Menschenaffen Trekking in Afrika & Südostasien

Menschenaffen wie Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas sind unsere nächsten Verwandten. In Afrika und Südostasien kannst du ihnen in freier Wildbahn begegnen.

Gorillababy in Uganda - Foto: Verena

Ein Besuch bei Orang-Utans in Südostasien oder Gorillas und Schimpansen in Zentralafrika ist ein besonderes Reise-Erlebnis. Verena von Travelmaniacs schreibt über ihre Erfahrungen und Tipps mit den 3 Menschenaffen in diesem Gastbeitrag.

Du möchtest unsere nächsten Verwandten kennenlernen? Du liebst Abenteuer, Natur und wilde Tiere?

Dann solltest du unbedingt ein Dschungel-Trekking zu den Menschenaffen machen.

Leider gibt es Menschenaffen in freier Wildbahn nur noch an wenigen Orten auf der Welt, darunter Sumatra, Indonesien in Südostasien und Uganda in Zentralafrika.

Manche der Affen sind immer noch vom Aussterben bedroht. Mit deinem Besuch in ihrer Heimat kannst du helfen, diese wundervollen Tiere zu schützen.

Du möchtest wissen, wo du genau hinreisen musst, wie du die Reise am besten vorbereitest und welche Herausforderungen auf dich warten? Lies weiter.

Menschenaffen: Gorilla, Schimpanse, Orang-Utan (v.l.n.r) - Fotos: Verena

1. Trekking zu Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas

Ich hatte bereits die Chance, drei verschiedene Menschenaffen in ihrem natürlichen Habitat zu besuchen:

  • Berggorillas in Uganda
  • Schimpansen in Uganda
  • Orang-Utans auf Sumatra, Indonesien

Jede der drei Arten hat ihre eigenen Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen. Welche das sind und wie du selbst Menschenaffen-Trekking organisieren kannst erfährst du in diesem Artikel.

Steckbrief: Dschungel-Trekking zu den 3 Menschenaffen Orang-Utan, Schimpanse und Gorilla

GorillaSchimpanseOrang-Utan
Schwierigkeit+++++
Kostenpunkt500 €250 €120 €
Alter Wildnisbis 60 Jahrebis 50 Jahrebis 40 Jahre
Gewichtbis 200 kgbis 100 kgbis 100 kg
LebensraumBodenBäume
Boden
Bäume
NahrungFrüchte
Pflanzen
Früchte
Insekten
Tierchen
Früchte
LänderUganda
Ruanda
Uganda
Ruanda
Tanzania
Zentralafrika
Westafrika
Sumatra
Borneo
Orang-Utan auf Sumatra - Foto: Verena
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2. Preise und Guides für die Menschenaffen Safaris

Die Preise der Menschenaffen-Safaris unterscheiden sich extrem von ca. 120€ bis über 500€.

Für das Orang-Utan-Trekking auf Sumatra bezahlst du lediglich den Guide und den Nationalparkeintritt. Inklusive Essen und einer Übernachtung im Zelt im Dschungel sind das ca. 120 Euro pro Person.

Das Permit für das Schimpansen-Trekking im Kibale-Nationalpark kostet ca. 250 € pro Person. Es gilt nur für eine Stunde, damit die Tiere so wenig wie möglich durch die Anwesenheit der Menschen gestört werden.

Im Bwindi-Nationalpark bezahlst du zusätzlich für den Schutz der Berggorillas. In der Nebensaison kostet eine Stunde Besuch bei den Berggorillas ca. 450 €, in der Hochsaison sogar 600 € pro Person.

Das klingt so als wäre das überteuert und absolute Abzocke, aber ich halte das für eine absolut sinnvolle Investition. Die lokale Bevölkerung hat sich dem Schutz der sanften Riesen verschrieben.

Ein großer Teil dieser Einnahmen geht in den Aufbau medizinscher Versorgung und Bildung. Naturschutz wird groß geschrieben. Durch hohe Preise soll verhindert werden, dass es zu viele Touristen nach Bwindi zieht.

Bei den Orang Utans auf Sumatra siehst du leider das genaue Gegenteil. Bevor du in Bukit Lawang ankommt, fährst du einige Stunden durch Palmölplantagen. Vor wenigen Jahren war hier noch Dschungel. Der wurde für die Industrie abgeholzt, da diese mehr Geld bringt als der Tourismus.

Gorilla in Bwindi, Uganda - Foto: Verena

3. Schwierigkeit Menschenaffen-Dschungel-Trekking

Alle drei Treks sind anstrengend. Stell dich auf mehrere Stunden Wandern im bergigen Dschungel ein.

Du solltest nicht mit Flip-Flops loslaufen, sondern eine passende Ausrüstung mitbringen. Für hilfreiche Tipps schau in meine Packliste für Dschungel-Wanderungen.

Auf Sumatra hast du den Vorteil, dass die Hauptwanderwege von Bukit Lawang aus leicht zu erreichen sind. Dort kannst du bereits Orang-Utans sehen und mehr oder weniger gemütlich spazieren.

Wenn du aber auf Sumatra in den tiefen Dschungel möchtest und dort ebenfalls zelten möchte, dann solltest du fit sein und dich auf schwieriges Gelände einstellen.

Beim Gorilla- und Schimpansen-Trekking bist du fast immer mehrere Stunden im Wald unterwegs. Vor allem im Bwindi-Nationalpark ist es sehr bergig.

Die Gorillas verstecken sich oft im dichten Dickicht, in dem das Vorankommen recht anstrengend sein kann.

Orang-Utan-Mutter mit Baby auf Sumatra - Foto: Verena

4. Planung und Anreise nach Sulawesi

Um ein Orang-Utan-Trekking auf Sumatra machen zu können, reist du in den kleinen Ort Bukit Lawang. Dieser grenzt direkt an den Gunung Leuser Nationalpark, in dem die Orang-Utans leben.

In Bukit Lawang gibt es einige kleine Lodges, die du größtenteils über Google finden kannst. Ich habe im Lawang Inn übernachtet, eine tolle kleine Lodge mit wenigen Zimmern, hervorragendem Essen.

Der liebevolle Gastgeber hatte mir bei der Organisation des Taxi-Transfers vom Medan-Airport nach Bukit Lawang geholfen, wie auch bei der Organisation des Dschungel-Trekkings in den Gunung-Leuser-Nationalpark.

Ich gehe davon aus, dass die meisten Lodges vor Ort diesen Service bieten. Ich habe ca. 20 Euro für die vierstündige Fahrt bezahlt.

Gorilla in Bwindi, Uganda - Foto: Verena

5. Planung und Anreise nach Uganda

Das Gorilla-Trekking in Uganda startet im Ort Bwindi. Von dort aus geht es in den gleichnamigen Nationalpark. Die Fahrt nach Bwindi ist abenteuerlich.

Ich bin von Entebbe nach Kihihi geflogen – ein kleines Abenteuer, das du einmal mitgemacht haben solltest. Am Airstrip in Kihihi wurde ich von einem Fahrer der Buhoma Lodge abgeholt. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde. Es kann sicher jede Unterkunft mit einem Shutte-Service aushelfen.

Beim Schimpansen-Trekking übernachtest du nicht in direkter Nähe des Kibale-Nationalparks, sondern in einem Dorf, das ca. 45 Autominuten vom Nationalpark entfernt ist.

Dort gibt es ein paar versteckte Lodges und Hostals in verschiedenen Preiskategorien. Eine Möglichkeit ist beispielsweise die Papaya Lake Lodge.

Orang-Utan auf Sumatra - Foto: Verena

6. Erlebnis Orang-Utan-Trekking auf Sumatra, Indonesien

Bereits nach kurzer Zeit Trekking im Dschungel trafen mein Partner, unser Guide und ich auf die ersten Weibchen, die teilweise ihre Jungtiere und Babys dabei hatten. Einige Weibchen kamen sogar von den Bäumen und ließen sich anfassen.

Sie sind sehr an Menschen gewöhnt, weil sie leider durch die lokale Bevölkerung angefüttert wurden. Es ist unglaublich in die Augen eines Orang-Utans zu schauen, wenn er direkt vor dir sitzt. Es ist aber auch gefährlich, dass die Tiere Menschen mit Futter in Verbindung bringen. Selbst manche Touristen geben ihnen Futter.

Weibliche Orang-Utans wirken unglaublich sanft, friedlich und sehr intelligent. Du hast das Gefühl, in die Augen eines Menschen zu schauen. Ruhig und gelassen kreuzen sie die Wege der Besucher und mischen sich mutig unter die Menschen.

Auf den Hauptwegen waren um die 20 Leute auf einmal bei den Orang-Utans. Wenn du dir den Moment nicht mit vielen weiteren Besuchern teilen willst, mache das zweitägige Trekking. Dabei gehst du tief in den Dschungel, in dem die Wege nicht mehr zu erkennen sind und du definitiv einen Guide benötigst.

Für mich war der Dschungel auf Sumatra der Schönste, den ich je gesehen habe. Nach ca. 7 Stunden Wanderung über Stock und Stein erreichten wir das Nachtlager. Es ist ein Zeltcamp am Ufer eines kleinen Flusses. Dort sind nur wenige Touristen gleichzeitig. Wir waren allein mit einem weiteren Pärchen. Wir verbrachten einen tollen Abend am Fluss mit Picknick und vielen Reisegeschichten.

Aufregend wurde es, als plötzlich ein Orang-Utan in den Bäumen näher kam. Wir freuten uns sehr. Aber die Guides griffen aufgeregt nach kochendem Wasser und baten uns in den Zelten zu verstecken.

Warum? Es war ein männlicher Orang-Utan, der uns bis zum Camp gefolgt war. Wir hofften, dass dieses riesige Tier nicht vom Baum herunterkommen würde. Das kann sehr gefährlich werden. Männliche Tiere sind sehr territorial und aggressiv. Wir hatten Glück. Er packte sich die Lianen und schwang sich davon.

Weitere Infos zum Orang-Utan-Trekking in Indonesien.

Gorilla in Bwindi, Uganda - Foto: Verena

7. Erlebnis Gorilla-Trekking in Bwindi, Uganda

Gorillas verhalten sich ganz anders als Orang-Utans. Sie wirken königlich, erhaben, stark und weise. Anders als bei Orang-Utans, kommen die Berggorillas den Menschen nicht so nah.

Die Wanderung startet früh am Morgen von der Ranger Station des Parks aus. Bevor es los geht, erhältst du eine detaillierte Einführung in die Geschichte der Berggorillas und des Nationalparks.

Die Anzahl der Permits sind sehr begrenzt. Jeden Tag darf jede Gorillafamilie nur maximal eine Stunde von 8 Personen besucht werden.

Nach der Einführung wirst du einer der an Menschen gewöhnten Familien zugeteilt. Hier waren wir nur zu viert. Begleitet wurden wir von einem Guide und zwei bewaffneten Rangern.

Zusätzlich kannst du vor Ort Träger engagieren, die beim Gepäck helfen. Ich würde diesen Service in Anspruch nehmen. Sie helfen nicht nur uns Touristen, sondern du unterstützt gleichzeitig die lokale Bevölkerung. Der Job als Träger ist eine wichtige Einnahmequelle.

Je nachdem, wo sich die jeweilige Familie aufhält, kann es ein paar Stunden dauern bevor du sie findest.

Als es endlich soweit war, gaben wir unsere Taschen ab und näherten uns den Silberrücken, nur mit unseren Kameras. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, dieses königliche Männchen nur wenige Meter vor sich sitzen zu sehen. Er legte sich auf den Boden und ein Baby kletterte auf seinem Rücken herum. Es war sehr ergreifend.

Die Guides bitten um einen Mindestabstand von 7 Metern, der nur dann unterschritten werden darf, wenn das Tier entscheidet, näherzukommen. Wenn du viel Glück hast und die Gruppe in einer Ruhephase erwischt, kann es durchaus sein, dass die neugierigen Jungtiere zu dir kommen um dich neugierig zu ertasten und zu beschnüffeln.

Bei uns war die Gruppe aber stets in Bewegung. Es war unglaublich anstrengend in dem bergigen Gebiet Schritt zu halten. Trotzdem war es toll, die Wanderung der Gorillas zu begleiten und mit ihnen gemeinsam durch den Dschungel zu wandern.

Zum Ende der Stunde hatten wir sogar noch einige Minuten Zeit, mit ihnen zu rasten, uns auf den Boden zu setzen, und ihr Sozialverhalten zu beobachten. Es war magisch!

Weitere Infos zum Gorilla-Trekking in Uganda.

Schimpansen in Kibale, Uganda - Foto: Verena

8. Erlebnis Schimpansen-Trekking in Kibale, Uganda

Schimpansen sind verrückt und wirken als seien sie außer Rand und Band. Sie sind unglaublich laut, anders als die Gorillas oder Orang-Utans, die eher ruhigere Gesellen sind.

Ähnlich wie beim Gorilla-Trekking musst du dich auf lange Wanderungen einstellen, bis du die Tiere findest. Zuerst trafen wir auf ein Alpha-Männchen, das mit 3 Weibchen unterwegs war. Gemütlich saß er vor uns auf dem Boden und naschte Grünzeug.

Wenige Minuten nach unserer Begegnung rief in der Ferne plötzlich ein anderer Schimpanse. Das Männchen stellte sich auf die Hinterfüße, schrie zurück, und machte sich dann auf zur Gruppe.

Wir folgten ihm. Es war sportlich mit dem Tier Schritt zu halten. Wir schafften es und er brachte uns zu seiner Gruppe. Als wir dort ankamen, ging das Geschrei los. Ein fremdes Männchen hatte sich unter die Weibchen gemischt.

Der Guide sagte zu uns, dass wir ganz ruhig bleiben und stehen bleiben sollten. Gar nicht so leicht, wenn sich zwei Männchen schreiend durch den Wald verfolgen und dabei nur knapp an dir vorbeirennen.

Nach wenigen Minuten kehrte Ruhe ein und zwei der ca. 15 Schimpansen setzten sich nur 3 Meter neben uns auf einen umgestürzten Baumstamm. Wir hatten das Glück die Tiere in völliger Ruhe beim Lausen beobachten zu können.

Im Gegensatz zu den Gorillas blieb die Schimpansenfamilie an einer Stelle und wir konnten den Moment genießen. Das Abenteuer endete nach einer Stunde, damit die Tiere nicht zu lange Kontakt mit Menschen haben.

Weitere Infos zum Schimpansen-Trekking in Uganda.

Schimpansenmutter in Kibale, Uganda - Foto: Verena

9. Fazit zu Menschenaffen Safaris

Alle drei Safaris waren einzigartig und eine unvergessliche Erfahrung. Ich würde jede der Reisen wieder machen.

Sumatra lockt mit dem dichtesten Dschungel, einer unglaublichen Natur und den Orang-Utans, die den Menschen sehr nah kommen können. Leider ist hier das Thema Naturschutz noch nicht wirklich angekommen.

Der Bwindi-Nationalpark besticht neben einem atemberaubenden Wald durch seine Bevölkerung, die sich absolut dem Natur- und Tierschutz verschrieben hat. Die Wahrscheinlichkeit Berggorillas zu sehen, liegt bei fast 100%. Die königlichen Tiere empfangen dich mit Ruhe und Gelassenheit.

Der Kibale-Nationalpark beherbergt die verrückten Schimpansen, die in großen Gruppen zusammenleben und keinerlei Scheu vor den Menschen zu haben scheinen. Sie lassen dich als Gast in ihre Mitte und an ihrem einzigartigen Sozialleben teilhaben.

Freu dich also auf eine unvergessliche Erfahrung, egal, für welches Trekking du dich auch entscheidest.

Über Gastautorin Verena:

Verena reist seit vielen Jahren um die Welt und liebt die wilde Natur- und Tierwelt. Vor allem Dschungel-Trekkings, Safaris und andere Abenteuer wie Vulkanbesteigungen haben es ihr angetan.

Auf ihrem Reiseblog Travelmaniacs erzählt sie dir von ihren Abenteuern und Erfahrungen und gibt dir hilfreiche Tipps und Hilfestellungen, wie z.B. eine Reise-Packliste zum Download.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Wow, was für ein ausführlicher Beitrag über ein so wichtiges und interessantes Thema! :) Mich hat besonders der Bwindi-Nationalpark überzeugt! :)

    GLG Miriam
    http://www.enemenemimi.com

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