(James Huber – 2005)
Gute Nachrichten!
Du hast eine Million Euro unter dem Bett! Ja, wirklich. Schau nach, ich warte.
Huch, das ist seltsam. Hast du auch wirklich gründlich gesucht? Bist du dir sicher? Vielleicht probierst du es noch einmal, und suchst diesmal wirklich, wirklich gründlich.
Hmmm, hast du unter dem Teppich geschaut? Du musst schon unter dem Teppich schauen. Ich weiß, was ich gesagt habe, aber unter dem Teppich, unter dem Bett ist immer noch unter dem Bett.
Nichts? Du kannst nicht nur nach Klumpen tasten, es könnte in großen Scheinen als dünne Schicht verteilt sein. Du musst den Teppich herausreissen. Hey, mit einer Million Euro kannst Du einen neuen Teppich kaufen, oder?
Ich glaube nicht, dass du dich genug anstrengst. Du musst auch den Fussboden herausbrechen. Natürlich bin ich sicher, dass es da ist. Es steht genau hier auf dieser alten Schatzkarte. Kannst du etwa beweisen, dass die Karte eine Fälschung ist? Na also nicht.
Nun musst du natürlich graben: es ist vergrabener Schatz, nicht wahr? Nach vergrabenen Schätzen muss man immer graben. Jeder weiß das. Bist du dumm oder so?
Tiefer.
Okay du Besserwisser, beweise dass es keinen Schatz gibt. Siehst du, das kannst du nicht! Es ist eine unvernünftige Behauptung. Du müsstest dich durchgraben bis nach China. Du glaubst doch an China oder nicht? Hast du China schon einmal gesehen? Siehst du, jeder glaubt an Dinge, die er noch nie gesehen hat, also grab weiter.
Tiefer!
Ich hab ein wenig von dem Aushub analysieren lassen. Er weist Spuren von Gold auf. Du musst schon ganz nahe sein. Nein, es kann kein natürliches Vorkommen sein. Wenn Gold einfach so natürlich auftreten würde, wären wir doch alle reich, oder nicht.
Tiefer!
Dieser Bekannte von mir, hat die Bodenprobe untersucht, die du mir geschickt hast. Er hat die Goldmenge pro Kubikmeter berechnet. Dann hat er das Gesamtvolumen eines Erdlochs mit der Größe deines Bettes, von hier bis auf die andere Seite der Erde berechnet. Dann hat er einige Anpassungen für die höhere Golddichte in der Nähe des Erdkerns vorgenommen, und Viola! Ein wissenschaftlicher Beweis, dass eine Million Euro in Gold unter deinem Bett ist! Ist das nicht großartig?
Du kannst jetzt nicht aufhören, du bist so nah dran. Warum bist du so zornig? Schau doch, wie gut deine Form von all dem Graben geworden ist! Sicherlich ist das allein schon eine Million Euro wert. Ich denke sowieso, dass du in Wirklichkeit an das Gold dort glaubst. Warum sonst hättest du dieses Loch gegraben? Ich denke, dass du nur Angst davor hast Gold zu finden, wenn du weitergräbst. Warum verachtest du Geld denn so sehr? Bist du etwa ein Kommunist?
Okay, das reicht jetzt. Ich werde mit einigen meiner Freunde vorbeikommen. Wir werden dich schon zum Graben bringen. Nein, ich verlasse dein Schlafzimmer nicht! Deine Rechte? Wie steht es um meine Rechte? Es ist völlig unfair mir das Recht auf das Gold zu verweigern, nur weil du nicht glaubst, dass es da ist. Oder besser gesagt, behauptest dass du nicht daran glaubst: Ich denke, du bist einfach nur faul.
Warum erzählst du nun herum, dass es keine Gold unter deinem Bett gibt? Das belastet dich nur noch mehr. Tief in deinem Innern weisst du, dass es da ist. Wenn du wirklich nicht an das Gold glauben würdest, dann käme es dir nie in den Sinn es zu erwähnen. Schließlich wird niemand umherlaufen und sagen: “Es gibt keinen vergrabenen Weihnachtsmann unter meinem Bett.” Du denkst du müsstest das Gold leugnen, weil du weisst, dass es da ist.
Ihr Agoldisten seid solche Heuchler. Ihr redet von Toleranz und Rechten, um dann Diejenigen von uns zu verfolgen, die euch einfach nur in Ruhe dazu drängen wollen unter eurem Bett zu graben. Mein Kongreßabgeordneter wird davon hören.





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