Argentinien ist ein günstiges Reiseziel dank dem US Dollar Schwarzmarkt

Drinnen brennt noch Licht und jemand zählt Geld. Aber die Wechselstube hat bei meiner Ankunft in Argentinien bereits geschlossen. Was mache ich nun ohne argentinischen Peso in der Tasche?

Komm hier herüber zum Geldwechseln!

ruft von der anderen Straßenseite die Bedienung eines Cafés.

Eine weitere Bedienung führt mich durch das teuer eingerichtete Lokal nach hinten zur Kasse. Dort sagt mir eine 3. Bedienung den Kurs: $7,2 Pesos pro $1 USD.

Hier, neben Kuchen und der Espressomaschine ist der argentinische Schwarzmarkt für US Dollar!?

$31 US Dollar - Bank: 155 Pesos - Schwarzmarkt 224 Pesos

Der Kurs ist 44% besser als der offizielle Kurs von $5 Pesos pro $1 USD am Geldautomaten. Gut, daß ich Bargeld aufgestockt habe für meine Argentinien Stippvisite. Ich bedanke mich und soll bald wiederkommen und sie verkaufen gerne auch $9 Pesos pro €1 EUR und $15 Pesos für $1.000 Chilenische Pesos.

Den berüchtigten Schwarzmarkt für Fremdwährungen in Argentinien hätte ich sicher nicht in einem Nobelcafé gesucht. Aber alle Argentinier brauchen Fremdwährungen, denn sie können keine mehr kaufen. Der Staat hat die Auflagen zum Kauf verschärft. Und wegen dem Sommerurlaub ist der Kurs so hoch wie noch nie.

Aber nicht nur zum Verreisen brauchen die Argentinier das ausländische Geld. Durch die Inflation verliert der Peso ca. 25% an Wert pro Jahr. Seit 2002 hat der Peso 86% seines Wertes verloren. 2001 herrschte noch Parität mit dem US Dollar $1 US Dollar = $1 argentinischer Peso…

Der Peso ist bereits die 5. argentinische Währung seit 1969. Alle vorherigen Währungen sind durch Hyperinflation kollabiert, zuletzt 1992 und vielleicht bald wieder.

Offizieller Kurs und "Blue Dollar" Schwarzmarkt Kurs für einen US Dollar - Quelle: www.dolarblue.net

Genau das will die Regierung durch die Auflagen verhindern. Was für die Argentinier verheerend ist, ist für uns ausländische Reisende ein Vorteil. Durch Kapitalflucht und Inflation ist das Reisen in Argentinien viel günstiger als in Chile, wenn man Dollar dabei hat.

“Vom parallelen Dollarpreis zu reden ist illegal.”

(Argentiniens Innenminister Florencio Randazzo, 2012)

Wenn ihr nach Argentinien geht, nehmt Fremdwährung mit. Der Kurs am Geldautomaten ist beschissen. Alternativ kann man auch xoom.com und Bitcoins versuchen, genauere Infos gibt es bei dgcmagazine.com.

 

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  1. Yvette sagt:

    Wow crazy- when I was there in November 2011 the rates were still pretty acceptable.

    (Oh and for fun, Google “Big Mac index in Argentina” for another example of what the gov’t does to make it seem like everything’s going fine…)

    Antworten
  2. floc sagt:

    Well, it seems to have escalated last winter (June), when Argentina had to import power for heating.

    Everything seems to be business as normal here, except for people asking me on the street, if I have Euros/Dollars. And ofc it’s probably the cheapest time to travel to Argentina, now.

    Lol @ fudging Big Mac prices. There are McDonalds in Bariloche, maybe I should take advantage of the artificially low Big Mac price. My new favourite economic statement is:
    “average annual rate of burger inflation (19%)”

    Antworten
  3. Thomas sagt:

    Staatliche Einschränkungen in der Konvertibilität von Währungen haben eigentlich noch nie aus einer Krise geholfen, und allenfalls die Kapitalflucht hinausgezögert. Auch ich sehe hier bald eine neue Währung.

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