19
Okt 2008
Der Tag vor genau einem Monat war ein schwarzer Tag. Nicht nur daß ich ordentlich beim Schafkopf verloren habe, mir ist anschließend auch noch bei hellichter Nacht die beste Stadtschlampe der Welt “abhanden gekommen”.
Ich bin zuweilen ziemlich naiv und wollte es damals nicht wahr haben, daß es derart schlechte Menschen in meinem Würzburg geben soll. Mittlerweile würde ich notgedrungen einräumen, daß es vielleicht doch einen geben muss. Aber nur einen!
Und heute Abend habe ich ihn getroffen, den schlechten Menschen von Würzburg mit meiner Stadtschlampe.
Aber zunächst hat mich ein guter Mensch angerufen. Maggie, meine Ex-Freundin war am Apparat. Es gibt genügend Leute, die sich nichts Schlimmeres vorstellen können als einen Anruf vom Ex-Partner und einige wenige, die sich danach verzehren. Ich war vor allem überrascht. Maggie saß gerade am Sanderring in der Straßenbahn und glaubte meine Stadtschlampe erkannt zu haben.
Ich renne also zur Haltestelle Rathaus und steige rechtzeitig in die richtige Straba. Es ist tatsächlich mein Rad auf dem der schlechte Mensch von Würzburg seine Griffel liegen hat. Und was für ein klischeehafter schlechter Mensch. Ein Ausländer lehnt betont cool am Fenster mit einer Flecktarnjacke und riesigen Kopfhörern auf den Ohren.
In der Kurve zur Domstraße, nur 5 Meter von dem Ort, wo er sie “gefunden” hat überlässt er mir die Stadtschlampe freiwillig wieder. Die Polizei wollte er lieber nicht holen, der schlechte Mensch von Würzburg…
Man stelle sich das mal vor:
Meine Ex-Freundin ist als einziger Mensch auf der Welt theoretisch dazu in der Lage die Stadtschlampe zu erkennen und das ist schon eine enorme Leistung. Sie ist dazu noch zur richtigen Zeit im richtigen Teil der richtigen Straßenbahn und hat die Geistesgegenwart (und Güte) mich rechtzeitig anzurufen.
Die Welt ist verrückt!
Sowieso: Straßenbahn fahren mit der Stadtschlampe, wie beleidigend ist das überhaupt?
Sie ist doch viel, viel schneller als jede Straßenbahn!
Von nun an zumindest wieder! (-:
20
Sep 2008
Es gibt keine schlechten Menschen. Es gibt Menschen, die Schlechtes tun. Daß einige Menschen öfter Schlechtes tun als andere liest man in den Nachrichten. Daß es solche Menschen auch in meiner Stadt geben soll, kann ich nicht glauben, will ich nicht glauben.
Gestern Nacht um 1 Uhr habe ich auf dem Heimweg noch Geld abgehoben. Meine Stadtschlampe hab ich dazu an den großen Pfosten vor der Tür der Sparkasse am Grafeneckart gelehnt, in Sichtweite vom Geldautomaten.
3 Minuten später stehe ich wieder vor der Tür und schaue perplex auf den Pfosten. Meine geliebte Stadtschlampe ist spurlos verschwunden. Ich kann die Augen so oft auf und zu machen wie ich will, sie ist weg. Ungläubig schweifen meine Blicke. Es sind viele Leute unterwegs aber weit und breit kein Radfahrer oder jemand, der sich schnell von mir wegbewegt.
Seit 3,5 Jahren steht meine Stadtschlampe Tag und Nacht geduldig angekettet vorm Haus. Zum Einkaufen, zur Hubland Uni, zur Jurabib, zum Kino, zum akw, sogar zur Stadtbib gleich ums Eck nehme ich mein Schlämpchen. Selbst eine höhenmeterlastige Rhöntour hat sie schon hinter sich, in vorübergehender Ermangelung eines anderen fahrbaren Untersatzes.
Unsere Beziehung konnte nicht einmal belasten, daß sie mich vor 2 Jahren abgeworfen hat. Damals hab ich mir den Arm gebrochen, auf dem Heimweg vom akw. Ich war in keiner guten Position um ihr Vorwürfe zu machen (-;
Es ist schlecht, schlecht und dreimal schlecht meine Stadtschlampe einfach zu klauen!
Das lass dir gesagt sein, dreckiger Dieb!

Stadtschlämpchen zu Ostern – R.I.P.
Halbwegs versöhnt mit der Welt hat mich gerade ein junger Kerl. Ich habe mich in Radklamotten in einer Nebengasse an meinem Auto zu schaffen gemacht. Er ruft beim Vorbeigehen an der Gasse auf Verdacht einfach mal laut “Diebstahl!”. Es haben gleich ganz viele Leute gekuckt.
Wenigstens auf mein Auto wird aufgepasst aber in was für einer Welt leben wir eigentlich?
Thou shalt not steal if there is a direct victim
(Dan Le Sac vs Scroobius Pip – Thou Shalt Always Kill)
17
Okt 2007
Morgen ist meine Saisonpause 07/08 zu Ende.
Es ist dann genau vier Wochen her, daß diese Metallplatten aus meinem linken Unterarm entfernt wurden:

Metallplatten
Vorm Gardasee Urlaub hat mir ein schon pausierender Vereinskollege von seinem ersten Bier dieses Jahr erzählt und wie schön so eine Saisonpause doch ist. Die Freude über das Bier konnte ich natürlich verstehen, Bierverzicht während der Saison wär nix für mich. Doch absolute Radabstinenz konnte ich mir nicht besonders angenehm vorstellen.
Nach dem Gardasee Urlaub, war dann aber die Luft raus und so fiel mir der Monat Entzug sehr leicht. Nicht mal die Stadtschlampe wurde einen einzigen Meter bewegt.
Auch die ursprünglich, mit meinem Schatz, geplanten gemütlichen Heckenwirtschaftsbesuche mit dem Radl haben sich net ergeben. Ganz zum Leidwesen der Heckenwirte im Umkreis übrigens, ich hoffe es schreibt niemand wegen unserm Ausbleiben rote Zahlen (-;
Nicht nur durch das Vermeiden von Heckenwirtschaften hab ich mich bemüht so wenig Fett wie möglich anzusetzen, bin jedoch kläglichst gescheitert.
Andererseits bin ich jetzt motiviert die langen und langweiligen Grundlagenlagenausdauer-Fahrten für die Saison 2008 anzugehen.
Zusätzliche Motivation geben außerdem
Das wird ne tolle Saison, juchuui (-;
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