bringt da nicht wirklich etwas. Wenn du glaubst dass er nicht aus sich herauskommt weil er introvertiert ist, kann das bei ihm schon so sein, aber nach dieser Zeit?
    Sicher gehören dazu immer zwei, aber wenn du dich so bemühst sollte es auch von seiner Seite ebenso kommen.

    Antworten
  43. Lukas says:

    Guten Abend :)

    Seit dem ich diesen, und auch einige andere Texte gelesen habe ist mir ebenfalls eindeutig klar geworden, dass ich introvertiert bin. Ich genieße es einfach auch mal alleine zu Hause zu bleiben, einfach mal ein wenig surfen, ausruhen, Piano Musik hören oder selbst am Keyboard spielen.
    Gerade heute haben mich zwei Kumpels wieder zugetextet, dass ich doch mit ins Kino kommen kann, da ich aber‘ nen 8-Studnen PraktikumsTag + Musikschule hinter mir hattte, hatte ich wirklich keine Lust dazu. Ich habs einmal versucht einem von dem beiden das zu erklären… Das ich gerne für mich allein bin. Doch ich habe auch das Gefühl, dass er es überhaupt nicht versteht. Das kann manchmal wahrlich kompliziert sein…

    Antworten
  44. bea says:

    Also ich lebe mit einem Intovertiertem Mann seit 15 Jahren ca zusammen.Ja es ist nicht ganz einfach da ich extrovertiert bin,er ist nicht derjenige der den ersten schritt gemacht hat oder mir lange liebesbriefe geschrieben hat alles ist ihm von mir zu füßen gelegt worden weil ich immer dachte er ist zu schüchternwas auch seinen reiz hat da ich die Aufreißer unter den Männern total ablehnte.Aber ich möchte Ihn nicht ändern aber es versteht sich ihrgendwann von selbst das mann tätig werden muss und nicht immer nur nehmen und genießen sondern auch teilen und die Gefühle und Aspekte der extrovertierten verstehen das geht aber nur wenn mann sich gegenseitig versucht in die lage des anderen zu begeben .Ich habe das oft versucht aber ihrgendwie habe ich das gefühl die können auch ohne uns Menschen die könnten ein leben lang alleine bleiben .Warum frage ich mich dann wollen die Heiraten warum Familie warum freunde wenn sie doch so gerne mit sich selber beschäftigt sein möchten.Die introvertierten da draußen nichts persönliches aber partnerschaft besteht aus 2 menschen familie ensteht durch 2 menschen freunde entstehen auch zu 2,3,4 menschen ist doch klar das man sich ihrgendwann blöd oder nicht verstanden geliebt e.t.c vorkommt versetzt ihr euch mal in die lage der extros .Ihr braucht ruhe ok nach stress das brauchen wir auch vielleicht nicht so lang wie ihr oder wie ist es mit gemeinsamen aktivitäten für familie oder freunde also ich hab nur gesehen das sobald dem intovertierten Mannne etwas gefällt setzt er alles in bewegung um das durchzusetzten aber was er selber nicht mag ist unwichtig .das ist doch ersichtlich das dann Frau wie Mann“Extrovertiert“denkt der ist egoist der nimt mich nicht wahr der redet nicht gern weil er nicht mag aber wenn er mal reden will dann soll man zuhören und trostund alles was dazugehört spenden.Tja aber fast alles beruht auf gegenseitigkeit.Ich habe dafür nur eine Erklärung Angst vor sich und seinen Gefühlen zu haben .Lieber mauern und so wenig wie möglich Angriffsfläche bieten damit man nicht verletzt wird könnte ja eines tages passieren und was ist dann .Dann ist gar nichts man muss es halt ihrgendweit auch zulassen egal in welcher hinsicht nur das stärkt körper und geist .Es ist nichts persönliches an introvertierte Es ist nur die sichtweise einer Extrovertierten frau die das sehr gut kennt.Alles gute wünsche ich allenhier.Bea

    Antworten
  45. Tom says:

    Bea, um ehrlich zu sein sehe ich keinen Grund für sein Verhalten darin dass er introvertiert sein soll. Ich bin selber introvertierter, wenn man das so sagen kann. Es gibt kein klares extro- oder intro. Beides ist aber auch kein Grund sich vor dem Partner so abzuschotten und kein Bestreben zu zeigen dem anderen die Zuneigung zu vermitteln. Das ist einfach nicht richtig, und man kann beides nicht davorschieben um es zu rechtfertigen. Es scheint dich jedenfalls zu stören, und wenn das so ist, solltest du das auch mal ansprechen.

    Antworten
  46. irene says:

    Hallo Bea, hallo Tom, ja, leider wird „Schüchternheit“ noch immer mit „Introvertiertheit“ verwechselt. Gebe Tom Recht, man muss Verhaltensweisen, in einem am Partner stören zumindest ansprechen, denn nur so hat der andere die Chance, darauf zu reagieren und auch zu verändern. Selbstverständlich können Intros mit Extros zusammenleben. Denn auch hier wird leider noch nicht verstanden, worin der „Unterschied“ besteht. Als Persönlichkeitscoach weiß ich, dass sich Intros lieber mit ihrer Gedankenwelt beschäftigen und ihre Energie von innen holen. Im Gegensatz dazu beschäftigen sich Extros lieber mit der Außenwelt und tanken sich wieder auf durch den Austausch mit Menschen. Intros sind „tiefgründiger“ und Extros „oberflächlicher“. That´s it! Auch Intros sind fähig, Gefühle zu zeigen. Viele hervorragende Schauspieler und Prominente sind Intros.

    Antworten
  47. Davidbee says:

    In meiner Zeit als Introvertierter habe ich die Welt um mich herum beobachtet. Das Schauspiel des Lebens an dessen Treiben ich nie teilhaben durfte. Denn der Schlüssel des Lebens scheint „Spaß“ zu sein. Spaß eröffnet Tür und Tor zur Frauenwelt. Gerade die jungen Dinger wollen nichts als feiern, Party, wild abgehen unter möglichst vielen Leuten. Ihr Beuteschema sind nunmal keine harmoniebedürftigen Denker, die Klamauk in jeder Beziehung meiden.

    Im Berufsleben muss man sich verkaufen, Kontakte suchen, Beziehungen pflegen, humorvoll und selbstsicher auftreten. Sonst ist man auch dort der Outsider.

    Freunde? Nur Arbeitskollegen, die mich von Zeit zu Zeit versuchen auf irgendwelche Diskoabende mitzuschleifen. Und immer wenn ich das mitgemacht habe, fühlte ich mich dort mega unwohl je voller der Laden wurde und kam mir dort sehr deplatziert vor. Ich kann mich dort einfach nicht locker machen, kann mit diesem ganzen Lifestyle nicht viel anfangen und bin sofort Reizüberflutet inmitten vieler Menschen und lauter DJ Mucke.

    Smalltalk geht mir äußerst schwer von der Hand da ich nicht sehr gut darin bin, bedeutungslose Floskeln auszutauschen. Da halt ich lieber die Klappe, was aber zurfolge hat, dass andere Menschen mit mir nicht viel anzufangen wissen.

    Der mächtigste Schlag in die Fresse war, dass eine wesentlich jüngere Kollegin (22) mir eigentlich sehr zugetan war und unbedingt wollte, dass ich eines Samstags mal mit feiern gehe. Wir waren eine 3er Gruppe. Sie, nen weiterer Kollege und ich. Es kam wie es kommen musste. Ich saß recht steif mit in der Runde einer Vip Lounge dieser Disko. Na eigentlich war es nur ein durch Seile abgegrenzter Bereich inmitten des ganzen Trubels. Jedenfalls fühlte ich mich auch dort wieder fehl am Platz. Wenn andere getanzt haben, hab ich zwar mitgemacht aber war mit meinem Kopf sichtlich woanders. Auch geredet hab ich nicht viel. Irgendwann dann ist meine Kollegin aufgestanden und hat sich alleine an die Bar gesetzt, die sich am anderen Ende des Ladens befand. In dem Moment kam es mir so vor, als hätte sie entgültig aufgegeben, dass mit mir noch irgendetwas los ist. Das hatte mir an dem Abend dann den Rest gegeben und ich wollte nur noch weg da. Also kurz bescheid gesagt, vor die Tür, Taxi und ab nach Hause. Man, kam ich mir SCHEIßE vor!

    Instinktiv weis ich natürlich dass es falsch ist wie ich drauf bin. Warum ich das weis? Weil ich nicht auf ewig alleine bleiben möchte und rege soziale Aktivität der einzige Weg zu sein scheint nicht zuletzt Beziehungen zum anderen Geschlecht anzubahnen. Wenn ich lernen würde, Spaß am „rausgehen“ und dem sozialen Leben zu finden, würde mir vermutlich auch die Konversation mit anderen leichter fallen, Kontaktschwierigkeiten würden sich nach und nach auflösen und ich wäre zum ersten mal in meinem Leben Teil der Welt.

    Aber wie bekommt man das hin? Hat jemand von euch diesen Weg schon beschritten und hat eventuell wertvollen Rat?

    Antworten
  48. hallo davidbee, sie scheinen sich selbst und ihre persönlichkeit noch nicht akzeptiert zu haben und sich selbst noch nicht so wertschätzen, wie sie es verdient haben! sie wissen doch, dass sie eher ein introvertierter und hochsensibler persönlichkeitstyp, sonst wären sie nicht in diesem forum. also sollten sie auch die konsequenzen daraus akzeptieren und vor allem ernst nehmen. es gibt auch andere wege als die disco, um menschen kennen zu lernen. vor allem werden sie in der disco keine „gleichgesinnten“ kennen lernen. solange gegen sie sich selbst kämpfen und dinge tun, die ihnen keinen spaß machen, sondern sie eher nur kraft und energie kosten, solange wird sich nichts verändern. auch ihren glaubenssatz, dass man heutzutage frauen nun in discos kennen lernen kann, sollten sie auf richtigkeit überprüfen und verändern. selbsterkenntnis ist der erste schritt zur veränderung. der nächste ist die selbstakzeptanz und der nächste schritt ist daraus zu lernen und seinen eigenen weg finden. alles gute und liebe grüße aus wien, irene galler

    Antworten
  49. Davidbee says:

    @Irene Galler

    Ich denke schon, dass ich mir klar darüber bin, WAS ich bin. Die meißte Zeit komme ich auch gut damit klar. Ich liebe es, Texte zu schreiben, kreativ zu sein, meine innere Ruhe in mir selbst zu finden wenn ich alleine bin, in anspruchsvoller Musik bzw. Kunst voll aufzugehen. Dieses ganze Introvertierten Ding. Auch die Tatsache, dass ich nicht viele Freunde habe, stört mich nicht weiter. Aber die Sache hat einen Haken.

    Ich bin ein Kerl und habe auch weitestgehend dem angemessene Bedürfnisse. Es tut weh die ganzen verpassten Chancen beim anderen Geschlecht aufzuzählen. Frauen, die ich aus meinem näheren Umfeld lange kannte und in die ich wirklich derbe verliebt war. Und keine von denen wollte mit mir auf Beziehungsebene irgendetwas zu schaffen haben (die allseits bekannte „gute Freunde bleiben“ Klausel). Anzumerken ist dabei, daß ich großgewachsen und nicht unbedingt hässlich bin. Jede von ihnen kannte ich sehr gut und sie wussten demnach auch immer, wie ich gestrickt war und dass ich immer schon war, wie ich halt war. Zurückgezogen und ruhig.

    Diese Hilflosigkeit, diese Machtlosigkeit zu wissen, dass ich vom Standpunkt der extrovertierten Gesellschaft aus niemals vollwertig sein und immer außenstehend sein werde, was mich gerade in solchen Belangen sofort disqualifiziert. Und zwar jedes mal. Die Leute sind oberflächlich. Bist du nicht so wie alle sind, gilt das als Abnormität. Und von niemandem wird das so konsequent durch Abwertung gestraft wie von der Spezies deren fester Glaubenssatz es ist, ein richtiger Kerl muss männlich dominant auftreten, sozial aktiv und jederzeit orginell unterhaltsam sein.

    Ich bin durch mein Verhalten also nicht in der Lage zum anderen Geschlecht intime Beziehungen aufzubauen. Und das ist sowohl das einzige als zugleich auch das vernichtendste Problem das sich mir stellt. Und darauf basierten auch meine hilflosen versuche mich zu ändern, mich anzupassen und der Arbeit an meiner Persönlichkeit. Die andauernden Versuche des Selbstbetruges widern mich selbst an, keine Frage aber in meinem Leben muss doch mal irgendetwas passieren. Ewig geht das doch so nicht weiter. . .

    Antworten
  50. Hallo noch mal Davidbee, lesen Sie bitte Ihre Zeilen mal aus objektiver und neutraler Sicht durch. Immer wieder „verwenden“ Sie Ihre Introvertiertheit als Argument für verpasste Chancen und als Problem, warum Frauen mit Ihnen keine Beziehung eingehen wollen. Solange Sie den Glaubenssatz haben, dass Sie als Intro nicht vollwertig oder abnorm sind, solange wird sich auch nichts ändern. Denn unsere Gedanken werden zu unserer Realität und Sie strahlen Ihre Gedanken auch aus. Sie werden ewig und erfolglos darauf warten, dass sich die Frauen ändern. Sie selbst müssen Ihre Sichtweise verändern. Sie kennen vielleicht den Spruch „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen diese Einsicht. Wenn Sie dies alleine nicht schaffen, so suchen Sie sich einen Coach, der Ihnen dabei helfen kann. Alles Liebe aus Wien! Irene Galler

    Antworten
  51. Mina says:

    Hallo Leute,
    schön das ihr genau wisst wie ihr euch fühlt und was euch belastet, aber glaubt mir euer gegenüber versteht es ganz falsch.Ich habe 3 Jahre damit verbracht heraus zufinden warum ein Bekannter so ist wie er ist (desinteressiert, abweisend, abwarten, gleichgüldigt )als ob man ein 2. Leben hat. Worte und Taten hatten wenig gemeinsam. Fühlte mich als eher Extrovertierter ebenfalls von ihm nicht verstanden. Meinte es nur gut, hatte nur liebe Gedanken und bekam immer wieder ein Tritt (eins vor- zwei zurück) glaubt mir das Leben mit euch ist für uns auch nicht einfach- Nun denke ich eine Antwort auf alle meine Fragen hier gefunden zu haben, leider ist er nicht der Meinung und redet von Verkennen SEINER-
    Könnt ihr mir weiterhelfen ?

    Antworten
  52. hallo mina,

    man kann nicht alle Persönlichkeitseigenschaften, alle Verhaltensweisen und alle Denk- und Glaubensmuster eines Menschen auf eine Introversion „abschieben“. Selbstverständlich prägen uns auch eigene Erfahrungen und alle Erziehungsmassnahmen unserer Ursprungsfamilie auf unsere Persönlichkeit. Selbstverständlich sollte auch ein Intro verstehen, wie ein Extro „funktioniert“, denn gegenseitiges Verständnis ist sicherlich hilfreich. Wenn dein Bekannter von „Verkennen seiner“ spricht, dann könnte er dir ja auch mitteilen, wie er meint, zu sein! Denn nur er selbst kann dir diese Infos geben und keine Persönlichkeitstheorie! Wie meint er denn, zu sein? Warum verhält er sich so, wie er sich verhält? Wobei genau brauchst du noch Hilfe?

    Antworten
  53. Mina says:

    Hallo irene,
    genau da fängt das Problem an.
    Wie schwer ist es, über sich selbst zu reden ?
    Wie schwer ist es, spontan zu sein ?
    Wie schwer ist es, Termin zu ändern ?
    Und ich rede hier nicht über die Arbeitsstelle- sondern über private Dinge- die Zeit die man gern mit sich verbringt ( ich verbring meine freie Zeit gern mit Freunden)
    Wie wichtig sind Freunde ?
    Wie wichtig ist Gemeinsamkeit ?
    Wann beginnt die Überforderung ?

    Antworten
  54. hallo mina,

    auch intros können über sich selbst reden, spontan und flexibel sein, denn das hat nichts mit introversion zu tun. intros beziehen ihre energie aus ihren gedanken und ideen. sie sind mehr mit ihrer innenwelt als mit der Außenwelt vertraut. sie brauchen daher viel rückzugsmöglichkeiten. das heisst aber nicht, dass sie keine freunde brauchen oder haben wollen oder unflexibel sind oder überfordert sind.

    das ist vielleicht auch eine frage der persönlichen entwicklung. auch intros können lernen, über sich selbst zu reden und spontan zu sein – vorausgesetzt sie WOLLEN es aus eigener motivation. niemand ist auf der welt, um die erwartungen anderer menschen zu erfüllen. all die von dir gestellten fragen kann dir keine theorie, sondern nur dein bekannter selbst beantworten, weil jeder mensch einzigartig ist.

    Antworten
  55. Marco says:

    Hallo ihr Lieben,
    introvertiert sein gibt es sicherlich in verschiedenen Ausprägungen, diese gibt es auch bei Extrovertierten Menschen und je nach Persönlichkeit sieht diese nunmal anders aus.

    Eine perfekte Mischung zu finden ist ziemlich schwierig und eine absolute Herausforderung, wenn es nicht sogar eine Lebensaufgabe ist.

    Nur eins ist sicher klar, dazu braucht man keine Studie, das Extreme beider Typen ist tödlich und kann auf Dauer nicht gehen, d.h.

    Leute die ständig im Mittelpunkt stehen müssen und sich ständig überall präsentieren müssen, wie z.B. in sozialen Netzwerk ständig Präsenz zu sein und dort zu jedem Thema ihren Senf dazu geben müssen und über andere Menschen lästern und herabstufen, damit sie bloß gut dastehen können mit Introvertierten Menschen nicht gemeinsam Leben.

    Explosionsgefahr…

    Der eigentliche „normale“ Introvertierte Mensch sieht folgendermaßen aus, er muss all das nicht haben, er ist glücklich wenn für ein paar Stunden einfach die Stille genießt und dadurch Kraft für Neues schöpft, d.h. nicht dass er Neuen ausweicht sondern halt nicht in den Ausmaß ausleben muss.

    Introvertierte Menschen erwecken den Eindruck Gleichgültig sogar Arrogant also unerreichbar zu sein, dabei schätzen sie die Zurückhaltung und meiden einfach nur die Arroganz meinen zu müssen mann ist nur wichtig oder wird wahrgenommen wenn man LAUT und ständig PRÄSENT ist.

    Aber leider ist unsere Geselschaft der Meinung, das Menschen die viel sagen und ständig laut sind, aktiver im Job und im Privatleben sind und sogar attraktiver wirken…

    Naja ich für mein Teil, muss mir eingestehen, dass ich manchmal zu der extremen Sorte der Introvertierten gehöre, ich kann sehr gut zuhören und helfe gerne anderen Menschen, aber am liebesten würde ich persönlich was mich betrifft, alles alleine schaffen und meide Hilfe von anderen!

    Freunde, hatte ich im Leben, doch dieses Kapitel ist eine reien Entäuschung, wahre Freundschaft gibt es kaum, meistens basiert es auf Oberflächigkeiten sowie die meisten Beziehungen unter Menschen.

    Um zum Schluss zu kommen ;-)
    Akzeptiert einander oder meidet einander einfach, dafür ist das Leben viel zu kurz um sich mit etwas auseinander zu setzen, was einem schadet.

    Lieben Gruß
    Marco

    Antworten
  56. Julia says:

    Vielen, vielen Dank für diesen Text. Ich bin selbst ziemlich introvertiert und habe mich zu 100% im obigen Text wiedergefunden – wenn es die Situation erfordert, kann ich durchaus Smalltalk machen, einen Vortrag halten, sogar eine Party durchstehen. Aber ich fühle mich dabei stets wie ein Schauspieler und innerlich oft sehr unwohl; vor allem wenn es zu laut und zu voll wird, will ich Augen + Ohren schließen und an meinen ruhigen Rückzugsort verschwinden können. Bin ich mit engen Freunden oder auch nur mir vertrauten Leuten zusammen, ist die Situation gleich viel besser.

    Und, zu den ‚Vorteilen‘ des Introvertiertseins: Ich habe schon unzählige Male von meinen Freunden zu hören bekommen, dass ich ein wunderbarer Zuhörer bin, jemand auf den man sich stets verlassen kann, jemand mit dem man mal entspannen kann, jemand mit dem nicht die ganze Zeit pausenlos gequatscht werden muss, etc.

    Alles in allem bin ich irgendwie fast stolz darauf, introvertiert zu sein :-) Laute Menschen gibt es schon genug.

    (Wenn sich ein anderer Introvertierte zum Gedankenaustausch bei mir melden mag, schreibt mir gerne unter post-fuer-sunnyday[at]web[punkt]de!)

    Antworten
  57. Bärbel says:

    Also, ich habe vor kurzem einen introvertierten Mann kennen gelernt. Wie geh ich nun richtig mit ihm um ? Würde schon gerne sein Herz gewinnen, ihn glücklich machen, ihm zeigen das er ein toller Mann ist.
    Ich selbst bin weder ex,- noch introvertiert.Ich bin keine Draufgängerin, aber auch nicht schüchtern.
    Aber wenn ich das hier so lese, habe ich wirklich Angst Fehler zu machen.Kann mir jemand helfen ??

    Antworten
  58. Davidbee says:

    @Bärbel: Ich würde bei Unternehmungen jegliches Party High Life in Clubs mit hunderten Menschen und monotoner DJ Mucke meiden. Eher in kleinen Kreisen oder gar nur zu zweit unterwegs sein. Essen gehen, Kino, heimischer Filmabend, Spazieren, Schwimmen, Eislaufen, Bowlen ist alles drin. Allerdings gravierende Fehler kannst du eh nicht machen. Das schlimmste was passieren kann ist, dass er sich recht früh an dem Abend verabschiedet xD Und zuguterletzt geht nichts über „drüber reden“ worauf man Lust hat. In eigener Sache möcht ich anmerken: „Schön, das es tatsächlich Frauen gibt, die sich auf Beziehungsebene mit uns abgeben wollen. Ist recht selten“. Viel erfolg bei deinem Introvertierten (-;

    Antworten
  59. Bärbel says:

    Danke Davidbee – und ich denke, es gibt sicherlich noch mehr Frauen denen das egal ist. Man muss eben sich drauf einlassen können und die erwartungen nicht ZU hochschrauben. ich denke, ein hundermaliges *Ich liebe dich* am Tag darf man eben nicht erwartet. Ich vermute, wenn ihr /er es mal über die Lippen bringt ist das schon viel und wird dann wahrscheinlich sehr lange nicht mehr gesagt.
    Aber, soooo weit bin ich noch nicht. Halte euch aber gerne auf dem Laufenden ;-)

    Antworten
  60. Milly says:

    Hallo zusammen! ^^ Ich bin auch Introvertiert und wollte euch zeigen wie man auf eine Party gehen kann, ohne genervt zu sein! Also, anstatt mich mit den Leuten zu unterhalten beobachte ich sie lediglich. Ich mag es zu tanzen und mache das dann einfach allein weil ich keine Lust habe jemanden zu fragen und wenn es mir zu laut wird gehe ich raus und schaue mir den schönen Nachthimmel an. Mich zwingt niemand mich Sozial auf der Party zu verhalten, ich schmeiße einfach meine eigene! :D Und ich finde es lustig Leute dabei zu zu sehen, wie sie betrunken irgendeinen Blödsinn machen. Zwar sitze ich dann alleine rum, aber ich amüsiere mich! c:

    Antworten
  61. Davidbee says:

    @Milly:
    Ja, die typischen Symptome einer Introversion. Wie bei mir.
    Wenn du nen Mädchen bist und ein recht hübsches noch dazu, hast du vielleicht noch relativ gute Karten, nicht komplett außen vor zu sein.

    Wenn dir Partys immer noch Spaß machen trotzdem dir wie fast allen Introvertierten die soziale „Ader“ fehlt, bist du wahrscheinlich noch sehr jung.

    Ich bin jetzt 37. und meine Entwicklung in der Extro Welt ist nicht wirklich gut verlaufen. Ablehnung, Spott, Gleichgültigkeit. Permanentes Ringen um Anerkennung, die niemals kam. Bereits als Kind fühlte ich mich irgendwie aussätzig. Weil ich eben anders war als die Masse. Ich hab mir über ganz andere Sachen nen Kopf gemacht, hatte andere Sichtweisen (meist unpopuläre) und während andere Kinder in der Klasse von ihren 0815 Urlauben mit den Eltern erzählt haben, habe ich erzählt, dass ich mich mit meinem damals besten Freund gerne in Tiefgaragen rumtrieb. In meiner kindlichen Fantasie, die bei Intro-Kindern ebenfalls viel ausgeprägter ist, war die Tiefgarage in unserer Straße für mich ein geheimnisvoller dunkler Ort, an dem man nicht ständig unter den Blicken der Erwachsenen stand, wo es ruhig war und man sich gut hinter irgend nen Betonpfeiler hocken und einfach mal ungestört quatschen konnte. Ich wurde in der Klasse dafür natürlich öffentlich ausgelacht^^. Auch in Rohbauten hab ich gerne gespielt. Hauptsache es war verlassen und ruhig. Aufgrund meiner sozialen Defizite fand ich zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben irgendeinen Anschluss. Auch eine Freundin hatte ich nie. Frauen haben mich wie der Rest der Welt immer nur belächelt.
    Als ich dann Erwachsen war, kämpfte ich noch eine Zeit lang selber mit mir (die letzten Aufbäumer). Wollte mich anpassen. Hab mich auf Partys schleifen lassen, die ich kaum 2 Stunden lang aushielt. Meistens weil ich irgendwelche Mädels in die ich gerade mal verschossen war damit beeindrucken wollte, dass der exzentrische Einzelgänger sich tatsächlich auch mal „draußen“ zeigte. Aber diese Aktionen haben keinem irgendwas gebracht. Als ich dann so 28 war, geschah ein Schlüsselereignis in meinem Leben und ich schloss über Nacht mit meinem Schicksal ab. Seitdem wollte ich das alles nicht mehr. Keinen Kampf mehr…. Kein Verstellen mehr. Ich zog mich vollständig in meinen Kopf zurück in dem ich endlich jemanden gefunden habe, der mich so will wie ich bin. Mich selbst. Ja und so ist es jetzt ;-)

    Aber wie gesagt, als Frau hat man es als Intro etwas leichter. Denn die Kerle haben den aktiven Part zu übernehmen. Du musst die da nicht wirklich Stress machen ;-)Viel Glück Milly….

    Antworten
  62. Linda says:

    Hallo an alle Introvertierten und alle, die diese verstehen wollen! (großes Lob übrigens, wenn ihr euch dazu aufraffen wollt ;))

    Ich bin 17 Jahre alt und meine Introvertiertheit hat mir schon oft tränenreiche Nächte beschert, als ich und vor allem meine Mitschüler in der Pubertät waren und ich einfach nur aneckte. Jahrelang hat man mich belächelt und gehänselt, vielleicht sogar gemobbt. Ich war immer die Stille und hab unter dem Spott der anderen gelitten, wenn ich in der Pause alleine saß und keinen Menschen sehen wollte und konnte. Schon im Kindergarten schrieb mir meine Kindergärtnerin in mein Abschiedsbuch, dass ich mehr aus mir herausgehen solle. Dabei sollten vor allem Pädagogen genau Bescheid wissen, dass es für Introvertierte ganz natürlich ist, weniger penetrant und leiser als ihre Mitmenschen zu sein.
    Es ist immer noch so, dass ich nichts mehr liebe, als an einem Freitagabend mit meinen Eltern zuhause vor dem Fernseher einen guten Film anzusehen und um 23:00 die Türe hinter mir zuzumachen. Während andere schwitzend in der Disco grölen, liege ich im Bett und denke nach, über alles.
    Klingt das eigenbrötlerisch? Ja, schon ein wenig, aber ich stehe dazu. Denn so kann ich meine Batterien wieder aufladen.
    Während andere in meinem Alter ihre bisherigen Beziehungen nicht mehr zählen können, hab ich noch keinen einzigen Freund gehabt. Manchmal sticht das, doch immerhin bin ich kein offenes Buch, zu dem jeder Zugang hat. Ist das nicht eine wunderbare introvertierte Eigenschaft? In unserer Welt wo jeder mit jedem und so naja eben zu mir oder zu dir, ist es meiner Meinung nach ratsam, weniger von seinem Innenleben preiszugeben.

    Ich bin extrem dankbar für diesen Artikel!
    Vor wenigen Wochen habe ich mich mal wieder (so wie jeden Tag) mit meinem „seltsamen“ Sozialleben auseinandergesetzt und bin im Internet auf Listen mit Adjektiven für Introvertierte gestoßen. Von da an war mir klar, dass ich nicht die Einzige in dieser großen weiten lauten Welt bin. Seitdem ich weiß, dass es völlig in Ordnung ist, nicht das Alphatier spielen zu müssen, geht es mir bedeutend besser. Endlich muss ich keine Schuld mehr an mir suchen, sondern kann beim nächsten Mal, wenn mich jemand aus meiner Ruhe reißt und dann erstaunt fragt, warum ich denn so ein grimmiges Gesicht mache, sagen „Introvertierte mögen es nicht, gestört zu werden.“
    Denn all das trifft zu. Bei einigen Sätzen des Artikels musste ich oft nicken.

    Liebe Introvertierte, die das hier lesen:
    Habt keine Angst, ihr selbst zu sein. Wenn wir uns zur Introvertiertheit bekennen und die Extros um uns wissen lassen, dass wir ok sind so wie wir sind, dann werden wir auch mehr Anerkennung bekommen (obwohl wir Intros ja eher nicht kommentargeil sind….ihr wisst schon, was ich meine)
    Ohne einige große Intros wäre unsere Welt um einige Genies ärmer, man denke nur mal an Albert Einstein.
    Nehmen wir es uns als Aufgabe, den Mittelpunktmenschen ihre Show zu lassen, aber sie darauf hinzuweisen, dass wir diejenigen sind, die ihr Funkelleben managen. Im Planen und Vorausdenken sind wir gut.

    Ich wünsche euch viel Glück auf unserer Intro-Überzeugungs-Mission ;)
    Einen schönen –> ruhigen <– Abend,
    Linda

    Antworten
  63. Hallo Linda, ich finde es großartig, dass du mit 17 Jahren schon so selbst reflektiert bist! Meine Hochachtung, Anerkennung und Wertschätzung. Auch finde ich es toll, dass du ich so akzeptierst wie du nun mal bist und auch die Stärken von Intros erkennst. Aber vor allem, dass du auch die Extros so sein lässt, wie sie sind. Intros und Extros sind weder GUT noch SCHLECHT, sondern sie sind einfach so wie sie sind und verwenden unterschiedliche Energiequelle. Herzliche Grüße aus Wien!

    Antworten
  64. Linda says:

    Danke danke ;)

    Leider ist es so, dass es immer noch manchmal (öfter als man denkt) passiert, dass das Umfeld negativ auf Introvertierte reagiert.
    Mein Bio-Lehrer z.B. lässt immer wieder im Unterricht die Bemerkung fallen, dass ich nie mitarbeite und zwar schriftlich sehr gut bin, aber nie aufzeige. Ich war nie der Aufzeige-Typ und hab nur dann was zu sagen, wenn ich mir sicher bin, dass es richtig ist und mag es nicht, wenn meine Mitschüler einfach irgendwas durch die Klasse rufen, um aufzufallen und zu gefallen.
    Ich hab öfter überlegt, dem Lehrer das so vor der ganzen Klasse zu sagen, immerhin ist es meiner Meinung nach alles Andere als richtig, eine „Sorte“ Mensch bloßzustellen. Ich würde es mir sehr wünschen, wenn die Extrovertierten nicht immer (oder allermeistens) als die einzig „Guten“ gelten würden.

    Liebe Grüße auch aus Wien :D

    Antworten
  65. Lukas says:

    Hey Linda,

    Ich bin auh 17 Jahre alt, finde aber, dass ich die ’schlimmste‘ Schulzeit schon überstanden habe. In meiner Klasse habe ich Zwei, Drei Leute mit denen ich gerne auch mal in die Cafetaria gehe, dort was Esse etc. DAnn kommen auch oft noch andere dazu, sodass wir dann oft zu Sechs dasitzen. Eigentlich alles kein Problem, nur lass ich da dann meist die anderen reden, höre selber nur zu. Und das reicht mir auch vollkommen.

    Ansonsten verbringe ich die meiste Zeit daheim. Ich mag es einfach nicht mit vielen Leuten rauszugehen, da dann meistens eh nur getrunken wird, oder ähnliches.
    Auch in Clubs gehe ich _überhaupt_ nicht. Tanzen, kann ich eh nicht. :D

    Eine Freundin hatte ich nur einmal, vor einigen Jahren. Hat sich aber schnell wieder erledigt. Wir sind immerhin noch gute Freunde, und gehen auf die selbe Schule – auch wenn in anderen Richtungen. Ansonsten kann ich nicht klagen. Ich Chatte und schreibe sehr viel mit anderen Leuten, wenn auch nur über den PC.

    Aber ich finde es auch erstaunlich und bewundernswert wie du so über dich selbst schreiben kannst!
    Liebe Grüße, Lukas :)

    Antworten
  66. Hallo Linda und Lukas,

    das Umfeld reagiert nur deshalb auf Extros manchmal negativ, weil es heißt, dass etwa 20 % der Bevölkerung Intros sind. Das bedeutet, dass die meisten Menschen Extros sind und auch unsere Gesellschaft überwiegend extrovertiert ist. Die Stärken der Stillen sind deshalb umso wichtiger, um eine Balance zwischen Extros und Intros zu schaffen.

    Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass du nur etwas sagen möchtest, wenn du dir sicher bist, dass du auch etwas zu sagen hast. Das ist völlig in Ordnung! Intros denken lieber nach, Extros reden lieber bevor sie denken. Es gibt den Spruch eines Extos „Wie kann ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht höre, was ich sage“. Der trifft doch den Kern der Sache – nicht wahr? Schade, dass dein Bio-Lehrer den Unterschied zwischen Intros und Extros nicht kennt. Aber das zeigt ja nur, wie wenig er über Menschen weiß. Ja, vielleicht erklärst du ihm mal die Unterschiede.

    Wichtig ist einfach, sich selbst so anzunehmen und wertzuschätzen, vor allem die Stärken der Intros zu erkennen und sich Gleichgesinnte suchen. Und wichtig ist auch, sich nicht einreden zu lassen, man sei schüchtern oder man „MÜSSE“ mehr aus sich herausgehen. Des weiteren ist es auch wichtig, dass man sich aus Schüchternheit oder Ängstlichkeit nicht völlig einigelt und keine sozialen Kontakte mehr pflegt.

    Es gibt Länder (wie z.B. in Asien), in denen Intros sehr geschätzt werden. Die Stille und Ruhe wird dort als Kraftquelle genutzt und es gibt weniger laute Menschen.

    Alles Liebe und Gute,
    Irene

    Antworten
  67. Neverman says:

    Introvertiertheit schön und gut… Ich habe ein wenig die selbstkritischen Fragen vermisst, die ich mir als introvertierte Mensch auch immer wieder stelle. Die Psychologie sagt, es sei das Resultat einer ’schlechten‘ Erziehung, das sich ewige Zurückziehen und Vermeiden von sozialen Kontakten. Es sei die ‚Angst vor Verletzung‘, die introvertierte Menschen so introvertiert sein lässt. Ich spüre jeden Tag dieses seltsame Gefühl, mich ‚verhalten zu müssen‘, um konform zu sein. Gleichzeitig frage ich mich aber auch, WIESO das so ist. Meine Theorie ist bis heute, dass sich in der Gesellschaft jeder gleich unwohl fühlt, aber der Großteil eine niedrigere Toleranzschwelle hat. Wie jemand einmal zu mir sagte, als ich etwas Dummes in einer Konversation sagte: „Das macht nichts, das macht dich menschlicher.“
    Ist also Introvertiertheit lediglich das Ergebnis eines Dranges nach Perfektion, nach einem Zustand, in dem einen Angriffe nicht mehr verletzen können, einen Zustand der ‚Erhabenheit‘, in dem man über den Dingen steht? So nehme ich meine eigene Introvertiertheit zumindest wahr. Stolz kann ich keineswegs empfinden, vielmehr Verbitterung. Denn in einer Welt, in der sich alle Menschen gegenseitig lächerlich machen, versucht der Introvertierte außen vor zu stehen. So weit meine Erfahrungen: Je mehr man nach einem Zustand des Eindrucks der Unfehlbarkeit strebt, desto mehr wird man verachtet. Ich erkläre es mir so, dass Menschen an sich erbärmliche Wesen sind. Und wenn sich jeder in seiner Erbärmlichkeit preis gibt, kann auch nicht der Eindruck entstehen, man würde sich selbst für etwas besseres halten.
    Man spricht von einer sozialen Disfunktion, einem Mangel an sozialer Intelligenz, einem Mangel an Einfühlungsvermögen. Die Ursachen erkenne ich für mich tatsächlich in einer unvorteilhaften Erziehung, was freilich nichts an der Unveränderlichkeit der Situation ändert. Es erfordert dennoch Arbeit, denn wer glaubt, ohne einen anderen Menschen glücklich leben zu können, der begeht den dümmsten Fehler überhaupt.
    Stolz ist ganz und gar fehl am Platz, ebenso sehr wie die gedankenlose Anpassung. Wir müssen uns fragen, wieso wir so dissozial sind und müssen gleichzeitig unser soziales Verhalten trainieren. In seltenen Momenten gelingt es mir loszulassen, oft nur durch Einfluss von Alkohol oder anderer betäubender Substanzen. Die Vermutung liegt nahe, dass andere nicht so ein ausgeprägtes ICH-Gefühl empfinden und sich eher durch Reflektion von außen selbst erkennen. Der Introvertierte erkennt sich durch innere Reflektion. Das ist nichts Schlechtes noch Gutes, es bedarf aber, wie jedes gesunde Verhalten, auch einer kritischen Infragestellung des eigenen Verhaltens. Ich leide durch meine Introvertiertheit. Die Lösung kann keineswegs lauten, sich fortan zurückzuziehen, denn man ist immer auf andere Menschen angewiesen. Und schnell kann aus einer leichten Introvertiertheit eine wahre Misanthropie werden, bei der man schon Angstzustände bekommt, wenn man unter Leute gehen muss.
    Es ist nicht so schlimm, unter Leute zu gehen, wenn man seine eigenen Grenzen erkennt.

    Antworten
  68. Dave says:

    Eigentlich ist für Introvertierte kein Platz in der Welt. Das sieht man daran, wie unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Ein Intro kann kein Alpha Tier sein. Nur als Alpha Tier bist du jedoch erfolgreich im Job, in der Liebe und in Gesellschaft. Als Intro kannste im Job eine noch so große Koryphäe sein ohne jemals wirklich Anerkennung zu ernten. In der Liebe endest du ohne „Alphafaktor“ regelmäßig als Kummerkasten deiner Auserwählten und in Gesellschaft gehst du gnadenlos unter und fühlst dich scheiße

    Dieser Kampf ist ohne Aussicht. Darum habe ich mir das Kämpfen abgewöhnt. Den Job trenne ich zu 100% vom Privaten. Keiner auf der Arbeit kennt mich wirklich. Was die Liebe angeht, habe ich den Spieß mittlerweile umgedreht und lebe durchweg ablehnend dem anderen Geschlecht gegenüber. Ist besser fürs Selbstwertgefühl. Und raus gehe ich gar nicht mehr, vermisse aber auch nichts. Man könnte auch sagen, dass ich das alleine sein der Nichtachtung in Gesellschaft vorziehe. Ich fahre unglaublich gut damit. Lerne ich durch Zufall eine Frau kennen, die mir gefällt, muss ich mich halt noch ein bischen zwingen, sie auf Distanz zu halten damit ich mich nicht verliebe. Das ist oft ein wenig problematisch denn ich bin ein Kerl. Und Kerle begehen solche Fehler dann und wann. Aber die Übung machts. Dafür muss ich mir nur in Erinnerung rufen, was ich für die Frauenwelt im allgemeinen darstelle (Witzfigur, kleiner Junge, Langweiler, Kummerkasten). Dann bricht meist der Stolz durch und dass ich mir das alles nicht länger geben muss und plötzlich fällt alles ganz leicht. Wenn ich durch Beobachtung meiner Umgebung obendrein noch mitkriege, mit welchen Ideoten die teils atemberaubendsten Mädels rumlaufen, von denen sie sich letzten Freitag auf Mösenjagd in irgendner Disse haben aufreißen lassen, fühl ich mich noch zusätzlich bestätigt und lache über diesen ganzen Wahnsinn.

    Ich habe eine recht coole Hütte, großen Fernseher, fetten Rechner und mein Klavier. Ich schreibe Texte, komponiere, treibe mich auf Youtube und Facebook rum, schreibe Kritiken, koche sehr gerne und liebe Nachtspaziergänge. Außerdem liebe ich ein breites Spektrum an Musik. Soul, Funk, Electro, 80s, Metal, Rock, Klassik und somanches an Film/Game Soundtracks. Mir wird’s nie langweilig. Ja und zur Arbeit gehen muss man ja irgendwann auch noch ;-) Was will ich mehr? Auf Partys rumhängen, wo mich keine Sau beachtet einfach nur um dabei zu sein? Der sozialen Programmierung wegen, die uns zu suggerieren versucht, dass wir nur etwas wert sind, wenn wir sozial aktiv sind, jeden Freitag zu monotoner Clubmucke abhotten und mindestens 500 Facebook Freunde haben? Nee nee, lass ma joot sein alter Junge ;-) Es war ein langer Lernprozess aber heute gehe ich meine eigenen Wege . . .

    Antworten
  69. irene says:

    Hallo Dave,

    erst einmal toll, dass du jetzt deinen eigenen Weg gehst und deine Talente auch lebst!!! Darauf kommt es doch letztendlich an!

    Intros und Extros haben Stärken und Schwächen, nicht mehr und nicht weniger. Das ist weder gut noch schlecht. Gebe dir allerdings recht, dass in unserem Land die Intros die Minderheit darstellen. Aber es gibt andere Länder, wie Asien, in denen die Intros die Mehrheit darstellen. Gebe dir recht, dass es den Anschein hat, dass Intros nicht gefragt sind. Aber wenn man sich überlegt, wie viele Künstler und große Visionäre Intros sind oder waren, sieht es doch anders aus. Die Stillen verändern die Welt, denn wie heißt das Sprichwort „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Es sollte nicht so sein, dass sich Intros und Extros bekämpfen, sondern sich ergänzen und respektieren. Kein Intro wird gezwungen, auf Partys zu gehen oder an sozialen Veranstaltungen teilzunehmen. Es liegt die Selbstverantwortung bei jedem Einzelnen.

    Wenn du alle Extros nun negativ beurteilst oder nicht wert schätzt, so spielst du dasselbe Spiel, da du ja glaubst, dass alle Extros die Intros nicht wertschätzen.

    Ich plädiere dafür, dass jeder einzelne Mensch Wertschätzung verdient hat und man sich von Meinungen der anderen und auch von seinen eigenen Glaubenssätzen und Überzeugungen nicht beeinflussen lassen muss.

    In diesem Sinne möge jeder seinen Weg finden und den Mut haben, ihn auch zu gehen!

    Antworten
  70. Milly says:

    Also…Einen sehr guten Tipp den ich geben kann….Oft gibt man sich als introvertierter zu viel Mühe mit Konversationen, da die meisten aber total das Gefühl dafür verloren haben ist das meist auch schwer. Das was ich immer mache ist, die (wenn man zu zweit ist) andere Person nach persönlichen Sachen zu fragen… das gute, wenn du jemand anderes fragst, brauchst du noch nicht einmal zu reden, du hörst einfach zu. Und noch etwas wichtiges, was häufig unterschätzt wird. Menschen berühren sich…aber wenn man vor dem sozialen Leben so lange weggerannt ist, macht man das nicht mehr automatisch. Also…berühre deinen gegenüber „zufällig“. Das baut Vertrauen VIEL schneller auf . Wir Menschen sind nämlich wirklich viel mehr Tiere, als wir glauben. Und macht euch keine Sorgen darüber, WORÜBER ihr redet…das spielt eigentlich keine Rolle. Ich rede gerne über lustige Träume, die ich gehabt habe! :D Und langsam entwickelt man ein Gefühl für Konversationen. Analyisiert sie, beherrscht sie UND GEWINNT! ^^

    Antworten
  71. Franz Burghardt says:

    Hallo,
    wunderbarer Artikel, bin sehr oft auf der Suche nach Artikeln, die mir aus der Seele sprechen. Die Introvertierheit beschäftigt mich seit einer geraumen Zeit, hab selbst viele Bücher dazu gesucht, allerdings findet man immer Bücher über die Schuchternheit/Sociale Phobie etc. Nur leider keine qualitativen Bücher die introvertierte Menschen ansprechen. Deshalb surfe ich gerne im Netz, um mich mit diesen Thema zu beschäftigen. Bei mir fing es am Arbeitsplatz an, wo mich meine Arbeitskollegen als sehr zurückhaltend beschrieben. Manche meinen sogar, dass ich sehr leise rede und oftmals an Gesprächen nicht teilnehme, eine Person die anderen eher zuhören kann und Sachen analysiere. Doch bin ich mit einer Person alleine kann ich oftmals wie ein Wasserfall reden und komme nicht zum Ende. Meine Freundin ist das Gegnteil von mir, sie ist sehr offen, redet die Leute oftmals direkt an und versteht sich mit Wildfremden Menschen auf Anhieb. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass immer mehr Artikel den introvertierten Leser ansprechen und uns Kraft geben, dass wir doch zur Gesellschaft gehören. Auch ein sehr guter Beitrag neben dem, der mir Kraft gegeben hat: http://www.derneuemann.net/introvertierte-maenner-eigenschaften/768 Ansonsten würde ich mir liebend gerne mehr zu diesem Thema wünschen.

    Ich bin froh, dass ich introvertiert bin, auch wenn es einige Nachteile mit sich bringt, trotzdem sollte jeder zu seinem ICH stehen.

    Viele Grüße – die Welt braucht auch Leute unserer Art!

    Antworten
  72. Olli says:

    Ja, hey, ich fand den Artikel zwar auch weniger sachlich, aber dennoch durchaus gut geschrieben. Ich konnte mich mit dem Meisten identifizieren.
    Auch dem was David zu Liebe gesagt hat, kann ich zustimmen.

    Jetzt taucht jedoch das Problem auf, dass manche Intros auch noch schüchtern sind. Klar, als Intro ist man nicht unbedingt auch noch schüchtern, aber wenn doch?

    Dann ist man aufgeschmissen…

    Leider befürchte ich, dass wohl kaum irgendwelche Extros diese Seite lesen werden. Warum sollten sie sich auch damit beschäftigen, denen gehts ja auch gut, was das angeht.

    Ich persönlich bin zwar stolz auf meine Eigenschaften, aber ich befürchte auch, dass ich in Zukunft wahrscheinlich nur sehr geringe Chancen auf eine Freundin oder meinen Traumberuf habe (Wobei, man sagt mir nach, wenn es um das Thema des Berufs geht würde ich aufblühen und eine ganz andere Seite von mir zeigen, außerdem habe ich durch meinen Vater einen guten Kontakt in die Richtung meines Berufes)

    Ich habe mal überlegt bei einer Bewerbung dazuzuschreiben, dass ich introvertiert bin. Vielleicht beschäftigen sich die Personaler ja dann mit dem Thema und stellen mich wegen (und nicht trotz) meiner Introvertiertheit ein.

    Antworten
    • Ne, sachlich ist der Artikel echt nicht ;)

      Das Problem, das Intros mit Schüchternheit haben ist fehlende Erfahrung und die kommt durch fehlende Übung. Wenn ich nicht oft sozial interagiere, dann fehlt mir neben den entsprechenden Fähigkeiten auch das Selbstbewusstsein in einer sozialen Situation zu bestehen.

      Ich finde gegen Schüchternheit hilft nur eins: Ein Sprung in’s kalte Wasser und nicht unterkriegen lassen.

  73. Livi says:

    Hallo zusammen,

    ich selbst bin nicht wirklich extro- noch introvertiert. Also so ein Mittelding schätze ich. Ich finde introvertierte Männer sehr interessant. Mein jetziger Freund ist sehr introvertiert. Was mich jedoch sehr stutzig macht ist, dass er nicht wirklich das Verlangen nach Sex hat. Er sagte, er bräuche das nicht so oft. Ist das möglich? Ich habe die Vermutung, dass er Sex mit Gefühlen verbindet und über sein Inneres und was er empfindet nichts preisgeben will… zumindest jetzt noch nicht (wir sind knapp einen Monat zusammen). Seine erste große Liebe hat ihn leider damals betrogen und ich denke es könnte damit auch zusammenhängen. Würde mich über Tipps freuen. Bzw über Erfahrungen mit solchen „Problemen“.

    Antworten

Trackbacks für diesen Eintrag

  1. Wie man sich um seinen Introvertierten kümmert | flocblog
  2. Anonymous
  3. Intros & Extros – Eine Geschichte voller Missverständnisse « Cookie's Magic Wonderland

Antworten