Tagesablauf auf Weltreise

Wie kann man sich einen Tag auf Weltreise vorstellen?
(Häufige gestellte Frage)

Im Moment bin ich auf dem Mountainbike unterwegs, um den Annapurna herum. Sonst schauen Weltreisetage ungefähr so aus:

  • Vormittag: Rumlaufen / Fotos / Lesen
  • Mittag/Nachmittag: Internet / Lesen
  • Früher Abend: Rumlaufen / Fotos / Lesen
  • Später Abend: Internet / Ausgehen


rumhaengen

Nur am Rumhängen auf Weltreise?

Dieser Tagesablauf ergibt sich automatisch durch:

  • Essenszeiten
  • Vermeidung der Mittagshitze
  • Siesta (leider inkonsequent)
  • Abwechslung
  • Beste Fotobedingungen Morgens und Abends
    1. Sanftes, indirektes Licht
    2. Weniger Touristen
    3. evt. Eintrittsgeldvermeidung


lesen

Lesen als oberste Priorität

Andere Weltreisende reisen völlig anders, je nach Vorlieben. Greg zum Beispiel schläft sehr lange und zeigt manchmal unglaublich wenig Neugier. Dafür ist er viel kontaktfreudiger und wanderfreudiger als ich.

Meine Vorlieben sind in dieser Reihenfolge:

  1. Lesen
  2. Internet
  3. Fotos
  4. Essen
  5. Laufen
  6. Leute treffen


fotobedingungen

Licht ist wichtig

Natürlich gleicht kein Tag dem anderen, weil immer Unvorhergesehenes passiert. Außerdem sind viele Tage von vornherein verplant, z.B. durch

  • Bus- und Bahnfahrten
  • Schlechtwetter
  • Verabredungen
  • Besorgungen
  • Reisepartner
  • Wandertouren


baikal trail

Wandern ist Ausnahmezustand

Auf Radwandertour bin ich jetzt gerade.

Schöne Grüße von der Annapurna Runde. In den “Teehäusern” gibt es tatsächlich Internet…

Weltreise durch China

China, was nun!
China, was tun?

China hat fast die gleiche Fläche, wie ganz Europa. Chinesische Kantone sind so unterschiedlich, wie europäische Länder.

In 7 Wochen Europa sehen zu wollen ist verrückt. In 7 Wochen China sehen zu wollen ebenso!

europa china

Europa passt fast in China

Aber will ich China überhaupt sehen? In den nächsten Tagen muss ich mich entscheiden:

3 Möglichkeiten Weiterreise nach Nepal

  • Abenteuerlicher Karakorum Highway durch Pakistan
  • Sauteure Tour durch Tibet (60+ EUR/Tag)
  • Langweiliger Flug nach Nepal

2 Möglichkeiten China

  • Direkte Weiterreise
  • 3 Wochen Südwestchina mit Visarun nach Hong Kong / Vietnam, dann Weiterreise

Das ergibt:
3 x 2 = 6 Kombinationen

chinainderhand

China in die Hand nehmen?

Meine Ansicht:

  • Flugzeuge möchte ich möglichst vermeiden.
  • Nepal ist öde zur Monsunzeit vor dem Oktober.
  • Pakistan oder Tibet sind zu zweit einfacher.
  • Gregs Weiterreiselust in 3 Wochen schätze ich auf 80%.

Soll ich

  1. sofort nach Pakistan und Indien aufbrechen?
  2. auf den Greg warten in Südwestchina und derweil günstigere Tibet Touren suchen?
  3. die Weltreise sein lassen und zurückkehren ins Traumland Thailand?

Weltreise Kosten: 36 Tage Mongolei bis China = 1000 EUR

Die nächsten 1000 EUR sind weg.

Die ersten 1000 EUR waren noch größtenteils Transportkosten. Für ca. 9000 km Strecke war das ein guter Deal.

1000eur
 
Die zweiten 1000 EUR habe ich für dekadentere Dinge ausgegeben:

  • Die Steppentour war kostspielig.
  • Das Nadaam Festival auch.
  • Mongolisches Essen ist preisgünstig, aber manchmal nicht abwechslungsreich genug.
  • Peking ist ein teures Pflaster.

Ich habe außerdem dem Konsum gefrönt:

  • 200 Visitenkarten
  • eine ordentliche Trekkinghose
  • ein neues T-Shirt, das alte löst sich auf


weltreise eur2000

Lebenshaltungskosten in blau - Transportkosten in grau

Selbst ohne kleine Ausschweifungen wäre das Geld schnell weg gewesen. China und die Mongolei liegen zwar in Asien. Die Lebenshaltungskosten sind aber lange nicht so günstig, wie in Indien und Südostasien.

Naja, man lebt nur einmal (-;

2 Monate Weltreise

2 Monate soll unsere Weltreise schon alt sein?
Unmöglich!
Undenkbar!

Wo ist denn die Zeit hingekommen?

keyboard

2 Nerds auf einer riesigen Tastatur in Russland

Vor gefühlten 2 Wochen sind 2 Nerds in Deutschland in den Zug gestiegen. Die Welt wollten wir sehen, die große, weite Welt.

Entspricht die Weltreise unseren Vorstellungen?
Natürlich nicht! Jeder Tag bringt neue Überraschungen. Hätten wir gewusst, was uns erwartet, dann hätten wir schließlich daheim bleiben können.

weltkugel

Da waren wir

Sind wir glückliche Weltreisende?
Ja, ja! Scheisse, ja! Egal was man unter Glück versteht und ob man Glück überhaupt als Lebensziel sieht.

Wollen wir also ewig reisen?
Der Kopf sagt: Nein!
Der Bauch sagt: Schau mer mal!

balance

Die richtige Balance finden

Im Moment ist es so:

  1. Wir leben den Traum!
  2. Die Welt liegt uns zu Füßen.
  3. Alles kann, nichts muss!

In Zukunft ist es so:

  1. Träume ändern sich.
  2. Die Welt tritt uns manchmal mit Füßen.
  3. Die richtige Balance ist wichtig
ausblick

Schöne Aussichten

Diese Weltreise dauert nun schon länger, als meine “legendäre” Thailandreise. Unfassbar!

Ich freue mich sehr auf die verbleibenden 10 Monate.

Weltreise Kosten: 27 Tage bis Mongolei = 1000 EUR

Um Geld dreht sich die Welt und teils auch unsere Weltreise.

Ich prahle gerne damit, dass Reisen Geld spart. Um den Worten Taten folgen zu lassen, schreibe ich jeden ausgegebenen Euro mit.

Immer wenn 1000 EUR verbraucht sind, melde ich mich hier.

2x500
 
2 rosa Scheine haben uns gerade so durch Russland gebracht. Am 27. Tag in der Mongolei war die vierstellige Summe bereits verbraucht. Russland ist eben sehr teuer und Wien und Bratislava erst recht.

Zugegeben, der Transport mit Bahn und Bus hat mit 458 EUR mehr als die Hälfte der Kosten verursacht (in grau). Wir haben auch eine enorme Strecke zurückgelegt.

weltreise eur1000

Lebenshaltungskosten mit Farbwertung (orange: zu viel, rot: viel zu viel - Transportkosten in grau

 
Hier in Asien werden die nächsten 1000 EUR länger reichen.

Zen Zeit: Im Hier und Jetzt

Die Zeit ist ein Werkzeug, ein abstraktes Modell:

  • Die Zukunft existiert nicht.
  • Die Vergangenheit existiert nicht.
  • Die Gegenwart ist alles, was existiert.

Es gibt nur diesen Moment.

uhr
 
Unser Gehirn gaukelt uns trotzdem einen fortlaufenden Zeitstrahl vor. Ganz so als könnte man die Zeit vor und zurückdrehen oder verlangsamen und beschleunigen.

  • Erinnerungen sind Ersatz für die Vergangenheit.
  • Spekulative Fantasien sind Ersatz für die Zukunft.

Dabei kann unser Gehirn vergangene Zeit gar nicht messen, sondern nur abschätzen. Das führt zu Ungereimtheiten. Zum Beispiel kommen uns Unfälle und andere lebensbedrohliche Ereignisse wie in Zeitlupe vor. Genau wie die Schusswechsel in dem Film Matrix in “Bullet Time” verlangsamt werden.

Eagleman hat 2007 in einer Studie gezeigt, dass dieser Zeitlupeneffekt nur eine Illusion ist. Wir speichern in furchteinflößenden Momenten viel mehr Erinnerungen, als im Alltag. Bei der Einschätzung der vergangenen Zeit hinterher, orientieren wir uns an der Anzahl der Erinnerungen. Wegen der höheren Erinnerungsdichte kommt uns ein Angstmoment viel länger vor.

Umgekehrt tritt dieser Effekt im Alltag auf, z.B. bei meinem vergessenen Sommer. Das, was wir für Zeit halten, vergeht außerdem schneller, je älter wir werden. Wir gewöhnen uns an die Routine und ohne neue Erfahrungen gibt es keine neuen Erinnerungen. Es heisst ja, dass mit 18 Jahren die gefühlte Mitte unseres 80 jährigen Lebens erreicht ist.

bambusbrunnen
 
Will man also mehr Zeit haben, dann muss man ständig mit der Routine brechen und neue Erfahrungen sammeln. Manchmal reicht schon ein neues Kochrezept und manchmal muss man eben eine Weltreise machen.

Gewinnen wir durch neue Erinnerungen wirklich an Zeit? Natürlich ist die gewonnene Zeit nur eine Illusion. Aber unsere Sicht der Vergangenheit ist auch nur eine Illusion. Die gewonnene Zeit ist also genauso real, wie unsere Vorstellung von Zeit selbst.

Es sind nicht die Jahre in deinem Leben, die zählen.
Es ist das Leben in deinen Jahren.

(Abraham Lincoln)

Einem Zen Buddhisten muss man nicht erklären, dass es Vergangenheit und Zukunft nicht gibt. Zen Buddhisten versuchen sowieso im Hier und Jetzt zu leben. Und was ist mit der Aufmerksamkeitsmeditation Zazen? Ist Zazen vielleicht sogar ein Ersatz für neue Erfahrungen?

Wenn man sich im Alltag auf jeden Grashalm und jede Bodenfließe konzentriert, kann man dann neue Erfahrungen erzwingen? Kann man so die Zeit dehnen? Oder widerspricht das Ziel neue Erinnerungen zu sammeln von vornherein dem Zen?

Hat ein Leser genug Buddha Natur, um das zu klären?

barfuss2

Mal barfuß gehen - oder in Vibram Five Fingers

Bis dahin empfehle ich andere Möglichkeiten neue Erfahrungen zu sammeln:

  • Ein Buch
  • Ein Barcamp
  • Ein Poetry Slam
  • Eine Reise
  • Mal barfuß gehen
  • Mal rückwärts gehen
  • Mal auf dem Boden schlafen
  • Mal im Garten schlafen
  • Neue Hobbies
  • Neue Bekannte
  • Neuer Arbeitsweg
  • Neue Arbeit
  • Nichts unversucht lassen

Wie lässt sich noch mit der Routine brechen?
Wie verlasst ihr eure Komfortzone?





Weiterführende Links:
Wie die Zeit in den Kopf kommt (pdf)
Eagleman Essay: Brain Time (Englisch)
Does Time Really Slow Down during a Frightening Event? Eagleman Studie von 2007 (Englisch)

Weltreise Abschiedsfeier

Noch ungefähr genau 3 Wochen bis zu unserer Weltreise!

Zeit allmählich Lebewohl zu sagen.

chilli

bierwanne






zequila

prost






luftschlange

atlas






muelltisch

globus






tagdanach

Tag danach

Tabata Ausdauertraining – Ergebnisse und Erfahrungen

Tabata ist ein minimalistisches Ausdauer Intervalltraining. Eine Trainingseinheit dauert nur 4 Minuten und besteht aus 8 Intervallen zu je 100% Intensität. Die Methodik habe ich vor einigen Wochen vorgestellt. Jetzt zu meinen Erfahrungen und den nackten Fakten.

rennergebnisse

Leider war es diesmal zu viel Minimalismus. 2009 konnte ich mit normalem High Intensity Training meine Form noch knapp halten. Diesmal habe ich ca. 6% an Geschwindigkeit eingebüsst.

Das zeigt mein Ergebnis vom Keiler Bike Marathon 2010 mit 10 Minuten Zeiteinbuße auf 3 Stunden. Vor 4 Wochen bin ich außerdem beim Residenzlauf Würzburg 2011 im Alumni Team mitgelaufen. Dabei war ich sogar 9% langsamer als 2009.

Umgekehrt schaut es bei meinen Trainingswochenstunden aus. Seit 2006 sank meine Trainingszeit von 9,9 Stunden auf nunmehr 1,3 Stunden pro Woche im 1. Quartal 2011.

wochenstunden

Wie man sieht habe ich nie ausschließlich nach Tabata trainiert. Fast jede 2. Trainingseinheit in den vergangenen 12 Monaten war eine Spasstour im Grundlagenausdauer Bereich. Wenn ich keine Lust auf eine Spasstour habe, dann zwinge ich mich zu Tabata.

Mein Hauptziel ist die Regelmäßigkeit unabhängig von äußeren Einflüssen. Ich setze 2-3 Mal die Woche einen Trainingsreiz, egal wie. Mit Tabata gibt es keine Ausreden, wie Lust, Wetter, Aufenthaltsort oder Jahreszeit. 4 Minuten schaffe ich auch in einem löchrigen Bretterverschlag im tiefsten Sibirien am Rande einer Depression, während draussen ein Winterschneesturm tobt.

Zu meiner zunehmenden Trainingsfaulheit kam auch die Erkenntnis, dass Ausdauersport nur in Maßen gesund ist. Früher dachte ich, daß ich meinem Körper mit 10 Wochenstunden einen Gefallen tue. Heute glaube ich, daß die 5. Minute schon zu viel ist. (oder sogar schon die 1.?) Gesundheit ist mir eigentlich wichtiger als Fitness.

residenzlauf2011

floc beim Residenzlauf 2011 (1. von links) - Foto: Michaela Thiel, Alumnibüro

Abschließend noch eine Liste, was Tabata nicht leistet:

  • kein Abnehmen
    Auch mit Nachbrenneffekt kommt man in 4 Minuten nur auf ca. 100kcal
  • keine orthopädische Anpassung
    Die 2. Stunde im Fahrradsattel schmerzt schon sehr
    Nach dem Residenzlauf hatte ich 6 Tage Muskelkater
    (wie jedes Jahr als Nichtläufer)
  • nichts für Sportler mit Ambitionen
    Keiler Bike Marathon 2010: Platz 68 von ~600
    Residenzlauf 2011: Platz 614 von ~1200
  • Kein Naturerlebnis oder Meditationseffekt
    Während man sich die Lunge aus dem Leib rennt achtet man nicht auf seine Gedanken oder Vogelgezwitscher
In Zukunft werde ich noch weniger Wochenstunden trainieren und noch mehr auf Tabata setzen. Auf unserer anstehenden Weltreise ist bis auf einige Bergtouren kein Sport geplant.


Weiterführende Links (englisch):
Originalstudie von 1996 – Herr Tabata
kritische Auseinandersetzung – Lyle McDonald

Das Ende der Evolution ist nicht schlimm – 7 Thesen

Die menschliche Evolution ist am Ende.
Ist das schlimm?

1. Die technologische Antwort:

Bei den künftigen Herausforderungen, die unser Überleben bedrohen, kann uns die Evolution sowieso nicht mehr helfen. Klar wäre es schön, wenn wir in 20 Generationen 10% schlauer wären oder 10% seltener krank. Aber notwendig ist das nicht, um die nächsten Hürden zu nehmen. Der Mensch, wie er heute ist, sollte trotz aller Makel genügen.

Das ist keine neue sondern eine uralte Idee. Vor vielen 10.000 Jahren haben wir mit Hilfe von Tierfellen, Behausungen und Feuer Europa besiedelt. Ohne Steinzeit-Hightech würden wir auch heute keinen europäischen Winter überleben. Selbst Bear Grylls braucht ein Ziegenfell zum Schlafen und eine Seehundhaut zum Schwimmen

Fazit:
Es geht längst nicht mehr darum unsere Bedürfnisse an die Umgebung anzupassen. Es geht um die Anpassung der Umgebung an unsere Bedürfnisse.

evolution wohnmobile

Evolutionsstufen von Behausungen (-:

Die technologische Antwort ist eigentlich selbsterfüllend:

  • Die Evolution funktioniert nicht mehr…
    …, weil wir durch Technologie Selektionsdruck beseitigen.
  • Die Evolution muss nicht mehr funktionieren…
    …, weil wir durch Technologie Selektionsdruck beseitigen.

Als technologiegläubiger Mensch bin ich mit dieser Antwort schon zufrieden. Trotzdem habe ich nach anderen Antworten gesucht, die ich kurz anreißen möchte:

2. Multiple Ausprägungen

Es gibt kein Gen für nur ein Merkmal, ohne Nebenwirkungen für andere Merkmale. Ein Gen beeinflußt immer mehrere phänotypische Ausprägungen.

Man will z.B. nach Intelligenz selektieren. Dann muss man beachten, dass 85% aller menschlichen Gene das Gehirn ausprägen. Vielleicht ist das Superintelligenz Gen gleichzeitig verantwortlich für schwere Herzfehler.

Fazit:
Eine große Bandbreite an überlebensfähigen Mutationen ist wünschenswert.

3. Potential

Wir schöpfen unser aktuelles Genpotential noch lange nicht aus. Es ist natürlich schwierig alle heutigen Einsteins für einen sinnvollen Zweck zu gewinnen. Viele von ihnen leben z.B. in Slums oder arbeiten bei Goldman Sachs.

Aber es ist immer noch um Größenordnungen schwieriger neue Einsteins zu züchten und diese für einen sinnvollen Zweck zu gewinnen.

Fazit:
Es gibt naheliegendere Optimierungen, als die Genmanipulation.

evolution gen

unsere Blaupause

4. Gentechnik

Die Evolution ist bestenfalls eine äußerst langwierige Genmanipulation, die selbst durch Züchtung schwer zu steuern ist. Intuitiv würde ich außerdem behaupten, dass die Evolution im mathematischen Sinn unvollständig ist. Dass also nicht alle lebensfähigen Phänotypen durch Evolution erreicht werden können.

Durch die Gentechnik können wir unsere Gene vollständig, unmittelbar und zielgerichtet manipulieren. Wir können nicht nur Fehler beseitigen und vorhandene Merkmale verbessern. Wir können uns neu erfinden – mit unvorstellbaren Chancen und Risiken.

Fazit:
Die Gentechnik ist viel mächtiger, als die Evolution je sein kann.

5. Die Evolution hat kein Ziel

Die Evolution ist nur ein Werkzeug und sich selbst genug. Es gibt kein Endziel am Horizont und selbst der Fortbestand des Lebens ist Zufall (z.B. St. Mathews Island). Die Evolution hat insbesondere nichts übrig für Moral, Intelligenz oder andere menschliche Werte. Besser angepasste Lebensformen werden bevorzugt, egal ob Ein- oder Mehrzeller, Vögel oder Säugetiere.

Wir fühlen uns heute als Evolutionssieger, genau wie die Dinosaurier vor 65 Mio. Jahren. Vielleicht ist es ein tragischer Fehler in unserer Vermessenheit der Evolution ein Ziel geben zu wollen.

Fazit:
Die Folgen gesteuerter Evolution sind nicht absehbar.

affe krone

Wir Affen sollen die Krone der Schöpfung sein?

6. Meme statt Gene

Der beste Physiker im alten Griechenland konnte nicht einmal die Bahn eines fallenden Apfels berechnen.

(Eliezer Yudkowsky – Twelve Virtues of Rationality)

Neben dem Gen-Informationsspeicher hat die Evolution einen zweiten Informationsspeicher hervorgebracht: Das Gehirn. Leider geht der Inhalt eines Gehirns mit dem Tod des Individuums verloren. Wir kennen aber schon lange Abhilfen für dieses Problem.

Was mit der mündlichen Überlieferung begann entwickelte sich über die Schrift zu elektronischen Massenspeichern. Wissenschaftlicher Fortschritt ist so überhaupt erst möglich. Selbst Newton stand auf den sprichwörtlichen Schultern von Riesen.

Fazit:
Ideen sind das neue Erbgut.

7. In was für einer Welt wollen wir leben?

Der lang gehegte Traum der Menschheit ist es, frei zu sein von äußeren Zwängen. Diesen Traum müssten wir zugunsten der Evolution aufgeben.

Fazit:
Die Evolution kennt keine moralischen Bedenken. Und wir?

Die Thesen widerprechen sich teilweise, denn ich habe natürlich keine Antworten.

Weiterführende Links:
Wir revolutionieren unsere Evolution – Spiegel Artikel
Mankind Has Stopped Evolving (englisch) – Video Dr. Michio Kaku

Weltreise für zwei

Aus meiner Weltreise ist unsere Weltreise geworden. Der Greg hat die Schnauze voll von Würzburg und kommt mit, juchui!

Eigentlich wollte ich auf so lange Dauer lieber alleine reisen. Die Lust auf Streit und dauernde Kompromisse ist mir nämlich vergangen. Aber der Greg streitet nicht gerne, hat ähnliche Interessen und vor allem hält er seine Klappe, wenn er nix zu sagen hat (-;

greg karte

Greg checkt die Lage (Bild: Roland Fäustlin)

Es könnte echt klappen, dass wir es gemeinsam um die Welt schaffen. In den letzten 10 Jahren haben wir zusammen schon viel erlebt: Alpencrosse, Bergtouren, Biketouren, Inselurlaub, Informatikstudium, Punkrockshows, Quakeworld und zuletzt die tollen Freiübernachtungsabenteuer auf Madeira, Mallorca, in der sächsischen und in der fränkischen Schweiz.

Unsere Weltreise soll im Juni beginnen. Die für März geplante Route mit Start in Südamerika macht von der Jahreszeit dann keinen Sinn mehr. Außerdem will der Greg unbedingt die Transsibirische Eisenbahn fahren. Und wer bin ich, dass ich dem Greg so eine einleuchtende Idee ausschlage.

transsib

Die Transsibirische Eisenbahn

Die neue Route

  1. (St. Petersburg)
  2. Moskau
  3. Irkutsk
  4. Ulan Baatar
  5. Peking
  6. Tibet
  7. Nepal
  8. Indien
  9. Südamerika

Die Route wird nach hinten hinaus sehr ungefähr. Wir schauen halt mal, dann sehen wir schon…

Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.

(John Lennon)