Monthly Archive for September, 2009

August 2009

Jetzt bin ich endlich angekommen in der Zukunft. Doch erstmal ist ein Blick in die Vergangenheit fällig, in den schönen August.

Los gings mit etwas Quälerei: dem sagenhaften Keiler Bike Marathon

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Hamburg hat Tiefgang, kann aber auch sehr flach sein (v.a. die Reeperbahn!)

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Sylt ist teuer und langweilig - kein Vergleich zu Rügen.

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Mittelalterliches auf dem Schlosshof Festival in Höchstadt

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und auf der Lannation in Geiselwind (warum auch immer!)

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Auf in den goldenen Herbst, juchui!

Letzter Arbeitsweg

Der Arbeitsweg zu meinem letzten Arbeitstag heute war sehr angenehm. Die Fahrradkette surrte, die Sonne lachte und der Himmel strahlte in tiefstem Blau. Doch selbst die schönste Umgebung konnte mich auf Dauer nicht ablenken von meinen Gedanken an die ungewisse Zukunft.

Wie ich also mit kummervollem Blick durch Versbach radle, tönt es in feinstem Fränkisch von oben:

Hmmmmmmmm!
Schaud fei gar ned schlechd aus.

Ein Maler an der Hauswand über mir betrachtet sein Werk.
Und ich denke mir beim Weiterfahren:

Hmmmmmmmm!
Schaud fei gar ned schlechd aus.

Kündigung #2 [Ex-Job]

4 wesentliche floc Wesenszüge hab ich das letzte Mal zusammengeschrieben.
Daran muss sich nun mein baldiger Ex-Job messen:

1. “Erfahrungen machen glücklich, Dinge nicht”

  • Freizeit:
    Für Erfahrungen, egal ob Bücher, Reisen, Plaudereien oder ein Schafkopfabend braucht man wenig Geld, aber viel Freizeit. (Beim Schafkopfabend manchmal auch etwas mehr Geld)
  • bisher:
    Es gibt keine Möglichkeit an der Zeitschraube zu drehen.
    Halb so viel Geld wäre genug.

  • Flexibilität:
    Wenn ich mir heute in den Kopf setze, ans schwarze Meer zu laufen, dann sollte ich nicht warten bis ich die Lust verloren habe. Wenn es morgen einen Flug nach Neuseeland für 500 EUR gibt, dann sollte ich nicht bis übermorgen warten, wenn der Flug wieder 1000 EUR kostet.

    bisher:
    Es ist niemals sicher, ob ich Urlaub bekomme.
    Kurzfristige Gelegenheiten sind schwer wahrzunehmen.



2. “Abwechslung ist das Salz in der Suppe”

  • Ort:
    Die Vorstellung in 10 Jahren am gleichen Schreibtisch im gleichen Büro zu sitzen macht mich fertig.

    bisher:
    Ich bleibe für immer hier.

  • Aufgaben:
    Es gibt zu viele interessante Projekte um immer das Gleiche zu machen.
    So abwechslungsreich Programmieren auch sein kann, andere Tätigkeiten sind auch reizvoll.

    bisher:
    Ich kann Projekte nur bedingt aussuchen.

  • Kollegen:
    Vertrautheit ist schön, neue Leute kennenlernen ist auch schön.

    bisher:
    Der Kollegenstamm ändert sich nicht.



3. “Ich würde gern etwas Nützliches tun.”

  • Sinn:
    Software kann mit wenig Aufwand vielen Menschen das Leben erleichtern. Sinnvoll oder gar nötig sind Programme aber nur, wenn der Gesamtzusammenhang passt.

    bisher:
    Ich muss schon beide Augen zudrücken um einen Sinn in meiner Arbeit zu sehen.

  • Standort:
    In den Industrieländern ist so gut wie niemand bedürftig, was die körperliche oder sicherheitsrelevante Stufe auf der Bedürfnispyramide angeht. Woanders auf der Welt schaut das anders aus.

    (Bei den anderen Stufen ist jeder seines eigenen Glückes Schmied)

    bisher:
    Von Deutschland aus kann man zweifellos Einiges bewirken.
    An Ort und Stelle kann man mehr bewirken.



4. “Sicherheit ist langweilig”

  • Wirtschaftliche Sicherheit
    Es wäre schön, wenn von jedem Mitarbeiter abhängt, ob sich eine Firma tragen kann.

    bisher:
    Der wirtschaftliche Erfolg meiner Firma ist entkoppelt von meiner Leistung.

  • Entlassungswelle, Kurzarbeit…
    Die Finanzkrise beutelt die Welt - les ich in den Zeitungen.

    bisher:
    Mein bisheriger Job ist sicher wie das Amen in der Kirche.
    Das fühlt sich falsch an und vor allem unfair.



Mir ist klar, dass sich in Zukunft nicht alle diese Punkte verbessern lassen.
Versuchen werd ichs aber und ich bin ein ziemlich sturer Esel.

Kündigung #1 [Wesenszüge]

Lange war ich still, weil ich Probleme habe meine wirren Gedanken zu ordnen.

Also, versuchen wirs gemeinsam:
Ich habe nach nur einem Jahr meinen Job gekündigt um mich vom Angestelltendasein zu verabschieden - hoffentlich endgültig.

Ich versuche noch zu verstehen warum. Ich glaube dazu sind folgende Beobachtungen wichtig:


1. Konsum:

Erfahrungen
machen glücklich,
Dinge nicht

Mein Problem scheint zu sein, dass mir mehr Geld nicht mehr Nutzen bringt.

Mein Hirn tickt leider merkwürdig. Ich kann mir keinen LCD-Fernseher oder ein Auto kaufen und hoffen damit glücklich zu werden.


2. Abwechslung:

Abwechslung
ist das Salz
in der Suppe

Ich probiere gerne etwas Neues. Nur weil ich ein paar Jahre Rad gefahren bin, bin ich kein Radfahrer. Nur weil ich ein paar Jahre programmiert habe, bin ich kein Programmierer.

Es gibt vermutlich Nichts auf der Welt, was mich über viele Jahre motivieren kann.


3. Sinn:

Ich würde
gern etwas
Nützliches tun

Bis Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich die Sinnfrage fürs “gemeine Volk” nie gestellt - Es ging ums Überleben. In der westlichen Welt geht es heute ums Leben, nicht ums Überleben. Niemand muss verhungern oder an einer heilbaren Krankheit sterben.

Wir bekommen ein sorgenfreies Leben geschenkt, in einer sehr interessanten Zeit. Da sollte man was draus machen.



4. Sicherheit:

Sicherheit
ist
langweilig

Ich kann absolute Sicherheit nicht ausstehen. Wenn jemand den Absicherungsplan für meine verbleibenden 50 Jahre auf ein Papier malt, dann möchte ich schreiend davonlaufen.

Es gibt keine Sicherheit: Renten, Versicherungen, Geldanlagen, selbst Bargeld sind falsche Sicherheiten. Sicher ist nur der Tod. Todsicher!
Abgesehen davon mag ich nicht im abgesteckten Sandkasten spielen.
Risiken sind schließlich aufregend, oder nicht?


Das sind die für die Kündigung relevanten Wesenszüge, die ich selbstdiagnostizieren konnte. Wie mein bisheriger Job zu diesen 4 Punkten passt schau ich mir morgen übermorgen am Wochenende nächste Woche an.


Krise ist ein produktiver Zustand.
Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

(Max Frisch)