MTB Transalp: Der böse Bauer vom Brenner Grenzkamm

Um meinen neuen Weltreisepartner besser vorzustellen, soll Greg selbst zu Wort kommen. Das ist selten genug. Greg ist einer der wenigen Menschen, die das erzählen, was sie wissen und dann schweigen.

Hier beschreibt Greg das Abenteuer mit dem bösen Bauern vom Brenner Grenzkamm bei unserem 2006er Mountainbike Alpencross.
 

brenner gegenverkehr

Gegenverkehr so früh am Morgen?


UNSERE BEGEGNUNG MIT DEM BAUERN
Ein Erlebnisbericht von Greg

Hi Leute,

hier schildere ich meine Begegnung mit dem Bauern letzte Woche, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Es war unsere dritte Alpencrossetappe auf dem Weg von Lenggries zum Gardasee. Wir übernachteten kurz vor dem Brenner in Nößlach im Humlerhof (sehr zu empfehlen). Bis kurz vor dem Frühstück hab ich noch nie was von einem Bauern gehört, bis einer meiner zwei Mitfahrer plötzlich die Wirtin fragte, wie die Situation mit dem Bauer dieses Jahr sei. Sie erwiderte, sie hätte dieses Jahr noch von keinen Problemen zwischen Radfahrern und dem Bauern gehört. Wir sollten es doch einfach versuchen. Ich wusste nicht wovon sie redeten. Scheinbar sollte es ein Privatgrundstück geben durch das unsere Route verläuft. Die Durchfahrt mit dem Fahrrad wäre aber legal. Auch meinte sie der Bauer würde inzwischen Geld vom Tourismusverband bekommen um die Radfahrer durchzulassen.

Achtung Staatsgrenze

So weit so gut. Wir waren gespannt was uns erwarten würde. Erstmal mussten wir das Stück Straße runter nach Vinaders und auf der anderen Seite wieder hoch auf einer Schotterpiste zur Sattelbergalm. Von dort aus ging es weiter, in der Beschreibung stand was von eher rechts halten. Der Weg wurde immer schmäler und verläuft sich irgendwann als Trail. Nach kurzer Zeit kamen wir an einen Stacheldrahtzaun mit Schild “Achtung Staatsgrenze” und einem “Radfahren verboten” Schild. Hier musste es also sein. Im selben Moment kam uns eine Gruppe von etwa 6 Radfahrern von der anderen Seite entgegen, die anscheinend zurück geschickt wurden und sie meinten: “Da war eine wütende Frau, die wollte uns nicht durchlassen”.

brenner zaun

Greg stürmt die Bauernfestung

Wir wollten es aber trotzdem versuchen. Mir war ja schon etwas mulmig, aber meine Mitfahrer behaupteten wir wären im Recht und der Bauer könnte nix machen. Also Räder und uns selbst über den Zaun gehoben und weiter. Nun waren wir in Italien. Um bessere Chancen zu haben dass sie uns nicht zurückschicken, machten wir aus, dass wir uns als Franzosen verstellten. Ich kann zwar kein Französisch aber egal. Meine Mitfahrer meinten sie würden das schon regeln. Nach etwa 50m Waldtrail kam ein Bach der in einer Linkskurve überquert wurde. Hier musste man schieben. Nach weiteren 30m lauerte sie tatsächlich hinter einem Hang. Schimpfend und wild mit einem Wanderstock in der Hand fuchtelnd schrie sie “ZURUCK! ZURUCK! Wehe ihr geht’s weiter. Da hinten wartet mein Mann.” Wir versuchten sie auf Französisch zu bequatschen, wurden dann aber eingeschüchtert und haben uns langsam getrollt.

Also kurze Lagebesprechung. Nach kurzem hin und her waren wir überzeugt. Wir müssen da durch. So steht es auch in der Beschreibung. Unsere Etappe war schließlich noch sehr lang, denn wir wollten noch bis zur Schneeberghütte und für Alternativen hatten wir keine Zeit. Der Plan war diesmal ohne irgendwas zu sagen einfach durchzurennen. Die Alte kommt uns eh nicht hinterher. Also wieder vor zur Linkskurve über den Bach und dann auf die Wiese, wo die Alte uns schon wieder erwartete. Sie erkannte uns natürlich. “Seids ihr jetzt schon wieder da. Spinnt ihr jetzt komplett…”. Als wir hastig an ihr vorbeischoben fing sie wild an zu fluchen. Wir fingen an leicht zu rennen, denn sie machte Anstalten ihren Wanderstock gegen uns einzusetzen. Ich wollte weg hier.

ZURUCK! ZURUCK!

Nach etwa 50 Metern, an der Stelle wo der Trail in die Forststraße mündet, die vom Brenner zum Sattelberg heraufzieht, stand dann ihr Mann und sein weißer Geländewagen. Wir mussten also direkt an ihm vorbei. Auch er hatte als Waffe einen Wanderstock in der Hand. Sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Freundliches. Seine Frau jagte uns von hinten und so wie es aussah liefen wir ihm direkt in die Arme. Einer von uns fluchte etwas auf französisch. Ich konnte mir nur vorstellen was es bedeutete.

Die nächste Minute war zum schreien. Der Bauer stand neben seinem Auto und stellte sich uns in den Weg. Mein Gedanke war, wir müssen da jetzt vorbei, egal wie. Ich ging also einige Meter voraus und versuchte links am Auto vorbei zu kommen. Als er mich von der linken Seite aufhalten wollte, versuchten es meine Freunde von rechts. Er wechselte auf die rechte Seite weil sie dort zu zweit waren. Ich kam vorbei. Rannte etwa 15 m vor, deponierte dort mein Rad und war bereit notfalls den anderen zu helfen falls er gewalttätig werden sollte. Inzwischen kam auch der zweite von uns durch. Unseren dritten Mann hatte er sich jetzt aber vorgeknüpft.

brenner pampa

Flowie fix und fertig in der Pampa

Der Bauer begann ihn anzurempeln und herumzuschubsen. Seine Frau hatte inzwischen von hinten aufgeholt. Zusammen droschen sie mit ihren Wanderstöcken auf das Rad unseres Mitfahrers ein und versuchten ihn davon abzuhalten die Stelle zu passieren. Mein Kumpel fluchte wieder auf französisch und die Bauersfrau versuchte es zu wiederholen, was sich ziemlich peinlich anhörte. Zwischendrin schrie sie immer wieder “ZURUCK! ZURUCK!” Nach kurzem hin und her, ich war bereit zu helfen, sagte die Frau. “Lass ihn gehen”. Der Bauer holte sein Handy raus und tat so als würde er jemand anrufen wollen. Dies stellte sich aber schnell als Attrappe heraus. Unser dritter nutzte diese kurze Zeitspanne, als sie von ihm abließen, aus und rannte durch. Wir waren ziemlich außer Atem, ich sagte nur “Wir müssen weg hier!” und schwangen uns auf unsere Räder und begannen die Forststraße in Richtung Sattelberg hochzukurbeln.

Der Bauer ließ sich aber nicht so leicht abschütteln. Kaum 30s auf dem Rad hörten wir Motorengeräusche, er will uns also mit dem Jeep verfolgen. Ich hatte Angst. Mein Puls war so hoch wie niemals zuvor auf dieser Tour. Als wir zurückblickten und er immer näher kam, sind wir vom Weg runter und ab ins Unterholz. Nach ein bischen rumstreunen im Gelände hielten wir hinter einer Baumgruppe an, um uns von der Hetzjagd zu erholen. Oben sah man die Straße und sein Auto, der Bauer stand mit seiner Frau daneben und fluchte. Nach kurzer Zeit gingen wir weiter mitten durch die Pampa, die Räder teils schiebend, teils tragend.

Wir versuchten uns so gut wie möglich parallel zur Straße zu halten, querten unterhalb der Sattelalm über Kuhweiden. Wir wussten dass die Straße ab der Alm (wohnt der Bauer da?) in Kehren nach oben zum Sattelberg zieht. Unser Plan war etwas links davon im Gelände aufzusteigen und bald wieder auf die Straße zu kommen, ohne dass der Bauer uns bemerkt. Wir merkten langsam, dass das Aufsteigen in der Wildnis ziemlich kraftraubend ist. Wir hörten immer wieder Motorengeräusche und fluchende Stimmen. Wir versuchten uns leise zu verhalten und flüsterten.

brenner oben

Endlich oben

Nach einiger Zeit stießen wir wieder auf die Straße. Doch kaum fuhren wir 20m sahen wir hinter einer Kurve sein Auto wieder. Er schien uns aber nicht zu bemerken. Also wieder ab ins Unterholz. Am besten diesmal für immer. Wir versuchten nun uns irgendwie in Richtung Sattelberg nach oben durchzuschlagen. Im Gelände fanden wir teilweise Radspuren. Von Vorgängern? Die Geräusche des Bauers entfernten sich zum Glück langsam. Als wir oben auf dem Sattelberg ankamen, waren wir dann doch froh dieses Hindernis geschafft zu haben. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir einiges an Zeit verloren hatten. Immerhin waren wir so 2-3 Stunden auf dem Grundstück des Bauers.

Die Etappe wurde noch lange. Die Grenzkammstraße zog sich. Kurze Rast in Gossensaß. Wir waren erst um 17 Uhr in Sterzing, und hatten noch 2000 Hm bis zur Hütte vor uns. Versuchen wollten wir es. Stirnlampen hatten wir ja dabei. So standen wir dann abends um 10 in völliger Dunkelheit und Nebel auf der 2700m hohen Schneebergscharte. Zum Glück konnte man die Markierungen im Licht der Lampen einigermassen erkennen und eine Stunde später erreichten wir heil die Hütte. Diese ist sehr zu empfehlen. Eine Schutzhütte renoviert aus einem alten Bergwerkshaus.

Ich weiß nicht ob ich dem Bauer nochmal begegnen will, zugetraut hätte ich ihm alles. Zum Glück sind wir nicht in Amerika wo jeder einen Waffenschein hat, dann wäre es sicher anders ausgegangen.

brenner rueckblick

Rückblick zum Brenner Grenzkamm

Danke Greg für diese Geschichte. Du solltest mehr schreiben! Der fluchende Franzose war übrigens ich. Hier sind noch weitere Bilder vom 2006er Alpencross.

Der Bauer ist angeblich inzwischen einem Herzinfarkt erlegen. Man munkelt es ist bei der Biker Jagd passiert.
Er möge in Frieden ruhen!

Weltreise für zwei

Aus meiner Weltreise ist unsere Weltreise geworden. Der Greg hat die Schnauze voll von Würzburg und kommt mit, juchui!

Eigentlich wollte ich auf so lange Dauer lieber alleine reisen. Die Lust auf Streit und dauernde Kompromisse ist mir nämlich vergangen. Aber der Greg streitet nicht gerne, hat ähnliche Interessen und vor allem hält er seine Klappe, wenn er nix zu sagen hat (-;

greg karte

Greg checkt die Lage (Bild: Roland Fäustlin)

Es könnte echt klappen, dass wir es gemeinsam um die Welt schaffen. In den letzten 10 Jahren haben wir zusammen schon viel erlebt: Alpencrosse, Bergtouren, Biketouren, Inselurlaub, Informatikstudium, Punkrockshows, Quakeworld und zuletzt die tollen Freiübernachtungsabenteuer auf Madeira, Mallorca, in der sächsischen und in der fränkischen Schweiz.

Unsere Weltreise soll im Juni beginnen. Die für März geplante Route mit Start in Südamerika macht von der Jahreszeit dann keinen Sinn mehr. Außerdem will der Greg unbedingt die Transsibirische Eisenbahn fahren. Und wer bin ich, dass ich dem Greg so eine einleuchtende Idee ausschlage.

transsib

Die Transsibirische Eisenbahn

Die neue Route

  1. (St. Petersburg)
  2. Moskau
  3. Irkutsk
  4. Ulan Baatar
  5. Peking
  6. Tibet
  7. Nepal
  8. Indien
  9. Südamerika

Die Route wird nach hinten hinaus sehr ungefähr. Wir schauen halt mal, dann sehen wir schon…

Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.

(John Lennon)

Thailand Fazit

Es ist etwas peinlich zuzugeben: Thailand war für mich ein ganz, ganz großes Abenteuer. Zusammen mit dem ersten Mountainbike-Alpencross vor 6 Jahren besetzt die Reise meinen Abenteuerthron. Dementsprechend schwer fällt es endlich einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen und auch im Blog zur Tagesordnung überzugehen.

Un thailand heatmap stark
Heatmap vom Thailand Trip
Um der Tagesordnung zu entfliehen hab ich mich ja ursprünglich erst mit meinem Rucksack voll Ungewissheit in ein Flugzeug gesetzt.
Zu sich selbst findet man zwar nicht nur am anderen Ende der Welt, aber der Abstand hilft. Reisen scheint mir sowieso die bequemste Art, um die Komfortzone zu verlassen; und das ist kein Widerspruch.
Aber ist Thailand das nächste Mal noch exotisch genug? Einiges zu sehen hab ich jedenfalls noch, wie eine Heatmap meines Trips rechts zeigt.


Nicht nur bequem ist das Reisen, es ist außerdem unkompliziert. Der Reisevorteil ähnelt dem großen Unterschied zwischen den Star Trek Fernsehserien Raumschiff Enterprise und Raumstation DS9. In der unbeweglichen DS9 geht es hauptsächlich um ermüdende Politik und -Gott bewahre- soziale Interaktion. Währenddessen fliegt die Enterprise von Abenteuer zu Abenteuer.
Natürlich hätte ich meiner Zukunft nicht ewig davonfliegen können, aber schon noch ne Weile (-;


Womit wir bei der Machbarkeit wären: Langzeitreisevorhaben scheitern ja gerne vorzeitig am lieben Geld – unnötigerweise!
Thailand ist wirklich preiswert, selbst wenn man wie König Bhumibol lebt!

  • Gesamtausgaben Januar: 868,21 EUR
  • Gesamtausgaben Februar: 405,97 EUR
    (Quelle: Kontoauszüge)

Die Differenz ergibt sich aus dem Preisgefälle von den Inseln zum Norden. Außerdem war ich im Januar noch grün hinter den Ohren!

Weitere Ausgaben sind:

  • Thailand Flug bei 1-2 Monaten Buchungsvorlauf
    300 EUR einfach
    550 EUR hin- und zurück
  • Reisekrankenversicherung
    26 EUR pro Monat
  • Tourist Visa (3x 60 Tage)
    0 EUR bis 31.März 2011
  • Kreditkarte für weltweites Bargeldabheben vom deutschen Girokonto
    0 EUR bzw. 50 EUR Gutschrift bei Neueröffnung


Eins ist sicher: Es kann nur teurer werden!
Also lieber Leser, auf gehts!

Halber Trainingsaufwand – Gleiche Fitness

 
Projekt Podest

Mein letztes Jahr ausgerufenes Projekt Podest ist gründlich gescheitert. Für den erforderlichen Trainingsaufwand bin ich beileibe net hart genug. Ganz im Gegenteil, mein Trainingsumfang hat sich diese Saison beinahe halbiert. Um trotzdem bei meinen Hobbykollegen vorne mitfahren zu können, hab ich was Neues probiert – High Intensity Training (HIT).

High Intensity Training

bikerace2Eigentlich ist HIT gar nix Neues. Als Intervalltraining oder “Kraft am Berg” taucht es in jedem Trainingsplan auf. Der Unterschied ist, dass ich nun vorsätzlich auf Grundlagentraining verzichte. Jedes Mal, wenn ich zum Training ausfahre, mache ich Intervalltraining.

Grundlagentraining

Touren mit dem Verein oder mit Kumpels schließen zwangsläufig lange Einheiten im Grundlagentempo ein. Außerdem bin ich eine Woche im RSG Trainingslager und 4 Tage am Gardasee ausschließlich Grundlage gefahren.

Vergleich

Meine Trainingslogs der letzten Jahre sind halbwegs vollständig. Als einigermaßen objektives Kriterium will ich die jeweiligen Trainingsdaten bis Anfang August vergleichen. Am ersten Augustwochenende findet immer der sehr gut besetzte Keiler Bike Marathon statt. Der Keiler war 2006 mein erster Marathon und ist seitdem alljährlicher Saison Höhepunkt. Die Ergebnisse geben einen Anhaltspunkt für meine Fitness.

Die nackten Fakten
Jahr Ø Wochenstunden ohne Radurlaub Keiler Platz Keiler Zeit
2006 7,14 5,21 61. 2:51:31
2007 7,04 4,36 83. 3:12:30
2008 6,86 5,29 47. 2:46:55
2009 4,52 2,94 48. 2:49:36

 keiler
Die Kategorie “ohne Radurlaub” zieht mehrtägigen Radurlaub von den durchschnittlichen Wochenstunden ab. Darunter fällt Trainingslager, Rhönwochenende und Gardasee/Alpencross.

Wirklich vergleichbar sind wegen Körper- und Radgewicht nur die Jahre 2008 und 2009. Der Ausreißer 2007 kommt von nem Plattfuss.

2008 vs. 2009

Die Platzierung beim Keiler hat sich zwischen 2008 und 2009 nur unwesentlich verschlechtert. Das deckt sich mit meinem Gefühl, so fit zu sein, wie letztes Jahr.
bikerace
Bei den absoluten Wochenstunden hat sich der Umfang diese Saison auf 66% reduziert, eine Ersparnis von einem Drittel.

Mehrtägiger Radurlaub fühlt sich nicht an wie Training, eher wie Urlaub (-;
Er hat jedenfalls wenig mit den tatsächlichen Trainingsstunden pro Woche zu tun. Deswegen ist auch die Reduktion auf 56% in der Kategorie “ohne Radurlaub” interessant.

Der HIT Anteil 2009 beträgt übrigens 0,69 Wochenstunden. Das hässliche Training, ausschließlich zur Leistungssteigerung, liegt also bei nur einer Dreiviertelstunde pro Woche.

Fazit

Das ist kein Quantensprung, wie die reißerische Überschrift glauben macht, aber ein spürbarer Fortschritt. Man sollte auch beachten, dass trotz meiner Bemühungen HIT nur 15% vom Gesamtumfang ausmacht.

Ausblick

Weil ich 2010 kaum zum Radfahren kommen werde, wird HIT antweilsweise deutlich steigen. Ich bin gespannt, wie sich das auswirkt.

Ich hoffe natürlich auf einen Quantensprung (-;

Juli 2009

Ich habe diese Woche herausgefunden, dass ich tatsächlich an einer Persönlichkeitsstörung namens Narzissmus “leide”. Darunter versteht man nicht etwa Selbstverliebtheit sondern anscheinend etwas ganz Anderes. Trotzdem muss ich mal wieder Selbstdarstellungsdampf ablassen (-;


Im Juli war ein superschönes 24 Stunden Rennen in Steindorf bei Augsburg.

24h team


24h abendlicht






24h speed


24h schanze





Die netten Sportografen haben in Steindorf außerdem ein Rippenbruch vorher/nachher Bild von mir eingefangen. Krasses Timing!

24h rippe vorher24h rippe nachher
vorher      nachher




Über die Alpen bin ich auch gefahren, aber dieses Jahr mitm Wohnmobil. Ich durfte nämlich bei der Bike Transalp Challenge die netten Jungs vom Texpa Team betreuen.

ta fahrer


ta alle






ta fotografen


ta regen






ta camping


ta ziel






Dabei blieb auch Zeit zum Wandern und Bergsteigen

ta langkofel


ta schnee






ta trauben


ta sonnenuntergang



Der August ist ja auch schon bald wieder vorbei und im September fängt endlich mein neues Leben an, juchui!

Alpencross 2008

Nutzbringend, was ist schon nutzbringend?
Vielleicht ein Bericht über eins der angeblich letzten Abenteuer Europas?

Ich rede vom Alpencross mit dem Mountainbike. Mein erster Alpencross 2004 war unbeschrieblich schön, ich habe weder vorher noch nachher je wieder so intensiv gelebt, wie in dieser Woche. Um die Faszination Alpencross zu teilen wollte ich unbedingt eine Homepage für einen Bericht. Nunja, die Homepage gibt es mittlerweile, einen Alpencross Bericht nicht. Das soll sich jetzt ändern.

Es folgt ein Bericht vom letztjährigen AlpenX aus den Blickwinkeln der 4 Fahrer. Der Bericht dient dank dem enormen Umfang auch als Test für das Durchhaltevermögen künftiger AlpenX Mitstreiter (-;

(mehr)

marmolada gruppe

Deutsche Hochschulmeisterschaft

Die Versuchung ist groß meine diesjährige Rennsaison schon nach 5 Wochen wieder abzuschließen. Diplomarbeitsbedingt war es heuer ein später Start, dafür hab ichs mir seit Mitte Juli mit 3 Mittelstrecken Marathons und nem 12h Rennen im 2er Team dreckig gegeben. Unser Alpencross wurde auch noch reingequetscht und jetzt ist in punkto Radeln etwas die Luft raus.

Sehr schade wäre es um die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Marathon, die am 21.September beim Odenwald Bike Marathon ausgetragen wird. Das wäre meine letzte Chance als mittlerweile Ex-Student mitzufahren.
Soll ich oder soll ich net? Bis Samstag ist noch Gelegenheit zur Meldung…

Moment Mal

Es sind nur wenige Momente, die sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte unwiderruflich ins Gedächtnis brennen. Innerhalb der letzten beiden Wochen gab es für mich gleich zwei Kandidaten für diese Ruhmeshalle.

Mein Trainingspartner Reiner und ich sind vorletzten Samstag im 2er Team die 12 Stunden von Külsheim gefahren. Der glücklicherweise ereignislose Renntag neigte sich schon dem Ende zu, als ich in meiner letzten Runde vor einer schmalen Trailpassage riskant in einer Schotterkurve überholt und mich dabei hingelegt habe. Ich rutschte also eine gefühlte Ewigkeit mit Bodenfühlung von einem Ende der Kurve zum anderen. Trotz des Schocks hat mich die Situation unglaublich genervt und ich wollte nichts sehnlicher als endlich fertig zu rutschen und wieder aufs Rad zu steigen.

Zwei Minuten später hatte ich wieder Fühlung auf den Fahrer aus der Schotterkurve, natürlich wieder kurz vor einer schmalen Trailpassage. Mitten im Überholsprint auf einem geraden Wiesenstück fand ich mich plötzlich auf dem Rücken liegend wieder und sah wie mein Rad in fast zwei Metern Höhe quer über die Wiese flog.  Ein kleiner, aber tiefer Graben auf meiner Überholspur ist aus heiterem Himmel aufgetaucht und hat mir einen Abstieg über den Lenker beschert. Dieser Moment, in dem ich total benommen meinem Fahrrad beim Flugversuch zusah hat mich meines verbliebenem Atems beraubt.

Wie das Rennen ausging steht in einem ausführlichen Rennbericht auf der Seite der Radsportgemeinschaft Würzburg.

Der zweite Moment war wesentlich ungefährlicher aber nicht minder atemberaubend. Vorgestern, am vorletzten Tag unseres diesjährigen Alpencrosses kamen Reiner, Koni und ich an unserem Tagesziel, dem Rifugio Bolzano auf dem Schlern an. Wie schon an den vorherigen Nachmittagen grummelte es in der Ferne und am Horizont zuckten bereits die Blitze über den Himmel.

gewitter
Da braut sich was zusammen

Am späten Abend war das Gewitter auch bei uns. Wer schonmal ein Gewitter an ausgesetzter Position in den Alpen erlebt hat, braucht keine Fantasie um sich den Weltuntergang vorzustellen. Statt totmüde ins Bett zu fallen, standen wir drei Flachlandtiroler also im Waschraum um das kleine Fenster gedrängt. Dort haben wir gebannt das Wüten der Elemente verfolgt.

Zum Alpencross gibt es noch keinen Bericht. Ich kann aber schon verraten, daß es eine perfekte Woche war.

AlpenX 08

In wenigen Minuten gehts los zum Alpencross 2008. Zu viert sind wir dieses Mal und folgende ambitionierte Strecke durch die Dolomiten wollen wir unter die Stollen nehmen.

AlpenX 08 kml Datei (in Google Earth öffnen)

Ich muss weg!

Juchuuuuuui!

Mehr Licht

“Mehr Licht!” sollen Goethes letzte Worte im Sterbebett gewesen sein.
“Mehr Licht!” denken sich auch Fotografen beim Blick in den Sucher.
“Mehr Staub!” ruft entnervt der Fotograf für das Freeride-Magazin am Altissimo.
Und der arme Kerl, der eben gekonnt die Abfahrt runter gekommen ist, verteilt zwei Handvoll Staub in der Kurve und schiebt seinen schweren Freerider wieder nach oben, auf daß es beim nächsten Mal mehr staubt.

Moment mal, Altissimo? Der ist aber nicht in den Dolomiten?
Erwischt! Wir sind letzten Endes am Gardasee gelandet, nachdem auch Plan B mit dem Dolomitencross aufgrund von Schnee im Pustertal auf nicht mal 1000m Höhe(!) gescheitert ist. Und was zunächst noch eine Art Gardaseecross werden sollte mit Hüttenübernachtungen wurde nach einem Tag ein “Gardaseecruise” mit günstiger Wohnung am Ledrosee und Tagestouren.

“Mehr Licht!” stimme ich mit ein, denn das helle Licht für den dunklen Winter, das die Erinnerung an einen Alpencross sein kann, bleibt dieses Jahr erloschen. Es wird wahrscheinlich nicht passieren, daß ich mich oben an den Tremalzo denke, als Zuflucht für kalte und nasse Tage. Bei Tagestouren fehlt einfach das feste Ziel, daß man auf Biegen und Brechen erreichen muss und es fällt leider ungemein schwer unter diesen Umständen an seine Grenzen zu gehen.
Und ohne an die Grenzen zu gehen ist so ne Tour immer noch schön, aber ziemlich banal.
Deshalb ist auch kein anderer Mensch zurückgekommen diesmal, aber ein schöner Urlaub wars dennoch!

Die beiden letzten Tage hab ich dann auch stark gemerkt, wie “radmüde” ich nach der langen Saison geworden bin. Mein Rad ist noch zerlegt von der Rückfahrt und rechte Lust, das zu ändern hab ich eigentlich nicht. Ich werds trotzdem tun, denn in ner guten Stunde ist der zweite Lauf der Würzburger Abendrennserie.

Danach ist dann für mich sowieso Saisonpause, denn morgen komm ich unters Messer und die Platten von meinem bescheuertem Armbruch letzten Oktober werden entfernt.

Ich meld mich, wenn die Drogen aufgehört haben zu wirken (-;

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