Barcamp Nürnberg 2011 – Mein erstes Barcamp

Dieses Wochenende war ich bei meinem 1. Barcamp in Nürnberg. Ein Barcamp ist laut Wikipedia “eine offene Tagung, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selber entwickelt werden.”

Der Ablauf war Gott sei Dank vorgegeben, oder besser: perfekt organisiert. WIFI, Kaffee, Essen, Moderation, Zeitplan, Getränke, Beamer, Räume, Wiki, Bier, Schnaps, Musik und die restliche Organisation für 200 Besucher haben die Nürnberger Orgas reibungslos auf die Reihe bekommen.

barcamp logo

Barcamp Nürnberg

Die Inhalte kamen natürlich von uns Besuchern. Jeder Teilnehmer sollte möglichst eine Session halten, egal zu welchem Thema. In Nürnberg waren dies sehr viele Sessions zu Sozialen Medien, aber auch viele programmiertechnische Themen und Sessions rund um die Selbstständigkeit. Man darf sich dabei eine Session nicht als Vortrag vorstellen, sondern bestenfalls als lockere Diskussion.

Jeder Teilnehmer
hält eine Session

Am interessantesten fand ich Sessions, die aus dem nicht vorhandenen Rahmen fielen, u.a. “Achtsamkeits-Meditation”, “Segway fahren”, “Spielejournalismus”, “Zahnbürstenroboter”, “Stagefighting”, “Wissensmanagement”, “Global Brain”. Meine eigene Session über Tabata hieß “Fitness für Faule” und hat leider nur 4 Leute interessiert.

barcamp sessions

Sessionvorstellung

Die weite Verbreitung von Twitter unter den Barcampern hat mich total überrascht. Twitter klingt für mich nach nutzloser Zeitverschwendung. Aber beim Barcamp laufen alle Kontakte über Twitter. Also habe ich dieses Wochenende viele Twitter Streams verfolgt. Auf den ersten Blick ist es genau die gleiche Plauderei, wie vor 15 Jahren im IRC, sogar was Sprache, Kultur und “Metaness” angeht.

weite Verbreitung
von Twitter

Aber darüber hinaus verwenden viele Benutzer Twitter als Alternative zu Feeds, Delicious und sogar Email. Diese verschiedenen Informationsströme kommen in einem Dienst chaotisch zusammen. Leider lässt sich hinterher das Geschnatter nicht mehr von den interessanten Beiträgen trennen, außer vielleicht mit einer Yahoo Pipes Orgie. Trotzdem eine gute Sache: Jeder Mensch sollte ein (Micro)Blog haben!

barcamp session

Session

Es hat echt gut getan so viele neugierige und interessierte Menschen in Fleisch und Blut zu treffen. Anfangs war es noch etwas gewöhnungsbedürftig, wenn der Gesprächspartner mitten in der Unterhaltung googled. Aber genau so muss das sein: Das Internet als Lexikon, das Hirn als Index.

Toll, was diese Leute teilweise im Index hatten. Es gab:

  • Lifehacker
  • Evernote Nutzer
  • Hacker News Leser
  • Reflexions Reflektierer
  • Confirmation Bias Bewusste
  • Prediction Markets Kenner
  • Dunbars Number Wisser

und vieles mehr.

barcamp essen

S'essen

Leider ist meine eigene Dunbars Number zur Zeit bei gefühlten 5, aber nach der Weltreise werde ich öfter auf Barcamps schauen.

Der floc beim Barcamp:
Bild Nürnberger Zeitung

Schnelles Lesen im Internet: 4 Web Surfing Hacks

In meiner Freizeit lese ich und mache sonst nicht viel. Wenn ich also eine Sache besonders gut kann, dann ist das Lesen. Aber können wir nicht alle Lesen, seitdem wir ABC-Schützen waren?

Informationen aus dem Internet zu holen, ist wie
einen Schluck aus einem Hydranten zu trinken

(Mitchell Kapor)

Es gibt Lesen und es gibt effektives Lesen. Bei der immensen Informationsflut im Internet, ist es wichtig schnell zu lesen und trotzdem alles Wichtige aufzunehmen. Kein Wunder, dass sich Schnelllese Techniken großer Beliebtheit erfreuen. Wenn man sich aber näher damit beschäftigt, stellt sich heraus, dass Schnelllesen nichts Anderes als Skimming ist (Überfliegen).

Skimming ist im Internet sowieso schon Gang und Gäbe. Beim Lesen selbst bleibt also nicht viel Raum für Optimierungen übrig.

Ungemein optimieren kann man hingegen beim Drumherum: beim Filtern, Organisieren, Darstellen und bei der Verfügbarkeit von Texten.

Meine 4 Internet Lesehacks:

    feed 120

    Feed = Web Abo

  1. Feeds
    Bitte widersteht dem Drang zu Punkt 2, 3 und 4 zu skimmen. Feeds muss man kennen: Webseiten haben Feeds, die neue Einträge automatisch melden. Statt dass wir regelmäßig Seiten aufrufen müssen, rufen die Seiten uns auf, wenn sie neue Inhalte bieten.

    Man kann die abonnierten Seiten direkt im Feed Leser anschauen oder auf der Seite selbst. Als Feed Leser empfehle ich den Google Reader. Für die verabscheuenswerten Feeds, die Werbung oder nur einen Auszug zeigen, ist Readable Feeds eine Lösung.

    Mehr über Feeds erfährt man in der erstklassigen Einführung von Spiegel Online. Oder probiert es einfach aus: Hier ist der Feed vom flocblog

  2. lesegeraete 120

    flocs Bibliothek

  3. Mobiles Lesegerät
    Egal ob Ebookreader, Ipod oder Smartphone: Mit dem Lesematerial in der Hosentasche, muss man nie wieder Zeit vergeuden und hat immer ein Maximum an Lesekomfort.

    Für das Offline Lesen von Webseiten oder Blogs bieten sich ReadItLater oder Instapaper an. Mit beiden Diensten kann man per Bookmarklet interessante Artikel für später ablegen. Die Artikel kann man in Formaten wie mobi, epub oder html auf das Lesegerät ziehen. Für Iphone/Ipad gibt es sogar Apps.

    Ich habe für die Hosentasche einen uralten 3,5″ PocketPC. Dafür exportiere ich mit Instapaper html Dateien (print Funktion), die ich mit Openoffice nochmal in rtf Dateien umwandeln muss. Fürs Nachtkästchen habe ich einen 6″ E-Ink Reader, der das epub und mobi Format versteht.

  4. opera 120

    Tor zum Netz

  5. Web Browser
    Der Browser ist unser Tor zur Webwelt und ist dementsprechend interessant für Hacks. Dabei ist es egal, ob man Firefox, Internet Explorer, Chrome, Safari oder Opera verwendet. Folgende Funktionen sollte man in jedem Browser einrichten, zur Not per Plugin.

    • Tabbed Browsing mit einklappbaren Tab Gruppen.
    • Adblocker und Popupblocker: weg mit der Werbung
    • Schnellsuche: Google, Wikipedia, Wörterbuch, Wortschatz
    • Schnellzugriff auf zuletzt geschlossene Tabs
    • Personal Bar für häufig besuchte Seiten und als Ablage für noch zu schauende, lange Videos
    • Browserergonomie: wichtigste Funktionen ohne Menü, Zoom, Mausgesten, großer Darstellungsraum mit mind. 960px Breite

    Der Opera Browser kann das alles und noch viel mehr. Die Norweger haben viele der nützlichen Browserinnovationen des 21. Jahrhunderts vorgemacht.

  6. delicious 120

    Cloud Archiv

  7. Archivierung
    Wenn man einen interessanten Text gelesen hat, möchte man ihn leicht wiederfinden können. Mit delicious lassen sich Lesezeichen in der cloud anlegen, die von überall erreichbar sind.

    Weil delicious so viele Menschen benutzen, bekommt man automatisch Schlagworte zur einfacheren Kategorisierung vorgeschlagen. Sogar Kurzfassungen anderer Leute über den Seiteninhalt lassen sich abrufen. Letztendlich ist delicious sogar eine erstklassige soziale Suchmaschine und Entdeckungsdienst für neues Lesematerial.

    Natürlich kann man seine Lesezeichen auch veröffentlichen, hier sind meine

So wie alle Abnehmtipps bei körperlicher Maßlosigkeit scheitern, scheitern auch alle Lesehacks bei geistiger Maßlosigkeit. Es ist auch mindestens genauso schwer ein falsches Maß an geistiger Nahrung abzugewöhnen.

Mal ehrlich: Wer ist noch fettleibig im Kopf?

Blog Erneuerung: #2 Facebook, Blogroll und Bedienbarkeit

Die Früchte der letzten 3 Tage flocblog Erneuerung:

Facebook Integration

  • Like Buttons für Einträge
  • Automatisches Publizieren auf meiner Facebook Pinnwand
    (Missbrauch von Facebook als Feedreader)
  • Import von Facebook Kommentaren zurück ins Blog

facebook

Verwendet wird dafür das WordPress Plugin WordBooker.

Das elegantere Simple Facebook Connect kann leider keine Kommentare von Facebook zurückimportieren. Dafür könnte man damit das Kommentarsystem komplett auf Facebook umstellen.
Hat jemand Erfahrung damit?
Oder gleich Disqus?
Oder gar keine Kommentare mehr?

Dynamische Blogroll

  • Import all meiner abonnierten Feeds als Blogroll
  • Übernahme meiner Kategorien
  • Dynamische Erzeugung in Echtzeit
    neue Feeds sofort in der Blogroll
    gekündigte Feeds sofort gelöscht
  • Anzeige auf einer extra Seite “Links”
    im Menü ganz Rechts, hehe

googlereader3

Verwendet wird kein Plugin, sondern die Veröffentlichungsfunktion vom Google Reader. Dies hat einen Nachteil: Weil alle Links dynamisch durch Javascript erzeugt werden sind sie keine Backlinks für SEO Zwecke. Der Googlebot sieht gar nichts, ganz so als wäre nofollow gesetzt. Andererseits mögen Suchmaschinen sowieso keine Linksammlungen, schon gar nicht mit mehr als 200 Links…

Bessere Bedienbarkeit

  • Das Menü ist wieder da
  • Seitennavigation oben und unten
  • Beliebte flocblog Einträge als neuer Menüpunkt
  • Suche, Feed und Email Abo an erwarteter Stelle rechts oben
  • Ähnliche Einträge auf Basis von Tags
  • Überarbeitung Kategorien und Tags:
    Reduktion auf 8 wesentliche, klar umrissene Kategorien
    Neu-Tagging aller 148 Einträge (!)

suchfeld

Suche, Feed und Email Abo oben rechts

Verwendet wird das WordPress Plugin Simple Tags. Massentagaktionen werden damit überhaupt erst möglich. Zeitraubend ist so eine Aktion trotzdem.

Die Tags sind mir sehr wichtig zur Ermittlung der Ähnlichkeit von Einträgen. Es gibt zwar auch vollautomatische Similar Post Plugins aber deren Heuristiken sind mir ehrlich gesagt zu undurchsichtig. Mit dem halbautomatischen Ansatz über Tags behalte ich die Kontrolle und muss trotzdem nicht von Hand verlinken.

Die neue Seite mit beliebten Einträgen dient gleichzeitig als Kategorienverlinkung.

Fahrplanänderung

Ohje, jetzt ist es passiert: Ich hab den Blogfahrplan verpennt.

verpennt
Haltestelle verpennt

Am Donnerstag Abend war der Bachus beim Hofgarten-Weinfest einladender, als der wöchentliche englische Artikel daheim im Kämmerlein.

Das wäre halb so wild, aber es geht um ein systematisches Problem. Feste Blogzeiten sind mir zu stressig. Der Blogzwang erdrückt statt zu motivieren.

6 Wochen Fahrplan waren ein nettes Experiment, aber in Zukunft kommt die Flocbloglok wieder wann sie mag.

Wozu gibts hier schließlich nen RSS-Feed