Das flocblog leidet an einer Blogblockade. Flüssig bloggen kann ich nicht mehr, denn ich weiß nicht. Das war natürlich schon immer so. Es hat mich bisher nie vom Schreiben abgehalten. Nun aber doch.

Eine BlogblockadeSchuld daran ist im Grunde mein sokratischer Moment. Damit mein ich den Augenblick, in dem mir erstmals bewusst war, wie wenig ich eigentlich weiß. Seit dem sokratischen Moment ist das Bewusstsein um mein Nichtwissen gewachsen – täglich, stündlich und minütlich.
Ich weiß, dass ich nicht weiss
(Sokrates)
Ich kann wohl dazulernen und kein Tag vergeht ohne entsprechende Versuche. Aber mit jedem neuen Wissenskorn nimmt man zwangsläufig viele Körner Nichtwissen auf. Lernen heißt immer auch Lernen, was man alles wissen könnte.

Mit neuem Wissen wächst das bekannte Nichtwissen überproportional
Je mehr ich weiß, desto klarer erkenne ich, wie wenig das eigentlich ist. In Anbetracht der inzwischen erdrückenden Kenntnis um mein Nichtwissen verlege ich mich ab sofort besser aufs Fragen stellen. Das kann jedes Kind.

Wissen eingetütet
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt, bleibt dumm.
(Sesamstraße)
Ich mag es konträr. Es werden also unangenehme Fragen sein, vielleicht sogar Schierlingsbecher unangenehm. Ich freue mich darauf.
Dieses ganze Gerede soll freilich keine Kritik am sokratischen Moment sein. Das war eine wesentliche Wendung für mich.
Das Studium war zu Ende und ich träumte vom Ende allen Lernens. Statt umfangreicher Weisheit, war mein Wissen aber eher bescheiden. So ist die Sehnsucht erwacht, die Welt zu verstehen.
- Das Ende allen Lernens ist nicht erstrebenswert sondern ein großes Unglück.
- Sich ausgesprochen dumm zu fühlen ist schon in Ordnung.
- Jede sogenannte Tatsache zu bezweifeln ist sogar sehr gut.
Die Kunst des Zweifelns nennt man schließlich Wissenschaft.
Und das ist das, was Wissen schafft (-;
