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  • Nachhaltiger Reisen durch günstiges Reisen

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    Der Mönch deutet mit seiner magenta Robe auf drei Türen und beobachtet unsere Reaktion:

    Hier sind die Toiletten und die Dusche.
    Es gibt kein warmes Wasser.

    Unser Blick fällt auf 2 einfache Hock-Toiletten, wie sie in Asien üblich sind. Wir lächeln zufrieden und der Mönch lächelt zufrieden zurück.

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    Hock-Toilette im Burmese Rest

    Unsere letzte warme Dusche ist nur noch eine ferne Erinnerung und nach einem halben Jahr in Asien haben wir Hock-Toiletten lieb gewonnen. Sie sind hygienischer, gesünder, mit weniger Aufwand herzustellen und einfacher zu reinigen. Die meisten Asiaten haben noch nie eine westliche Sitz-Toilette gesehen und würden sich auf die Klobrille stellen, wie sie es gewohnt sind.

    Wir bleiben 4 Tage in dem beschaulichen und mit 3,86 Euro (700 Rs) günstigsten Doppelzimmer unseres einmonatigen Sri Lanka Aufenthalts. Es geht uns zugegeben in erster Linie um den Preis. Trotzdem halte ich das Burmese Rest für nachhaltiger als die meisten sogenannten Eco-Lodges.

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    Mönch im Burmese Rest

    Das Burmese Rest in Kandy, Sri Lanka ist eigentlich zum Übernachten für buddhistische Pilgerer gedacht, bietet aber auch ein paar einfache Zimmer für normale Reisende. Mit Tourismus haben die Mönche nichts am Hut. Die Unterkunft ist in keiner Buchungsmaschine gelistet und man kann auch nicht vor Ort reservieren, “weil es sowieso meistens voll ist”. Auch gibt es keine sogenannten westlichen Standards.

    Mit Nachhaltigkeit haben die Mönche sicher auch nichts am Hut. Dadurch, dass die Unterkunft nicht an touristische Bedürfnisse angepasst ist und nicht extra für den Tourismus gebaut wurde, machen sie aber viel richtig. Ein Besucher verbraucht nicht mehr Wasser und Energie als ein Einheimischer, die Einnahmen gehen an die Mönche und wer die Kultur mißachtet und z.B. Alkohol im Guesthouse drinkt, fliegt raus.

    Damit sind alle 3 Säulen der Nachhaltigkeit zumindest teilweise abgedeckt: Ökologie, Ökonomie und Sozio-Kulturelles.

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    3 Säulen der Nachhaltigkeit

    Wenn wir Nachhaltigkeit hören, denken wir hauptsächlich an Umweltschutz. Aber das ist nur ein Teil von nur einer der 3 Säulen, wie Nachhaltigkeit von den Vereinten Nationen definiert wird:

    • Ökologie
      Bleiben Natur und Ressourcen für künftige Generationen erhalten?
    • Sozio-Kulturell
      Sind Einheimische froh über den Tourismus? Wird auf die lokale Kultur Rücksicht genommen?
    • Ökonomie
      Hat der Tourismus wirtschaftliche Vorteile für die Einheimischen? Sind touristische Entwicklungen positiv?
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    Mit Hotels zugebaute Insel Cat Ba, Vietnam

    Fehlt eine dieser 3 Säulen, dann ist der Tourismus nicht nachhaltig, z.B.:

    • Eine Eco-Lodge kann noch so grün sein und die Kultur noch so vehement schützen, so lange die Gewinne an einen Investor fließen statt in irgendeiner Form an die Gemeinschaft ausgeschüttet zu werden, ist die ökonomische Nachhaltigkeit nicht erfüllt.
    • Der Tube-Verleih in Vang Vieng in Laos wird von einer Kooperative geführt, alle Gewinne werden verteilt. Auch die Umwelt wird durch solchen sanften Tourismus geschont. Wenn aber jeden Abend 50-100 halbnackte Weiße sturzbetrunken durch das Dorf torkeln und jedes Jahr 2 Duzend Besucher bei alkoholisierten Mutproben sterben, dann scheitert die Nachhaltigkeit an der sozio-kulturellen Säule.
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    "nachhaltig" gefüllter Pendlerzug bei Colombo, Sri Lanka

    Nachhaltiger Tourismus ist leider wegen des Anflugs zum Reiseziel in den meisten Fällen vollkommen unmöglich, zumindest was den Umweltschutz angeht. Wir können als Reisende immerhin vor Ort dafür sorgen, unseren Fußabdruck auf allen 3 Säulen möglichst gering zu halten.

    Diese Vor-Ort Nachhaltigkeit klingt nach einem schwachen Trost angesichts der CO² Bilanz von nur einem, geschweige denn zwei Langstreckenflügen. Vor-Ort Nachhaltigkeit ist aber reiner Pragmatismus angesichts der Tatsache, dass wir morgen nicht plötzlich alle mit dem Fliegen aufhören und Ferien in Balkonien machen.

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    Carbon Offsets

    Carbon Offsets werden manchmal als Lösung für die schlechte Umweltbilanz von Flügen diskutiert. Was davon zu halten ist, zeigen eindrucksvoll die Cartoon Strichmännchen. (Idee ist nicht von mir, das Original war leider nicht zu finden)
    Wenn Dich die Strichmännchen nicht überzeugen, dann vielleicht Kevin Anderson, Duncan Clark oder der Reiseveranstalter, der sich von Carbon Offsets wieder abgewendet hat.

    Besser ist es das Unvermeidbare zu akzeptieren und sich beim Vermeidbaren in Konsumverzicht zu üben. Grundsätzlich schadet es nicht, zu machen, was die Einheimischen machen, selbst wenn man in Indien Plastikverpackungen einfach auf die Strasse schmeisst. Wenn Du diesen Artikel gerade auf der Hocktoilette liest, weil Du Dauerdurchfall vom noch nicht verträglichen lokalen Essen hast, ist das ein gutes Zeichen.

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    Hausgemachte Stringhopper zum Frühstück im Homestay

    Wenn Du sparsam reist, dann habe ich eine gute Nachricht für Dich: Du verhältst Dich wahrscheinlich schon eher wie die Einheimischen und damit nachhaltiger als die meisten Reisenden:

    • Günstig Reisende übernachten oft in Omas Guesthouse, im Homestay, gehen Couchsurfen oder gleich Haus sitten
    • Günstig Reisende essen regionales Essen im einheimischen Restaurant, am Straßenstand oder im Homestay.
    • Günstig Reisende nehmen öffentliche Verkehrsmittel und verzichten wenn möglich auf Taxis, Mietwagen und Flüge.
    • Günstig Reisende machen so gut wie keine teuren touristischen Touren oder gar organisierten Abenteuerurlaub.
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    Touristenbespassung mit Elefanten in Jaipur, Indien

    Günstig Reisende haben also fast zwangsläufig eine bessere Co2 Bilanz als Durchschnittsreisende, sowie engeren Kontakt zu den Gastgebern. Auch der größte Pfennigfuchser gibt außerdem doppelt und dreimal so viel Geld aus, wie der durchschnittliche Einheimische.

    low budget -> low impact
    Geld sparen heißt Auswirkungen zu vermindern.

    Durch unsere lange Reisedauer lassen wir kumuliert mehr Geld im Reiseland als jeder Pauschalurlauber. Unser Geld landet zum Großteil nicht in der Tourismusindustrie sondern in den Taschen der kleinen Leute.

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    Mit Hotels zugebauter Strand, Nha Trang, Vietnam

    Zwar gilt die Faustregel, dass die günstigere Variante auch die nachhaltigere ist sehr oft, aber es gibt natürlich Ausnahmen:

    • Backpacker Hostels sind oft eine günstige Alternative für Übernachtungen, sie werden aber ökologisch und ökonomisch wie ein Hotel geführt.
    • Billigflieger sind in Europa und Mexiko oft günstiger als Überlandtransport, scheitern aber beim Umweltschutz.
    • Ein Cappuccino im 7-Eleven ist günstiger als im Café, aber 7-Eleven bedeutet eine schlechte Gewinnbeteiligung für die Bevölkerung.

    Auch umgekehrt gibt es einige Ausnahmen:

    • Airbnb ist oft ziemlich teuer, aber ebenso nachhaltig wie Couchsurfen.
    • Manche Eco-Lodges sind wirklich umweltfreundlich und haben eine Gewinnbeteiligung der Gemeinschaft, sind aber auch schweineteuer.
    • Eine Reise mit der Bahn daheim in Europa ist die nachhaltigste, aber wahrscheinlich auch teuerste Art zu Reisen.
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    "Take only pictures, leave only Footprints"

    Letztendlich geht es darum, dass Geldflüsse bestimmen, was in einem Land passiert und wir Touristen lassen in Entwicklungsländern viel mehr Geld fliessen als Einheimische. Entsprechend mehr Verantwortung müssen wir übernehmen. Jeder ausgegebene Dollar bringt Veränderung, im Guten wie im Schlechten.

    Was sagst Du zu nachhaltigem Tourimus?

  • Geld Sparen durch Reisen – Geo Arbitrage

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    Reisen kostet viel Geld, das weiß jeder, der schon einmal im Urlaub war. Diese Binsenweisheit wird oft wiederholt und sie ist oft genug falsch.

    Es kann sogar umgekehrt sein: Wenn Du reist gibst Du in den meisten Ländern weniger Geld aus, als wenn Du daheim bleibst. Reisen heißt Geld sparen!

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    Tonsai Beach in Thailand - weniger als 10€ am Tag

    Letzten Sommer in den USA wurden wir regelmäßig gefragt, wie wir uns das Reisen leisten können. Wir kamen gerade aus Südamerika und mussten erst einmal nach Luft schnappen angesichts dieser unmöglichen Frage. Die einzige Antwort ist:

    “Wie kannst Du es Dir leisten nicht zu Reisen?”

    Im Vergleich zu Bolivien gibst Du in den Vereinigten Staaten 3 Mal so viel Geld aus um einen vergleichbaren Lebensstandard zu erreichen. Ein Cappuccino im Cafe kostet statt €1,00 plötzlich €2,80 plus Trinkgeld (20%, nicht optional) und Du wirst böse angeschaut, weil Du nicht den €5,50 Frappuccino bestellt hast. Der Grund für diesen Unterschied ist Geo Arbitrage.

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    Cappuccino im Cafe in La Paz, Bolivien für 1€

    Die Globalisierung von Gütern ist weit fortgeschritten, aber die Mobilität von Arbeitskräften ist immer noch stark durch die Staatsangehörigkeit eingeschränkt. Diese künstliche Unregelmäßigkeit im Markt sorgt für Arbitrage Möglichkeiten. Preise für alltägliche Ausgaben hängen vom Einkommensniveau eines Landes ab. Selbst ein gut verdienender Bolivianer kann sich einen Cappuccino für €2,80 einfach nicht leisten.

    Es geht um Angebot und Nachfrage. Wenn niemand Cappuccinos für €2,80 kaufen kann, weil das mehr ist als der Stundenlohn, dann kosten die Cappuccinos eben €1,00. Das geht natürlich nur, wenn alle lokalen Waren und Dienstleistungen ebenfalls nur ein Drittel kosten, sonst kann das Café keinen Gewinn machen. Diese ortsabhängige Form von Arbitrage nennt sich Geo Arbitrage.

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    Globale Lebenshaltungskosten, grün ist günstig - Daten Numbeo, Karte © Mapquest

    Und Bolivien ist keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil, global gesehen haben 3 von 4 Ländern ein Einkommensniveau von 25% und weniger, im Vergleich zu den USA, Australien und Westeuropa. Entsprechend niedrig sind die Lebenshaltungskosten. In vielen dieser Länder ist auch die Lebensqualität entsprechend niedrig, aber das ist nicht zwangsläufig so.

    Man muss schon ein ausgesprochener Liebhaber sein um einen Aufenthalt im Sudan oder in Bangladesch zu genießen, auch wenn diese Länder sehr günstig sind. Dagegen kann man z.B. Thailand und Mexiko uneingeschränkt empfehlen. Für den gleichen Lebensstandard zahlt man dort viel weniger als in Europa oder in den USA. Es gibt alle gewohnten Annehmlichkeiten und keinen Winter.

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    Strassenszene in Kathmandu - Nepal gefällt nicht Jedem

    Geld sparen in Entwicklungsländern, ist das nicht moralisch bedenklich?
    Du sparst Geld im Vergleich zu Deinem Land, aber Du gibst ja Geld in diesen Ländern aus, so lange Du dort bist. Geo Arbitrage ist eine Folge von fehlenden Perspektiven für gut bezahlte Jobs in einem Land. Du solltest also einem Einheimischen nicht seinen Job und damit sein Einkommen wegnehmen. Aber es ist kein Problem Deine Fremddevisen in ein Land zu bringen und als lokale Devisen unter der Bevölkerung zu verteilen. Ganz im Gegenteil, das ist ein Vorteil für die Devisenreserven des Landes und für die Leute mit denen Du interagierst.

    Aber Urlauber geben viel mehr Geld aus als Langzeitreisende!
    Manche Leute spenden viel mehr Geld für wohltätige Zwecke als andere. Es ist ein logischer Fehlschluss zu sagen, entweder Du spendest viel Geld oder Du lässt es bleiben. Weniger Geld zu spenden als Andere ist nicht moralisch verwerflich und weniger Geld beim Reisen auszugeben auch nicht. Tatsächlich bringt jeder zusätzliche Euro einen Mehrwert und letztlich geben selbst Backpacker ein Vielfaches mehr aus als Einheimische.

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    Thai Essen in Bangkok, €0,70 pro Teller

    Wie bei wohltätigen Zwecken ist außerdem der Verwendungszweck wichtiger als die Geldmenge. Es gibt Wohltätigkeitsorganisationen, die um den Faktor 1000 effizienter sind als andere. Ebenso ist es wichtig für was Reisende ihr Geld ausgeben. 1 Individualtourist hat eventuell mehr Einfluss auf einen Ort als 1.000 Pauschalurlauber die ihr All-Inklusive Resort nicht verlassen.

    Jedes Mal, wenn Du Geld ausgibst, stimmst Du für einen bestimmten Verwendungszweck. Angenommen Du bezahlst auf Deiner Reise:

    • 100 € für Souvenirs
      -> Ausbau der Souvenir-Industrie
    • 100 € für Busfahrten
      -> Ausbau von Busverbindungen
    • 100 € für teure Hotels
      -> Ausbau teurer Hotels
    • 100 € um in einem Weisenhaus mit Kindern zu spielen
      -> im schlimmsten Fall verkaufen Eltern ihre Kinder für den Waisenhaustourismus, so geschehen in Kambodscha.

    Das ist eine starke Vereinfachung von komplexen Verhältnissen. Als Reisende müssen wir einfach vorsichtig sein, wie wir unser Geld ausgeben. Jede Art von Nachfrage steuert das Angebot. Wir Reisenden haben mit unseren im Vergleich großen Geldbeuteln einen entsprechend großen Hebel um Veränderungen zu bewirken – positiv und negativ, gewollt und ungewollt.

    prader wien

    Eine Fahrt auf dem Prader Riesenrad in Wien kostet so viel wie ein Tag am tropischen Strand

    Zum Abschluss sind hier ein paar Zahlen aus erster Hand zur Geo Arbitrage. Dies sind meine Lebenshaltungskosten (Übernachtung, Essen, täglicher Bedarf, Bier) nach Land auf einen Monat gerechnet, während meiner Weltreise 2011/2012

    1.   338 €    Bangladesch
    2.   419 €    Nepal
    3.   430 €    Laos
    4.   443 €    Thailand
    5.   458 €    Kambodscha
    6.   464 €    Indien
    7.   487 €    Vietnam
    8.   566 €    Guatemala
    9.   594 €    China
    10.   601 €    Mongolei
    11.   638 €    Mexiko
    12.   825 €    Belize
    13. 1.133 €    Spanien
    14. 1.157 €    Russland
    15. 1.234 €    Kalifornien
    16. 1.680 €    Wien, Bratislava

    Mehr Zahlen und Vergleichsmöglichkeiten von Städten und Ländern findest Du auf Numbeo, z.B. die allgemeinen Lebenshaltungskosten in Thailand verglichen mit Deutschland.

    Lust bekommen nach Thailand zu gehen? Hier erfährst Du, wie Du einen großartigen Tag in Chiang Mai oder in Bangkok für €10 hast.

    Lust bekommen auf eine Weltreise? Für 10854 EUR Kosten kannst Du 14 Monate unterwegs sein.

  • Sind teure Länder wie Geld Verbrennen?

    burningmoney
    Etwa jedes vierte Land auf der Welt ist ein teures Land:

    Kellner: Hat das Abendessen geschmeckt?
    Ich: Das Essen war großartig und das Bier erst!
    Kellner: Das freut mich.
    Kellner: Das macht dann bitte [doppeltes Tagesbudget in den meisten anderen Ländern]
    Ich: Ähm, wie bitte!?

    Teure Länder sind keine guten Reiseländer.

    Wenn ein Abendessen mit Bier so viel kostet, wie 2 Tage All Inclusive in Thailand oder Nepal oder Bolivien, dann kann ich das nicht genießen, vollkommen egal wie gut es schmeckt und wie freundlich die Leute sind.

    Die gute Nachricht: Ungefähr 75% aller Länder sind günstig!

    burningmoney

    Ein teures Land fühlt sich an wie Geld verbrennen.

    Dazu muss man sagen, daß einer meiner Hauptgründe zu Reisen ist, Geld zu sparen. Daheim in Deutschland könnte ich mir meinen Lebensstil nicht leisten.

    Deswegen überrascht mich jedes Mal diese unsägliche Frage:

    “Wie könnt ihr euch das Reisen leisten?

    Ja Leute, da kann ich nur zurückfragen:

    Wie könnt ihr euch das Nichtreisen leisten?

    Wie kann man es sich leisten in einem teuren Land zu leben? Wie kann man auf Geoarbitrage verzichten, wenn einem Freizeit wichtig ist?

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    Eine Cheeseburger Combo oder ein Tag in Nepal?

    Kambodscha und die USA haben eine Gemeinsamkeit:

    • In Kambodscha ist der US Dollar die offizielle Währung.
    • In den USA ist der US Dollar die offizielle Währung.

    Zwischen Kambodscha und den USA gibt es einen großen Unterschied:

    • In Kambodscha bekommt man für $1 USD ein großzügiges Abendessen mit Getränk und Nachtisch.
    • In den USA wird man böse angeschaut, wenn man “nur” $1 USD Trinkgeld gibt zu den mehr als $10 USD Kosten.

    Ich kann verstehen, daß das im 2 wöchigen Urlaub keine Rolle spielt, aber auf einer längeren Reise macht es einen Unterschied, ob man 5 Mal so viel ausgibt, 10 Mal so viel?

    Bin ich zu unentspannt mit Geld?
    Wie geht es euch mit teuren Ländern?

  • Größter Markt der Welt – Feria El Alto, Bolivien

    standaussicht5
    Nach 8 Monaten in Südamerika steht mein Highlight felsenfest:
    La Feria El Alto in Bolivien, der wahrscheinlich größte Markt der Welt.

    Beim letzten mal habe ich nur Feria Bilder von der 2km langen Avenida Panoramica gezeigt, heute geht es in die Tiefen der Feria in 2 Dimensionen.

    plaza2 boxer




    Die Feria erstreckt sich weit nach hinten, ist aber lang nicht so groß wie der Flughafen.
     
    karte map feria




    Weg von der Panoramica, sieht man Sachen, die man nicht unbedingt auf einem Wochenmarkt erwartet,
     
    kinderwagen schoko




    zum Beispiel ganze Strassenzüge mit Werkzeug.
     
    schrauben werkzeug2




    Wenn man damit die Wohnung renoviert hat kann man sie hier komplett einrichten
     
    klos moebel




    und für die Garage findet man auch etwas,
     
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    am liebsten einen Hummer.
     
    hummer2 hummer




    Wer sich keinen Hummer leisten kann, kann man ihn sich aus Einzelteilen zusammensetzen
     
    autoteile spiegel




    oder man muss auf Zweiräder ausweichen.
     
    motos fahrrad




    Für Kinder ist viel geboten
     
    kuscheltiere bart




    vor allem in der Haustierecke
     
    hund katzen




    und auch Spielereien für Erwachsene findet man.
     
    feuerzeuge unterwaesche




    Neben den neuesten Produkten von Sonia und Sony
     
    sonia sony




    liegen Platinen, gut erhalten aus dem letzten Jahrhundert.
     
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    Sowieso wird nichts weggeworfen, alles gibt es auch gebraucht,
     
    geschirrt puppen




    selbst Socken, Unterwäsche und Verbandszeug!
     
    socken binden




    Das Wichtigste auf einem Markt ist natürlich immer das Essen
     
    grill obst




    von deftigem Choripan und Chicharron
     
    chorizo chicharron




    bis zu allen Arten von Süssigkeiten.
     
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    oder ist das Wichtigste in einem Land ohne Meerzugang vielleicht ein Neoprenanzug mit Schwimmflossen?
     
    neopren flossen


    12 Mal habe ich die Feria El Alto besucht, die Feria 16 de Julio, die jeden Sonntag und Donnerstag nahe La Paz stattfindet. Eine Chronologie:

    1. Dieser Markt ist wohl echt größer als La Parada in Lima.
    2. Lucha Libre auf der Feria El Alto.
    3. Avenida Panoramica ist ja nur ein ganz kleiner Teil vom Markt!
    4. Zum ersten Mal andere Gringos gesehen.
    5. Endlich den Käsekuchen gefunden!
    6. Oh mein Gott alles ist viel größer als ich dachte.
    7. Nach dem riesigen Sonntagsmarkt auf dem Land in Patacamaya setzt mich der Busfahrer in El Alto statt in La Paz ab, also laufe ich mit all meinem Gepäck einmal über die Panoramica.
    8. Nach 2 Monaten Chile endlich wieder auf der Feria.
    9. Mich trifft etwas Feuchtes ins Gesicht. Während ich es abwische schlitzt mir jemand unbemerkt den Rucksack auf und klaut meinen Kapuzenpulli daraus. Und das in einer Stadt, wo Diebe gehängt werden…
    10. Immer noch mehr als 50% Neuland entdeckt.
    11. Zum ersten Mal an einem Donnerstag auf der Feria: weniger Menschen, viel mehr Autos.
    12. Immer noch verlaufen, immer noch nicht Alles gesehen

    Besuch Nummer 13 kommt bestimmt.

  • Auf diese drei Dinge solltest Du auf keiner Reise verzichten

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    Blogs gehören zu den soziale Medien und Blogger versuchen manchmal sogar sozial zu sein. Zum Beispiel im Fall von Blog Stöckchen, einer raffinierten Methode für Backlinks per Pyramidenschema.

    Ein Blog Stöckchen fliegt gerade durch die deutsche Reisebloggerszene, gestartet auf der Outdoorseite. Ich habe mein Maul weit genug aufgerissen um es zu fangen, geworfen von Jutta und Tobias von kleineweltreise.de.

    Die Stöckchenfrage ist:
    Auf welche 3 Dinge will ich nicht in meinem Rucksack verzichten?

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    Emails schreiben auf der Sonnenpyramide in Mexiko mit dem Kindle 3G

    1. Kindle
    Wie lange gibt es eBook Reader, das perfekte Reisegadget schon? 6 Jahre? Und immer noch laufen Reisende mit Reiseführern und Büchern aus Papier herum.

    Der perfekte eBook Reader Kindle wiegt 400g mit Schutzhülle und LED Leselampe. Er fasst die ganze Welt in Lonely Planets, dazu mehrere 1.000 Bücher und Musik bei einer Batterielaufzeit von 1-2 Wochen.

    Das Modell Kindle 3G Keyboard hat sogar einen Internet Browser und weltweit kostenlosen 3G Internet Zugang. In Deutschland findet man es gebraucht bei eBay für ca. 75 EUR.

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    Dieser vietnamesische Flaschenöffner öffnet Wein fast von allein

    2. Weinflaschenöffner

    Dieser Weinflaschenöffner aus dem Weinland Vietnam ist sein Gewicht in Wein wert – vielfach. Jedes Mal, wenn sich jemand mit einer Flasche Wein in der Hand durchs Hostel nach einem Flaschenöffner fragt, dann rufe ich laut hier.

    Wenn ich als Dank ein Gläslein Traubensaft abbekomme, dann ritze ich mit dem kleinen Messerchen am Flaschenöffner einen weiteren Strich ins Kerbholz.

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    Der kleine Zweitrucksack ist auch ideal zum Biken auf der Isla del Sol in Bolivien

    3. Zweiter Rucksack

    Meinen zweiten Rucksack habe ich dabei, damit ich nochmals 3 Dinge mitnehmen kann. (-;

    Früher habe ich Backpacker mit 2 Rucksäcken im Sandwich Stil lächerlich gefunden, jetzt bin ich selbst einer. Nur weil meine 10kg Gepäck in einen einzigen Rucksack passen, muss das noch keine gute Idee sein.

    Auf Busfahrten werde ich mich hüten Laptop, Kamera und Kindle ins Gepäckfach oder aufs Dach zu stopfen. Mein kleiner Elektroniksack ist immer am Mann, außer wenn jemand im Nachtbus draufkotzt…

    mirador

    Hol's Stöckchen, Abenteuerhund!

    Das Stöckchen fliegt weiter an

    • Dirk von skraal.net scheut sich nicht vor schwierigen Reiseländern von Bangladesh bis Usbekistan und lernt sogar Hindi um besser in Indien klarzukommen. 2014 wird er komplett in Schwarzafrika verbringen, was mein schlimmster Alptraum wäre.
      (in Englisch und Deutsch)
       
    • Morten & Rochssare von nuestra américa sind seit Dezember 2011 in Südamerika unterwegs. Sie sind immer noch sehr neugierig über den Kontinent und schreiben immer mehr tiefgehende Berichte, egal ob aus Rio de Janeiro in Brasilien oder La Paz in Bolivien.
      (in Deutsch)
       
    • Dani und Jess von den Globetrottergirls sind ein deutsch-amerikanisches Pärchen, das schon seit 3 Jahren zusammen reist. Die beiden sind digitale Nomaden und bleiben gerne länger an einem Ort, unter anderem mit House Sitting. So finden sie auch Geheimtipps, wie Cafe con Piernas in Santiago und das Hostel Margouya 2 in Puerto Varas, in dem meine Freundin 1 Jahr gearbeitet hat.
      (in Englisch)
  • Größter Markt der Welt – Avenida Panoramica in Bolivien

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    Ihr fahrt bald nach La Paz?
    In La Paz gibt es den größten Markt der Welt!

    (Backpackerin in Machu Picchu)

    Unmöglich!
    Größer als der La Parada Markt in Lima geht nicht!

    Oder?

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    Der Eingang zur Feria El Alto ist spektakulär.
     
    aufgang2 aufgang




    und der Aufstieg raubt auf 4.200m den Atem.
     
    aufgang4 aufgang5




    Es folgt ein Menschenbad auf der Avenida Panoramica,
     
    masse masse2




    die “Panorama Straße” trägt ihren Namen zu recht.
     
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    Sie verläuft immer entlang der Eisenbahnschiene,
     
    schiene2 schiene




    wo man alles mögliche kaufen kann, vor der Kulisse von La Paz
     
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    und vor den schneebedeckten Bergen der Cordillera Anden.
     
    standaussicht3 cholitaaussicht




    Für Kinder ist die Avenida Panoramica ein Spielplatz,
     
    spielplatz3 spielplatz2




    auch für größere Kinder
     
    spielplatz5 fussball




    und Cholitas fühlen sich wieder jung.
     
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    An beiden Enden der Av. Panoramica findet sich ein(e) Wächter(in)
     
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    und in der Mitte der “Panorama Straße” gibt es eine Kirche.
     
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    Trotz etlichen Erfrischungen,
     
    eis kuchen




    nach einigen Stunden Reizüberflutung muss man zur Erholung zurück nach La Paz.
     
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    Asien war für mich lange das Paradies für Märkte.

    • In China und Indien gibt es asiatische Märkte an jeder Ecke.
    • Ganz Kathmandu, die Hauptstadt von Nepal, ist ein einziger, lauter, chaotischer Markt.
    • Die Chiang Mai Walking Street ist ein Essenstraum.
    • Der Chatuchak Sonntagsmarkt in Bangkok ist einfach nur riesig.

    Auch in Lateinamerika können einige Märkte mit den asiatischen mithalten, z.B. San Cristobal de las Casas in Mexiko und Otavalo in Ecuador. Aber La Parada in Lima, Peru setzt dem ganzen die Krone auf. Rund um Lima’s Chinatown vereinnahmt der Markt die halbe Innenstadt. Viele Tage bin ich dort verlorengegangen.

    Das alles konnte mich nicht auf El Alto/La Paz vorbereiten. Letzten Sonntag war ich zum 10. Mal auf dem Sonntagsmarkt Señalización de la Feria 16 de Julio. Und immer noch habe ich nicht alles gesehen. Mittlerweile habe ich einen groben Überblick und fühle mich halbwegs kompetent genug um darüber zu bloggen.

    An einem Tag ist “die 16″ unmöglich zu schaffen, man müsste einen Marathon auf dem Markt laufen. Alleine die Avenida Panoramica mit 2km Länge reicht den meisten Besuchern schon. Kein Wunder, man muss sie auf 3 parallelen Korridoren 3 Mal ablaufen um alles zu sehen. Ehrlich gesagt habe ich die ersten beiden Besuche gar nicht gemerkt, daß die Panoramica nur ein ganz kleiner Teil vom gesamten Markt ist…

    Die Feria El Alto auf 4.200m Höhe erstreckt sich über ca. 25 km² und ist mehr als 6 Mal so groß wie der größte Markt in Thailand, der Chatuchak Wochenendmarkt. Mehr als 60.000 Menschen besuchen die Feria an einem Markttag. Kein Wunder, alles ist superbillig, ob Kleidung, Fahrräder oder Waschmaschinen. Und egal ob man Möbel, Autos oder Hundewelpen sucht, es gibt bei den 10.000 Marktständen einfach alles zu kaufen.

    Viel Erfolg beim Suchen!

    Und wenn Du mit der Avenida Panoramica fertig bist, geht es weiter zum Rest des Marktes.

  • Reisen als Backpacker ist eine Detox Fastenkur

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    Über die Kirche wird viel geschimpft, aber das Kirchenjahr mit seinen zahlreichen Ritualen ist für uns alle interessant.

    Man muss gar nicht bis Weihnachten warten:
    Viele Menschen fasten von Aschermittwoch bis Ostern.

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    Karfreitagsumzug zu Ostern in Bolivien

    Während man früher fastete indem man an Freitagen auf Fleisch verzichtete, wird heute in der Fastenzeit vor allem auf Alkohol, Rauchen und Süßigkeiten verzichtet.

    Beliebte Fastenideen:

    Drogen u.ä.

    • Alkohol
    • Rauchen
    • Süßigkeiten
    • Kaffee
    • Haschisch
    • Fleisch

    Technik u.ä.

    • Fernsehen
    • Autofahren
    • Shopping
    • Parties
    • Smartphone
    • Facebook
       
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    Facebook Fasten?

    Als Rucksackreisender fastet man ganz automatisch:

    • Shopping
      Alles was man kauft muss man im Rucksack mitschleppen.
    • Fernsehen
      Fußballspiele werden sogar im Himalaya übertragen, die Daily Soap aber nicht.
    • Autofahren
      Backpacker benutzen Bus und Bahn und zur Not ein Taxi.
    • Smartphone
      Internationales Roaming ist teuer

    Reisen ist Verzicht.

    fasten fussball

    Fußball EM live in Shangri-La auf der tibetischen Hochebene

    Manche Gewohnheiten sind bei Rucksackreisenden verstärkt anzutreffen:

    • Facebook
      Wenn man Freunde und Familie nicht mehr treffen kann ist Facebook um so wichtiger.
    • Alkohol
      Das abendliche Bier im Hostel mit Reisegeschichten gewürzt
    • Parties
      Man trifft viele junge Leute und mit wenig Verpflichtungen werden aus 1 Bier schnell auch 2, 3, 6.
    • Marihuana
      Haschisch ist in vielen Ländern einfach und folgenlos zu haben und gehört zum Backpacker Image.

    Reisen ist Dekadenz.

    fasten sufficient

    Lebe genügsam und du wirst niemals arm sein

    Letztendlich überwiegt beim Rucksackreisen der Verzicht. Wie beim Fasten geht es darum auf Dinge zu verzichten, die man für unverzichtbar hält.

    Eine sehr schöne Idee ist jedes Jahr die Fastenaktion der evangelischen Kirchen. 2013 heißt das Motto Riskier was, Mensch! – 7 Wochen ohne Vorsicht.

    Die Aufforderung zu mehr Risiko trifft bei uns sicherheitsbedachten Deutschen ins Schwarze. Die Fastenzeit ist zwar an Ostern vorbei, aber warum sollte man die Idee nicht auf das ganze Jahr ausweiten?

    Wie wäre es mit einer mehrwöchigen Rucksackreise nach Südostasien diesen November?

    Die Welt ist da draussen! (-;