Monthly Archive for August, 2008

Die Zeit wird knapp

Die Zeit wird knapp! Das soll keine Drohung sein sondern mein Resumee der zweiten Arbeitswoche. Letzten Samstag war ich noch ein wenig irritiert als plötzlich Wochenende war. Morgen werd ich froh sein, denn ich brauch dieses Wochenende! Nicht daß die Arbeit schlecht wäre, ich habe quasi einen Traumjob! Es ist nur einfach nicht mehr genug Zeit übrig für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, wie zum Beispiel exzessives Radfahren oder Musikhören.

Die fehlende Zeit lässt sich nicht zuletzt an dem Zeitungsstapel mit drei Ausgaben von “Die Zeit” neben meinem Bildschirm ermessen. Die Zeit nehm ich mir jetzt.
Zeit wirds!

Deutsche Hochschulmeisterschaft

Die Versuchung ist groß meine diesjährige Rennsaison schon nach 5 Wochen wieder abzuschließen. Diplomarbeitsbedingt war es heuer ein später Start, dafür hab ichs mir seit Mitte Juli mit 3 Mittelstrecken Marathons und nem 12h Rennen im 2er Team dreckig gegeben. Unser Alpencross wurde auch noch reingequetscht und jetzt ist in punkto Radeln etwas die Luft raus.

Sehr schade wäre es um die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Marathon, die am 21.September beim Odenwald Bike Marathon ausgetragen wird. Das wäre meine letzte Chance als mittlerweile Ex-Student mitzufahren.
Soll ich oder soll ich net? Bis Samstag ist noch Gelegenheit zur Meldung…

Mattscheiben

Nebenan im Stockwerk wohnt eine nette alte Dame, die sehr sehr einsam ist. Sie freut sich entsprechend über ein kleines Pläuschchen im Treppenhaus aber ohne dabei aufdringlich zu werden. Am meisten freut sie sich allerdings auf Ostern und Weihnachten, wenn sie ihre Enkel und Familie sieht. Sie ist schon Wochen vorher ganz aufgeregt.
Ist gerade nicht Ostern oder Weihnachten, dann sieht sie fern. Von Morgens bis Abends hört man vor dem Haus, wie der Flimmerkasten die Gasse beschallt.

Mein Mitbewohner ist Mitte 20 und ebenfalls sehr sehr einsam. Er freut sich allerdings weder auf Ostern noch auf Weihnachten. Dann sieht er immer seine Eltern und Familie, die unangenehme Fragen zu seinem mittlerweile dritten erfolglosen Studium stellen. Er ist schon Wochen vorher ganz aufgeregt.
Ist gerade nicht Ostern oder Weihnachten, dann spielt er das Computerspiel World of Warcraft. Er verharrt Tag und Nacht in seinem kleinen Zimmer bei stets geschlossener Türe und zugezogenen Rolläden. Raus kommt er nur alle paar Stunden, wenn er aufs Klo, Rauchen oder Essen muss.

Etwa jeden 2. Tag ist das Bier alle, dann verlässt mein Mitbewohner notgedrungen das Haus um einzukaufen. Vielleicht begegnet er dabei der netten alten Dame von nebenan. Sie würden kurz über das wie immer unzulängliche Wetter reden und dann schnell zurück zu ihren Mattscheiben eilen.

Zockerkarriere


1999                                                                                 2008

Zwischen diesen beiden Bildern liegen etwa 200m Entfernung.
Das Ziel vom Bikemarathon 2008 in Erfurt stand gleich neben der Thüringenhalle. 1999 fand in dieser Halle das große Beben statt, eine der coolsten und bis dato größten LAN Partys in Deutschland. Selbstverständlich konnte man mich dort antreffen, denn ich war damals ein Zocker.

Was eine LAN Party ist braucht man heutzutage nicht mehr erklären, das ist dort, wo die ganzen Killerspielespieler gemeinsam ihrer Leidenschaft frönen. Ich habe das Urkillerspiel namens Quakeworld gespielt, bin aber (noch) nicht Amok gelaufen. Stattdessen bin ich damals durch ganz Deutschland gefahren um mich mit anderen Quakern in LAN Turnieren zu messen.

Quakeworld habe ich noch viele, viele Jahre gespielt. Es kamen zwar bald die Nachfolger Quake2 und Quake3 heraus und auch andere Hersteller haben nette 3D Shooter auf den Markt geworfen, aber keiner von denen konnte dem E-Sport Original das Wasser reichen. Ich habe trotzdem nebenher auch Unreal Tournament gespielt, man hat ja genug Zeit als Schüler. Die Szene dort war jung und ich war mit meiner langjährigen Erfahrung ziemlich schnell eine Hausnummer.

Im Jahr 2000 fanden zum ersten Mal die World Cyber Games statt, eine Art Olympia für E-Sport, also elektronischen Sport. Das deutsche Qualifikationsturnier war in Weimar, nur 25km von Erfurt entfernt und ratet mal wer in der Disziplin Unreal Tournament gewonnen hat!

Richtig und das war nicht einfach! Ich bin also zusammen mit Platz 2 und 3 nach Seoul in Südkorea geflogen worden um dort Deutschland mit dem restlichen Nationalteam bei den ersten World Cyber Games zu vertreten. Das war eine Woche, von der werd ich noch meinen Enkeln erzählen. Das Ende vom Lied war, daß ich verdammt knapp gegen meinen Clankollegen Gitz ausgeschieden bin, der in der deutschen Qualifikation noch Dritter war. Gitz hat die World Cyber Games dann absolut souverän gewonnen, so wie ich das nie vermocht hätte. Er ist 20.000$ reicher wieder heimgekommen, die folgenden beiden Jahre übrigens auch (-;
Dieses Jahr ist Deutschland Austragungsland der World Cyber Games. Stattfinden werden sie vom 5.-9. November in Köln, falls sich das jemand mal anschauen möchte. Ich schätze die Progamer heutzutage gehen noch viel krasser ab, als wir damals. Gitz ist kürzlich nach Würzburg gezogen und wollte mich schon überreden als Zuschauer hinzufahren.

Das war meine Zockerkarriere in Kurzform. Heute geht es schon wieder nach Erfurt, diesmal in einer ganz anderen Mission. Folgende Bands spielen beim ausverkauften Highfield Festival auf:


Die Ärzte, The Killers, Bloc Party, The Hives, We Are Scientists, Plain White T’s, Alkaline Trio, Dropkick Murphys, Thrice, The Subways, Flogging Molly, The Dresden Dolls, Less Than Jake, MxPx, Mindless Self Indulgence, Gogol Bordello, Beatsteaks, Serj Tankian, Louis XIV, Sportfreunde Stiller, I Am Kloot, Tocotronic, The (International) Noise Conspiracy, Red Light Company, Kettcar, Slut, Madsen, Blood Red Shoes, Yeasayer, Kaizers Orchestra, State Radio, Jennifer Rostock, Black Light Burns, The Like, Henry Rollins, Twisted Wheel, The Gutter Twins, Fire in the Attic, Year Long Disaster, Red Light Company, Stereo Inn, Kaiserkind, Everblame, Daniel Wirtz, Dioramic, aVid*, C for Caroline, Piazumanju, Kamikazekid, The Folks, Dioramic


8. SWE Bike Marathon Erfurt

Das mit Duisburg wurde leider nix, stattdessen bin ich am Sonntag in Erfurt gefahren. Erfurt war der erste Mittelstreckenmarathon ohne technischen Defekt seit meinem allerersten Mittelstreckenmarathon überhaupt vor zwei Jahren. Durch das Fehlen selbstgemachter tragischer Momente drängt sich eine Geschichte über Erfurt geradezu auf.

Erfurter Bikemarathon

Einen selbstgemachten tragischen Moment gibt es dennoch: Ich hab mich nachgemeldet und als der Start näher rückt kommt die Erkenntnis, daß das große “D” auf meiner Startnummer nicht für Deutschland sondern für den Startblock D steht. Alle Nachmelder stehen im Startblock D, der wie zu erwarten hinter den Startblöcken A, B und C liegt. Ich habe meinen Bedarf an späten Starts bereits letzte Woche in Wombach gedeckt und bin nicht scharf darauf wieder bange Minuten zu warten bis Bewegung in die Menge kommt. Frech genug mich in einen anderen Startblock zu stellen bin ich aber auch nicht. Ein unverzeihlicher Fehler, nicht zuletzt angesichts des gleichzeitigen Starts von Kurz-, Mittel- und Langstrecke. Insgesamt sind es über 600 Starter.


D wie Depp

Zumindest in meinem Startblock will ich vorne stehen und steige nach dem Warmfahren über die Bande. Der Biker, der am nähesten steht, hilft mir mit meinem Rad und will meine schwarze Schönheit gar nicht mehr absetzen, als er sie in den Händen wiegt. Er schaut mich kurz an, als wär ich der Mann im Mond und ein wenig fühl ich mich auch so, umgeben von lauter sackschweren Fullies.

Die Zeit wird fairerweise erst ab der tatsächlichen Durchfahrt durch den Startbogen genommen, ich brauche laut offizieller Zeitmessung zwei endlos gedehnte Minuten und fünfzehn Sekunden, bis ich ihn erreicht habe.


00:06                                                                 02:30

Belohnt werde ich mit dem Blick auf ein nicht enden wollendes Heer von Mountainbikern, das in den breiten Straßen Erfurts in die Schlacht zieht. Richtig genießen kann ich die Aussicht nicht, schließlich muss ich an denen allen vorbei.

Der erste Anstieg bis zur Panzerstraße ist neutralisiert, mit Überholverbot für das Führungsfahrzeug. Obwohl ich Vollgas gebe und mal links, mal rechts am gemütlich dahinrollenden Feld vorbeiziehe bekomme ich das Führungsfahrzeug nicht zu Gesicht. Die Hoffnung eine gute Gruppe zu erwischen sinkt. Auf der Panzerstraße resigniere ich schließlich angesichts der fehlenden taktischen Möglichkeiten und nehme etwas Tempo raus. Meine Gruppe fährt wahrscheinlich 2:15 Minuten vor mir.

In der ersten Trailpassage stürzt mein Vordermann quer über den Weg und schaut mich am Boden liegend verwundert an. Ich habs kommen sehen, halte rechtzeitig an und fahre weiter als ihm nix fehlt.

Der zweite Anstieg gleicht dem ersten, immer noch sind die Leute beunruhigend langsam unterwegs. Von hinten kommt schließlich einer mit richtig Tempo und ich häng mich ran. Der ist mir eigentlich zu schnell aber ich hab keine Wahl und verbeisse mich in sein Hinterrad. Dünn und drahtig ist er, wenn es ebener wird kann ich mich sicher etwas erholen.
Ich behalte zwar Recht, kann aber die willkommene Pause nur kurz genießen. Von hinten hat einer aufgeschlossen und zieht vorbei. Pause hin oder her, das Hinterrad schaut viel zu lecker aus um es ziehen zu lassen.

Die kampflos Überholten werden weniger, das Rennen normalisiert sich endlich. Normal heißt, daß mein Umfeld nun einem Hornissennest gleicht. Auf welligen Schotterwegen im Wald wird viel angegriffen, nachgesetzt und die Form der Mitfahrer getestet. Dies sind meine Lieblingsmomente in einem Rennen und ich kann diesmal jedes Spiel mitspielen. Wahrscheinlich bin ich immer noch zu weit hinten.

Die dritte Phase des Rennens beginnt gute 20 Minuten später, das Feld hat sich sortiert. Ein blaues Trikot mit grüner Startnummer klebt an meinem Hinterrad, der Rest ist abgehängt. Der Hintermann lässt sich nicht lumpen und fährt auch mal vor, so werden wir uns einig. Auf einem Teerstück blickt er sich in dem Moment um, als ich einen Schluck aus der Flasche nehme. Das wäre seine Gelegenheit anzugreifen, aber er lässt es bleiben. Unsere Zweckgemeinschaft ist fürs Erste besiegelt, das Rennen dauert noch lang genug.



Mein Rennkumpel

Im nächsten Anstieg bekommen wir Fühlung auf eine Zweier Gruppe. Mein Kollege will aufschließen, mir gefällt die Idee. Er hängt sich vorne hin und der Abstand schmilzt langsam, bis am Ende des Anstiegs einer der vielen Streckenposten mit einer Fahne steht und uns bedeutet anzuhalten. Anhalten, jetzt? Das ist doch absurd! Grotesk! Wir sind mitten im Rennen, verdammt! Ein Gefühl wie im Film “Ritter der Kokosnuss”, als ein Polizeiauto den eine Burg angreifenden Lancelot anhält und ihm Handschellen anlegt. Wertvolle Sekunden verstreichen, bis die Zeitchips gescannt sind. Mein Kollege hat seinen hinter der Startnummer versteckt, das sorgt für Verwirrung.
Einige Meter weiter folgt die Verpflegung. Wortlos bekomme ich eine Flasche in die Hand gedrückt, will trinken und ärger mich über eine ungünstig gelegene Kurve. Hinter der Kurve tut sich überraschend eine wurzelige Abfahrt auf, ich warte einhändig auf eine Gelegenheit die Flasche zu verstauen. “Fallen lassen” ruft die Verpflegungsfrau von hinten. Widerwillig lasse ich die frische Beute los und schließe kopfschüttelnd zu meinem Kollegen auf, der die Verpflegung gar nicht beachtet hat. Unser Weg ist gesäumt mit randvollen Getränkeflaschen.

Mein Rennkumpel ist auch im Startblock D gestartet, kommt aus Dresden und fährt Langstrecke. Hätt ich nur nicht gefragt, die Führungsarbeit geht nun hauptsächlich auf mich über. Er fragt dann auch ganz vorsichtig ob das in Ordnung geht, wo ich doch weniger fahren muss. Naja, ich will mal net so sein mit meinem Langstreckenkumpel.
Gemeinsam fahren wir weiter, manchmal auf offenen Feldwegen aber meistens im Wald. In einem trailigen Anstieg taucht eine sehr langsame Gruppe Biker mit Rucksäcken auf. Teils schieben sie und ich rufe ungehalten “Achtung, aus dem Weg!”. Müssen diese Sonntagsfahrer denn gerade heute auf unsere Strecke? Als ich zurückblicke sehe ich ihre Startnummern und mir dämmert, daß ich gerade ein paar langsame Kurzstreckler aufgescheucht habe. Ich schäm mich.

Schon den dritten bedauernswerten Fahrer seit Beginn seh ich mit Panne am Rand stehen, diesmal ein orange-weißes Trikot. Auf dem folgenden Feldweg mit Gegenwind bin ich minutenlang Anführer einer 3er Gruppe, als der Pannengeplagte mit einem Trikot vom “Fitnessstudio Vollfit” aufholt. Nach einer Kurve ist es vorbei mit dem Gegenwind und er zieht vorüber. Das Fitnessstudio ist zu empfehlen, wir müssen einige Minuten später reißen lassen.

Die zweite, nicht mehr ganz so ungünstig platzierte Verpflegungsstelle und ein zweiter nerviger Chipscanstop liegen hinter uns, als sich bei mir erste Anzeichen von Wadenkrämpfen bemerkbar machen. Gerade jetzt versucht mein Langstreckenkumpel mich zu überreden mit ihm Langstrecke zu fahren. Man kann sich offenbar in Erfurt noch mittendrin für eine andere Distanz entscheiden, deswegen auch der gemeinsame Start. Er sagt, er kennt die lange Strecke, sie soll fast nur eben verlaufen.
Ich lehne dankend ab.

Bald kommt dann auch die Streckenteilung. Wir verabschieden uns und ich bin ganz allein auf weiter Flur. Immer wieder werf ich einen Blick zurück, aber niemand kommt von hinten und vor mir ist auch keiner. Ich versuche mein Tempo zu halten, allein fällt das schwerer. Ich bin der letzte Mensch auf der Welt.



letzter Mensch auf der Welt

Es geht die Panzerstraße zurück, vor zwei Stunden musste ich noch rechts im Gras überholen, weil hier so viel los war. Hinter mir hängt auf einmal jemand, wo kommt der denn her? Ich hab mich doch gerade noch umgeschaut. Schon zieht er an, ich hab nicht den Hauch einer Chance. Vielleicht hatte er ne Panne? Ne richtig üble Monsterpanne?

Die letzten 4km stehen angeschrieben, eine Streckenpostin leitet mich zum Abschluss auf schöne Trails. Ich fühle mich an ein Cross Country Rennen erinnert, als es mehrfach unvermutet um 180° Kurven geht. Jedes Mal falle ich darauf rein und darf nach Vollbremsung aus dem Stand antreten. Man kann schon den Moderator im Ziel hören und nach einer fiesen Rechtskurve geht es endlich Richtung Schlussanstieg. Die Zuschauer werden gerade zum Applaudieren ermuntert als ich in den Anstieg fahre. Mein Applaus! Die letzten Meter drücke ich durch und der Moderator meint gleich, daß ichs mir wohl falsch eingeteilt hätte.
Pah! Was soll ich denn machen als letzter Mensch auf der Welt! (-;



Ziel

Ein letztes Mal werde ich von einer Chipscannerin aufgefordert anzuhalten. Dieses Mal tu ichs gerne. Wie an der Supermarktkasse bekomme ich einen Beleg. Platz 20 steht drauf, schwarz auf weiß.


Vielen Dank für ihren Einkauf!

Balkonien

Ich bin zutiefst gerührt! Zwei meiner Leser haben mich auf interessante IT-Stellenangebote hingewiesen.
Das heißt ich habe Leser! (-;

Aber mal im Ernst: Danke für die Tipps, ich bin schon so gut wie vergeben.
Mit aller Wahrscheinlichkeit werde ich am 18.08.08 bei einer netten Firma in Rimpar anfangen. Als Informatiker kann man es sich anscheinend gerade aussuchen oder aber die Konkurrenz taugt nix (-;

Bis es so weit ist hab ich noch knapp 2 Wochen mit meinen Büchern auf Balkonien. Die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Alten Mainbrücke mit Sperrung des Mainkai kommen genau zum richtigen Zeitpunkt. Es herrscht eine himmlische Ruhe, sogar noch leiser als bei der Überschwemmung vor 4-5 Jahren. Damals stand das Wasser bis 1m unterm Balkon und die “Brandung” war so laut (-;

Balkonien

Vielleicht finde ich auf diesem Weg ja noch Mitfahrer für das 24h Rennen in Duisburg am Samstag. Es folgt eine Mail, die ich gerade an die Biketreff Mailing Liste geschickt habe.

Mitfahrer gesucht für diesen Samstag in Duisburg!

Durch glückliche Umstände (für uns) wäre es möglich am Wochenende beim seit Monaten ausverkauften 24h Rennen in Duisburg als 4er Team teilzunehmen. Es fehlen nur noch 3 Mitfahrer (-;

Das Rennen verläuft auf abwechslungsreicher Strecke durch den Landschaftspark Nord. Wie bei fast allen 24h Rennen ist die Strecke technisch einfach und die wenigen Anstiege lassen sich größtenteils mit Schwung nehmen. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, seine 6h über einen ganzen Tag verteilt mit konstant hoher Leistung zu fahren. Dazu gehört auch das Fahren bei Dunkelheit, wobei in Duisburg sogar STVO konforme Funzeln ausreichen.

Die Kosten belaufen sich statt den üblichen 80 EUR p.P. auf nur 55 EUR p.P., weil der Verantwortliche seinen 4er Startplatz unbedingt loswerden will. In dem Betrag ist die komplette Rennverpflegung für 24h drin sowie Nudeln am Sa und ein Platz im Fahrerlager.
Ich hab einen Passat mit Platz für drei Leute samt Rädern bei wenig Gepäck. Ein zweites Auto wäre also nötig.

Ich kenne das Rennen aus den letzten beiden Jahren im 4er Team und brenne auf eine Wiederholung. Beide Male ist dabei der 10. Platz rausgesprungen, eine Top10 Platzierung ist auch dieses Jahr erklärtes Ziel.

Koni, der auch letztes Jahr mit dabei war und Reiner, mein 12h Partner in Külsheim wollen sich bis morgen entscheiden. Es wäre also mindestens noch ein Platz zu besetzen.
Wenn Du meinst, das wäre was für Dich, dann melde Dich bitte schnell bei mir per Email/Telefon oder allerspätestens beim Biketreff morgen. Ich werde bereits kurz vor 18h mit einem auffälligem rot-blauen Trikot und schwarzem Cube Reaction am Bikestore stehen.

Schöne Grüße,
Flo

Mail: fbluemm@gmx.de
Fon: 0176/24376393

Moment Mal

Es sind nur wenige Momente, die sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte unwiderruflich ins Gedächtnis brennen. Innerhalb der letzten beiden Wochen gab es für mich gleich zwei Kandidaten für diese Ruhmeshalle.

Mein Trainingspartner Reiner und ich sind vorletzten Samstag im 2er Team die 12 Stunden von Külsheim gefahren. Der glücklicherweise ereignislose Renntag neigte sich schon dem Ende zu, als ich in meiner letzten Runde vor einer schmalen Trailpassage riskant in einer Schotterkurve überholt und mich dabei hingelegt habe. Ich rutschte also eine gefühlte Ewigkeit mit Bodenfühlung von einem Ende der Kurve zum anderen. Trotz des Schocks hat mich die Situation unglaublich genervt und ich wollte nichts sehnlicher als endlich fertig zu rutschen und wieder aufs Rad zu steigen.

Zwei Minuten später hatte ich wieder Fühlung auf den Fahrer aus der Schotterkurve, natürlich wieder kurz vor einer schmalen Trailpassage. Mitten im Überholsprint auf einem geraden Wiesenstück fand ich mich plötzlich auf dem Rücken liegend wieder und sah wie mein Rad in fast zwei Metern Höhe quer über die Wiese flog.  Ein kleiner, aber tiefer Graben auf meiner Überholspur ist aus heiterem Himmel aufgetaucht und hat mir einen Abstieg über den Lenker beschert. Dieser Moment, in dem ich total benommen meinem Fahrrad beim Flugversuch zusah hat mich meines verbliebenem Atems beraubt.

Wie das Rennen ausging steht in einem ausführlichen Rennbericht auf der Seite der Radsportgemeinschaft Würzburg.

Der zweite Moment war wesentlich ungefährlicher aber nicht minder atemberaubend. Vorgestern, am vorletzten Tag unseres diesjährigen Alpencrosses kamen Reiner, Koni und ich an unserem Tagesziel, dem Rifugio Bolzano auf dem Schlern an. Wie schon an den vorherigen Nachmittagen grummelte es in der Ferne und am Horizont zuckten bereits die Blitze über den Himmel.


Da braut sich was zusammen

Am späten Abend war das Gewitter auch bei uns. Wer schonmal ein Gewitter an ausgesetzter Position in den Alpen erlebt hat, braucht keine Fantasie um sich den Weltuntergang vorzustellen. Statt totmüde ins Bett zu fallen, standen wir drei Flachlandtiroler also im Waschraum um das kleine Fenster gedrängt. Dort haben wir gebannt das Wüten der Elemente verfolgt.

Zum Alpencross gibt es noch keinen Bericht. Ich kann aber schon verraten, daß es eine perfekte Woche war.