Gestern Nacht um 1 Uhr habe ich auf dem Heimweg noch Geld abgehoben. Meine Stadtschlampe hab ich dazu an den großen Pfosten vor der Tür der Sparkasse am Grafeneckart gelehnt, in Sichtweite vom Geldautomaten.
3 Minuten später stehe ich wieder vor der Tür und schaue perplex auf den Pfosten. Meine geliebte Stadtschlampe ist spurlos verschwunden. Ich kann die Augen so oft auf und zu machen wie ich will, sie ist weg. Ungläubig schweifen meine Blicke. Es sind viele Leute unterwegs aber weit und breit kein Radfahrer oder jemand, der sich schnell von mir wegbewegt.
Seit 3,5 Jahren steht meine Stadtschlampe Tag und Nacht geduldig angekettet vorm Haus. Zum Einkaufen, zur Hubland Uni, zur Jurabib, zum Kino, zum akw, sogar zur Stadtbib gleich ums Eck nehme ich mein Schlämpchen. Selbst eine höhenmeterlastige Rhöntour hat sie schon hinter sich, in vorübergehender Ermangelung eines anderen fahrbaren Untersatzes.
Unsere Beziehung konnte nicht einmal belasten, daß sie mich vor 2 Jahren abgeworfen hat. Damals hab ich mir den Arm gebrochen, auf dem Heimweg vom akw. Ich war in keiner guten Position um ihr Vorwürfe zu machen (-;
Es ist schlecht, schlecht und dreimal schlecht meine Stadtschlampe einfach zu klauen!
Das lass dir gesagt sein, dreckiger Dieb!

Stadtschlämpchen zu Ostern – R.I.P.
Halbwegs versöhnt mit der Welt hat mich gerade ein junger Kerl. Ich habe mich in Radklamotten in einer Nebengasse an meinem Auto zu schaffen gemacht. Er ruft beim Vorbeigehen an der Gasse auf Verdacht einfach mal laut “Diebstahl!”. Es haben gleich ganz viele Leute gekuckt.
Wenigstens auf mein Auto wird aufgepasst aber in was für einer Welt leben wir eigentlich?
Thou shalt not steal if there is a direct victim
(Dan Le Sac vs Scroobius Pip – Thou Shalt Always Kill)
Ach, Floci, das tut mir aber leid. Ne gute Stadtschlampe ist schon was wert. Ich hoff du findest bald ne neue.
Bis dann!
[...] Ich bin manchmal ziemlich naiv und wollte es damals nicht wahr haben, daß es derart schlechte Menschen in meinem Würzburg geben soll. Mittlerweile würde ich notgedrungen einräumen, daß es vielleicht [...]