13
Jul 2011
In der Transsibirischen Eisenbahn wacht man auf, wenn der Zug anhält.
Das Schwanken der Wagen und das Klacken der Schienen geht in Fleisch und Blut über. Man vermisst es sofort bei einem Halt. Nach 2 Minuten Aufenthalt in einem Weiler irgendwo in Sibirien, setzt die Bahn ihre Reise fort. Man kann weiterschlafen oder noch eine Weile verträumt aus dem Fenster schauen.
 Kurven sind selten
Die Zeit verstreicht in Tagen statt in Stunden und die Zeitzonen wechseln täglich. 5640km haben wir von der insgesamt 9288km langen Transsibirischen Eisenbahn erlebt. Von Moskau hat sie uns nach Ekaterinburg, Novosibirsk, Irkutsk und schließlich Ulan-Ude nahe der Mongolei gebracht. Kurven sind selten und so rollen die Wagen immer gen Horizont. Sibirien ist endlos, endlos!
Sibirien ist auch monoton. Am Fenster fliegen dichte Wälder vorbei und vereinzelte Wiesen. Man sieht die immergleichen Pfade zu den immergleichen Weilern. Brücken über enorme Flüsse bieten wenig Abwechslung. Die Städte in denen wir Halt machen unterscheiden sich hauptsächlich durch die Größe ihrer Lenin Statue.
 Eisenbahnbrücken bieten Abwechslung
Auch der Tagesablauf ist monoton. Laut wikitravel ist “die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn [...] wohl eins der letzten noch existierenden Abenteuer.” In Wahrheit ist eine Straßenüberquerung in der Mongolei abenteuerlicher, als eine Zugfahrt im zivilisierten Russland.
Den eigentlichen Reiz an der transsibirischen Eisenbahn machen die russischen Mitfahrer aus. Wir haben in der Touristenattraktion Transsib mit vielen anderen Ausländern gerechnet. Außer uns sind aber nur Einheimische an Bord.
Die Bewohner des dünn besiedelten Russlands sind äußerst herzliche Menschen und stören sich an keiner Alters-, Sprach-, Kultur- oder Abteilbarriere. Die Aufmerksamkeit, die der ganze Wagen uns Touristen schenkt, ist ebenso liebreizend wie anstrengend.
 Unsere russischen Mitfahrer
3 Streckenabschnitte sind wir im 4er Abteil gefahren. Einmal haben wir unsere rollende Stube mit einer Polizistin und ihrem stets herzlich lachendem Mann geteilt, einmal mit einer sehr heiratswilligen Mutter und ihrer Tochter und einmal mit 2 Großmüttern, sogenannten Babushkas.
Die Babushkas waren unsere ersten Weggefährten und haben uns Anfänger mit großer Begeisterung bemuttert. Und während die beiden in unserem Abteil unser Abendessen vorbereiteten, stand bei den Ingenieuren im Nachbarabteil schon der Vodka bereit.
Russische Bahnfahrer haben nämlich immer Essen und Vodka dabei und zwar genug für alle im Abteil. Wenn doch etwas fehlt, stehen am nächsten Bahnsteig Verkaufsstände bereit. Bedient werden sie vor allem von Babushkas, die den Reisenden Frisches, Verpacktes und Flüssiges anbieten.
 Gut sortierte Verkaufsstände
Für Speis und Trank bedanken wir uns stets mit unseren Geschichten. Ohne Russisch Kenntnisse behelfen wir uns mit Zeichnungen und Gesten, um die einfachsten Auskünfte zu geben. Auch Gregs OhneWörterbuch ist sehr hilfreich.
Wenn man die Transsib machen will, sollte man sich darauf vorbereiten, immer im Mittelpunkt zu stehen. Längere Zeiträume zum Zurückziehen oder die Ruhe ein Buch in die Hand zu nehmen sind selten.
Für Introvertierte ist eine mongolische Strassenüberquerung tatsächlich ein Kinderspiel im Vergleich zur Transsibirischen Eisenbahn…
15
Jun 2011
Bahn zu fahren, was liegt näher.
bloß nach Stunden nimmer mehr.
Es wackelt hin, es wackelt her,
nach einer Nacht fällts halb so schwer.
 Auf 5 qm
 Richtung Moskau
Immer Nachts klopft uns der Waggon-Papa aus dem Schlaf. Wir haben die Grenze erreicht. Immer Nachts kommen die Männer, Frauen und Schäferhunde in ukrainischer oder russischer Uniform.
Es sind bange und lange Minuten, wenn Grenzbeamte mit grimmiger Miene unsere Papiere im Neonlicht durchblättern. Abschließend bekommen wir einen prüfenden Blick in unsere müden Gesichter, in unsere vom Adrenalin geweckten Augen.
Endlich klackt der Stempel in den Reisepass und die Stiefelpaare klacken militärisch ein Abteil weiter. Der Zug kann bald weiterfahren, zumindest in Russland. In der Ukraine braucht die Spurumstellung auf breite Gleise noch gute 2 Stunden.
 Zwischenstop - Spurwechsel zwischen Slowakei und Ukraine
Fast 2 Tage sind wir in unserem Schlafwagen unterwegs. Der sogenannte Kurswagen hängt ab Bratislava mal an diesen, mal an jenem Zug. Wie ein Anhalter fahren wir Schritt für Schritt Richtung Moskau.
Nach einiger Zeit gewöhnt man sich an 5 Quadratmeter, fehlendes Internet, viel Rangieren, viel Stillstand, keine Dusche, schlechter werdende Gleise und wenig zimperliche Zugbegleiter.
 Zwischenstop - Irgendwo in der Ukraine
Wer einen russischen Kurswagen bucht, bucht nämlich einen Waggon-Papa und eine Waggon-Mama dazu. Die Mama bringt uns Bettwäsche, macht uns Kaffee und Tee und zeigt uns was für Snacks wir für 20 Rubel bekommen.
Der Papa füllt mit uns viele, viele Immigrationspapiere aus, genehmigt Kurzaufenthalte bei Zwischenstops und ermahnt uns, wenn wir mit unseren slowakischen Mitreisenden im nächsten Abteil auf sein Wohl trinken.
 Unser Waggon Papa lässt niemanden so einfach herein
Das war ein wunderschönes Abenteuer.
Es war der Auftakt zur transsibirischen Eisenbahn. In 3 Tagen fahren wir weiter von Moskau nach Ekaterinburg.
18
Feb 2011
Wir sind in der Zukunft!
 Ein Gerät kann alles
Wann gibt es das alles in einem Gerät?
Ein SchlafBeamer-GPSKinect-InternetThermometer-SchrittKamera-MP3PulsUhr-HöhenHandy, eingebaut im Rahmen meiner Brille!
Die eierlegende Wollmilchsau für feuchte Nerdträume!
Was habe ich noch vergessen beim ultimativen Gadget?
Brennstoffzelle?
Babelfisch?
23
Jan 2011
Wir alle möchten gesund, trainiert und leistungsfähig sein. Natürlich wollen wir keine Zeit dabei verlieren. Deshalb mache ich gerne Experimente mit Lifehacks, besonders mit körperlichen Tricks, z.B.:
Gesundheit, Fitness und ein langes Leben kann man sich freilich nicht aussuchen, aber die Grundlagen kann man schaffen.
Am meisten erreicht man in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Schlaf.
Einige Experimente taugen nichts, aber andere bleiben hängen.
Aktuelle Lifehacks (nach Priorität)
-
Vermeidung von Zucker, insbesondere Getreide
(seit 3 Jahren)
 Der Tiefschlaf ist gesichert
-
Periodisches Fasten
Abends bis Mittags, ca. 14 Stunden pro Tag
(seit 9 Monaten)
-
Tabata Training
4 Minuten, 2-3 Mal pro Woche
(seit 9 Monaten)
-
Schlafphasenwecker
Der aXbo weckt nur außerhalb der Tiefschlafphase
(seit 1 Jahr)
-
Schuhvermeidung
barfuss, Vibram Five Fingers oder Nike Free 3.0
(seit 2 Jahren)
 Five Fingers, fast barfuss
-
30 Minuten Sonnenbad
in Deutschland ist es nur 40% des Jahres warm genug
(seit 7 Monaten)
-
Vermeidung von langem Sitzen
Stehtisch, Kniestuhl und ein Gymnastikball – Letzteres war mein gestriger Preisschafkopfgewinn, hehe
(seit 4 Monaten)
.
Neue Lifehacks 2011
-
Liegestütze & Klimmzüge
2-3 Mal die Woche
-
Fastentag
einmal pro Woche
 Eine sehr gesunde Mahlzeit: Nichts
-
Siesta
Nachmittags 30 mins
Den Fastentag habe ich die letzten 2 Wochen probiert und er gefällt mir. Hunger hatte ich keinen, Appetit um so mehr. Davon abgesehen ist das Körperbefinden am Fastentag einfach großartig und die Aufmerksamkeit ist merklich erhöht.
Liegestütze/Klimmzüge und Siestas habe ich noch nie länger als 2 Monate durchgehalten. Diesmal klappt es!
Alle 10 Lifehacks zusammengenommen sind aber nicht halb so wichtig, wie der wesentliche, 11. Gesundheits Trick.
Wichtigster lifehack
- Stressvermeidung!
jede Minute und jede Sekunde
21
Dez 2009
Als ich noch meinen treuen Passat hatte, konnte ich mir nie merken, wo in Würzburg ich gerade geparkt hatte.

letzte Fahrt vom Passat
Das Merkproblem kehrte diesen Monat verschärft zurück. Ich musste mir merken, wo in Würzburg ich gerade wohne. Ab dem 1. Dezember war ich am Couchsurfing (-;
241 freie Couches gibt es laut couchsurfing.org in Würzburg. Ich habe aber ehrlich gesagt nur bei Kumpels geschlafen (und einmal im besetzten Hörsaal). Für die Gastfreundschaft möchte ich mich abschließend nochmal recht herzlich bedanken.
Es war sehr schön bei euch allen!
13
Nov 2009
Katastrophe, Fehlschlag, verheerende Niederlage…
So ungefähr fühlt sich mein Schlafexperiment an. Seit einer Woche ist kein Tag ohne Schlappe vergangen. Das Überschlafen nimmt überhand, die Bettliegerei liegt bei 6 Stunden plus. Vielleicht sollte ich einfach abbrechen, aber ich habe eine Anwandlung von extremer Sturheit.
Fortschritte
Die körperlichen Einbußen und Müdigkeitsphasen gehören anscheinend der Vergangenheit an. Das eigentliche “Problem” ist mittlerweile, dass ich mir viel Zeit lassen kann und nichts Spannendes zu tun habe.
Das ist einerseits genau das, was ich mir gerade wünsche. Andererseits motiviert diese lockere Ungezwungenheit nicht dazu 4 Mal am Tag ohne zu Zögern aus dem warmen Bett zu springen. Und schnell wird aus dem Zögern eine Minute und daraus eine Stunde.
Mein verkorkster Everyman Schlafgraph
Es wurmt mich wirklich sehr, dass ich trotz körperlicher Anpassung nicht die nötige Disziplin für einen 20 Stunden Tag habe. Man sieht im Schlafgraphen nicht einmal, dass der Kernschlaf am Anfang der Nacht liegt, weil ich um 8 Uhr regelmäßig überschlafe…
Entscheidung
Es gibt nun 3 Möglichkeiten:
- Verkorkster Everyman: Weiter chillen wie bisher
- Siestaschlaf: 6 Stunden Kernschlaf und ein Mittagsnickerchen
- Ernsthafter Everyman: Die nächsten 2 Wochen sofort mit dem Wecker aufstehen
Ich denke, ich gebe mir die letzte Variante.
Entschlossenheit
Nein Moment, das geht anders:
Ich strebe mit jeder Faser meines Körpers danach ein Everyman zu sein.
Ich atme Everyman, ich denke Everyman, ich bin Everyman.
Mein Fleisch ist schwach, mein Geist ist stark.
Ich will das jetzt durchziehen.
Ich kann das jetzt durchziehen.
(-;
06
Nov 2009
Die 3. Woche vielphasiges Schlafen ist eine Katastrophe. Seit Sonntag habe ich den Schlafrythmus keinen einzigen Tag einhalten können.
Das Grauen vorm Morgengrauen
Die Biorythmus Probleme in den frühen Morgenstunden haben sich ausgeweitet. Ich komme gar nicht erst dazu mit meinen Wachhalteaktivitäten anzufangen, weil ich jeden Tag früher einbreche. Wann der Mann mit dem Hammer kommt scheint unvorhersehbar. Eben lese ich noch hochtrabende Artikel und im nächsten Moment bin ich schon im Land der Träume.

Bis ich merke was los ist, sind mit einem Wimpernschlag gute 2 Stunden vergangen. Jede verdammte Nacht…
Und um 20 Uhr fällt es mir dann wieder schwer einzuschlafen.
Termine
Dazu kommen die sozialen Probleme. Ich bin nicht oft unter Leuten, aber es macht echt jeder einzige Termin Schwierigkeiten.
Im Mittel habe ich keine 2 Stunden, bevor ich ins Bett muss. Selbst 3,5 Stunden unter optimalen Bedingungen sind für manche Aktivitäten zu kurz. Die fehlende Flexibilität tut ihr Übriges zur Vereinsamung.
Ich habe ja gerne meine Ruhe, aber durch die vielen Extrastunden fühle ich mich eh schon allein genug.
Frühstück
Nach dem Aufstehen habe ich oft Hunger. Das ist kein Problem, solange ich einmal am Tag aufstehe. Aber 6 Mal am Tag Frühstück ist einfach übertrieben. Das merke ich nicht zuletzt auf der Waage (-;
Sehnsucht nach Schlaf
Ein weiteres Dilemma ist, dass ich manchmal einfach gerne schlafen würde. Nicht, weil ich nicht ausgeruht wäre. Der Vielphasenschlaf hält was er verspricht und ich bin bis auf die Biorythmusprobleme meistens munter.
Manchmal sollen einfach ein paar Stunden ins Land gehen, ohne dass ich jeden Moment davon erlebe. Das klingt absurd, aber immer wach zu sein ist gar nicht so erstrebenswert.
Der Everyman
Auf die vielen Vorteile möchte ich trotzdem nicht verzichten. Wie immer im Leben soll es also alles auf einmal sein und Sahne obendrauf. Und wie immer im Leben gibt es einen Kompromiss, den Everyman-Schlafrythmus.
Der Everyman unterscheidet sich von meinem bisherigen Schlafrythmus, dem Überman:
Unterschiede Schlafrythmen
Kernschlaf
Statt nur noch Nickerchen zu machen, gibt es beim Everyman einen 3 stündigen Kernschlaf und über den Tag verteilt 3 Nickerchen.
Ob ich den Kernschlaf lieber an den Anfang oder an das Ende der Nacht lege weiß ich noch nicht. Mittendrin wäre es zwar vom Biorythmus am Besten, aber dann müsste ich zwischen 19:00 und 24:00 ein Nickerchen machen. Das würde die Abendgestaltung zu sehr einschränken.
Vorteile
Was die tägliche Schlafzeit angeht, ist der Everyman immer noch beeindruckend:
Tagesschlafzeit
Die Wachphasen sind mit 5 Stunden länger und die Zeiten für Nickerchen sind flexibler. Eine Abweichung von einer Stunde beim Nickerchen soll kein Problem sein.
Auch auf der gesundheitlichen Seite fühle ich mich ehrlich gesagt wohler, wenn ich dank Kernschlaf nicht auf die “unnütze” Tiefschlafphase verzichte.
Umsetzung
Mit der Umsetzung habe ich heute angefangen, der erste Kernschlaf liegt gerade hinter mir. Wenn man es genau nimmt habe ich schon am Montag ungewollt gewechselt.
Samstag und Sonntag waren meine letzten erfolgreichen Tage als Überman.
Ich bin halt nunmal ein Everyman (zu deutsch: Durchschnittsbürger) (-;
02
Nov 2009
2 Wochen ist mein erstes Nickerchen jetzt her.
Zeit für ein Schlafexperiment Resümee.
Theorie
Das Schlafexperiment ist der Versuch, 6 Nickerchen mit jeweils 20 Minuten über den Tag zu verteilen. Diese insgesamt 2 Stunden Schlaf pro Tag sollen den 6-8 stündigen Normalschlaf vollständig ersetzen, angeblich ohne jegliche Beeinträchtigung.
Jedes der 6 Nickerchen muss dazu die wichtigste Schlafphase, den REM-Schlaf durchlaufen. Der REM-Schlaf setzt normalerweise erst nach 90 Minuten Schlafdauer ein. Durch eine mehrtägige Konditionierung auf 20 Minuten Schlafdauer unter Schlafentzug, kann man sich aber auf den vorzeitigen REM-Schlaf umgewöhnen.
Praxis
Diese Umgewöhnung funktioniert tatsächlich. Während meiner Nickerchen habe ich mittlerweile regelmäßig Träume und fühle mich nachher oft so erholt, als hätte ich stundenlang geschlafen. Leider gibt es immer noch Nickerchen, nach denen ich unausgeschlafen bin. Insbesondere zwischen 4 Uhr und 9 Uhr morgens werde ich unsagbar müde. Laufend fallen mir die Augen zu und ich überschlafe beim 4 Uhr Nickerchen öfter als nicht.
Überschlafen
Das Überschlafen ist eine reine Disziplinfrage. Wenn der Wecker klingelt muss ich sofort aufstehen. Sobald ich erstmal aus dem Bett raus bin, bin ich wach. Stattdessen bleibe ich manchmal minutenlang liegen und döse im schlimmsten Fall wieder ein.
Bemerkenswert daran ist, dass ich selbst dann spätestens nach 2 Stunden von selbst wieder aufwache. Würde ich unter Schlafentzug leiden, dann könnte ich sicher 8+ Stunden durchschlafen. Es ist lediglich mein antiquierter Biorythmus, der mich müde werden lässt, wenn die Nacht am Dunkelsten ist.
Schwere Lider
Am Liebsten würde ich jede freie Minute lesen, lesen und wieder lesen. Wenn ich aber in den frühen Morgenstunden ein Buch aufschlage, macht mir der Sekundenschlaf schwer zu schaffen. Es ist nahezu unmöglich zwischen 4 und 9 Uhr wach zu bleiben, ohne sich dauernd zu bewegen. Ich hebe mir zwar genug aktive Tätigkeiten auf, es ist aber gar nicht so leicht die enorme Trägheit zu überwinden und mit z.b. Aufräumen anzufangen. Auch hier macht sich also wieder meine mangelnde Disziplin bemerkbar.
Ergebnis
Trotz dieser Probleme, bin ich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Eine vollständige Umgewöhnung scheint in greifbare Nähe zu rücken. Vorausgesetzt natürlich, dass ich endlich die frühen Morgenstunden in den Griff bekomme. Zucht und Ordnung müssen herrschen!
Aaangriff, auf die 3. Woche! (-;
30
Okt 2009
Ja, das Schlafexperiment läuft noch…
Gewöhnung
…und es fühlt sich viel besser an! Das Wort “Experiment” ist fast ein wenig fehl am Platz, so sehr sind die Nickerchen schon zur Gewohnheit geworden. Der einphasige Schlaf wirkt mehr und mehr, wie eine antiquierte Vorstellung aus ferner Vergangenheit.
Frühmorgen Schläfrigkeit
Den größten Teil des Tages hab ich einen normalen Wachheitsgrad erreicht. Nur zwischen 4 und 9 Uhr bin ich schläfrig. Wenn ich in dieser Zeit nicht manuell tätig bin, dann überfällt mich der Sekundenschlaf.
Aktivitäten wie Wohnung aufräumen oder auf Vorrat kochen heb ich mir für diese Zeit auf. Aber auch ein frühmorgentlicher Spaziergang durch Würzburgs leere Straßen hat seinen Reiz.
mehrstündiges Überschlafen
Ich hab auch mit einem zusätzlichen Nickerchen um 6 Uhr experimentiert, aber das bringt keine Besserung. Ganz im Gegenteil, gestern hab ich dabei extremst überschlafen. Um 9 Uhr, nach verschwenderischen 3 Stunden, bin ich mit dem abgeschaltenem Wecker in der Hand aufgewacht. Ich habe schon das vorzeitige Ende befürchtet. Mit dem nächsten Nickerchen war ich aber schon wieder im Rythmus.
Rücksichtnahme
So gut wie niemand kann nachvollziehen, wie gern ich dieses Experiment mache und meine “Aufopferung” sorgt für Entgegenkommen. Was meine eingeschränkte Terminauswahl angeht, stoße ich also bisher auf große Rücksichtsnahme.
Damit das noch eine Weile so bleibt:
Vielphasiges Schlafen ist schrecklich, ich leide Höllenqualen! (-;
(nicht wirklich)
27
Okt 2009
So, jetzt geht es wieder mit der Müdigkeit.
Stress
Kaum sehne ich mich nicht mehr so dringend nach Schlaf, werden die Nickerchen alle 4 Stunden zum Stressfaktor. Immer der Blick auf die Uhr, dauernd muss ich ins Bett hüpfen. Das alles in einem Aufwasch zu erledigen hatte schon seine Vorzüge.
Konditionierung
Einschlafen hat normal immer 10-15 Minuten gedauert. Jetzt geht es auf Kommando: Ich stelle meine beiden Wecker auf 20 Minuten später und geh ins Bett. Egal, was ich nun denke oder wie ich mich hinlege, nach kürzester Zeit bin ich im Land der Träume.
Auch das Aufstehen geht viel besser, noch nie bin ich so schnell aus dem Bett gekommen.
Wenn ich aus dem Experiment bloß die Einschlaf- und Aufstehkonditionierung mitnehmen könnte, wäre schon viel gewonnen.
Latent Müde
Mit meinem aktuellen Wachheitsgrad lässt es sich aushalten, aber ein Traumzustand ist es net (Wortspiel beabsichtigt). Sobald es etwas Leerlauf gibt, so wie heute im Zug, fallen die Äuglein immer wieder zu. Ich bin mir auch gar nicht mehr sicher, ob das am Freitag/Samstag so viel besser war.
Frist
Ich könnte das bisherige Ergebnis zwar zur Diplomarbeitsendphase o.ä. empfehlen, aber auf Dauer leben möchte ich so nicht. Weiter experimentieren werde ich auf jeden Fall bis kommenden Sonntag. Dann erwarte ich mir, normal ausgeschlafen zu sein. 2 Wochen sollten schließlich zur vollständigen Umstellung reichen, auch wenn ich es am Samstag verbockt habe.
Tägliche Berichte
Weil Verbesserungen von nun an wahrscheinlich eher graduell erfolgen, werde ich wohl nicht mehr täglich berichten. Wenn etwas Interessantes passiert, meld ich mich.
|