10 Euro – ein perfekter Tag in Kathmandu, Nepal mit Insider-Tipps

Reden wir über Geld. Du hast 10 Euro in der Tasche und einen Tag Zeit um möglichst viel von Kathmandu in Nepal zu erkunden, geht das?

Klar geht das!

swayambunath

Affentempel Swayambunath über Kathmandu

EUR 1,50-1,90 Unterkunft
Für preisbewusste Reisende kommt in Kathmandu nur das Backpacker-Viertel Thamel in Frage. Vor wenigen Jahren noch gab es Dormbetten für 100 Rupien, heute kostet ein Dorm 200 Rupien z.B. im Holy Land Hotel, sehr beliebt bei Japanern. Alternativ für Luxuspärchen gibt es Doppelzimmer mit privatem Bad nebenan im sehr empfehlenswerten King’s Land Hotel für 500 Rupien. Beide Hostels liegen sehr zentral in Thamel und etwas abseits in einer Seitenstrasse.
(200 NRP Dorm, 500 NRP Doppelzimmer)

EUR 0,75 Frühstück
Ein ordentliches Frühstück mit Kaffee kostet nicht mehr als 100 Rupien, z.B. Milchkaffee und Masala Omelett im King’s Land oder Milchkaffee und Momos gegenüber im Momo Star. Günstiger ist Essen außerhalb von Thamel, aber wegen 25 Rupien weniger lohnt es sich nicht auf den morgentlichen Kaffee zu warten.
(100 NRP Frühstück)

Karte Kathmandu

Spaziergang im Chaos
Wenn Du noch nie in einer südasiatischen Großstadt warst, ist der erste Tag auf der Strasse ein fortwährender Kulturschock. Das Gedrängel, die Hitze, der Verkehr, der Dreck, die Händler und an jeder Ecke eine Attacke auf den Geruchssinn, im Guten wie im Stinkenden. Es ist aber wirklich halb so wild und nach einigen Tagen gewöhnt man sich sogar an das liebenswerte Gewusel. Nimm die Visitenkarte vom Hotel mit, falls Du nicht alleine zurückfindest.

Shova Bhagwati Tempel am Fluss
Der kürzeste Notausgang aus dem Chaos ist Richtung Westen, immer Richtung Affentempel auf dem Hügel. Am mehr oder weniger lieblichen Bishnumati Fluss angekommen gibt es eine Fußgängerbrücke neben der Autobrücke. Die Treppen auf der anderen Flusseite führen durch den Shova Bhagwati Tempel hindurch zur Strasse oben. Die Kammstrasse bietet schöne Ausblicke nach Norden.

bridge

Der Bishnumati

Affentempel Swayambunath
2km von Thamel entfernt erreichst Du den Fuss des Affentempels Swayambunath. Swayambunath ist neben Boudhanath der wichtigste Tempel im tibetischen Buddhismus. Kein Wunder, Buddha wurde in Nepal geboren. Der Hügeltempel überblickt ganz Kathmandu. Aber erst musst Du die angeblich 365 Stufen ersteigen. Bei einer Ansammlung von Stupas und 3 Buddhas auf halbem Weg, bevor es steil wird, zweigen Treppen nach rechts ab. Wenn Du hier rechts gehst, vermeidest Du die Eintrittsgebühr von 200 Rupien.

Durbar Square
Der Durbar Square ist das Herz von Kathmandu mit unzähligen Hindu Tempeln und Palästen. Es gibt 3 sehr ähnliche Durbar Squares im Kathmandu Tal. Früher gab es 3 Newari Königreiche im Kathmandu Tal, die sich freundlich gesonnen waren. Statt Krieg zu führen haben sie sich lieber gegenseitig mit Prunkbauten übertroffen. Dann kamen die Gorkhas, die kein Problem damit hatten Krieg zu führen. Das war das Ende der 3 Königreiche und heute gibt es kaum noch Newaris im Kathmandu Tal.

Vom Fluss kommend gibt es kein Tickethäuschen. Wenn doch jemand eine Eintrittskarte sehen will, sag Du wohnst im Hotel Sugat am südlichen Ende des Durbar Squares. Schau Dich nur kurz um, wir kommen nach dem Mittagessen zurück.

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Liebenswertes Chaos in Kathmandu

Freak Street
Teil von Kathmandus Geschichte sind auch die Hippies aus den 60ern und 70ern, als Kathmandu ein Stop auf dem Hippie Trail war. Was heute Thamel ist, war früher die Freak Street am südlichen Ende des Durbar Squares. Die vielen Tausend Hippies die hier durchzogen müssen damals noch freakiger als die heiligen Sadhu Männer gewirkt haben. Wenn man so will waren die Hippies die ersten Backpacker und ihre „3 K’s“ Kabul, Kathmandu und Kuta Beach durch „1 K“ ersetzt wurden, die Khao San Road in Bangkok.

EUR 1,15 Newari Set Mittagessen
In der Freak Street gibt es nach wie vor viele Restaurants. Nach der ersten Abzweigung links auf ist auf der linken Seite ein Newari Restaurant. Newari waren die ursprünglichen Bewohner des Kathmandu Tals. Die Newar Küche ist einmalig auf der Welt und sehr lecker. Das sagt sogar der Thai Food Experte Mark Wiens. Ein Newari Veg Set für 300 Rupien bietet eine umfangreiche Kostprobe. Es ist genug für 2 Personen.
(Mittagessen Newari Veg Set 300 Rupien für 2 Personen)

newariset

Newari Veg Set

2,25 EUR Dharahara, der Bhimsen Turm
Der Bhimsen Turm sieht ein wenig wie ein Turm einer Moschee aus, war aber ein militärischer Aussichtsturm. Für 300 Rupien kannst Du die 213 Stufen auf eine Aussichtsplattform hinaufsteigen. Von oben hat man eine Panoramasicht auf den Trubel um den Turm und ganz Kathmandu.
(Eintritt 300 Rupien)

Shopping Mall
Es fällt wahrscheinlich schwer sich vorzustellen, wie eine Shopping Mall in Nepal aussieht. Nur einige Schritte vom Bhimsen Turm entfernt liegt die Civil Mall an der Hauptstrasse. Von hier lässt sich auch das unglaubliche Verkehrschaos auf der Hauptstrasse beobachten.

ktmtraffic

Verkehr in Kathmandu

EUR 0,50 Kuchen
Das Snowman Cafe zurück in der Freak Street ist ein Geheimtipp mit legendärem Kuchen:

  • Apple Chocolate Crumble
  • Apple Pie
  • Banana Chocolate Cake
  • Carrot Cake
  • Coconut Cake
  • Cheesecake!
  • Chocolate Brownies
  • Death by Chocolate Cake

(1 Kuchen bis zu 70 Rupien, es ist schwierig bei einem zu bleiben)

EUR 0,75 Dachcafe Durbar Square
Zurück am Durbar Square ist es absolute Pflicht einmal die Aussicht in einem Dachcafe zu genießen. Es gibt mehr als ein halbes Duzend zur Auswahl, von unten erkennbar an den bunten Sonnenschirmen. Der Kaffee kostet hier oben den doppelten Preis, aber die Aussicht auf das Unesco Weltkulturerbe ist es wert.
(Milchkaffee 100 Rupien)

durbarsquare

Blick vom Dachcafe zurück zum Affentempel

Märkte und Tempel in den Strassen von Kathmandu
Die engen Gassen auf dem Rückweg vom Durbar Square sind gesäumt von Märkten und Tempeln. Besonders sehenswert sind die Marktstände am Indra Chowk und die etwas versteckte Khatesimbu Stupa.

EUR 1,50 Garden of Dreams
Die Innenstadt von Kathmandu lässt sich nur zu Fuß erkunden. Fahrzeuge sind im Gedränge der engen Gassen eher ein Hindernis. Nach insgesamt knapp 10 Kilometern zu Fuß ist aber eine Pause vom Chaos und Lärm fällig. Angrenzend an Thamel liegt eine wunderschönen Gartenanlage, der Garden of Dreams. Man hört zwar noch leise das Hupen des Verkehrs in der Ferne, aber es fällt leicht zu vergessen, dass man noch in Kathmandu ist. Bei Dämmerung ist die Beleuchtung besonders schön.
(Eintritt 200 Rupien)

gardenofdreams

Garden of Dreams zur Dämmerung

EUR 0,60 Abendessen
Das Small Star Restaurant ist ein Klassiker für Sparfüchse in Thamel, spätestens seitdem es die Tibetan Kitchen nicht mehr gibt. Füllende Nepalesisch/Tibetanische Gerichte wie Thukpa, Thenduk oder Momo Suppe kosten bis zu 80 Rupien. Das Small Star hat auch im ersten Stock Sitzplätze, unten ist es oft recht voll. Es gibt eine englische Speisekarte.
(bis zu 80 Rupien)

EUR 0,60 Nepalesisches Bier
Nepal darf man nicht verlassen ohne ein „nepalesisches Bier“ getrunken zu haben. In einen Tongba genannten Krug kommt Jaand, ein Gemisch aus fermentierter Hirse zusammen mit heißem Wasser. Man trinkt das warme Gebräu aus einem Strohhalm, um die Hirsekörner zu filtern. Der Geschmack ist für westliche Zungen anfangs gewöhnungsbedürftig, aber auf einem Trek im Himalaya gibt es nichts Besseres zum Aufwärmenam Abend. Das heiße Wasser wird bis zu 5 Mal nachgefüllt, das Tongba wird dabei immer schwächer. Tongba steht nicht auf der Karte, gibt es aber in jedem traditionellen Restaurant.
(Tongba 80 Rupien)

tongba

Tongba, nepalesisches Bier

Gesamtausgaben 1330 Rupien oder 9,93 EUR zum aktuellen Wechselkurs von 134 NRP.

Weitere 10 Euro Städte wie Bangkok, Mumbai oder La Paz findest Du in der 10 Euro Kategorie.

 

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  1. Sebastian says:

    Sehr schöner Beitrag, Florian. Ich war vor einem halben Jahr da und habe vor allem an den Affentempel und die Freak Street sehr gute Erinnerungen. Damals hatte ich das Gefühl, dass die Stadt voller Energie und Veränderungen steckt. Vielleicht das nächste Bali oder Chiang Mai…

    Antworten
  2. Manuela says:

    Hauptsache Cheesecake. ;-)
    Das Tongba sieht interessant aus. Wonach schmeckt das?

    Antworten
  3. @Sebastian:
    So lange Kühe in Kathmandu rumlaufen wird es niemals etwas anderes werden als das nächste Kathmandu (-;

    @Manuela:
    Es schmeckt erstaunlich süß. Es braucht aber wirklich eine 3 wöchige Annapurna Umrundung, um es zu mögen.

    Antworten
  4. Sebastian says:

    Ich hoffe die Kühe bleiben auch noch eine Weile in der Stadt ;) Allerdings wurden sie auch aus anderen Orten von Backpackern und sich anpassenden Einheimischen vertrieben. Let’s see…

    Antworten
  5. Johannes says:

    Hey,
    immer wieder stolpere ich auf deiner wirklich interessanten Seite herum und fang selbst wieder an zu träumen.
    Eine Sache die mir aber gar nicht gefällt sind die teilweise „rücksichtslosen“ Tipps in Sachen Geld sparen!
    Ein wenig mehr Verständnis für lokale Gepflogenheiten, Regeln und Gesetze wäre meiner Meinung nach angebracht.
    Zwei Beispiele aus Kathmandu sind hier besonders auffällig:

    Affentempel Swayambunath […] Bei einer Ansammlung von Stupas und 3 Buddhas auf halbem Weg, bevor es steil wird, zweigen Treppen nach rechts ab. Wenn Du hier rechts gehst, vermeidest Du die Eintrittsgebühr von 200 Rupien.

    Sowie:

    Durbar Square
    […] Vom Fluss kommend gibt es kein Tickethäuschen. Wenn doch jemand eine Eintrittskarte sehen will, sag Du wohnst im Hotel Sugat am südlichen Ende des Durbar Squares.

    Das Geld wird ebenso wie im zweiten Beispiel für den Erhalt der stark gefährdeten Altstadt, der Tempel und des Weltkulturerbes eingesetzt.

    An dieser Stelle wäre es vielleicht netter auf die Möglichkeit zu verweisen das Ticket kostenlos für einen ganzen Monat zu verlängern! Dazu benötigt man nur ein Passbild und 5 Minuten Zeit. Danach kann man das Gelände jederzeit besuchen, ohne zu betrügen!

    Wäre übrigens meiner Meinung nach auch etwas für den Reiseblogger Kodex!

    Ciao

    Antworten
    • Hi Johannes, das ist natürlich berechtigte Kritik. Danke auch für den Tipp mit dem Passbild.

      In erster Linie geht es in dem Artikel darum Tipps zum Geld sparen zu geben. Welche von den Tipps Du umsetzen willst ist Deine Sache. Weil auf dem Durbar Square, der Eintritt überhaupt nicht ernst genommen wird, habe ich das so empfohlen.

      Ich habe selbst übrigens erst beim etwa 6. Besuch gemerkt, dass das Betreten des Platzes überhaupt Geld kostet. An dem Tag war „Tag des Tourismus“. Die Leute am Eingang haben mir einen Plastikbuddha in die Hand gedrückt und gesagt heute wäre der Eintritt zum Durbar Square frei. Da habe ich mich ganz schön gewundert.

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